Alle Beiträge von Walter Krammer

Kuschen, weil die Kohle fehlt?

Foto Trum Ronnarong/shutterstock

In dieser Beziehung habe ich eine konservative Einstellung: wetten oder vor Gericht gehen sollte man nur, wenn man sicher ist zu gewinnen. Die Wirklichkeit zeigt aber, dass man manchmal um eine Klage nicht herumkommt. Ich denke z. B. an Handelsagenten, die sich gezwungen sehen ihre nennenswerten  Ausgleichsforderungen gerichtlich durchzusetzen , weil der Geschäftsherr einfach nicht zahlen will.

Ein guter Anwalt verspricht nicht das Blaue vom Himmel.  Allerdings versteht man bald den Spruch ” Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand”. Weil so klar liege der Fall auch wieder nicht, die zustehende Summe sei geringer als gedacht, die Klage im Ausland ein zusätzliches Risiko und überhaupt koste eben ein Rechtsstreit zuerst einmal Geld  –  die Sachverständigen und die Anwälte natürlich auch etwas und der Prozess könne sich lange hinziehen! Übrigens, wenn es auf einen Vergleich hinauslaufe, den die Richter besonders lieben, zahlen beide Parteien ihre Kosten selbst.

Tja, Herr Anwalt, also was schaut für mich heraus, wenn wir gewinnen? Hmm,
weniger als gedacht , aber – wenn es schnell geht – auch gut!

Und – nur interessehalber – auf welchen Kosten bleibe ich sitzen, wenn ich verliere? Und bei einem Vergleich ? – – – – Oh, da muss ich mich jetzt tatsächlich hinsetzen! 🙁

 

Foto Giulio Fornasar /Shutterstock

Ehrlich gesagt, kann ich mir nur das Gewinnen leisten, Herr Doktor!                                   Sie haben gesagt, die Chancen stünden gut, aber es gebe natürlich keine Garantie ………. Vielleicht sollten wir es doch noch einmal mit einem scharfen Brief probieren!?

Allerspätestens jetzt kommt die Frage des Anwalts nach der Rechtsschutzversicherung. Vor Gericht brauchen Sie für die Durchsetzung Ihrer Ansprüche entweder Geld oder eine Versicherung, die auch Risiken in Verbindung mit dem Handelsvertreterrecht versichert, was nicht immer der Fall ist.
Leider zeigt die Erfahrung, dass die Kombination kein Geld  u n d  keine Versicherung ziemlich anstrengend, aber durchaus nicht selten ist. Wenn dann eine gütliche Einigung auch noch scheitert, kann man seine Ansprüche in den Rauchfang schreiben.

Es lohnt sich also rechtzeitig über das Stopfen dieses Vorsorgelochs nachzudenken.
Das Gremium der Handelsagenten hat ausschließlich für seine  Mitglieder eine vergleichsweise kostengünstige Rechtsschutzversicherung ausgehandelt. Ebenfalls nur für die Mitglieder des Wiener Landesgremiums der Handelsagenten existiert eine kostenlose juristische Erstberatung durch den Vertrauensanwalt des Gremiums Dr. Gustav Breiter.

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Deckt EU-Recht deutsche Mautungerechtigkeit?


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Wird die Wortklauberei über die Realität siegen? Führt der EuGH-Generalanwalt Nils Wahl die Union in ein juristisches Chaos, wenn er empfiehlt die österreichische Klage gegen die geplante deutsche Pkw-Maut abzuweisen? Die Fach- und Laiendiskussion schwappt über!

Wahl liegt sicher nicht falsch , wenn er behauptet, dass durch die geplante Regelung keine grundsätzliche Diskriminierung ausländischer Staatsbürger vorliege. Warum? Weil sich die “Gutschrift” auf die KFZ-Steuer der in Deutschland zugelassenen PKWs bezieht. Und diese können ebenso auf Deutsche, wie auf Ausländer zugelassen sein. Ein deutscher Staatsbürger hingegen, der in Österreich lebt und ein Auto mit österreichischem Kennzeichen fährt, kriegt – obwohl auch Deutscher – natürlich keine Gutschrift.

Also werden nur jene benachteiligt, die ausländische Autos fahren. Und ausländische Autos unterliegen wohl nicht dem Gleichheitsgrundsatz der EU!

Vielleicht ist das alles juristische Spitzfindigkeit, die die erklärte Absicht des deutschen Verkehrsministers bemäntelt, aber sicher trägt diese nicht der Realität und unserer Lebenserfahrung Rechnung . Minister Scheuer hat es ja völlig offen erklärt: Wer nicht die deutsche KFZ-Steuer zahlen muss, soll nicht besser dran sein, als die Deutschen.

Foto Lupo / Pixelio.de

Dem steht aber gegenüber, dass in Wirklichkeit die meisten Fahrzeughalter deutscher Autos Deutsche und die Halter von PKWs ohne deutsche Kennzeichen zwar vielleicht EU-Bürger, aber eben keine Deutschen sind . Also wendet sich das ganze Manöver natürlich doch gegen die Ausländer und in erster Linie die Einwohner der Nachbarländer.

Europarechtler wie Walter Obwexer (Uni Innsbruck), Stefan Griller (Center of European Studies), Franz Leidenmühler (Uni Linz) warnen vor weitreichenden Auswirkungen innerhalb der EU, weil sich (dzt. noch 27) andere Mitglieder nach dem endgültigen EuGH-Entscheid in ein paar Monaten ähnliche Mätzchen zur Bevorzugung ihrer eigenen Staatsbürger einfallen lassen könnten. Dann bekommt das Festkleid der europäischen Gleichheit ein paar unschöne Brandlöcher.

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Wer eine Firma will, muss leiden

So lautete die Überschrift eines Artikels in der PRESSE vom 27.Jänner 2019. Es ging um die Gründung eines Unternehmens.

Ich will mich hier auf die Unterschiede zwischen wirklichem Leid und den Schwierigkeiten ein Unternehmen zu gründen und ins Laufen zu bringen nicht weiter einlassen. Dass eine kleine Firma zu betreiben nicht dem entspricht, was man in Wien unter einem  ” Lercherl” versteht, ist keine besonders neue Erkenntnis.
Nach 45 jährigem Besitz meiner Gewerbeberechtigung kann ich aber sagen, dass die meisten Kolleginnen und Kollegen die sich ergebenden Widerstände vielleicht zeitweise als widerlich, als mühsam und als entnervend empfunden haben oder diese sie schlaflos gemacht haben, aber die wenigsten haben gelitten. Und wenn, dann nicht wegen des Anmeldevorgangs.

