Archiv für den Monat: Februar 2012

Coaching – der gute Geist an deiner Seite

Zu viele Wiener Handelsagenten lassen sich nicht helfen! Überlegen Sie sich das großzügige Angebot des Wiener Gremiums. Auch bei einem sehr guten Verkäufer reicht es manchmal nicht einmal zu einem mittelmäßigen Handelsagenten. Der Unternehmer mit dem Handelsagentengewerbeschein braucht Kenntnisse und Fähigkeiten, die weiter reichen.

Die meisten Kolleginnen und Kollegen waren vorher einschlägig im  Angestelltenverhältnis tätig. Der Reiz des Außendienstes hat mit respektablen Einkommenschancen zu tun und mit gewissen Freiheiten in der Gestaltung des täglichen Berufslebens. Und die Freiheit spielt nicht nur für einen Verkäufer, sondern auch für einen Unternehmer eine bedeutende Rolle.

DI Goldmann
Unser Coach DI Peter Goldmann

 Diejenigen, die den Gang in die Selbständigkeit wagen, wissen häufig nicht, was da auf sie wirklich zukommt. Aber Wagemut ist eine wichtige Voraussetzung für den Selbständigen, ohne ihn macht die unternehmerische Existenz mehr Angst als Freude.

Selten ist der Jungunternehmer der perfekte Kaufmann. Wenn man’s ist, dann hilft’s. Wenn nicht, folgt häufig der Zwang zur Improvisation. Improvisieren kostet aber Zeit, Geld, Nerven…… – wie das eben so ist bei „learning by doing“.

Allerdings kann man sich’s leichter machen: indem man sich von einem Außenstehenden mit Ausbildung und vor allem Erfahrung in d e n Fragen helfen lässt, in denen die eigenen Defizite am größten sind. Neusprachlich heißt das COACHING – den guten Geist an der Seite zu haben, der auf Wunsch erscheint und dann wieder auf einige Zeit verschwindet.

Unser Gremium bietet es zu sensationellen Konditionen.

Der Coach ist DI Peter Goldmann (Profil siehe am Ende des Beitrags). Ein gestandener Manager, der auf seine Klienten nicht hinunterschaut. Einer der mit Einfühlungsvermögen hilft.

Das Gremium fördert die ersten 20 Stunden pro Jahr mit 70% des Stundensatzes von DI Goldmann.

Es ist ein tolles, den Bedürfnissen der meisten Mitglieder entsprechendes Angebot und gilt ausschließlich für Mitglieder des Wiener Gremiums der Handelsagenten und nur für Einzelfirmen.

Details erfahren Sie bei

Andreas GURGHIANU, Gremialgeschäftsführer der Wiener Handelsagenten, Wirtschaftskammer Wien – Sparte Handel, Schwarzenbergplatz 14 | 1041 Wien T 01 51450-3251 | F 01 505 26 47 E andreas.gurghianu@wkw.at

Profil  DI  Peter Goldmann

Studium Nachrichtentechnik/TU Wien, Gruppen-, Entwicklungs-, Logistikleiter und Direktor bei PHILIPS AUSTRIA.

Diverse Patente. 25 Jahre international tätig. Aufbau der Projektbüros für Audio/Video, TV/VCR innerhalb der Business Units, interner EFQM-Assessor. Seit acht Jahren selbständiger Unternehmensberater, Moderator, Trainer und Coach, Begleiter bei Veränderungen für EPU und KMU.

Lektor an der Fachhochschule Technikum-Wien für Projekt-, Prozess-, Qualitätsmanagement, Betriebswirtschaftslehre.

Vorgangsweise

  1. Statusanalyse des Betriebes. Wie steht das Unternehmen da?
  2. Bewertung der bestehenden Vertretungen bzw. Produktgruppen. Ist-Zustand und vorhandene Potentiale.
  3. Gibt es Verbesserungsmöglichkeiten im Betriebsablauf? – Schwachstellenanalyse. Das Wichtige zuerst.
  4. Analyse der tatsächlichen und möglichen Kundenkreise.
  5.  Kunden gezielt finden und behalten, bestehende Kunden ausbauen.
  6. Kritisch neue Blickwinkel aufzeigen.
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BGO Robert M. Hieger zu Besuch in Wien

Quickstart des neuen Bundesobmannes R.M. Hieger

Kaum gewählt, nimmt Robert M. Hieger, der neue Bundesgremialobmann der österreichischen Handelsagenten, bereits seine neuen Aufgaben in Angriff (seit 2 Jahren übt er schon sehr erfolgreich die Funktion des Obmanns des Landesgremiums Tirol aus).

