“Brexiale” Schlafwandler

Foto Krammer

Den Titel “Die Schlafwandler” gab Christopher Clark seiner minutiös dargestellten Vorgeschichte des 1. Weltkriegs “als nicht gewolltes, auch vermeidbares Ergebnis einer dichten Folge von Ereignissen und Entscheidungen.” (Klappentext). Mit dem Weltkrieg ist der mögliche Austritt des UK aus der Europäischen Union in seiner Bedeutung und Auswirkung selbstverständlich nicht vergleichbar. Wohl aber darin, dass unbedachte politische Handlungen oft eine Reihe von immer weniger steuerbaren Folgen hervorrufen.

Vielleicht kann man sagen, dass das UK in den letzten 45 Jahren, seit Eintritt in die EG, aus Sicht der Kontinentaleuropäer ständig genervt hat. Einer der Höhepunkte war 1984  Thatchers “I want my money back”. Vielleicht lag De Gaulle mit seiner Beurteilung der Briten nicht ganz falsch, diese wären in ihren gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Strukturen, in Ihren Gewohnheiten und Traditionen zu unterschiedlich von  Kontinentaleuropa. Kann ja sein!

War das Verhandlungsziel der EU der Zusammenhalt?

Dennoch frage ich mich, welchen Auftrag der glänzende Chefverhandler der EU Michel Barnier gehabt hat? Sollte er die Briten in die Ecke drängen, in der sie jetzt sind, oder sollte er ihnen den Weg zeigen, wie man trotz aller Zweifel in der EU bleiben kann ? Für mich sieht es mehr nach Variante 1 aus. Jetzt haben die 27 wahrscheinlich “die Schlacht gewonnen, aber den Krieg verloren” Warum?









Heike/pixelio.de

Weil wir es den Briten vielleicht “zeigen” werden, aber einiges dazu tun, dass aus dem europäischen Bauwerk ein tragender Teil herausgerissen wird. Das kann auf lange Sicht zur Katastrophe führen. Es ist ja absurd, dass bei öffentlichen Auftritten kontinentaleuropäische Politiker darauf pochen, dass ein No-deal-Brexit die Insel wirtschaftlich schwerer treffen würde als die 27. Man kann die Bedeutung der britischen Mitgliedschaft doch nicht auf die Ökonomie reduzieren.   <

Diesen Partner darf man nicht einfach gehen lassen!

  • Mit rund 65,6 Millionen Einwohnern liegt das UK an dritter Stelle in der Union.
  • Es ist Gründungsmitglied der NATO  sowie der Vereinten Nationen.
  • Es ist Atommacht, ständiges Mitglied des UN- Sicherheitsrats und  G7-Staat.
  • Gemessen am BIP ist es nach Deutschland  die 2. – größte Volkswirtschaft der 28
  • Es erbringt fast 1/5  der Gesamtwirtschaftsleistung der Union
  • 44% seiner Exporte gehen in die EU, 54% seiner Einfuhren kommen von dort
  • Seit 45 Jahren ist es unser Partner in der Union (bzw. den Vorgängerorganisationen)
  • Es war das letzte westliche Bollwerk gegen den Faschismus in Europa
  • Und damit ein Vorkämpfer für die heutige demokratische Gesellschaftsordnung     

Was kommt nach dem harten Brexit? “Es wird schwierig, aber wir sind gut vorbereitet.”

Petra Engeljehringer/pixelio.de

Was soll denn das bedeuten? Wie gut vorbereitet kann denn ein Handelsagent sein, der heute seinem Kunden nicht einmal versprechen kann, dass es nach dem 29. März
überhaupt noch Ware aus dem UK geben wird. Von den Preisen und eventuell geänderten Lieferbedingungen gar nicht zu reden.

Wenn angeblich britische Banken aus dem Handgelenk 800 Milliarden nach Europa transferieren, um für den worst case gewappnet zu sein, nennt man das planvoll und gut vorbereitet? Wenn eine praktisch unbekannte Zahl von auf EU-Recht basierenden Verträgen plötzlich mit dem Partner im Drittland UK neu ausgehandelt werden muss, nennt man das eine gute Vorbereitung?