Allerdings gebe ich zu, dass ich in den 14 Jahren, die ich nun schon dem Wiener Gremium der Handelsagenten vorstehe, Menschen kennengelernt habe, die ich, ob Mann oder Frau, nicht als den Idealtypus des kampfesfreudigen Unternehmers einschätzen konnte.

Und nun zur Frage: wie komme ich zu meiner Gewerbeberechtigung als Handelsagent?

Wenn Sie – wegen der warnenden Überschrift – mit dem Lauf über glühende Kohlen oder Glasscherben, der peinlich genauen Untersuchung in einem Verhörkeller oder ähnlichem rechnen, muss ich Sie beruhigen.

Sie gehen einfach zur Gewerbebehörde in Ihrem Bezirksamt und melden das Gewerbe an. Das war’s dann.

Die wichtigsten Voraussetzungen: mindestens 18 Jahre alt, Österreicher bzw. EU-Bürger, keine Vorstrafen. Eine Detail-Information zu diesem Punkt finden Sie auf unserer Website https://www.wko.at/branchen/w/handel/handelsagenten/start                                                  Die Jahresgrundumlage (das ist der Kammerbeitrag für Einzelunternehmen) beträgt     EURO 80.-

Sie können es aber noch schlauer anfangen. Wenden Sie sich an das Gründerservice der Wirtschaftskammer Wien, Stubenring 8 – 10 , wie es etwa 12.000 Interessenten im Jahr 2018 vor Ihnen getan haben. Oder – noch individueller – vereinbaren Sie einen Termin für eine Gründerberatung (3000 Personen im Jahr 2018). Tel. 01-514 50-1050,
E-Mail:gruenderservice@wkw.at


Foto Nessler

 

Fazit: Wer Handelsagent werden will, muss nicht leiden.



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Dieselfahrverbote erregen Deutschland

 

ibreakstock – shutterstock.com

Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig gelten Fahrverbote in Umweltschutzzonen für Diesel-PKWs EURO-Norm 1-4 per sofort, für Euro-Norm  5 ab Herbst 2019. Unbehelligt bleiben demzufolge die Fahrzeuge mit EURO-Norm 6.

Betroffen sind geschätzte 12 Millionen der in Deutschland angemeldeten 46 Millionen PKWs, die in etwa 60 deutschen Städten, zumindest abschnittsweise, nicht werden fahren dürfen. Die Deutsche Umwelthilfe klagt aber weiter alle Kommunen, in deren Bereich Messungen ein Überschreiten des von der EU erlassenen Limits anzeigen, um entsprechende Dieselfahrverbote zu erzwingen.

Parallel dazu wird allerdings an mehreren Fronten erbittert gerungen. Begriffe wie “Enteignung”, “Fehlmessungen”, “wissenschaftliche Ungenauigkeit” stehen im Raum.

Die Besitzer der inkriminierten Autos sprechen von “Enteignung bzw. Wertverlust”, weil sie ihre ordnungsgemäß zugelassenen PKWs nicht mehr uneingeschränkt nützen dürfen und dieser Umstand den Wert der Autos, soweit sie den EURO-Normen 1-5 entsprechen, bei Weiterverkauf ziemlich unattraktiv werden lässt. Verbunden damit gibt es heftigen politischen Streit darüber, ob nicht die Autohersteller flugs kostspielige Hard- und Softwarenachrüstungen vorzunehmen hätten, was diese kategorisch ablehnen.

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Solange die vielfach eingerichteten Messgeräte, die an verkehrsreichen Stellen die NOx-Anteile in der Luft  messen, keine behördlichen Verbote nach sich zogen, war offenbar das Interesse an ihnen gering. Jetzt aber werden sowohl die Positionierungen, wie auch die Methodik der Messungen in Frage gestellt. Man wird also daran gehen diese deutschlandweit zu überprüfen. Es kann durchaus sein, dass die ermittelten Werte sich erheblich ändern, wenn man die Messeinrichtungen wo anders hinstellt.

Nicht genug damit, hat ein Prof. Dr. Dieter Köhler an der Spitze einer Hundertschaft von Lungenfachärzten die Arena betreten, der die von der EU veröffentlichten Richtwerte in Zweifel zieht, weil die darin genannten NOx – Mengen  nach seiner Meinung keine nennenswerte Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit herbeiführen bzw. die Sterberaten nicht beeinflussen. Auch die vom PKW-Verkehr erzeugte Feinstaubbelastung hält er mengenmäßig für unproblematisch.

Und damit es richtig chaotisch wird, weigert sich der Verkehrsminister eine im ganzen Bundesgebiet  wirksame sogenannte “blaue Plakette”  aufzulegen, die gleichsam eine Unbedenklichkeitsbescheinigung für die auf allerletztem Stand erzeugten /gebrachten Dieselfahrzeuge darstellen würde. Was bedeutet, dass jede Stadt es selbst wird regeln müssen, wie sie denn einen Diesel-PKW einstufen kann, ohne jedes einzelne Fahrzeug anzuhalten und die Zulassungspapiere zu kontrollieren.

Die jüngst angezettelte Auseinandersetzung darüber, ob in Deutschland Tempo 130 auf Autobahnen eingeführt werden soll (und es dann mit dem Traum von “freier Fahrt für freie Bürger” vorbei ist)  und die beginnende Abwicklung der Schadenersatzklagen von Autokäufern gegen die Autoindustrie, wird den deutschen Autohandel nicht so schnell zur Ruhe kommen lassen.

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“Brexiale” Schlafwandler

Foto Krammer

Den Titel “Die Schlafwandler” gab Christopher Clark seiner minutiös dargestellten Vorgeschichte des 1. Weltkriegs “als nicht gewolltes, auch vermeidbares Ergebnis einer dichten Folge von Ereignissen und Entscheidungen.” (Klappentext). Mit dem Weltkrieg ist der mögliche Austritt des UK aus der Europäischen Union in seiner Bedeutung und Auswirkung selbstverständlich nicht vergleichbar. Wohl aber darin, dass unbedachte politische Handlungen oft eine Reihe von immer weniger steuerbaren Folgen hervorrufen.