BGO Robert M. Hieger zu Besuch in Wien
BGO Robert M. Hieger (li.) zu Besuch in Wien

Sein erster Besuch galt dem Landesgremium Wien, um sich mit Komm. Rat Walter Krammer über die anstehenden Aufgaben des Bundesgremiums auszutauschen.

Es ist das Credo des 43jährigen Handelsagenten, der seit 1999 selbständig ist, mit Unternehmensschwerpunkt Agenturtätigkeit und Großhandel, spezialisiert auf Holzböden, Gartenmöbel, Holz im Garten und Öle für Holzoberflächen, die österreichischen Gremialmitglieder „als seine wichtigsten Kunden“ anzusehen.

Natürlich ist ihm klar, dass all jene seit langer Zeit offenen Punkte wie z. B. Gewinnung des Vorsteuerabzugs oder die Reduzierung der 8jährigen Abschreibungsdauer für betriebliche PKW nicht im Handstreich zu erledigen sein werden. Aber er ist sicher, durch enge Zusammenarbeit mit den Landesgremien und seinen Stellvertretern Renate Kratochwil und Axel Sturmberger für den Berufstand einiges weiter bringen zu können.

Mit der loyalen Unterstützung des Wiener Gremiums kann Hieger auf jeden Fall rechnen.

 

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„Meidling liebt Handelsagenten“ – und andere Branchen-News

Der nachstehende Beitrag ist ein Abdruck des Interviews, das Monika Kouba mit LGO Walter Krammer für die Februarnummer 2012 der Zeitschrift WOHNINSIDER geführt hat.

wohninsider: Provokant gefragt – wozu braucht man in Zeiten von Internet noch Handelsagenten?

KommR Walter Krammer: Die Handelsagenten sind für Produzenten, Importeure und Exporteure die effizienteste Variante, wenn es darum geht, rasch ein Vertriebsnetz aufzubauen. Handelsagenten sind eigenständige Unternehmer, die Herstellern keine Fixkosten, Soziallasten oder Betriebskosten verursachen, Provision nur im Erfolgsfall erhalten und einen raschen Eintritt in neue Märkte für das vertretene Unternehmen garantieren.

wohninsider: Wie viele üben den Beruf aus und in welchen Branchen sind sie vorwiegend tätig?

W. Krammer: In Wien gibt es rund 2.000, in ganz Österreich in etwa 9.400 Handelsagenten. Prozentuell die größten Anteile haben dabei die Branchen Bekleidung, Möbel und Innenausstattung, gefolgt von Maschinen, Elektrotechnik und Elektronik sowie Lebensmittel.

wohninsider: Wie stehen heute die Erfolgschancen für den Handelsagenten?

W. Krammer: Der persönliche Einsatz ist der wichtigste Faktor. Es wird jedoch jeder verstehen, dass die Erfolgschance eines Handelsagenten auch wesentlich von der Entwicklung seiner Branche abhängt. Wie allen anderen Wirtschaftstreibenden hat die Internationalisierung auch unserem Beruf zusätzliche Chancen, aber auch beträchtliche Risken gebracht. Am härtesten treffen uns sicher die Konzentrationstendenzen sowohl im Bereich der Hersteller als auch bei den Abnehmern, die in manchen Märkten zu monopolähnlichen Verhältnissen führen und damit die Absatzchancen des Handelsagenten verringern.

wohninsider: Was können Sie als Gremialobmann für Ihre Mitglieder tun?