Die Schlafwandler auf beiden Seiten sollten schnellstens munter werden und sich die Augen reiben – sonst gibt es ein böses Erwachen!

Quellen: Clark Die Schlafwandler, bpb Bundeszentrale für politische Bildung , Wikipedia

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G’sund Geld machen

Geld-zurück-Garantie für eifriges Radfahren, weniger Schnitzel, mäßig viel Alkohol und keine Zigaretten ? Wo gibt es denn das? Sie werden es kaum glauben – bei der SVA.

Geld zurück, das wollte ich auch. 🙂 

Bewegung in frischer Luft fördert die Gesundheit und kann den Selbstbehalt
halbieren. / Foto Krammer

SELBSTÄNDIG GESUND sagte “Was sind Deine  Gesundheitsziele?”  Weniger Gewicht, guter Blutdruckwert usw. Damit habe ich ein halbes Jahr ganz schön gekämpft. Jetzt schnaufe ich nicht mehr beim Stiegensteigen , mache 160.000 Schritte im Monat und zahle statt 20% nur mehr 10% Selbstbehalt bei ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen.

Wie viel das bei Ihnen ausmachen könnte, zeigt die Abrechnung der SVA, die Ihnen jedes Jahr zugesandt wird . Viele wird es nachdenklich machen, dass sie doppelt so viel Selbstbehalt zahlen, als Sie eigentlich müssten. Auf  www.svagw.at finden Sie unter  Gesundheit & Vorsorge alle Informationen darüber, wie Sie das ändern können.

Und was ganz wichtig ist: es geht ja nicht nur um’s Geld, es geht um Ihr Leben !


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PKW-Vielfahrer zur Kasse


Foto Andreas Hermsdorf_pixelio.de

 

Am 30.12.18 erteilte der neue deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer einem deutsch-österreichischen Konsortium den Zuschlag die geplante deutsche PKW-Maut zu kassieren. Der Start ist Oktober 2020.

„Das heißt, wir können Gerechtigkeit auf deutschen Straßen schaffen, weil jeder, der unsere Infrastruktur benutzt, der zahlt auch – ohne Mehrbelastung für die Inländer“, ließ Scheuer per Video wissen.

Österreichs Klage beim EuGH gegen diese Vorgangsweise , der sich die Holländer angeschlossen haben, wird Mitte 2019 entschieden. Wobei es um die Diskriminierung der Ausländer geht, denn gerade diese hatte der ehemalige Verkehrsminister Dobrindt der deutschen Öffentlichkeit versprochen.

Foto H.D.Volz_pixelio.de

Wer aus geographischen (z.B. deutsches Eck) und/oder beruflichen (z.B. Handelsagenten) Gründen deutsches Gebiet befahren muss, wird also in 2 Jahren zur Kasse gebeten. Es sei denn, dass die deutsche Regierung kalte Füße kriegt, wenn der EuGH die Bevorzugung der eigenen Staatsbürger verbietet. Für wahrscheinlich halte ich das aber nicht.

Als unerfreuliches Wetterleuchten am Vielfahrer-Horizont sei noch der Wunsch der EU-Kommission erwähnt spätestens ab 2026 in Europa nur kilometerabhängige Mauten zu dulden. Ob die Vertreter der EU-Staaten einem solchen Schlag gegen die beruflichen und privaten Vielfahrer (wie z.B. Pendler, Handelsagenten u.a.) zustimmen werden, bleibt offen. Allerdings können sie sich auf die EU ausreden, als Umweltschützer glänzen und einen Strom von Geld in die öffentlichen Kassen leiten.

Die beruflichen Vielfahrer können kein Interesse an einer kilometerabhängigen Maut in Österreich haben. Es ist also höchste Zeit, dass sich politische Vertreter der betroffenen Bevölkerungsgruppen gemeinsam überlegen, wie man diese Ideen wirkungsvoll bekämpft.

Quellen: ORF, www.autozeitung.de

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2019 wird alles besser

Haben Sie zu Silvester Ihre Neujahrsvorsätze gefasst? Eine globale Studie besagt, dass 59,46% der Vorsätze sich auf das eigene Körpergewicht beziehen.