Vielleicht kann man sagen, dass das UK in den letzten 45 Jahren, seit Eintritt in die EG, aus Sicht der Kontinentaleuropäer ständig genervt hat. Einer der Höhepunkte war 1984  Thatchers “I want my money back”. Vielleicht lag De Gaulle mit seiner Beurteilung der Briten nicht ganz falsch, diese wären in ihren gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Strukturen, in Ihren Gewohnheiten und Traditionen zu unterschiedlich von  Kontinentaleuropa. Kann ja sein!

War das Verhandlungsziel der EU der Zusammenhalt?

Dennoch frage ich mich, welchen Auftrag der glänzende Chefverhandler der EU Michel Barnier gehabt hat? Sollte er die Briten in die Ecke drängen, in der sie jetzt sind, oder sollte er ihnen den Weg zeigen, wie man trotz aller Zweifel in der EU bleiben kann ? Für mich sieht es mehr nach Variante 1 aus. Jetzt haben die 27 wahrscheinlich “die Schlacht gewonnen, aber den Krieg verloren” Warum?

Heike/pixelio.de

Weil wir es den Briten vielleicht “zeigen” werden, aber einiges dazu tun, dass aus dem europäischen Bauwerk ein tragender Teil herausgerissen wird. Das kann auf lange Sicht zur Katastrophe führen. Es ist ja absurd, dass bei öffentlichen Auftritten kontinentaleuropäische Politiker darauf pochen, dass ein No-deal-Brexit die Insel wirtschaftlich schwerer treffen würde als die 27. Man kann die Bedeutung der britischen Mitgliedschaft doch nicht auf die Ökonomie reduzieren.   <

Diesen Partner darf man nicht einfach gehen lassen!

  • Mit rund 65,6 Millionen Einwohnern liegt das UK an dritter Stelle in der Union.
  • Es ist Gründungsmitglied der NATO  sowie der Vereinten Nationen.
  • Es ist Atommacht, ständiges Mitglied des UN- Sicherheitsrats und  G7-Staat.
  • Gemessen am BIP ist es nach Deutschland  die 2. – größte Volkswirtschaft der 28
  • Es erbringt fast 1/5  der Gesamtwirtschaftsleistung der Union
  • 44% seiner Exporte gehen in die EU, 54% seiner Einfuhren kommen von dort
  • Seit 45 Jahren ist es unser Partner in der Union (bzw. den Vorgängerorganisationen)
  • Es war das letzte westliche Bollwerk gegen den Faschismus in Europa
  • Und damit ein Vorkämpfer für die heutige demokratische Gesellschaftsordnung     

Was kommt nach dem harten Brexit? “Es wird schwierig, aber wir sind gut vorbereitet.”

Petra Engeljehringer/pixelio.de

Was soll denn das bedeuten? Wie gut vorbereitet kann denn ein Handelsagent sein, der heute seinem Kunden nicht einmal versprechen kann, dass es nach dem 29. März
überhaupt noch Ware aus dem UK geben wird. Von den Preisen und eventuell geänderten Lieferbedingungen gar nicht zu reden.

Wenn angeblich britische Banken aus dem Handgelenk 800 Milliarden nach Europa transferieren, um für den worst case gewappnet zu sein, nennt man das planvoll und gut vorbereitet? Wenn eine praktisch unbekannte Zahl von auf EU-Recht basierenden Verträgen plötzlich mit dem Partner im Drittland UK neu ausgehandelt werden muss, nennt man das eine gute Vorbereitung?

Die Schlafwandler auf beiden Seiten sollten schnellstens munter werden und sich die Augen reiben – sonst gibt es ein böses Erwachen!

Quellen: Clark Die Schlafwandler, bpb Bundeszentrale für politische Bildung , Wikipedia

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G’sund Geld machen

Geld-zurück-Garantie für eifriges Radfahren, weniger Schnitzel, mäßig viel Alkohol und keine Zigaretten ? Wo gibt es denn das? Sie werden es kaum glauben – bei der SVA.

Geld zurück, das wollte ich auch. 🙂 

Bewegung in frischer Luft fördert
die Gesundheit und kann den Selbstbehalt
halbieren. / Foto Krammer

SELBSTÄNDIG GESUND sagte “Was sind Deine  Gesundheitsziele?”  Weniger Gewicht, guter Blutdruckwert usw. Damit habe ich ein halbes Jahr ganz schön gekämpft. Jetzt schnaufe ich nicht mehr beim Stiegensteigen , mache 160.000 Schritte im Monat und zahle statt 20% nur mehr 10% Selbstbehalt bei ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen.

Wie viel das bei Ihnen ausmachen könnte, zeigt die Abrechnung der SVA, die Ihnen jedes Jahr zugesandt wird . Viele wird es nachdenklich machen, dass sie doppelt so viel Selbstbehalt zahlen, als Sie eigentlich müssten. Auf  www.svagw.at finden Sie unter  Gesundheit & Vorsorge alle Informationen darüber, wie Sie das ändern können.

Und was ganz wichtig ist: es geht ja nicht nur um’s Geld, es geht um Ihr Leben !


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PKW-Vielfahrer zur Kasse


Foto Andreas Hermsdorf_pixelio.de

 

Am 30.12.18 erteilte der neue deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer einem deutsch-österreichischen Konsortium den Zuschlag die geplante deutsche PKW-Maut zu kassieren. Der Start ist Oktober 2020.

„Das heißt, wir können Gerechtigkeit auf deutschen Straßen schaffen, weil jeder, der unsere Infrastruktur benutzt, der zahlt auch – ohne Mehrbelastung für die Inländer“, ließ Scheuer per Video wissen.

Österreichs Klage beim EuGH gegen diese Vorgangsweise , der sich die Holländer angeschlossen haben, wird Mitte 2019 entschieden. Wobei es um die Diskriminierung der Ausländer geht, denn gerade diese hatte der ehemalige Verkehrsminister Dobrindt der deutschen Öffentlichkeit versprochen.

Foto H.D.Volz_pixelio.de

Wer aus geographischen (z.B. deutsches Eck) und/oder beruflichen (z.B. Handelsagenten) Gründen deutsches Gebiet befahren muss, wird also in 2 Jahren zur Kasse gebeten. Es sei denn, dass die deutsche Regierung kalte Füße kriegt, wenn der EuGH die Bevorzugung der eigenen Staatsbürger verbietet. Für wahrscheinlich halte ich das aber nicht.