W. Krammer: Wir können für unsere Mitglieder nicht Geld verdienen und ihm/ihr auch nicht das unternehmerische Risiko abnehmen. Aber für rund 7 Euro Mitgliedsbeitrag pro Monat hat der Handelsagent das Recht, alle Dienstleistungen und Top-Beratungen der Wiener Wirtschaftskammer in Anspruch zu nehmen. Der Bogen spannt sich somit von der Gründungsberatung, die man unbedingt nützen sollte, bis hin zur Pensionierung und Betriebsübergabe an die Kinder oder an interessierte Nachfolger.

wohninsider: Können Sie uns die Serviceleistungen aufzählen?

W. Krammer: Über alle bemerkenswerten Angebote für unsere Mitglieder zu reden, würde den Rahmen sprengen. Aber hier doch ein paar Beispiele: jährlich etwa 250 berufsspezifische Seminarplätze – zu 90% vom Gremium gefördert – sind jeweils in kürzester Zeit ausgebucht. Des weiteren gibt es eine kostenlose Steuer- und Rechtsberatung, die kostenlose Jobbörse und ein zu 70% gefördertes Coaching für unsere Kleinbetriebsinhaber. Wir bemühen uns auch um die gerechtere Besteuerung der Ausgleichszahlungen und ein unbedingtes Klagsrecht unserer Handelsagenten im Inland auch gegenüber ausländischen Geschäftsherren und vieles mehr.

wohninsider: Wie wollen Sie die Hersteller auf den Handelsagenten aufmerksam machen?

Handelsagenten_schaffen_UmsatzW. Krammer: Ein Teil unserer Öffentlichkeitsarbeit ist die Werbung in Richtung Hersteller. Viele kleine und      mittlere Produzenten überzeugen wir mit “HANDELSAGENTEN SCHAFFEN UMSATZ” von der nützlichen Zusammenarbeit mit Handelsagenten. Das gleiche Ziel verfolgt die Intensivierung der Zusammenarbeit mit Messeveranstaltern.

wohninsider: Was gab den Anstoß, sich als Gremium mit dem Themenbereich Social Media zu beschäftigen?

W. Krammer: Es kann einem gefallen oder nicht, aber das physische Zusammentreffen im privaten wie auch im geschäftlichen Bereich wird zunehmend durch digitale Marktplätze ergänzt oder sogar ersetzt. Wie schon erwähnt, wird die Arbeitsweise des Handelsagenten von den Erfordernissen seiner Branche bestimmt. Und in einigen ist die Nutzung von Social Media-Plattformen im Vormarsch.

wohninsider: Wie kam es zu dem Handelsagentenblog?

W. Krammer: Das Gremium muss danach trachten, sich über essentielle Themen sowohl mit den Mitgliedern als auch mit relevanten Öffentlichkeiten einfach und rasch austauschen zu können. Wir haben uns mit Experten alle Möglichkeiten angesehen und uns für den Blog als geeignetes Mittel entschieden.

wohninsider: Wie wird der Blog angenommen?

W. Krammer: Wenn ich sage, wir stehen erst am Anfang, dann denken Ihre Leser, “er mauert”. Aber zwei Monate sind für ein solches Projekt sehr kurz. Und eine Berufsgruppe kann nicht jede Woche ein anderes Schwein durchs Dorf treiben, nur um Leute anzulocken. Der Blog ist interessant und wichtig – und er braucht seine Zeit. Für mich steht fest, dass die Resonanz bis jetzt weitaus größer und positiver ist, als ich es erwartet hätte.

wohninsider: Wollen Sie weitere Plattformen der Social Media-Welt als Wiener Fachgruppe der Handelskammer nutzen, wie zum Beispiel Facebook?

W. Krammer: Facebook nein, Xing vielleicht einmal.                                                                                          Zufahrtschild

wohninsider: Nun zum Emotionsthema Berufsverkehr.  Massive Ausweitung der Wiener Kurzparkzonen und fast Verdoppelung der Parkgebühren. Was bedeutet dies für die Handelsagenten?

W. Krammer: Es wird niemanden erstaunen, wenn ich sage, dass alles, was unsere Arbeit teurer macht, für uns schlecht ist. Und es muss an dieser Stelle deutlich gemacht werden: Zum Unterschied von anderen Gewerbebetrieben können wir zusätzliche Belastungen nicht weiterwälzen.

wohninsider: Sind es nur die zusätzlichen Kosten, die Sie verärgern?