Hauptsache Sie haben die Angelegenheit pünktlich zu Neujahr erledigt. Obwohl – mit Neujahr ist das so eine Angelegenheit. Erst Cäsar hat 46 v. Chr. den Start des Kalenderjahres um 2 Monate auf den 1. Jänner vorverlegt (weil das römische Amtsjahr zu diesem Zeitpunkt begonnen hat). Den Bewohnern anderer Gegenden war und ist Cäsars Ordnungssinn offensichtlich gleichgültig. In Teheran zum Beispiel müssten Sie mit Ihren Neujahrsvorsätzen bis 20./21. März warten und in Russland hätten Sie vor 1701 überhaupt bis zum 1. September Zeit gehabt. Muslime wieder sind 2016 am 2. Oktober ins nächste Jahr gestartet. Also machen Sie sich wegen des Zeitpunkts keinen Kopf.

Ein strukturiertes Vorgehen

ist aber gleich von ganz anderer Bedeutung,  für die Verwirklichung guter  Vorsätze oder Vorhaben unentbehrlich. Die beiden Begriffe sind ja nicht identisch. Auf www.mundmische.de heißt es: ” Ein guter Vorsatz ist ein Gaul, der oft gesattelt, aber selten geritten wird”. Ein Vorhaben hingegen haben Sie in der Amtsstube Ihres Gehirns mit Brief und Siegel abgegeben. Die kleinen grauen Zellen sind schon an der Arbeit!

Ob Vorsatz oder Vorhaben, in beiden Fällen kann man durch Beantwortung von 3 entscheidenden Fragen leere Kilometer vermeiden :

1.) Was bringt’s? Auf Teufel komm raus zu rudern, nur damit etwas geschieht, ohne definiertes sinnstiftendes Ziel, ist ja ziemlich bescheuert. Also weg mit den sinnlosen Alibiaktionen! Spart Zeit und Geld.

2.) Wie geht’s? Wie packt man die Sache schlau und schlüssig an, damit die Erfolgsaussichten am größten sind? Ein Plan und haltbare Zahlen müssen her. Braucht man Infos, braucht man Hilfe, sind die Ressourcen vorhanden etc.?

3.) Wann wirkt’s? Schon im Simplicissimus 1669 hieß es : gut Ding will Weile haben. Die Frage ist ja nur, wie lang die Weile dauert. Braucht man den schnellen Erfolg, hat man nicht ewig Zeit ihn vorzubereiten. Also malen Sie sich ein Plakat für’s Büro, oder lernen Sie die drei Fragen auswendig:

WAS BRINGT’S  –  WIE GEHT’S  –  WANN WIRKT’S

P.S. Die 59,46% sind fake. Das habe ich einfach erfunden. Nicht einmal die Studie gibt es (zumindest soviel ich weiß). Aber in der großen, bedeutenden Welt gilt man eben nur mehr etwas mit “fake inclusive” 🙂 Der Rest ist wahr, ich schwöre.

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Es weihnachtet

Sehr geschätzte Leserin, lieber Leser des Handelsagentenblogs,

wir sind wieder da, nach dem wir einige Zeit ausgesetzt haben. Gegenstand sind nach wie vor Informationen, Vorgänge und Probleme soweit sie vermutetermaßen Handelsagenten und KUMs betreffen und interessieren.

Wenn Sie alle erscheinenden Beiträge und Kommentare automatisch bekommen wollen (das zahlt sich aus 🙂 ) klicken Sie rechts oben auf das kostenlose Abo (RSS). Wollen Sie sich überdies dazu äußern, schreiben Sie Ihren Kommentar.

Nun aber zum Wichtigsten

Das Gremium sendet Ihnen, weil Sie zu unserer noch ausbaufähigen Leserschaft gehören, ganz persönlich die besten Wünsche zu Weihnachten.   Verbringen Sie die Festtage in Harmonie zusammen mit den Menschen, die Ihnen nahe sind und die Ihnen am Herzen liegen. Und keinen Stress! Weihnachten ist ein ruhiges Fest.

