Archiv für den Monat: Dezember 2011

Die optimale Rechtsformwahl aus steuerlicher Sicht

Gerade in der Gründungsphase eines Unternehmens steht die Wahl der Rechtsform im Vordergrund und entscheidet in der weiteren Folge oft über das Fortbestehen eines Unternehmens. Die gängigsten Rechtsformen sind hierbei Einzelunternehmen, Personengesellschaften (OG, KG), Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) sowie Mischformen (GmbH &Co KG).

Der steuerliche Aspekt stellt hierbei nur ein Kriterium von vielen dar und soll im Folgenden erläutert werden. Andere wichtige Kriterien, welche die Rechtsformwahl beeinflussen sind beispielsweise Haftung, Sozialversicherung, die Kosten der Rechtsform, das aufzubringende Mindestkapital sowie rechtliche Aspekte bei der Vererbung oder Übertragung. Es sollten daher immer alle Aspekte einer detaillierten Analyse unterzogen werden, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

Aus steuerlicher Sicht ist die Höhe des voraussichtlichen Jahresgewinns der wichtigste Faktor zur Entscheidung über die richtige Rechtsform. Andere wichtige Faktoren sind die Lebenszyklusphase, in der sich ein Unternehmen befindet, die Ausschüttungspolitik, die Entlohnung der Gesellschafter, sowie die Möglichkeit der Aufteilung der Einkünfte unter Familienangehörigen sowie einige mehr.

Rechtsformwahl in der Gründungsphase

Besonders in der Gründungsphase eines Unternehmens sind oftmals Verluste vorprogrammiert, welche bei einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft mit anderen Einkünften ausgeglichen werden können und somit steuerlich sofort verwertet bzw. vorgetragen werden können. Verluste können hingegen in der GmbH aufgrund des Trennungsprinzips zwischen Gesellschaft und Gesellschafter nicht mit positiven Einkünften der Gesellschafter ausgeglichen werden. Somit zahlt der Gesellschafter trotz des GmbH-Verlustes Steuern für seine anderen positiven Einkünfte. In der GmbH fällt Mindestkörperschaftsteuer an, welche allerdings mit nachfolgenden Gewinnen der GmbH verrechnet werden kann.

Rechtsformwahl aufgrund der Ausschüttungspolitik

Ist eine Ausschüttung der Gewinne nicht gewünscht (Gewinnthesaurierung), ergibt sich bei einer Kapitalgesellschaft ein konstanter (Durchschnitt)Steuersatz von 25%. Bei Einzelunternehmern/Personengesellschaftern errechnet sich die Steuer nach dem progressiven Tarif, wobei im Gegensatz zur Kapitalgesellschaft ein Gewinnfreibetrag von 13% abgezogen werden kann. Bei Gewinnen über 30.000 € müssen dazu begünstigte Investitionen getätigt werden. Für Einzelunternehmen oder Personengesellschaften (keine Kapitalgesellschaften) ergibt sich demnach – je nachdem, ob Investitionen getätigt werden oder nicht – bei folgenden „Break-Even-Gewinnen“ ebenfalls ein (Durchschnitt)Steuersatz von 25%. (siehe Tabelle Zeile 1) Bei der Kapitalgesellschaft beträgt die Steuerbelastung auf Ebene der Gesellschaft – der Gewinnfreibetrag ist nicht anwendbar – immer 25%. Ab einem Gewinn von 45.200 € ist trotz Ausnützung des Gewinnfreibetrags bei maximaler Investition die Besteuerung nur auf Ebene der Kapitalgesellschaft vorteilhafter.

Werden keine Investitionen getätigt und daher nur der Grundfreibetrag (3.900 €) in Anspruch genommen, ist die Kapitalgesellschaft bereits ab einem Gewinn von 40.512 € vorteilhafter.

Bei einer unterstellten Vollausschüttung ergibt sich bei der Kapitalgesellschaft durch die zusätzliche Besteuerung auf der Gesellschafterebene mit der 25%igen KESt ein Steuersatz von 43,75%. Ab diesen Grenzwerten sind bei Vollthesaurierung bzw. Vollausschüttung somit die rechnerischen Grenzen gefunden, bei denen eine GmbH-Gründung von diesem Aspekt betrachtet sinnvoll erscheint. Der konstante Steuersatz von 25% bei der GmbH ist demnach ab 187.440 € Gewinn vorteilhaft, wenn nur der Grundfreibetrag in Anspruch genommen wird. Werden maximale Investitionen getätigt, so verschiebt sich die Vorteilhaftigkeit der Kapitalgesellschaft auf ab einen Gewinn in Höhe von 956.240 €.