W. Krammer: Noch schlimmer als zusätzliche Kosten ist es, wenn wir unseren Kunden mit dem Auto gar nicht mehr in die Nähe kommen können. Berufsverkehr muss unbehindert möglich sein! Sonst schneidet sich doch die jeweilige Kommune selbst die wirtschaftlichen Blutbahnen ab. Wie kann denn die Verwaltung irgendeiner Gemeinde in Österreich erwarten, dass ein kleiner oder mittlerer Betrieb Arbeitsplätze schafft, wenn Zulieferung, Auslieferung, Zufahrt für Einkauf (z.B. bei Handelsagenten), technischer Servicedienst, Montageleistung, etc. gar nicht oder nur mehr mit gravierenden Einschränkungen auf öffentlichen Straßen abgewickelt werden kann?

Parktafel-2012-2013
Diese Karte ermächtigt Handelsagenten zum Parken in einer Fußgängerzone in den vorgeschriebenen Zeiten, wenn die Zusatztafeln bezüglich der Handelsagenten bei den Einfahrten montiert sind. Erhältlich für Handelsagenten bei ihren Landesgremien.

wohninsider: Für Handelsagenten gibt es Parktafeln für den Bereich der Fußgängerzonen. Worauf muss man dabei generell achten?

W. Krammer: Die STVO sieht vor, dass eine Gemeinde Handelsagenten die Zufahrt und das Parken in Fußgängerzonen gestatten kann, sofern das Auto mit der Parkkarte des Bundesgremiums gekennzeichnet ist. Diese Maßnahme der Gemeinde muss durch Zusatztafeln bei den Einfahrtsmöglichkeiten in die Fußgängerzone angezeigt werden.

wohninsider: Gibt es in Wien schon solche Tafeln?

Meidlinger Hauptstrasse
Fußgängerzone Meidlinger Hauptstraße: LGO Walter Krammer und BVST Gabriele Votava haben es Handelsagenten wie z.B. Monika Kouba (v.l.n.r.) möglich gemacht, dass sie während der Zonenzeiten zufahren können.

W. Krammer: Ja. Die Magistratsabteilung 46 und        die    Bezirksvorsteherin des 12. Bezirks, Gabriele Votava, haben sich nach unserem Vorstoß getraut, eine realitätsnahe Entscheidung zu treffen und dafür gebührt ihnen Dank und Anerkennung. Handelsagenten dürfen nun in den offiziellen Zufahrtszeiten mit ihren Autos in die Meidlinger Hauptstraße einfahren, parken und ihre Geschäftskunden besuchen. Erwartungsgemäß ist die Einkaufsstraße seither nicht täglich von tausenden Handelsagentenautos überschwemmt.

wohninsider: Wo würden Sie es sich noch wünschen?

W. Krammer: Genauso wäre es auch in der Favoritenstraße und im 1. Bezirk möglich. Vielleicht will man hier noch die Erfahrungen in Meidling abwarten. Ich bin überzeugt, dass es hervorragend für alle Beteiligten funktionieren wird – und dann gibt es keine Ausreden mehr.

Monika Kouba ist seit 1998 Unternehmerin im Einrichtungsfachhandel, hat 2007 mit der Gründung ihrer Handelsagentur „fatto-in-italia” – Schwerpunkt ist italienisches Design – ihr Tätigkeitsfeld erweitert. Sie ist Obmann-Stellvertreterin im Wiener Gremium des Möbelhandels.
Download: Wohninsider Zeitschrift – pdf

Fotos von David Bohmann

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Rechtspraxis – Handelsagentin gegen Konzern

Eine Handelsagentin war mehrere Jahrzehnte für verschiedene Gesellschaften eines Konzerns tätig. Angesichts eines anstehenden Unternehmensverkaufs beendete der Prinzipal die Zusammenarbeit. Wie sich die Diskussion rund um den Ausgleichsanspruch entwickelte, erstaunte nicht nur die Handelsagentin, sondern auch mich selbst, der ich ja immerhin schon seit 12 Jahren auf dem Gebiet des Vertriebsrechts tätig bin und Dutzende solcher Fälle sowohl vor Gericht als auch außergerichtlich abwickeln durfte.

