GESPERRTE_RINGSTRASSE in Wien

EINSAMKEIT AUF DER GESPERRTEN RINGSTRASSE

Herr Polizeipräsident, schaffen Sie Ordnung!

Immer wieder lassen Sie die Sperrung der Ringstraße zu –  wenn es sein muss auch 12 Stunden lang. Am Samstag 12.5. zum Beispiel für 20 Zelte und 80 Frauen. Wegen dieses marginalen Privattreffens wurde auch gleich die Straßenbahn umgeleitet. Nichtwiener können nicht wissen, dass das keine Seltenheit ist. Es hat sich tatsächlich eingebürgert Kleingruppen verschiedenster Provenienz, politischer Ausrichtung oder als Vertreter noch so verquerer Anliegen mit Duldung der Behörde und manchmal mit Unterstützung hochrangiger Politiker die Brennpunkte des Wiener Verkehrsgeschehens blockieren zu lassen. Über die „Zeltstadt der 20.000 Frauen“ – so die in keiner Weise erfüllte Ankündigung – hielt dieses Mal die Frauenministerin ihre schützende Hand. Der Polizeipräsident lässt sie gewähren und beruft sich auf das Demonstrationsrecht.

GESPERRTE_RINGSTRASSE in Wien
"Foto ©2012 Hans Hochstöger"

Ein solches wird ja nicht bestritten. Steuerunwillige geben meistens vor dem Finanzministerium, Studenten vor/ in der Uni bzw. vor dem Bildungsministerium und Krötenschützer wahrscheinlich an der Alten Donau  ihrem Unmut Ausdruck, wenn sie das wollen. Das ist in Ordnung und ihr gutes Recht.

Die Demonstrationen neuer Prägung allerdings sind durch minimale Teilnehmerzahlen gekennzeichnet und wichtig ist nicht mehr die Vertretung des Anliegens in der Öffentlichkeit, sondern die Störung der Ordnung. Denn erst eine solche schafft die Aufmerksamkeit, die der Gegenstand selbst ganz offensichtlich nicht findet. Zu Recht bestehende Interessen der durch die Blockade Betroffenen werden von der Wiener Wirtschaftskammer immer wieder ins Treffen geführt, aber leider ohne Erfolg. Die Geschäftsleute in der Mariahilferstraße und in der Innenstadt können davon  ein Lied singen. Die Kosten für die Vorkehrungen der Polizei und der Wiener Linien darf der Steuerzahler übernehmen. Eine grundsätzliche Änderung der Haltung der Stadt Wien und des Polizeipräsidiums ist jetzt wirklich unabdingbar.

Als Handelsagenten, die es mit der Zufahrt zu ihren Kunden ohnehin schon schwer genug haben, fordern wir von der Behörde, dass sie wenigstens die Verkehrsflächen frei hält für das, wozu sie da sind: für den Berufsverkehr,  den öffentlichen und den individuellen Verkehr.

6 Gedanken zu „EINSAMKEIT AUF DER GESPERRTEN RINGSTRASSE

  1. Ich habe kein Problem, wenn Studenten keine Studiengebühren zahlen sollen, aber dieselben müßen mich unterstützen, jene Einnahmen zu erziehlen, die es mir ermöglichen, Studenten ein gebührenfreies Studium zu finanzieren.

    Sie verehrter PP machen sich schuldig am Händlersterben in der Innenstadt! Unterstüten Sie die Idee einen Rat aus mehreren Parteien, zur Erlaubniss von Veranstaltungen auf Geschäftsstraßen zu gründen. Danke, Alessandro d’Ambrosio

  2. Die ganze Verkehrspolitik der Stadtregierung ist schon seit langen Zeiten vor der Regierungsbeteiligung der Grünen auf reine Behinderung des Individualverkehrs und Vernichtung von Parkplätzen ausgelegt. Es werden durch teuer adaptierte Bushaltestellten künstlich Staus, CO2 und neue Strache-Wähler produziert. So und so ungustiös… Kein einziger Bus fährt durch diese „Investitionen“ in kürzeren Intervallen. Die neuen Preise für Einzelfahrten in den Öffis regen eher nicht zum Umsteigen bei einzelnen Fahrten an. In Öffis mitgenommene Zulassungsscheine ersparen ohne (teilweise) Kompensation über den Jahreskartenpreis rein gar nichts an Kfz-Fixkosten. Das Gleichgewicht des Schreckens wird durch höhere Kurzparkkosten und erweiterte Zonen wiederhergestellt. Gerade Innenstädter mit guter Öffi-Versorgung bekommen die Parkgebühr zum vergünstigten Pauschalpreis. Für Gewerbe und Außenstädter ist das Boot dann voll. Alle Menschen sind gleich, Innenstädter sind bei uns ein wenig „gleicher“. Bei den Demos leiden sie halt ein wenig mehr als andere. Die Ringstraßen- und sonstige Blockaden wie das fröhliche Radfahren und Skaten jeden Freitag in der Hauptverkehrszeit haben mit Demonstrationsrecht rein gar nichts zu tun. Ich mußte vergangenen Freitag erst einen Polizisten fragen, worum es bei den vielen Radfahrern ohne Sprüche und Transparente überhaupt geht, die genausogut fröhlich auf der Donauinsel fahren hätten können. Meine internationalen Konferenzgäste wollten sich die Stadt ansehen und haben an mehreren(!) Beispielen live mitbekommen, wie es in den Köpfen unserer Politiker zugeht. Die Demonstrationsfreiheit ist ein wichtiges Recht. Ein Recht, andere Menschen in Ihren Wegen zu behindern, ist in meinen Augen genau diese nicht zu überschreitende Grenze, die das Recht der Einen vom Recht der Anderen abgrenzt. Man kann Demonstrationen durchaus durchführen, ohne andere zu behindern. Wer sich das nicht denken kann, ist irgendwie anders behindert…

  3. so eine Riesensauerei, das gleiche erleben wir regelmäßig auf der Mariahilferstraße. bitte unternehmen Sie etwas gegen diesen absoluten Unsinn und Missbrauch durch zweifelhafte Minderheiten.

    MfG Hrachowina

  4. Es ist unerhört, wie eine kleine Gruppe auf Kosten der anderen ihre Meinung unbedingt breittreten muß. Ich war am Samstag unterwegs und wollte den Ring entlang fahren, was nicht möglich war – ich mußte weiträumig mit dem Auto ausweichen und habe dadurch nicht unbedingt zur Luftverbesserung beigetragen. Außerdem bin ich selbst eine Frau – was wollen diese Weiber eigentlich? Uns geht es doch gut, ich war auch alleinerziehende berufstätige Mutter (2 Kinder), aber ich habe NIE gejammert, auch wenn das Geld immer zu knapp war! Diese frustrierten keiffenden Weiber verstehe ich nicht. Grüße, Rosa Serrat

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