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Auf „Pendlerpauschale“ habe ich gewartet

Von Zeit zu Zeit liegt im Zentrum der öffentlichen Diskussion ein großer heißer Haufen. Der „heiße Brei“ um den alle politisch Involvierten herumschleichen. In diesem Fall ist es der nach oben geschossene, vielleicht noch weiter raketengleich sich entwickelnde Spritpreis.

Zuerst kommen die immer gleichen Vorwürfe und Verdächtigungen gegenüber der Erdölwirtschaft. Ob sie wahr sind oder nicht kann kein Durchschnittsösterreicher beurteilen und die, die es kraft ihres Amtes oder ihres Informationsvorsprungs beurteilen können, behalten ihre Erkenntnis wohlweislich für sich. Die Erdölheinis putzen sich ab.

Die Grünen können ihre Begeisterung kaum verbergen, viele wollen es auch nicht, denn sie haben eine solche Entwicklung ja vorausgesagt. Ihr Wunsch vor 2 Jahrzehnten, der Benzinpreis solle doch am besten bei 20 Schilling liegen, ist in etwa Wirklichkeit geworden.

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Die Finanzministerin freut sich still, weil die, die ohne Auto nicht auskommen können, füllen bei einem Sechziglitertank den Staatssäckel mit rund 50 EURO (die, die „grundlos“ auf das Auto nicht verzichten wollen, tun das natürlich auch).

Also, so wird einige Zeit geschlichen, bis jemand das Wort Pendlerpauschale in den Ring wirft. Dieses Mal war es der Wirtschaftsminister, der sich mit seiner schnoddrigen Bemerkung, dass er den Spritpreis ganz sicher nicht regulieren werde, nicht gerade in zügelloser Weise Freunde gemacht hat. Daraufhin hat er offenbar viele unschöne Anrufe und e-mails gekriegt und erkannt, dass Leute, die früh und spät den Weg zur und von der Arbeit bewältigen müssen und dafür nicht eine Stunde länger brauchen wollen als nötig (weil Öffis ja auch nur fahren, wann sie wollen), Wähler sind.

Zum Unterschied von anderen Menschen in diesem Land – sagen wir EPUs – sind aber die Pendler auch Liebkinder der Arbeiterkammer. Na dann gibt’s gleich viel mehr Verständnis von allen Seiten. Pendler müssen ja fahren, die können gar nicht anders und die armen Hunde haben es bei Schnee und Kälte auch noch weit, die kriegen doch jedes Jahr erheblich mehr Fahrkilometer aufgebrummt als der Durchschnittsautofahrer. Und Kinder haben sie womöglich auch noch und eine Frau ……

Und jedes Mal, wenn das mit der Pendlerpauschale wieder losgeht, frage ich mich, ob all die kleinen Unternehmen, wie z.B. Handelsagenten, die nicht zum Spaß pro Jahr 40-, 50-, 80-tausend Kilometer fahren  m ü s s e n, die Idioten dieses Landes sind? Denen seit Jahrzehnten in systemwidriger Weise die Vorsteuer für ihren Betriebs-PKW vorenthalten wird. Die genau so, wie der Pendler, mit ihrem Geld und dem Mitteleinsatz für die kleine Firma rechnen müssen. Die zum Unterschied vom Pendler selbst für ihren Arbeitplatz sorgen, mit dem ganzen Risiko, das damit verbunden ist.

Es beneidet doch niemand den Mechaniker, der um ½ 5 in der Früh aufstehen muss, um vom Waldviertel rechtzeitig in Floridsdorf in der Schicht zu sein. Tut doch keiner! Aber ist es so schwer als Politiker (und da meine ich jeder Couleur) das Arbeitsumfeld auch selbständiger kleiner Unternehmer in seine Überlegungen mit einzubeziehen?

4 Gedanken zu „Auf „Pendlerpauschale“ habe ich gewartet

  1. Lieber Conrad,
    im Gegensatz zu Ihnen und bei einer Gesamtbetrachtung der Wirtschaftslage in Österreich halte ich die Politik unserer Wirtschaftsminister für sehr positiv, besonders wenn man berücksichtigt, dass wir heute mit unseren Sprit-Nettopreisen (also unter Ausklammerung der Steuern, die darauf liegen)im Vergleich mit anderen EU-Ländern im untern Viertel liegen.
    Ich habe allerdings darauf hingewiesen, dass alle betroffenen Bevölkerungsgruppen berücksichtigt werden müssen (also auch die zwangsweise vielfahrenden Handelsagenten), wenn von einer Art des Ausgleichs staatlicherseits gesprochen wird.

  2. Sehr geehrte Damen und Herren,

    betreffend diesem Thema liegt diese Abzocke des Wirtschaftsministeriums doch auf der Hand! Der Herr Mitterlehner
    sollte sich besinnen woher er gekommen ist, der Herr Beamte!
    Seit er aus der Kammer gegegangen ist, vergisst er die Wirtschaftstreibenden augenscheinlich!

    Diese Kostenexplosion des Treibstoffes ist ebenfalls auf die Unfähigkeit und Kurzsichtigkeit des Damaligen Wirtschaftsministers Bartenstein zurückzuführen!

    Mitterlehner hilft nicht den Wirtschaftstreibenden, er hat ja nun alles erreicht was er sich vorgestellt hat, es ist ein Skandal solche Volksvertreter erdulden zu müssen, denn gewählt wird ein Programm einer Partei, die Personen die dann das Programm umsetzen sollten machen was Sie glauben. Die Parteien
    bzw. die Volksvertreter ruinieren den bisher guten Wirtschaftsstandort Österreich mit Ihrer unprofessionellen und
    nicht kompetent erscheinenden Vorgangsweise.

    MfG
    Conrad

  3. Ich akzeptiere, dass es zum Spritpreisthema unterschiedliche Meinungen gibt. Eine nicht unmaßgebliche und von vielen Menschen geteilte ist allerdings, dass der Staat, wenn er schon mit rund 0,7 EURO pro Liter Hauptprofiteur dieser ausufernden Preise ist, dann eingreift, wenn die davon hauptsächlich betroffenen Bürger erheblich überfordert werden. Und die in diesem Fall Betroffenen sind halt nicht nur die immer sofort auf’s Tapet gebrachten Pendler.

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