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Die Ärztin Gabriele Possanner

Das beharrliche Geschlecht: Frauen sind nicht aufzuhalten – warum sollten sie auch?

Obwohl er in seinem Land die Matura gemacht hat (allerdings extern) darf er ausschließlich wegen seines Geschlechts nicht studieren. So geht er ins benachbarte Ausland. Dort verlangt man für die Zulassung zur 1. Staatsprüfung ein Maturazeugnis dieses Staates, also absolviert er die Matura ein zweites Mal und beendet 4 Jahre später erfolgreich sein Medizinstudium. In seine Heimat zurückgekehrt, verweigert man ihm vorerst zwar die Anerkennung dieses Diploms, erlaubt ihm aber – fern von der Hauptstadt – als Amtsarzt zu arbeiten. Erst nach Intervention des regierenden Monarchen will man ihn als Arzt akzeptieren, aber nur, wenn er alle wichtigen Prüfungen nochmals besteht, was er auch tut.

Können Sie glauben, dass einem Mann in den letzten 200 Jahren in Europa so etwas passierte? Dieser Fall von geschlechtsbezogener Diskriminierung?

Richtig – er war kein Er, sie war eine Sie: Gabriele Possanner von Ehrenthal. Die erste Frau, die in der österreichisch-ungarischen Monarchie  promoviert wurde und zwar im Jahr 1897.

 

 

Die Ärztin Gabriele Possanner. Foto: www.meduniwien.ac.at
Die Ärztin Gabriele Possanner. Foto: www.meduniwien.ac.at

Etwa 70 Jahre später, ich stand in den Diensten eines renommierten österreichischen Büromöbelerzeugers, musste bei diesem ein Vertretungsgebiet im Außendienst neu besetzt werden. Die junge fachlich versierte Frau, die im Innendienst den scheidenden Vertreter betreut hatte, bewarb sich kurzer Hand, zum ungläubigen Erstaunen der Firmenleitung,  die diesen Vorstoß rundweg ablehnte. Sie müsse in diesem Beruf  ganz allein in ihrem Gebiet herumreisen, in Hotels übernachten und ob sie denn nicht all die Anfechtungen, die einer jungen Frau da begegnen könnten, ausreichend bedacht habe? Letztlich setzte sie sich durch und war damit die erste Außendienstmitarbeiterin des Unternehmens.

Ein Viertel unserer Mitglieder sind Frauen,

die in einem harten, manchmal unerbittlichen Beruf arbeiten, der hohe physische und psychische Anforderungen stellt. Sie sind im Durchschnitt genau so tüchtig, genau so zielstrebig, genau so selbstbewusst und erfolgreich wie ihre männlichen Kollegen. In unserem Beruf werden Frauen nicht schlechter bezahlt als Männer. Sie werden auch nicht geringer geschätzt als Männer. Weil Erfolg und Misserfolg keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern macht.

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Obmann KoR W. Krammer

„Der Handelsagent ist Prüfungsstoff“

Ein brennendes Verlangen von 16-jährigen ist es nicht etwas über das Leben und Treiben von Handelsagenten zu erfahren. Aber der Handelsagent und seine Bedeutung im Vertrieb ist Teil der Betriebswirtschaftslehre, die in den 6 Schulen (www.vbs.ac.at) unterrichtet wird, welche der Fonds der Wiener Kaufmannschaft unterhält.

Obmann KoR W. Krammer
Obmann KoR W. Krammer

Also haben wir uns nach Kräften bemüht es den 70 jungen Damen und Herren so angenehm und interessant wie möglich zu machen, die letzte Woche auf Initiative und unter Führung von Frau Prof. Mag. C. Amberger von der HAK/HASCH Hamerlingplatz unsere Gäste im Wiener Gremium der Handelsagenten waren. Von ihr stammt auch das Zitat im Beitragstitel.

Prof. Amberger, Prof. Brenner, KoR Plaichinger
Prof. Amberger, Prof. Brenner, KoR Plaichinger

Nach einer kurzen Stärkung mit Snacks und Getränken brach in Gestalt des Obmannes KoR Krammer über die Besucher die theoretische Information herein über das Verkaufen einmal erzeugter Güter und die Notwendigkeit diese Erzeugnisse an die Kunden zu bringen. Und dass die Spezialisten Handelsagenten besonders für kleine und mittlere Betriebe eine bestens geeignete Vertriebsschiene darstellen. Obmann KoR W. Krammer

Den praktischen Teil übernahm KoR Plaichinger, der über die langjährigen Erfahrungen berichtete, die er in seinem Metier, der Textilbranche, angesammelt hat.Obmann KoR W. Krammer

Jedem Anwesenden war natürlich klar, dass Handelsagent nicht ein Beruf ist, den man, ob Frau oder Mann, mit 19 Jahren ergreift, weil es ein Erfahrungsberuf ist. Aber es schaffen solche Veranstaltungen (es war ja nicht die Erste) mehr Aufmerksamkeit für unseren Beruf in den Schulen und vielleicht packt in 20 Jahren den einen oder anderen doch die Lust sich als Selbständiger im Vertrieb zu verwirklichen.