2019 möge Ihnen Gesundheit und Wohlergehen schenken. Und was den Erfolg angeht, soll es ganz toll werden – das wünschen wir Ihnen.

Herzliche Grüße

Walter Krammer, Obmann und Andreas Gurghianu, GF

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Vorsteuerabzug für Handelsagenten-PKWs !

Das Verbot des Vorsteuerabzugs für Firmen-PKWs, das das Gremium der Handelsagenten unverändert seit Jahrzehnten bis hinauf zu den Höchstgerichten bekämpft, ist systemwidrig und speziell für Handelsagenten und andere kleine Unternehmen eine Ungerechtigkeit ersten Ranges.

Teile des nachfolgenden Textes konnte man schon im Jänner 2015 im Handelsagentenblog lesen. Geändert hat sich seither nicht viel. Handelsagenten brauchen nach wie vor den Vorsteuerabzug für ihr Mobilitätswerkzeug 

Handelsagenten können nichts dafür, dass in den allermeisten Fällen das steuerlich verfolgte, aber eben unentbehrliche Auto die größte Investition und den größten Daueraufwand darstellt. Für sie ist das vergleichbar mit dem Bau und Betrieb des neuen Versicherungsgebäudes oder der Neuanschaffung des Maschinenparks eines Industriebetriebs. Würde man diesen dabei den Vorsteuerabzug versagen, da wäre aber Feuer am Dach!

Und man komme mir nicht mit der existierenden Liste der Vorsteuer-Pkws. Mit dieser ist man einst nicht den Steuerzahlern entgegengekommen, sondern es war eine Verbeugung vor den Autokonzernen. Außerdem ist z.B. auch der Bäckermeister nicht gezwungen seinen neuen Backofen aus einer staatlich genehmigten Liste auszuwählen (!), nur weil er die Vorsteuer abziehen will. Im Übrigen habe ich von einer Luxustangente bei Bäckereimaschinen auch noch nie etwas gehört. Liebe Bäcker, verzeiht mir!

Das Gremium der Handelsagenten hat zusammen mit anderen interessierten Fachverbänden gegenüber dem Finanzministerium die Einbeziehung ökologischer Überlegungen in das Projekt “Vorsteuerabzug für firmeneigene PKWs” ja schon ins Spiel gebracht. Aber es geht einfach nichts weiter. Die nächste Steuerreform wäre eine günstige Gelegenheit, Herr Finanzminister!

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Nr. 18 wohnt im 6.Stock


Die Blüten der Datenschutzgrundverordnung DSGVO

Mein Apotheker weiß als Postpartner, an wen ich Briefe schreibe oder Pakete verschicke. Hingegen hat ein in der Nähe befindlicher Altwarenhändler Kenntnis von den Namen jener, die an mich Pakete geschickt haben, die nicht zugestellt wurden.

Parallel dazu vermeinte der Bewohner eines Gemeindebaus die Deckung der DSGVO  zu haben, als er forderte, dass auf dem Klingeltablar die Namen der Bewohner durch Türnummern ersetzt werden müssten. Ein Rösselsprung der eher unschlüssigen Hausverwaltung  folgte. Es gab nämlich auch Mieter, die auf die Beibehaltung ihres Namens bestanden. Und angeblich alles unter Schutz der DSGVO!

Unerquicklich ist der Umstand, dass die über ganz Europa ausgegossene Verordnung überhaupt solche Unsicherheiten auslöst. Selbst anerkannte Juristen zucken die Achseln und verweisen auf  die zu erwartende Judikatur, weil sie unvorhersehbarer Weise im Einzelfall ja so oder so ausgehen könne.

Umfrageergebnisse legen nahe, dass bis jetzt nur etwas mehr als die Hälfte der österreichischen Unternehmer die DSGVO umgesetzt hat.

Was soll angesichts solcher an Unwirklichkeit grenzenden Verhältnisse der kleine Unternehmer tun? Trotz der vielen Flyer und Aufklärungsschriften, der Seminare und Lehrveranstaltungen (unser Gremium hat 2 davon durchgeführt, die sehr gelobt wurden) ist Unternehmer  und Unternehmerin teilweise ratlos.