Rechtsformwahl aufgrund anderer Faktoren

Ein Dienstverhältnis der Gesellschafter mit den Gesellschaftern, das dem Lohnsteuerabzug unterliegt und somit den begünstigten Steuersatz von 6% für das 13. u. 14. Monatsgehalt vorsieht, ist nur bei einer maximalen 25%igen Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft möglich. Hierbei ergeben sich Spielräume bei der Frage nach der Höhe des Geschäftsführerbezugs auf der einen Seite bzw. nach der Höhe der Gewinnausschüttung auf der anderen Seite. Freilich ist der Fremdvergleichsgrundsatz bei der Höhe des Geschäftsführergehalts zu beachten, um nicht eine verdeckte Gewinnausschüttung auszulösen. Hingegen kann bei Personengesellschaften die Aufteilung des Gewinns auf Angehörige zu Steuerersparnissen führen, da die niedrigeren steuerlichen Tarifstufen öfter ausgenützt werden.

Quelle: Genehmigter auszugsweiser Abdruck Management-Info, KLIER, KRENN & PARTNER KG, (www.klienten-info.at)

Wann muss ich eine Gewerbeberechtigung beantragen?

Eine Gewerbeberechtigung für die Tätigkeit als selbständiger Handelsagent benötigen Sie, wenn Sie Ihre Tätigkeit selbständig, regelmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht ausüben. Selbständig ist sie, wenn sie auf eigene Rechnung und Gefahr handeln. Regelmäßig sind Sie tätig, wenn Sie wiederholend oder längere Zeit tätig werden. Ertragsabsicht liegt vor, wenn Sie sich einen wirtschaftlichen Vorteil erwarten – unabhängig von Umsatzhöhe oder Gewinn.
Selbst geringe Einkommen erfordern daher von Anfang an eine Gewerbeberechtigung!

WIRTSCHAFTSKAMMER ALS ERSTER ANSPRECHPARTNER!

Wenn Sie in Wien ein Unternehmen gründen wollen, wird Ihnen die Anmeldung des Gewerbes wesentlich vereinfacht. Im FIRST-START-SHOP wird die Anmeldung für Sie auf elektronischem Wege erledigt.  SCHNELL. UNBÜROKRATISCH. KOMPETENT.

Handelsagenten_schaffen_Umsatz

Darüber hinaus erhalten Sie die erforderlichen Formulare und Anträge für Sozialversicherung und Finanzamt.

Eine Neugründung ist von Gebühren und Abgaben befreit (Neugründungs-Förderungsgesetz).

Sollten Sie zum ersten Mal in Ihrem geplanten Geschäftsfeld als Unternehmer tätig werden, wird Ihnen die Gründung auch finanziell erleichtert, so entfallen z.B. die Gebühren für die Gewerbeanmeldung sowie die Firmenbucheintragung. Das (gesetzlich vorgeschriebene) Beratungsgespräch und die Formulare erhalten Sie ebenfalls im Zuge der Anmeldung im First-Start-Shop.

WELCHE UNTERLAGEN BRAUCHT MAN FÜR DIE „ELEKTRONISCHE GEWERBEANMELDUNG“?

Für die Tätigkeit als Handelsagent meldet man das freie Gewerbe „Handelsgewerbe und Handelsagent“ an.

Folgende Unterlagen sind für die Anmeldung mitzunehmen: Reisepass oder Geburtsurkunde gemeinsam mit Staatsbürgerschaftsnachweis (oder Gleichstellung und Aufenthaltsbewilligung) und die Sozialversicherungskarte.
Nach etwa einer Woche wird ein Auszug über die Eintragung im Gewerberegister zugestellt.

FIRST-START-SHOP

Schwarzenbergplatz 14 | 1041 Wien

T 514 50 > DW 3247, 3417, 3440, 3443

Parterre rechts, Zimmer 8

 

Jahresauftakt mit Michael Heltau

Beim ersten Mal – im Jahr 2006 – Vortragender war damals Dr. Josef Taus, konnte man nicht ahnen, dass der jeweils am letzten Donnerstag im Jänner stattfindende Jahresauftakt des Wiener Gremiums der Handelsagenten eine Traditionsveranstaltung mit so großem Beliebtheitsfaktor werden würde. Jahresauftakt mit Michael Heltau weiterlesen

Handelsagenten polieren Wissen auf

Mit mehr als 600 vergebenen Förderplätzen innerhalb von nur 3 Jahren zählt das Wiener Gremium der Handelsagenten im Bereich Weiterbildung zweifellos zu den führenden Fachgruppen Österreichs. Und auch international lässt sich diese Zahl sehen. Unser Konzept den Mitgliedern vergessenes und neues Wissen für ihre unternehmerische Tätigkeit in Kleingruppen – Tagesseminaren zu unschlagbaren Preisen anzubieten, hat voll eingeschlagen.