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Hallo Newcomer!

Die meisten unserer Mitglieder starten im Alter zwischen 30 und 40 mit Zuversicht ihre Handelsagentenkarriere. Bei anderen lösen äußere Umstände den Weg in die Selbständigkeit aus. Untersuchungen weisen immer wieder auf die gute Ausbildung der Handelsagenten hin, dennoch stehen am Anfang oft Zweifel. Hier lesen Sie ein paar Hinweise, die Ihnen helfen sollen.

Das Umsteigen vom Angestelltendasein in das eigenverantwortliche Berufsleben des Handelsagenten fast ohne Netz will schon aus psychologischen Gründen gut überlegt sein. Ein stabiles Lebensumfeld, vielleicht mit einem Partner, auf den man sich verlassen kann, ist eine wichtige Voraussetzung. Ein gut fundiertes Selbstbewusstsein und eine optimistische Lebenseinstellung wirkt wie der natürliche Auftrieb im Salzwasser. Auf jeden Fall sollte man sich ein Bild davon machen, was man sich selbst und – wenn vorhanden – seiner Familie zutrauen und zumuten kann. Wenn möglich bespricht man sich auch mit guten Freunden, die von Wirtschaft etwas mehr als eine Ahnung haben.

Nachstehend eine sehr persönliche Zusammenstellung einiger Faktoren, die in ihrer Gesamtheit eine Vorstellung davon ergeben, was von Ihnen erwartet werden wird und was Sie vermeiden sollten (wenn Sie zu dieser Liste Ergänzungen haben, bin ich erfreut, wenn Sie mir schreiben):

Wichtigste Bedingungen für die Selbstständigkeit als Handelagent

  • Freude an selbstständiger Arbeit
  • Kein übertriebenes Sicherheitsdenken
  • Positive Lebenseinstellung und Freude an Kommunikation
  • Leistungsbereitschaft
  • Fachliches Wissen
  • Kaufmännisches Wissen
  • Verkäuferische Erfahrung
  • Sprachkenntnisse

Materielle Voraussetzungen

Vorteil für „Jungunternehmer als Handelsagent“ ist der geringe Kapitalbedarf und der Wegfall des Befähigungsnachweises

Materielle Anfangserfordernisse

  • Fahrzeug, Computer, Internetzugang, Fax, Handy
  • Lebensunterhalt für 1 Jahr sollte gesichert sein
  • Büro nicht unbedingt notwendig, aber empfehlenswert

Ideelles Kapital

  • Branchenerfahrung
  • Gute Verbindung zu Hersteller (n) und/oder
  • Gute Verbindung zu Abnehmern

Attraktivität des Berufes für „Neulinge“

  • Kommunikationsberuf
  • Beruf mit grosser Freiheit (Achtung, das ist auch eine Gefahr)
  • Standortungebundenheit
  • Kein Warenrisiko
  • Möglichkeit in verwandte Berufe hineinzuwachsen
  • Flexibilität der Betriebsgrösse, keine Schwierigkeit
  • Vertretungs- sogar Branchenwechsel bedeutet nicht Wechsel der eigenen Existenz
  • Möglichkeit einer Internationalen beruflichen Tätigkeit
  • Einblick in Produktion, Produktdesign, und – Entwicklung, Marketing
  • Einflussnahme auf grössere Betriebe

Häufigste Fehler

  • Zu wenig oder zu teure Kapitalausstattung
  • Mangel an tragfähigen Vertretungen
  • Schlechte Verträge
  • Falsche Einschätzung der Markt- und Verdienstmöglichkeiten
  • Falsche Kosteneinschätzung
  • Vorstellung Umsatz = Gewinn
  • Vernachlässigung unternehmerischer Aufgaben
  • Nichtinanspruchnahme aller Informationsmöglichkeiten
  • Fehlendes Weiterbildungsbewußtsein
  • Nicht aus den Erfahrungen anderer lernen wollen

Schwerster Fehler

Sich wegen mangelnder Betriebsgröße nicht als Unternehmer zu empfinden.

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