Als unerfreuliches Wetterleuchten am Vielfahrer-Horizont sei noch der Wunsch der EU-Kommission erwähnt spätestens ab 2026 in Europa nur kilometerabhängige Mauten zu dulden. Ob die Vertreter der EU-Staaten einem solchen Schlag gegen die beruflichen und privaten Vielfahrer (wie z.B. Pendler, Handelsagenten u.a.) zustimmen werden, bleibt offen. Allerdings können sie sich auf die EU ausreden, als Umweltschützer glänzen und einen Strom von Geld in die öffentlichen Kassen leiten.

Die beruflichen Vielfahrer können kein Interesse an einer kilometerabhängigen Maut in Österreich haben. Es ist also höchste Zeit, dass sich politische Vertreter der betroffenen Bevölkerungsgruppen gemeinsam überlegen, wie man diese Ideen wirkungsvoll bekämpft.

Quellen: ORF, www.autozeitung.de

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2019 wird alles besser

Haben Sie zu Silvester Ihre Neujahrsvorsätze gefasst? Eine globale Studie besagt, dass 59,46% der Vorsätze sich auf das eigene Körpergewicht beziehen.

Hauptsache Sie haben die Angelegenheit pünktlich zu Neujahr erledigt. Obwohl – mit Neujahr ist das so eine Angelegenheit. Erst Cäsar hat 46 v. Chr. den Start des Kalenderjahres um 2 Monate auf den 1. Jänner vorverlegt (weil das römische Amtsjahr zu diesem Zeitpunkt begonnen hat). Den Bewohnern anderer Gegenden war und ist Cäsars Ordnungssinn offensichtlich gleichgültig. In Teheran zum Beispiel müssten Sie mit Ihren Neujahrsvorsätzen bis 20./21. März warten und in Russland hätten Sie vor 1701 überhaupt bis zum 1. September Zeit gehabt. Muslime wieder sind 2016 am 2. Oktober ins nächste Jahr gestartet. Also machen Sie sich wegen des Zeitpunkts keinen Kopf.

Ein strukturiertes Vorgehen

ist aber gleich von ganz anderer Bedeutung,  für die Verwirklichung guter  Vorsätze oder Vorhaben unentbehrlich. Die beiden Begriffe sind ja nicht identisch. Auf www.mundmische.de heißt es: ” Ein guter Vorsatz ist ein Gaul, der oft gesattelt, aber selten geritten wird”. Ein Vorhaben hingegen haben Sie in der Amtsstube Ihres Gehirns mit Brief und Siegel abgegeben. Die kleinen grauen Zellen sind schon an der Arbeit!

Ob Vorsatz oder Vorhaben, in beiden Fällen kann man durch Beantwortung von 3 entscheidenden Fragen leere Kilometer vermeiden :

1.) Was bringt’s? Auf Teufel komm raus zu rudern, nur damit etwas geschieht, ohne definiertes sinnstiftendes Ziel, ist ja ziemlich bescheuert. Also weg mit den sinnlosen Alibiaktionen! Spart Zeit und Geld.

2.) Wie geht’s? Wie packt man die Sache schlau und schlüssig an, damit die Erfolgsaussichten am größten sind? Ein Plan und haltbare Zahlen müssen her. Braucht man Infos, braucht man Hilfe, sind die Ressourcen vorhanden etc.?

3.) Wann wirkt’s? Schon im Simplicissimus 1669 hieß es : gut Ding will Weile haben. Die Frage ist ja nur, wie lang die Weile dauert. Braucht man den schnellen Erfolg, hat man nicht ewig Zeit ihn vorzubereiten. Also malen Sie sich ein Plakat für’s Büro, oder lernen Sie die drei Fragen auswendig:

WAS BRINGT’S  –  WIE GEHT’S  –  WANN WIRKT’S

P.S. Die 59,46% sind fake. Das habe ich einfach erfunden. Nicht einmal die Studie gibt es (zumindest soviel ich weiß). Aber in der großen, bedeutenden Welt gilt man eben nur mehr etwas mit “fake inclusive” 🙂 Der Rest ist wahr, ich schwöre.

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Es weihnachtet

Sehr geschätzte Leserin, lieber Leser des Handelsagentenblogs,

wir sind wieder da, nach dem wir einige Zeit ausgesetzt haben. Gegenstand sind nach wie vor Informationen, Vorgänge und Probleme soweit sie vermutetermaßen Handelsagenten und KUMs betreffen und interessieren.

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Nun aber zum Wichtigsten

Das Gremium sendet Ihnen, weil Sie zu unserer noch ausbaufähigen Leserschaft gehören, ganz persönlich die besten Wünsche zu Weihnachten.   Verbringen Sie die Festtage in Harmonie zusammen mit den Menschen, die Ihnen nahe sind und die Ihnen am Herzen liegen. Und keinen Stress! Weihnachten ist ein ruhiges Fest.

2019 möge Ihnen Gesundheit und Wohlergehen schenken. Und was den Erfolg angeht, soll es ganz toll werden – das wünschen wir Ihnen.

Herzliche Grüße

Walter Krammer, Obmann und Andreas Gurghianu, GF

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Vorsteuerabzug für Handelsagenten-PKWs !

Das Verbot des Vorsteuerabzugs für Firmen-PKWs, das das Gremium der Handelsagenten unverändert seit Jahrzehnten bis hinauf zu den Höchstgerichten bekämpft, ist systemwidrig und speziell für Handelsagenten und andere kleine Unternehmen eine Ungerechtigkeit ersten Ranges.

Teile des nachfolgenden Textes konnte man schon im Jänner 2015 im Handelsagentenblog lesen. Geändert hat sich seither nicht viel. Handelsagenten brauchen nach wie vor den Vorsteuerabzug für ihr Mobilitätswerkzeug 

Handelsagenten können nichts dafür, dass in den allermeisten Fällen das steuerlich verfolgte, aber eben unentbehrliche Auto die größte Investition und den größten Daueraufwand darstellt. Für sie ist das vergleichbar mit dem Bau und Betrieb des neuen Versicherungsgebäudes oder der Neuanschaffung des Maschinenparks eines Industriebetriebs. Würde man diesen dabei den Vorsteuerabzug versagen, da wäre aber Feuer am Dach!

