Alle Beiträge von Walter Krammer

Madrid: Zwangsverheiratung von Klimadiskussion und Aufklärung ?

 

Ob in Venedigs Kirchen das Wasser bis zum Türgriff steht, weil die Temperaturen auf der Erde im Ablauf von Milliarden Jahren immer wieder von selbst rauf und runter gehen, oder ob der homo sapiens und seine Lebensweise dafür verantwortlich ist, oder beides, spielt für das Ergebnis nur eine periphere Rolle. Jetzt versteht es jeder: da ist echt was los!

Die Umweltschutzschraube wird weiter angezogen werden. Experten plädieren dafür den weltweiten jährlichen CO2- Ausstoß innerhalb eines Jahrzehnts zu halbieren.  Das greift unmittelbar menschliche Lebensgewohnheiten an und in Folge alles, was von diesen abhängt. Parallel dazu werden Globalisierung, Digitalisierung und Ökologisierung noch lang tiefe Schneisen in unsere liebgewonnenen Vorstellungen vom guten Leben schlagen. Und logischerweise wird sich auch der Sozialstaat infolgedessen plötzlich im Schwitzkasten befinden.

Auf den ersten Blick sind das keine guten Nachrichten.                                             

Wenn 500 Millionen Europäer ihr Leben umorganisieren müssen (und das wird kommen), wäre es gut dafür eine wirkungsvolle, wohlüberlegte, glaubhafte und für die Bevölkerung verständliche Strategie zu entwickeln. Regierungen werden ihre Bürger in einem gesamtheitlichen Ansatz für gröbere, weil wichtigere Einschnitte  gewinnen müssen, als es das Leben ohne Nylonsäckchen bedeutet. Da wird endlich nach dem Fake-Zeitalter die Rückkehr zu aufklärerischen, faktenbasierten Argumentationen und Entscheidungen unausweichlich sein, will man nicht der Egomanie, Gier und Dummheit Tür und Tor öffnen.

“Wie geht’s – was bringt’s – wann wirkt’s”                                                                             

wird wieder in den Mittelpunkt rücken. Das Marketing für eine gemeinsame, fein abgestimmte Kraftanstrengung aller relevanten Gesellschaftsteile muss her. So etwas gab’s nach 1945. Nicht freitags plärrende Schüler müssen zählen, nicht “Experten”, die sich gegenseitig durch die Talkshows prügeln, sondern zukunftsorientierte Szenarien, die durch realistisches Zahlenmaterial, naturwissenschaftliche Erkenntnisse und Rücksichtnahme auf die gesamtgesellschaftliche Machbarkeit gestützt werden. Vordergründige Klientelpolitik wird sich auf Dauer ebenso wenig halten wie das rücksichtslose Streben nach dem ideologischen Triumph.

Nicht nur das Überzeugen wird wichtig , sondern in gleichem Maß die Bereitschaft sich überzeugen zu lassen. Eine zerfaserte Gesellschaft wird wieder zusammenstehen müssen.

 

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Um 20 EURO ins Internetland

 

Die Serien – Workshops des Gremiums bezüglich Digitalisierung kleiner Unternehmen ist ein voller Erfolg. Die Workshops 1, 2 und 3 waren ausgebucht und wurden von den Teilnehmern auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 4 (nicht zufrieden) mit durchschnittlich  1,2 beurteilt.

Auch für die kommenden 4 Veranstaltungen (die Serie läuft bis März 2020) werden Zusatztermine angeboten, weil sonst nicht alle Interessenten untergebracht werden könnten.

Themen

WS 4       Erfolgreich sein mit Facebook, Instagram und                               Twitter

WS 5       Erfolgreich sein mit Xing und LinkedIn

WS 6       Paid Social Media als starke Werbeschiene

WS 7       Digital Kunden gewinnen & binden

Die Teilnahme für Mitglieder des Wiener Gremiums der Handelsagenten kostet 20 Euro/ Workshop. Auf unserer Webseite  finden Sie unter Starkes digitales Herbstprogramm Informationen über Zeit, Ort und Anmeldemöglichkeit.

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Ist das die Wende in der Bildungsdiskussion?