Seminare_für_Handelsagenten
Nach einigen Misserfolgen  startete 2009 das Gremium mit einem neuen Anlauf seinen Mitgliedern leistbare Weiterbildung „in kleinen Dosen“ zu offerieren. Der Beruf, der  Frauen und Männer zwingt fast ständig auf Achse zu sein (ein schlagender Beweis sind die durchschnittlichen Kilometerleistungen von rund 40.000 KM p.a.) macht es schwer, regelmäßig weiterbildende Kurse zu besuchen. Die Antwort auf diese Schwierigkeit sind gezielte 1 bis 2–Tage-Seminare, die sich speziell mit Themen beschäftigen, die zum täglichen Brot des meist als Kleinbetrieb organisierten Handelsagenten gehören. So waren im ersten Jahr die über 9 Monate verteilten 20 Seminare innerhalb von 3 Wochen ausgebucht, manche Interessenten mussten abgewiesen werden. 2010 waren wir wegen zahlreicher Überbuchungen gezwungen 4 Seminare als Wiederholung einzuschieben. Auch heuer – das Schuljahr hat erst vor Kurzem begonnen – sind nur mehr wenige Plätze zu haben.
Die zur Zeit noch buchbaren Seminare sind:
 
1×1 der Wertpapiere          13.12.2011   1-tägig

 

 

Zeit- und Selbstmanagement –
wie Sie die Zeit beherrschen und nicht umgekehrt      09.02.2012   2-tägig

 

 

Einnahmen / Ausgabenrechnung      13.03.2012   1-tägig

 

Die Seminare Durch Schlagfertigkeit glänzen und MS Excel – alle Möglichkeiten effizient nutzen werden wir wegen des außerordentlichen Interesses noch in diesem Schuljahr wiederholen. Die Seminare sind Mitgliedern des Wiener und des Burgenländischen Gremiums der Handelsagenten gefördert zugänglich.

Über die einzelnen Seminare und die Anmeldungsmöglichkeit informieren Sie sich bitte unter www.handelsagenten.at/Wien DIE NEUEN SEMINARE SIND DA.

Anmeldung

www.handelsagenten.at/Wien

 

Kurzparkzonengebühr in Wien um 65% (!) erhöht

Vor vielen Jahren war die Welt noch lustig. Madeleine Petrovic , damals Bundessprecherin der Grünen, forderte die Handelsagenten auf ihren Job mit der Straßenbahn zu erledigen. Wenn heute die Wiener Verkehrsstadträtin auch den Wirtschaftsverkehr – und dazu zählen eben auch die Handelsagenten – in der einzigen Millionenstadt Österreichs zum Verschwinden bringen will, hört sich der G’spaß auf.

 Wasch mir den Pelz …..

Die Erde ist eine Scheibe und die Wirtschaft kommt auch ohne Wirtschaftsverkehr aus – man kann alles behaupten und es finden sich immer noch welche, die es glauben.

Die österreichischen Handelsagenten gehören nun einmal zu den Berufen, die auf eine individuelle Mobilität nicht verzichten können. Und sie sind mit diesem Bedürfnis nicht die einzigen Unternehmer. Der von ihnen erwirtschaftete jährliche Gesamtumsatz von über 22 Milliarden EURO hat schon eine gewisse Relevanz und lässt den Schluss zu, dass er nicht durch hetzhalber betriebenes, sinnloses Herumkurven auf Österreichs, insbesondere Wiens, Straßen entsteht.

 Ein guter Teil dieser Summe fließt wieder in Löhne und Investitionen. Aber da wir uns ohnedies der Grundsicherung für alle Staatsbürger rapide nähern, muss man sich um solche Nebensächlichkeiten wie Arbeitsplätze und Kaufkraft nicht kümmern.

 Die Verkehrspolitik als Oberlehrer und die Kommune als Preistreiber

Genau so wenig belastet eine Gebührenerhöhung von 2/3 für Wiener Kurzparkzonen das Gemüt von manchen Politikern. Wer nicht auf das gute Zureden der Frau Stadtrat hören will, der wird das finanzielle Rohrstaberl halt spüren müssen.

 Einen von seinen Kunden abhängigen Unternehmer, der mir nichts dir nichts seine Preise von heute auf morgen um 65% erhöht und dies ohne dafür auch nur ein Jota mehr zu bieten, den möchte ich gerne sehen. Für Handelsagenten, die auf dem Wiener Platz tätig sind, bedeutet das Mehrausgaben von 300 – 500 Euro pro Jahr.

 Woher er das Geld nehmen soll? Das ist sein Problem. Muss er halt fleißiger sein und öfter zu Kunden fahren!