Und man komme mir nicht mit der existierenden Liste der Vorsteuer-Pkws. Mit dieser ist man einst nicht den Steuerzahlern entgegengekommen, sondern es war eine Verbeugung vor den Autokonzernen. Außerdem ist z.B. auch der Bäckermeister nicht gezwungen seinen neuen Backofen aus einer staatlich genehmigten Liste auszuwählen (!), nur weil er die Vorsteuer abziehen will. Im Übrigen habe ich von einer Luxustangente bei Bäckereimaschinen auch noch nie etwas gehört. Liebe Bäcker, verzeiht mir!

Das Gremium der Handelsagenten hat zusammen mit anderen interessierten Fachverbänden gegenüber dem Finanzministerium die Einbeziehung ökologischer Überlegungen in das Projekt “Vorsteuerabzug für firmeneigene PKWs” ja schon ins Spiel gebracht. Aber es geht einfach nichts weiter. Die nächste Steuerreform wäre eine günstige Gelegenheit, Herr Finanzminister!

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Nr. 18 wohnt im 6.Stock


Die Blüten der Datenschutzgrundverordnung DSGVO

Mein Apotheker weiß als Postpartner, an wen ich Briefe schreibe oder Pakete verschicke. Hingegen hat ein in der Nähe befindlicher Altwarenhändler Kenntnis von den Namen jener, die an mich Pakete geschickt haben, die nicht zugestellt wurden.

Parallel dazu vermeinte der Bewohner eines Gemeindebaus die Deckung der DSGVO  zu haben, als er forderte, dass auf dem Klingeltablar die Namen der Bewohner durch Türnummern ersetzt werden müssten. Ein Rösselsprung der eher unschlüssigen Hausverwaltung  folgte. Es gab nämlich auch Mieter, die auf die Beibehaltung ihres Namens bestanden. Und angeblich alles unter Schutz der DSGVO!

Unerquicklich ist der Umstand, dass die über ganz Europa ausgegossene Verordnung überhaupt solche Unsicherheiten auslöst. Selbst anerkannte Juristen zucken die Achseln und verweisen auf  die zu erwartende Judikatur, weil sie unvorhersehbarer Weise im Einzelfall ja so oder so ausgehen könne.

Umfrageergebnisse legen nahe, dass bis jetzt nur etwas mehr als die Hälfte der österreichischen Unternehmer die DSGVO umgesetzt hat.

Was soll angesichts solcher an Unwirklichkeit grenzenden Verhältnisse der kleine Unternehmer tun? Trotz der vielen Flyer und Aufklärungsschriften, der Seminare und Lehrveranstaltungen (unser Gremium hat 2 davon durchgeführt, die sehr gelobt wurden) ist Unternehmer  und Unternehmerin teilweise ratlos.

Auch weiterhin gar nichts in Richtung Umsetzung zu veranlassen, weil man vermeintlich oder tatsächlich überfordert ist, kann nachweislich nicht als gute Idee bezeichnet werden. Die ersten Firmen wurden bereits bestraft und andere werden folgen.

 Als Betroffene sollten Sie zuerst einmal mit dem Einsammeln der notwendigen Informationen beginnen. Z.B. auf  DSGVO Handelsagenten Wien.

Wenn anhand von Mitgliederkommentaren  des Wiener Gremiums der Handelsagenten oder Wortmeldungen an das Gremium (handelsagenten@wkw.at) deutlicher Bedarf spürbar wird, werden wir gern eine weitere, dritte Info-Veranstaltung zum Thema DSGVO anbieten.

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Der abdemonstrierte Ast

Wenn es um Demonstrationen geht wird man selten Einigkeit darüber erzielen können, ob Zweck / Thema, Ort, Zeit und Datum, bzw. das Ausmaß der Beeinträchtigung von Unbeteiligten angemessen sind. Noch weniger zielführend ist die Qualifizierung des Demonstrationsgegenstands. Was den einen heilig ist, hat bei den anderen einen Pipifax-Stellenwert.
In Österreich darf die zuständige Behörde nur dann eine Demo verbieten, wenn die öffentliche Sicherheit oder das öffentliche Wohl gefährdet werden. Diese Gefährdung ist bei Demos , die einen friedlichen Verlauf erwarten lassen, kaum argumentierbar. Verkehrsstaus sind lästig. Lärm ist Belästigung. Schmutz und Abfall im Gefolge der Demo ärgert den Bürger. Aber das alles ist keine Gefährdung.   Insofern befinden sich also die Demonstranten mit ihren Veranstaltungswünschen gegenüber der Behörde immer leicht im Vorteil.
Wenn man, das alles bedenkend, dann im TV auch noch sieht , wie in anderen Ländern rund um den Globus Demonstranten verdroschen werden, ist Österreich , was die Demonstrationsfreiheit anbelangt, geradezu ein Paradies.

An dieser Stelle regt sich jetzt bei manchen Lesern schon Unwille.                                         Na will der, dass Leute, die ihr Recht auf Demonstration ausüben, blutig g’haut werden?
Nein, das wünsche ich mir natürlich nicht, aber das Demonstrationsrecht kann auch nicht Vorwand für jede Art der Provokation und Eskalation sein! Und gerade, weil wir das Demonstrationsrecht hochhalten wollen, haben die Demo-Organisatoren auch eine besondere Verantwortung und sie müssen über den Tellerrand ihrer eigenen Veranstaltung hinausblicken.

Regelmäßig an starken Einkaufstagen durch die Innenstadt oder die Mahü zu ziehen, heißt nämlich dort schon viele mögliche Kunden vertrieben zu haben, die im Radio oder TV aufgefordert wurden die Gegend zu meiden. Jeder weiß: weniger Kunden – weniger Umsätze – weniger Provision für jene, die zum guten Teil davon leben müssen – und das sind nicht die Reichen. Also Ebbe im Familienbörsel. Und da kann man die Handelsagenten gleich mit einbeziehen, die daran gehindert werden ihre Termine wahrzunehmen.