Die App eines 18jährigen schlägt ein wie ein Bombe. Sie ist kein Heilmittel und schon gar kein Allheilmittel. Aber der Vorgang zeigt den Wunsch nach einer zivilgesellschaftlichen Mitwirkung an der Lösung eines schwelenden Problems, das mit aller Härte die Jugend und deren Zukunft betrifft. Wird dieses nicht beseitigt, sind die sozialen und nationalökonomischen Folgen wie z.B der daraus resultierende Fachkräftemangel  unabsehbar.

Die Wirtschaft braucht gut ausgebildete Menschen. Hier sind auch die Sozialpartner aufgefordert sich  bedingungslos zu engagieren, mit Augenmaß für das Ganze.  Dass sich Betroffene an den Lehrern (auch an den guten) pauschal abreagieren, ist vielleicht menschlich begreifbar, aber völlig sinnlos, solange  das ganze System krankt.

Wenn Ausbildung nicht zur Lebensbewältigung führt, ist sie nutzlos und Chancendiebstahl an den Jungen.                                                                                            Persönlich kenne ich niemand, der  nicht sofort anspringt wie ein Rennwagen, wenn man ein Gespräch unter Freunden und Bekannten auf Schule und Bildung lenkt. Beim Vergleich des österreichischen Bildungswesens  mit jenem im  gut entwickelten Ausland schneiden wir je nachdem, was und wie verglichen wird,  gar nicht schlecht ab. Aber es ist schwer erträglich, dass angeblich 25% der Pflichtschulabgänger die Kulturbasics Lesen, Schreiben und Rechnen nicht beherrschen.                                                                                                                  Für die Mitglieder dieser Gruppe ist das schlichtweg ein Desaster. Die Hinnahme  eines derart katastrophalen Missstands verbannt  Menschenleben ins gesellschaftliche und ökonomische Kellergeschoss und beraubt das Land wertvoller Ressourcen.

Das Jammern und die Unzufriedenheit über die Defizite in der Ausbildung unserer Kinder währt Jahrzehnte.                                                                                                                                  Akademische und nichtakademische Fachleute, Politiker, Lehrergewerkschafter, Psychologen und Ideologen, Pädagogen und Soziologen, Journalisten und Analysten, Streetworker, Historiker und Zukunftsforscher , alle, alle, alle haben schon ihre Expertise angeboten oder sich sonstwie eingemischt. Delegationen sind in der Welt herumgereist, die Zahl der Schulversuche, welche schier unbegrenzt lang gewirkt bzw. nicht gewirkt haben, geht ans Unüberschaubare. Insider wieder fühlen sich zu Unrecht kritisiert, weil doch einiges besser geworden sei und man die stets schwieriger werdenden Umstände berücksichtigen müsse. Das alles, obwohl wir pro Kopf für Bildung mehr Geld ausgeben als die meisten anderen Länder.

Die Geduld der Österreicher ist offenbar ausgeschöpft und jetzt hat einer den Mumm den Hebel an einer ihm wichtig scheinenden Ecke anzusetzen.                                                     Zuverlässige und wirkungsfähige, gute Schulen sind eine öffentliche Aufgabe, die von Politik und Verwaltung vorrangig zu erfüllen ist. Dazu gehört auch das Bewusstsein, dass Schule nicht der Problemlöser für alles und jedes ist. Die Hasspostings gegen den App-Erfinder zeigen jedoch die Angst des Systems vor der Kraft der Öffentlichkeit.

 

 

 

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Ein falscher Click – das Geld ist weg

 

Cybercrime wird langsam zum Massenphänomen, das jeden treffen kann.                      Lt. einer Statistik, die auf Angaben des Bundesministeriums für Inneres beruht, stieg die Anzahl der Anzeigen beim BKA wegen Internetkriminalität seit dem Jahr 2004 auf das 20fache.

2018 waren es knapp unter 20.000. Davon konnten 37% aufgeklärt werden.

Nach Schätzung des  Verbands österreichischer Versicherungen (darin  sind alle privaten Versicherungsunternehmen vertreten, die in Österreich tätig sind) beläuft sich die Anzahl der Personen bzw. Unternehmen, die in den letzten Jahren in Österreich durch Cybercrime geschädigten wurden,  auf rund 1 Million.