Auch weiterhin gar nichts in Richtung Umsetzung zu veranlassen, weil man vermeintlich oder tatsächlich überfordert ist, kann nachweislich nicht als gute Idee bezeichnet werden. Die ersten Firmen wurden bereits bestraft und andere werden folgen.

 Als Betroffene sollten Sie zuerst einmal mit dem Einsammeln der notwendigen Informationen beginnen. Z.B. auf  DSGVO Handelsagenten Wien.

Wenn anhand von Mitgliederkommentaren  des Wiener Gremiums der Handelsagenten oder Wortmeldungen an das Gremium (handelsagenten@wkw.at) deutlicher Bedarf spürbar wird, werden wir gern eine weitere, dritte Info-Veranstaltung zum Thema DSGVO anbieten.

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Der abdemonstrierte Ast

Wenn es um Demonstrationen geht wird man selten Einigkeit darüber erzielen können, ob Zweck / Thema, Ort, Zeit und Datum, bzw. das Ausmaß der Beeinträchtigung von Unbeteiligten angemessen sind. Noch weniger zielführend ist die Qualifizierung des Demonstrationsgegenstands. Was den einen heilig ist, hat bei den anderen einen Pipifax-Stellenwert.
In Österreich darf die zuständige Behörde nur dann eine Demo verbieten, wenn die öffentliche Sicherheit oder das öffentliche Wohl gefährdet werden. Diese Gefährdung ist bei Demos , die einen friedlichen Verlauf erwarten lassen, kaum argumentierbar. Verkehrsstaus sind lästig. Lärm ist Belästigung. Schmutz und Abfall im Gefolge der Demo ärgert den Bürger. Aber das alles ist keine Gefährdung.   Insofern befinden sich also die Demonstranten mit ihren Veranstaltungswünschen gegenüber der Behörde immer leicht im Vorteil.
Wenn man, das alles bedenkend, dann im TV auch noch sieht , wie in anderen Ländern rund um den Globus Demonstranten verdroschen werden, ist Österreich , was die Demonstrationsfreiheit anbelangt, geradezu ein Paradies.

An dieser Stelle regt sich jetzt bei manchen Lesern schon Unwille.                                         Na will der, dass Leute, die ihr Recht auf Demonstration ausüben, blutig g’haut werden?
Nein, das wünsche ich mir natürlich nicht, aber das Demonstrationsrecht kann auch nicht Vorwand für jede Art der Provokation und Eskalation sein! Und gerade, weil wir das Demonstrationsrecht hochhalten wollen, haben die Demo-Organisatoren auch eine besondere Verantwortung und sie müssen über den Tellerrand ihrer eigenen Veranstaltung hinausblicken.

Regelmäßig an starken Einkaufstagen durch die Innenstadt oder die Mahü zu ziehen, heißt nämlich dort schon viele mögliche Kunden vertrieben zu haben, die im Radio oder TV aufgefordert wurden die Gegend zu meiden. Jeder weiß: weniger Kunden – weniger Umsätze – weniger Provision für jene, die zum guten Teil davon leben müssen – und das sind nicht die Reichen. Also Ebbe im Familienbörsel. Und da kann man die Handelsagenten gleich mit einbeziehen, die daran gehindert werden ihre Termine wahrzunehmen.

Nicht nur an sich, sondern auch an andere denken

Da büßen hübsch ein paar Unternehmer und Mitarbeiter dafür, dass etwa frustrierte Regierungsgegner – und nicht nur diese –  ihren Zorn ausgerechnet vor ihrem Geschäft hinausbrüllen wollen. 
Und, ganz ehrlich, es geht ja nicht nur ums Geld. Wenn man immer und immer wieder gerade in den Stoßzeiten bedenkenlos den Verkehr lahmlegt, werden in einer Großstadt wie Wien genug Menschen in der Ausübung zahlloser sozialer Verpflichtungen gehindert. Von “gestresst zur pflegebedürftigen Oma hurteln” bis hin zu “nach dem Job schnell die Kinder aus dem Kindergarten holen”.
Es sollte – Demonstrationsrecht hin oder her – nicht so einfach sein den Ast abzudemonstrieren, auf dem a n d e r e  sitzen müssen, im Einzelfall aber sogar die Demonstranten selbst.