Nicht nur an sich, sondern auch an andere denken

Da büßen hübsch ein paar Unternehmer und Mitarbeiter dafür, dass etwa frustrierte Regierungsgegner – und nicht nur diese –  ihren Zorn ausgerechnet vor ihrem Geschäft hinausbrüllen wollen. 
Und, ganz ehrlich, es geht ja nicht nur ums Geld. Wenn man immer und immer wieder gerade in den Stoßzeiten bedenkenlos den Verkehr lahmlegt, werden in einer Großstadt wie Wien genug Menschen in der Ausübung zahlloser sozialer Verpflichtungen gehindert. Von “gestresst zur pflegebedürftigen Oma hurteln” bis hin zu “nach dem Job schnell die Kinder aus dem Kindergarten holen”.
Es sollte – Demonstrationsrecht hin oder her – nicht so einfach sein den Ast abzudemonstrieren, auf dem a n d e r e  sitzen müssen, im Einzelfall aber sogar die Demonstranten selbst.

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Wie ticken Politik und Medien wirklich?

Die Wiener Handelsagenten hatten am 3. Dezember bei vollem Haus Univ. Prof. Dr. Peter Filzmaier zu Gast. Es war ein informativer, spannender und unterhaltender Abend.

Nessler / Wiener Handelsagenten

Prof. Filzmaier begründete die wechselseitige Abhängigkeit zwischen Politik und Medien damit, dass Politik ohne Öffentlichkeit und die politikbezogenen Medien ohne das politische Insiderwissen nicht funktionieren können.

Wenn sie erfolgreich sein wollen, müssen Handelsagenten wissen wie ihre Branche funktioniert und das nicht nur oberflächlich. Staatsbürger denken genau so über die Vorgänge im Staat. In den letzten Jahrzehnten hat sich aber schleichend ganz allgemein ein gewisses Misstrauen entwickelt, ob wir die wahre Motivlage in Staat, Gesellschaft und bei den Medien überhaupt wirklich erkennen können. Es war also an der Zeit der Sache auf den Grund zu gehen.

Bildet die politische Szene das Volk ab?  Vermitteln die Medien die Wahrheit?                                                                                                                   

Durchaus erheiternd war Prof. Filzmaiers Exkurs in die Seele des Wahlvolks, das zwar von Politikern Unabhängigkeit, Bürgernähe, Sachkenntnis, Entscheidungsstärke, Charisma, Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit verlangt, aber selbst in diesen Kategorien nicht selten schwächelt. Die Anwesenden  (aber sie waren ja nicht gemeint) überraschte er mit der Behauptung durchschnittlich nur 10% der Bevölkerung würden sich für Politik interessieren – und das nur etwa 20 Minuten pro Woche. Nicht weniger ernüchtern war seine Feststellung :” ……was nicht in den alten und neuen Medien vorgebracht wird, gilt nicht und hat nicht stattgefunden”.

Untersuchungen zufolge sind nach wie vor TV, Zeitungen, Internet, Radio und soziale Netzwerke  mit absteigenden Prozentzahlen die beliebtesten Informationsquellen. Der politische Wissenserwerb durch persönlichen Austausch humpelt angeblich mit schütteren 4% weit abgeschlagen hinterher. Das wäre ein schwerer Schlag gegen den Stammtisch.               

Nessler / Wiener Handelsagenten

Die oben angeführte Reihenfolge gilt auch für die Zuordnung der Glaubwürdigkeit durch die Bevölkerung. Mangelnde Ausbildung der Journalisten und die Ressourcenknappheit in den Redaktionen, welche u.a. die fundierte Recherche behindert, ortet er als schwerwiegendste Handikaps in der Welt der Medien. Dass auch für die Medienwelt der Spruch Gültigkeit hat vom Geld, das die Welt regiert, wurde nicht bestritten. Die anschließende engagierte Publikumsdiskussion versuchte die letzten Unklarheiten zu beseitigen.  


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Silberne Hochzeit mit der eigenen Firma

Einmal im Jahr gratulieren wir jenen  Mitgliedern des Gremiums, die seit 25 Jahren oder mehr eine Gewerbeberechtigung des Gremiums der Wiener Handelsagenten besitzen.

Für diejenigen, die sich einer kleinen Feier und den dem Anlass angepassten Worten des Gremialobmanns W. Krammer persönlich aussetzen wollten, gab es im altehrwürdigen Kleinen Saal am Schwarzenbergplatz  eine Urkunde, Sekt, Kaffee und Brötchen.

Dabei kam am 27.11. 18 wieder deutlich zum Ausdruck, dass es speziell für kleine Unternehmen eine besondere Leistung darstellt ihren Bestand mit Erfolg über ein Vierteljahrhundert gesichert zu haben. Der Obmann würdigte die Zielstrebigkeit und Ausdauer dieser Mitglieder, deren Einsatz nicht nur für sie selbst, sondern für die gesamte  Wiener Wirtschaft von großer Bedeutung ist.

Fa. Heumesser, Fr. Mag. Heumesser
Fa. Kopp, Fr. Sabine Kopp

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Die arme Tante Mimi

Jerzy/pixelio.de

Zusagen und ohne Absage einfach nicht kommen. Unter dieser Unhöflichkeit leiden nicht nur alte Damen. 

Es kommt ja nicht so oft vor, dass die Tante Mimi Freunde oder gute Bekannte zum Abendessen einlädt.  Wie jeder, der Gäste erwartet macht sie sich Mühe und bereitet alles sehr penibel vor.

  Die kommen aber nicht, obwohl sie zugesagt haben. Die rufen auch nicht an. Die gehen einfach nicht hin.

Ich weiß schon,  S I E, lieber Leser,  tun so etwas nicht, weil Sie ein gut erzogener Mensch sind.  Weil Sie Einladungen zu schätzen wissen und sich durch Ihre Zusage  verpflichtet fühlen.

Joujou/pixelio.de

Und vor allem sind Sie eben nicht mit dem Düsenjäger durch die Kinderstube geflogen .

Tja, das gilt nicht für alle.  Bei Veranstaltungen im Wirtschaftskammerbereich, bei   Seminaren oder gesellschaftlichen Events tauchen heute bis zu 30 % der angemeldeten Gäste einfach ohne Angabe von Gründen nicht auf. Eine Entschuldigung erwartet sowieso niemand. Schon ein telefonischer Hinweis würde den Organisatoren genügen. Aber auch das ist offenbar zu anstrengend.

Sie halten das für ein grobes Foul, weil das doch verdammt unhöflich ist? Da sind wir uns einig – das finde ich nämlich auch.

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Fuß- und Gehirnfesseln für alle?