Die Ausgangssituation war durchaus einfach. Die Handelsagentin hatte zahlreiche Stammkunden aufgebaut, die grundsätzlich bei Beendigung durch den Geschäftsherrn ausgleichspflichtig sind. Die Kündigung erfolgte frist- bzw terminwidrig, dh die vertraglichen Fristen wurden nur teilweise eingehalten.

Wir machten also € 80.000 als Schadenersatz für die fristwidrige Kündigung und weitere € 200.000 als Ausgleichsanspruch geltend.

Recht
berlin-pics / pixelio.de

In einer ersten Reaktion teilte der Geschäftsherr mit, dass man das alles überhaupt nicht einsehe, die Kündigungsfrist korrekt eingehalten worden sei und als Abschlagszahlung insgesamt ein Betrag von € 75.000 angeboten werde. Zu diesem Zeitpunkt trat noch der in den USA sitzende Leiter der Konzernrechtsabteilung auf, der offenkundig mit dem Ausgleichsanspruch nach österreichischem Recht, zurückgehend auf die EU-Richtlinie zum Schutz der Handelsagenten, nicht vertraut war. Erst danach beauftragte der Konzern eine internationale Großkanzlei.

Auffällig war, dass die Gegenseite massiv auf Zeit spielte und sich für die sehr knappen Stellungnahmen bis zu 6 Wochen Zeit nahm. Es bedurfte mehrerer Anläufe, bis die Gegenseite bereit war, auf € 135.000 nachzubessern, da der Ausgleichsanspruch „möglicherweise doch höher“ sei.

Dass die Kündigungsfrist nicht eingehalten wurde, wurde immer noch vehement bestritten. Gerade damit hatten wir aber gerechnet, da ja für den Fall, dass die Verträge unrichtig gekündigt worden wären, jemand die interne Verantwortung im Konzern hätte übernehmen müssen.

In einem nächsten Schritt haben wir den Ausgleichsanspruch ganz konkret anhand von Kundenlisten dargelegt und den sogenannten Rohausgleich berechnet. Dabei hat sich gezeigt, dass doch einige Kunden, die im Zuge von Umstrukturierungen neu entstanden waren, vom Geschäftsherrn und nicht von meiner Klientin akquiriert wurden. Wir haben den Ausgleich neu berechnet, kamen allerdings immer noch auf einen Betrag von rd € 194.000. Nach einigen Telefonaten, Faxen, Emails etc konnte dann, ohne ein Gerichtsverfahren anstrengen zu müssen, eine außergerichtliche Einigung über pauschal € 170.000 erreicht werden. Der Betrag ist sofort nach dem Abschluss des Vergleichs bezahlt worden. Das gesamte Prozedere hat rund ein halbes Jahr gedauert, damit waren wir aber immer noch schneller als ein Gerichtsverfahren gedauert hätte. Die Handelsagentin war deshalb so geduldig, weil sie aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit (und ohne Rechtsschutzversicherung) nicht unbedingt vor Gericht gehen wollte.

Der Geschäftsherr hatte übrigens den Provisionssatz in den letzten 2 Jahren der Zusammenarbeit (letztlich im Einvernehmen mit der Handelsagentin) reduziert, sodass die Agentin im letzten Jahr rund € 130.000 verdient hatte. Der Leser erkennt an dieser Stelle, dass aufgrund der Rohausgleichsberechnung ein höherer Ausgleichsbetrag erreicht werden kann, auch wenn in letzter Zeit der Zusammenarbeit nicht mehr so viel verdient wurde. Gerade das störte offenbar den Geschäftsherrn, der die Provisionssätze gerade vor dem Hintergrund einer späteren Ablösezahlung hinunterverhandelt hatte. Deshalb war die Einigung etwas schwierig.

Insgesamt ein anschauliches Beispiel für eine erfolgreiche außergerichtliche Rechtsdurchsetzung gegen einen Konzern, der seine Zahlungsverpflichtung zunächst nicht wahrhaben will. Dieses Beispiel zeigt aber auch, dass Abstriche gemacht werden mussten, da die Klientin (ohne Zürich-Rechtsschutzversicherung und angesichts der langjährigen Zusammenarbeit) nicht klagen wollte.

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