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Wie ticken Politik und Medien wirklich?

Die Wiener Handelsagenten hatten am 3. Dezember bei vollem Haus Univ. Prof. Dr. Peter Filzmaier zu Gast. Es war ein informativer, spannender und unterhaltender Abend.

Prof. Filzmaier begründete die wechselseitige Abhängigkeit zwischen Politik und Medien damit, dass Politik ohne Öffentlichkeit und die politikbezogenen Medien ohne das politische Insiderwissen nicht funktionieren können.

Wenn sie erfolgreich sein wollen, müssen Handelsagenten wissen wie ihre Branche funktioniert und das nicht nur oberflächlich. Staatsbürger denken genau so über die Vorgänge im Staat. In den letzten Jahrzehnten hat sich aber schleichend ganz allgemein ein gewisses Misstrauen entwickelt, ob wir die wahre Motivlage in Staat, Gesellschaft und bei den Medien überhaupt wirklich erkennen können. Es war also an der Zeit der Sache auf den Grund zu gehen.

Bildet die politische Szene das Volk ab?  Vermitteln die Medien die Wahrheit?                                                                                                                   

Durchaus erheiternd war Prof. Filzmaiers Exkurs in die Seele des Wahlvolks, das zwar von Politikern Unabhängigkeit, Bürgernähe, Sachkenntnis, Entscheidungsstärke, Charisma, Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit verlangt, aber selbst in diesen Kategorien nicht selten schwächelt. Die Anwesenden  (aber sie waren ja nicht gemeint) überraschte er mit der Behauptung durchschnittlich nur 10% der Bevölkerung würden sich für Politik interessieren – und das nur etwa 20 Minuten pro Woche. Nicht weniger ernüchtern war seine Feststellung :” ……was nicht in den alten und neuen Medien vorgebracht wird, gilt nicht und hat nicht stattgefunden”.

Untersuchungen zufolge sind nach wie vor TV, Zeitungen, Internet, Radio und soziale Netzwerke  mit absteigenden Prozentzahlen die beliebtesten Informationsquellen. Der politische Wissenserwerb durch persönlichen Austausch humpelt angeblich mit schütteren 4% weit abgeschlagen hinterher. Das wäre ein schwerer Schlag gegen den Stammtisch.               

Die oben angeführte Reihenfolge gilt auch für die Zuordnung der Glaubwürdigkeit durch die Bevölkerung.

Mangelnde Ausbildung der Journalisten und die Ressourcenknappheit in den Redaktionen, welche u.a. die fundierte Recherche behindert, ortet er als schwerwiegendste Handikaps in der Welt der Medien. Dass auch für die Medienwelt der Spruch Gültigkeit hat vom Geld, das die Welt regiert, wurde nicht bestritten.

Die anschließende engagierte Publikumsdiskussion versuchte die letzten Unklarheiten zu beseitigen.  


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Silberne Hochzeit mit der eigenen Firma

Einmal im Jahr gratulieren wir jenen  Mitgliedern des Gremiums, die seit 25 Jahren oder mehr eine Gewerbeberechtigung des Gremiums der Wiener Handelsagenten besitzen.

Für diejenigen, die sich einer kleinen Feier und den dem Anlass angepassten Worten des Gremialobmanns W. Krammer persönlich aussetzen wollten, gab es im altehrwürdigen Kleinen Saal am Schwarzenbergplatz  eine Urkunde, Sekt, Kaffee und Brötchen.

Dabei kam am 27.11. 18 wieder deutlich zum Ausdruck, dass es speziell für kleine Unternehmen eine besondere Leistung darstellt ihren Bestand mit Erfolg über ein Vierteljahrhundert gesichert zu haben. Der Obmann würdigte die Zielstrebigkeit und Ausdauer dieser Mitglieder, deren Einsatz nicht nur für sie selbst, sondern für die gesamte  Wiener Wirtschaft von großer Bedeutung ist.

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