Die Debatte um die sonntags geöffnete Tourismuszone in Wien treibt seltsame Blüten. Im Großen und Ganzen kann man die Hauptstoßrichtungen in zwei Sätzen zusammenfassen: “Brauch’ ma das?” und “Das ist der Anfang vom Ende”.

Dabei übersieht man gern, dass das heute Geschätzte, Geliebte, ja eventuell für unentbehrlich Gehaltene gestern nicht “gebraucht” wurde, schlichtweg, weil es als Produkt nicht vorhanden war oder als Idee nicht existierte. Die Menschen sind ohne diese Segnungen dennoch über die Runden gekommen, weil es eine andere Zeit war, mit anderen technischen Möglichkeiten, mit anderen Parametern, mit anderen Wünschen, einer anderen Gesellschaft und einem anderen Lebensstil. Heute gelten in fast allen Bereichen andere Erfordernisse. Dazu kommt, dass nicht für alle Menschen dasselbe wichtig ist. Was der Eine für unabdingbar hält, lässt den Anderen kalt. Manche meiner Sehnsüchte mit dreißig sind mir heute wurscht, aber jene meiner Enkelkinder erfüllen mich häufig mit ungläubigem Erstaunen. Also hören wir doch auf immer und überall den eigenen Leisten anzulegen! Soviel zum Thema, was man braucht.

Das Untergangsargument wird ebenfalls wie eine Keule geschwungen. Wenn es danach geht, kommt die Sonntagsöffnung in einer Wiener Tourismuszone gleich nach dem Atomkrieg. Ähnlich erging es der Kirche mit dem heliozentrischen System, den Zensurbeamten im 19. Jahrhundert mit der Pressefreiheit oder den mächtigen Industrieunternehmern mit den Gewerkschaften. Und der Wegfall der Bedarfsprüfung für einige Handelsbranchen oder Gewerbe hat die österreichische Wirtschaft nicht in ihren Grundfesten erschüttert. Der Untergang schaut anders aus.

Selbst wenn es einmal von Arbeitnehmer-  und dann wieder von Arbeitgeberseite, weil es gerade passt, immer wieder behauptet wird: Wir müssen nicht alles regulieren und wir müssen auch nicht jedem sofort Fuß- oder Gehirnfesseln anlegen, nur weil es eine neue Idee gibt.

 

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Foto Johannes Vortmann/pixelio.de

Auch das Internet mit seiner Einkaufsmöglichkeit Tag und Nacht hat sich etabliert ohne vorherige Rückfrage bei den lokalen Institutionen oder beim Wiener Bürgermeister.

 

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Der Handel kann uns nicht egal sein

Der Handel ist für unseren Berufsstand der bedeutendste Abnehmer. Aus der Untersuchung des Gremiums der Handelsagenten 2014 geht hervor, dass etwas mehr als die Hälfte der Handelsagenten ihre Kunden im Handel sucht und findet, dann folgen Gewerbe und Handwerk, sowie die Industrie.

Je nach Branche teilt sich das Handelsvolumen in unterschiedlichem Ausmaß in die Großfläche und die Gesamtheit der mittelständischen Händlerschaft. Die bei der zweiten Gruppe spürbare Erosion verursacht bei Handelsvertretern beträchtliche Provisionsverluste, die durch Newcomer im Handel nicht kurzfristig wettgemacht werden können und oft zum Wegbrechen ganzer Teilsortimente führt.

Die Ursachen sind vielfältig und können hier nicht umfassend diskutiert werden. Natürlich spielen mangelnde Kapitalausstattung, ein kaum zu änderndes Standortumfeld und geringe wirtschaftliche Einflussmöglichkeit die Hauptrolle. Daneben sind aber manch andere Faktoren maßgeblich.

Die Sonntagsöffnung in Tourismuszonen ist ein Akt hinhaltenden Widerstands. Eine emotional geführte Diskussion im kleinen Kreis, die ich dieser Tage geführt habe, lässt aber grundsätzlich erkennen, dass weite Teile der kleinstrukturierten Händlerschaft und auch der Konsumenten die sich rasend verändernden Lebensumstände unserer Gesellschaft in ihren Auswirkungen auf den Handel nicht akzeptieren wollen.

So wie Marketing und Werbung lange Zeit gebraucht haben nicht ausschließlich in den eingefahrenen Geleisen zu manövrieren und heute die Nutzung verschiedenster Kontaktkanäle zur gleichen Zeit als völlig selbstverständlich ansehen, so wird auch der kleine Händler sich nicht auf die Darbietung der Ware in seinem flächenmäßig limitierten Geschäft beschränken können. Wie das heute leider über weite Strecken noch immer der Fall ist.

Die Argumentation mit der im Gegensatz zum Onlinehandel bestehenden guten Beratung vor Ort greift nur dann, wenn diese tatsächlich existiert und ein freundliches, kompetentes und abschlussstarkes Personal tatsächlich zum Einsatz kommt und nicht die billige Notlösung.

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Foto Thomas Max Müller  / pixelio.de

Themen, wie die Schaffung einer kundenfreundlichen Atmosphäre, kundenspezifische Ansprache (man höre sich die Klage der 50+ Generation darüber an, wie gedankenlos sie in den Wiener Geschäften teilweise behandelt wird), Öffnungszeiten, der überlegte Verbund mit den Nachbarbetrieben u.v.a.m. sind Grund genug die tatsächliche Situation des mittelständischen Wiener Handels ehebaldigst im Detail wissenschaftlich zu überprüfen, um danach – unter Einbeziehung aller betroffenen und interessierten Kräfte – eine wirksame Verbesserung der Situation anzugehen.

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Klagt die Deutschen !

Was am Anfang von allen bezweifelt wurde, reift zur Wirklichkeit. Die PKW-Mautpläne des deutschen Verkehrsministers Alexander Dobrindt passieren den Deutschen Bundestag.

Trotz aller Bedenken haben sich die deutschen Regierungsparteien darauf geeinigt dem CSU-Politiker seinen Willen zu lassen. Von der Parlamentsstärke her gesehen, wedelt da der Schwanz mit dem Hund. Wenn man den Medien beim Nachbarn folgt, ist es eher die Sorge, ob da überhaupt nach Abzug der Eintreibungskosten genug in der Kasse bleiben wird, damit sich der ganze Aufwand lohnt.

Die Verletzung des EU-Rechts, das eine Diskriminierung von EU-Bürgern untersagt, deren Autos nicht in Deutschland zugelassen sind, ist dagegen in den Hintergrund geraten. Für die Deutschen.

