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Kolleginnen, tragt Sonnenbrillen!

Wer mich kennt, wird sich wundern. Aber langsam werde ich auch ins feministische Lager abgedrängt. Ich beziehe mich auf die bizarre Debatte in den social media und in einer Wiener Tageszeitung über den „eiskalten“ Blick des weiblichen Regierungsmitglieds E. und der damit verbundenen Einschätzung ihres Charakters.

Zu ihrem Berufsbild gehört es augenscheinlich in aller Öffentlichkeit auch mit ihren Körpermerkmalen Diskussionsstoff bieten zu müssen. Obwohl ein solcher Vorgang unter  einigermaßen gut erzogenen Menschen verpönt ist.

Ich bin nicht so weltfremd, nicht zu wissen, dass wir alle privat und bei  unserer Berufsausübung beobachtet werden. Johann  Nestroy wird 1840 mit seinem „Talisman“ auch wahrhaftig  bestehende Vorurteile angegangen sein, als er  darin einer rothaarigen (!) Salome Pockerl  ein Denkmal gesetzt hat. 1840 nicht 2020!

Etwa 15% unserer Fachgruppenmitglieder sind Frauen. Der Ruf der Handelsagentinnen ist durch Kompetenz und Zielstrebigkeit gekennzeichnet. (das kann ich nach 31 Jahren Obmanntätigkeit beurteilen). Und wenn Geschäftspartner der einen oder anderen Kollegin gern in die Augen schauen, dann vermutlich wegen der Farbe und nicht wegen der Temperatur des Blicks.

Als Vertreter der älteren Generation wäre es mir lieber es gäbe weniger aufgesetzte correctness und dafür mehr Anstand.

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Foto: Pixabay.com