Kurzparkzonengebühr in Wien um 65% (!) erhöht

Vor vielen Jahren war die Welt noch lustig. Madeleine Petrovic , damals Bundessprecherin der Grünen, forderte die Handelsagenten auf ihren Job mit der Straßenbahn zu erledigen. Wenn heute die Wiener Verkehrsstadträtin auch den Wirtschaftsverkehr – und dazu zählen eben auch die Handelsagenten – in der einzigen Millionenstadt Österreichs zum Verschwinden bringen will, hört sich der G’spaß auf.

 Wasch mir den Pelz …..

Die Erde ist eine Scheibe und die Wirtschaft kommt auch ohne Wirtschaftsverkehr aus – man kann alles behaupten und es finden sich immer noch welche, die es glauben.

Die österreichischen Handelsagenten gehören nun einmal zu den Berufen, die auf eine individuelle Mobilität nicht verzichten können. Und sie sind mit diesem Bedürfnis nicht die einzigen Unternehmer. Der von ihnen erwirtschaftete jährliche Gesamtumsatz von über 22 Milliarden EURO hat schon eine gewisse Relevanz und lässt den Schluss zu, dass er nicht durch hetzhalber betriebenes, sinnloses Herumkurven auf Österreichs, insbesondere Wiens, Straßen entsteht.

 Ein guter Teil dieser Summe fließt wieder in Löhne und Investitionen. Aber da wir uns ohnedies der Grundsicherung für alle Staatsbürger rapide nähern, muss man sich um solche Nebensächlichkeiten wie Arbeitsplätze und Kaufkraft nicht kümmern.

 Die Verkehrspolitik als Oberlehrer und die Kommune als Preistreiber

Genau so wenig belastet eine Gebührenerhöhung von 2/3 für Wiener Kurzparkzonen das Gemüt von manchen Politikern. Wer nicht auf das gute Zureden der Frau Stadtrat hören will, der wird das finanzielle Rohrstaberl halt spüren müssen.

 Einen von seinen Kunden abhängigen Unternehmer, der mir nichts dir nichts seine Preise von heute auf morgen um 65% erhöht und dies ohne dafür auch nur ein Jota mehr zu bieten, den möchte ich gerne sehen. Für Handelsagenten, die auf dem Wiener Platz tätig sind, bedeutet das Mehrausgaben von 300 – 500 Euro pro Jahr.

 Woher er das Geld nehmen soll? Das ist sein Problem. Muss er halt fleißiger sein und öfter zu Kunden fahren!

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5 Gedanken zu „Kurzparkzonengebühr in Wien um 65% (!) erhöht&8220;

  1. Ich möchte gerne das Argument von Petra Wimberger aufgreifen und mit Walter Krammers blogbeitrag kombinieren.

    Aus durchschnittlich 400 Euro Mehrausgaben (Krammer schreibt 300 – 500 Euro) lässt sich ableiten, dass ein Handelsagent im Jahr rd. 500 Stunden Kurzparken benötigt.

    Wenn durch diese Erhöhung sichergestellt wird, dass Handelsagenten, wie Petra Wimberger richtig schreibt, leichter und wohl auch näher einen Parkplatz finden, so ergibt sich nicht nur ein gesellschaftlicher benefit aufgrund reduzierter Feinstaubbelastung sondern alleine aus der daraus resultierenden Zeitersparnis ein individueller Vorteil der in Geld ausgedrückt die zusätzlichen Kosten bei weitem überwiegt.

    Weniger Verkehr bedeutet flüssigeres (nicht schnelleres) Fahren und somit einen niedrigeren Treibstoffverbrauch. Wird pro Stellplatzsuche im Schnitt auch nur eine Minute gespart und durch Verkürzung der Wegzeiten vom Stellplatz zum Kunden nochmals je eine Minute so bedeutet selbst diese Minimalannahme eine dreiminütige Zeitersparnis pro Besuch (bei einer durchschnittlichen Dauer eines Besuchs von einer Stunde). Bei 500 Besuchen ergibt dies in Summe 1500 Minuten oder aber 50h im Jahr. Nachdem jede Arbeitsstunde – egal ob selbständig oder unselbständig bei weitem mehr als 10 Euro kostet, folgt jedoch im Gegensatz zur Darstellung Walter Krammers genau das Gegenteil.

    Menschen und Unternehmen, die aus beruflichen Gründen auf das Auto angewiesen sind profitieren von der vorgeschlagenen Lenkungsmaßnahme.

    1. soll natürlich 25h/pro Jahr heißen und daraus folgend 20 € – was allerdings nichts an der Argumentation ändert – 1. sind die zeitannahme das absolute minimum und 2. sind 20 € Gesamtlohn- bzw. Einkommenskosten auch noch extrem niedrig angesetzt.

      ps.: man sollte halt nicht drei dinge gleichzeitig machen 🙂

  2. Was in diesem Artikel nicht erwähnt wird, ist die Tatsache, dass aufgrund der höheren Parkgebühren viele Menschen, die das Auto nicht berufsmäßig brauchen, auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen werden. Das hat zur Folge, dass Handelsagenten und andere Berufsfahrer wesentlich mehr Parkplätze vorfinden werden. Gerade in Zeiten der hohen Feinstaubbelastung ist es unerlässlich, solche Maßnahmen zu setzen, da kein vernünftig denkender Mensch etwas dagegen haben kann, dass der Individualverkehr eingedämmt wird. Die Luft müssen wir alle atmen und man kann sie auch nicht mit Geld aufwiegen. Gerade weil ich beruflich auf das Auto angewiesen bin, bin ich froh, über jeden, der unsere Luft nicht verpestet!

    1. Ich finde das auch erwähnenswert. Musste gestern um 17 Uhr auf die Mariahilfer Str. (innere) um beschädigte Waren auszutauschen …. schnell dort, Parkplatz direkt beim Kunden, günstiger als Parkgarage!

  3. ciao walter,

    perfetto! complimenti zum gelungen blog. und die umsetzung war schallgeschwindigkeitsmäßig! ein technischer vorschlag meinerseits: es wäre gut, wenn euerer fotos mit der information wer ihr seid verlinkt ist. so erfährt man gleich, wer wer ist. auffällig männerlastig 😉 a presto monika kouba,fatto-in-italia, handelsagentur für möbel und accessoires, obmann-stellvertreterin im gremium des einrichtungsfachhandel und mitglied im gremium der handelsagenten der wirtschaftskammer wien

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