Den in erster Linie benachbarten Ausländern kann es natürlich nicht egal sein, dass für die Benützung von Bundesstraßen und Autobahnen im Endeffekt nur sie zahlen müssen. Für österreichische Handelsvertreter wäre das die zweite Mehrbelastung gegenüber deutschen Kollegen. Es käme nämlich zu dem Umstand, dass diese im Gegensatz zu den Österreichern alle ihre Autos vorsteuerabzugsfähig betreiben können (was einen nicht unerheblichen Kostenvorteil bedeutet), die unfreundliche Behandlung als Straßen – cash cow, die nach Dobrindts Plänen den Deutschen durch entsprechende Rückvergütungen erspart bleiben soll.

Die österreichische Regierung muss gegen diesen Unfug sobald wie möglich wirksame (!) Schritte unternehmen, weil das drohende Wegschauen der Kommission in dieser Angelegenheit eine ganze Flut diskriminierender Maßnahmen im gesamten EURO-Land nach sich ziehen würde.

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Foto Betty/www.pixelio.de

Es wird unsere Aufgabe sein zu kontrollieren, wie groß der Druck ist, den Minister Stöger in dieser wichtigen und prinzipiellen Sache in Brüssel und vor dem EUGH macht.

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Solche Banken brauchen wir nicht!

Nachdem das internationale Bankwesen mehrere Staaten an den Rand des Abgrunds getrieben und damit – wenn wir nur von Europa sprechen – die Einwohner eines ganzen Kontinents in Geiselhaft genommen hat, treibt das Verhältnis zwischen Bank und Kunden einer Katastrophe zu.

Auch den Mittelstandskunden, also solchen, die normalerweise nicht durch wilde Finanzeskapaden auffallen, begegnen die Geldinstitute mit Ablehnung, Vorschriften, unzumutbaren Konditionen und offensichtlichem Misstrauen. Ob langjährige Kunden oder hoffnungsvolle Neuinteressenten, sie werden mit immer neuen Mitarbeitern sekkiert, deren stärkste Seite das gekonnte Aufrufen eines Computerprogramms ist, das sie als eine Art höheres Wesen verehren und dessen Anweisungen strikt und widerspruchslos zu vollziehen sind.

Kirchensteuer/ Baufinanzierung

Foto Ester Stosch/www.pixelio.de

Die beredte Klage eines jungen Unternehmers in Resetarits’ Bürgerforum ist durchaus repräsentativ.

Min. Mitterlehners Hinweis auf die Wirtschaftskammern, die versuchen zwischen Bank und Kunden zu vermitteln (!) oder unter Berufung auf spezielle Programme für das Mitglied doch noch Geld  auszugraben, mag für manche in der Klemme sitzende Selbständige Rettung in höchster Not sein, Lösung für eine allgemein völlig verfahrene Situation ist es mit Sicherheit nicht. Auf jeden Fall stellt es eine abwegige Absurdität dar, dass sich der Unternehmer an die Kammer wenden muss, wenn er eine Finanzierung von der Bank braucht.

Wenn man sich umhört, gehen offenbar selbst jene Österreicher, die von der Bank gar nichts anderes wollen als die Erledigung des Zahlungsverkehrs oder die Verwaltung des Sparbuchs, mit  Widerwillen in die strengen Kammern der Geldwirtschaft. Ein persönlicher Kontakt mit “meinem Betreuer” (in welcher Weise betreut mich der eigentlich?) ist ohnedies nur nach Ansuchen um eine Audienz möglich, das Kassenpersonal hat sich eher zu einem Ausweis-Scanner entwickelt, weil viele – auch einfache – Geldgeschäfte ohne Identitätsnachweis praktisch nicht mehr möglich sind.

” Meine Bank” bezieht sich augenscheinlich ausschließlich auf das Verhältnis des Personals zum Institut .

Es ist eine immer dringlicher werdende Notwendigkeit sich von kompetenter Stelle um die Beseitigung dieser unhaltbaren Zustände zu bemühen. Sie sind eindeutig ein gravierendes Hindernis, die erhoffte Belebung der Wirtschaft bis in die letzten Kapillargefäße des Wirtschaftskreislaufs zu tragen. Bei diesen handelt es sich nun einmal um die in Sonntagsreden gepriesenen Klein- und Mittelbetriebe.

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parlament

CULPA IN ELIGENDO oder ” wer hat denn d e n mitgebracht?”

Hier soll einmal nicht darüber gejammert werden, dass sich begreiflicherweise alle in die Büsche schlagen, wenn die teure Vase in Scherben liegt. Anders ausgedrückt, wenn die bis zum Gehtnichtmehr aufgeblasene Provinzbank den Beteiligten um die Ohren fliegt und diejenigen, die großspurig im Schadensfall für alles aufkommen wollten, sich als Negeranten herausstellen.

 Culpa in eligendo bedeutet nichts anderes, als dass man sich die falsche Personalauswahl zurechnen lassen muss. Auch wenn einem die Konsequenz der nachweislichen Fehlentscheidung manchmal die Tränen in die Augen treibt.

In demokratischen Staaten wählt das Volk die Akteure. Hintennach zahlt das Volk den Schlamassel, wenn einer  angerichtet wurde. Wie der Zigarrenrauch löst sich die politische Verantwortung in Luft auf. Tatsächlich den Buckel hinhalten muss der Steuerzahler/Staatsbürger und auch gleich die Folgen tragen: Staatsschulden, Inflation, Ressourcenverlust, Steuererhöhungen,  Arbeitslosigkeit etc.

parlament

Es existieren doch Kontrollorgane? Richtig, aber die sitzen , wenn es grauslich wird, in einem Hinterzimmer mit dem Kopf zwischen den Knien und halten sich die Ohren zu. Oder aber, im für sie günstigeren Fall, werden ihre Warnungen in den Wind gesprochen bzw. unterdrückt, weil sie die politische Idylle stören.

Ist es Zynismus, wenn es heißt jedes Volk hätte die Politiker, die es verdient? Vielleicht, aber auf jeden Fall hat es die, die es wählt. Also lernen Sie die drei Worte auswendig: culpa in eligendo.

Und sagen Sie sich diese vor, wenn Sie das nächste Mal in die Wahlzelle gehen. Denn verantwortlich sind Sie!

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