Das Bundeskriminalamt, das in Wien  eine Meldestelle für Internetkriminalität betreibt, warnt vor den häufigsten Betrugsversuchen:

“Vermeintliche „Gratis“-Angebote, Phishing-Emails, gefälschte Gewinnbenachrichtigungen, Lösegeld-Trojaner, Notfall-Emails usw. Die Gefahren lauern in Sozialen Netzwerken, bei harmlosen Downloads und Email-Anhängen oder auf Internetseiten mit selbst aktivierenden Inhalten. Und zwar immer dann, wenn Unwissenheit oder Sicherheitslücken mit im Spiel sind. Das Cybercrime-Competence-Center informiert laufend über aktuelle Cybercrime-Phänomene.”

Lesen Sie zum Thema SCHUTZ  VOR CYBERCRIME mehr auf der  Homepage des Wiener Gremiums       

 

 

 

 

 

 

 

 

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Unsere Erinnerung an Prof. Gustav Peichl

 

Ehre und Vergnügen war es für das Gremium der Handelsagenten Prof. Gustav Peichl anlässlich der Auftaktveranstaltung 2011 auf dem “Nudelbrett” der improvisierten Bühne im damals noch existierenden MODUL als Gast begrüßen zu können.Heute ging die Nachricht über sein Ableben im 91. Lebensjahr durch die Medien.

Eine Würdigung des Phänomens Peichl steht uns nicht  zu. Da gibt es zweifellos Berufene. Wir können nur die Erinnerung an den Abend hervorholen. Es war nicht selbstverständlich, dass er sich diesen Auftritt antun wollte.


Aber es war zu erkennen, dass er keine Scheu vor Menschen hatte und sich (wie das oben stehende Bild zeigt) dessen bewusst war, dass er etwas zu sagen und seine Meinung Gewicht hatte. Seine auch an diesem Abend manchmal durchbrechende, aber keineswegs bösartige Grantelei  ließ erahnen, dass er  für sein ständiges Umfeld – sagen wir – eine Herausforderung sein konnte. Das dankbare Publikum ergötzte sich an seiner unverblümten Geradlinigkeit  sowohl in politischer Hinsicht wie daran, dass er mich (als seinen Bühnenpartner)  mit einem wütend gefauchten “Aber das ist doch Blödsinn” platt machte, weil ich unterstellt hatte, er würde nur seine eigenen Hochhäuser mit Wohlwollen tolerieren. Zum bejubelten Abschluss gab’s für ihn rote Rosen, die er vorerst skeptisch betrachtete und dann knurrte “die geb’  ich meiner Frau”.

Für viele Menschen baute Peichl Häuser, Generationen übermittelte er liebevoll ziselierte Nachrichten mit seiner spitzen Feder, allen Anwesenden schenkte er die Einmaligkeit dieser Begegnung mit einem unverwechselbaren  österreichischen Kulturträger.

Möge er in Frieden ruhen!

 

 

 

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Workshopreihe Digitalisierung startet am 26. September

Workshopreihe  Digitalisierung startet am 26. September

Der erste Workshop der 7-teiligen Serie gibt einen generellen Überblick über den Einfluss der Digitalisierung auf Informationstechnologien, Marketing, Kommunikation und Vertrieb. Ob groß oder klein, jedes Wirtschaftsunternehmen gleicht ohne die profunden Kenntnisse seiner digitalen Möglichkeiten einem Rennpferd mit 3 Beinen. Die Konkurrenz zieht ungehindert davon.

Gleichgültig wie Ihr Kerngeschäft aussieht,  auch Sie sind dieser Konkurrenz ausgesetzt. Wie wollen Sie branchenweit bekannt werden, wie soll Ihr Kontakt zu Ihrer geschäftlichen Umwelt den Anforderungen unserer Zeit entsprechen, wie wollen Sie bei einem enormen Konkurrenzdruck Ihre Waren und Dienstleistungen verkaufen,  wenn Sie das Spiel auf dem digitalen Klavier nicht beherrschen? Auch wenn Sie sich gut fühlen, werden Sie feststellen, dass man es noch besser machen kann.

Der Geheimrat Goethe ließ seinen Faust sagen: “Zwar weiß ich viel, doch möcht ich alles wissen” . Alles wird nie möglich sein, aber möglichst viele Aspekte der Digitalisierung sollten Sie kennen , die mittlerweile unser Geschäfts- und Privatleben umfassend beherrscht. Das Interesse der Wiener Handelsagenten ist groß, für ein paar Restplätze können Sie sich noch bis 19.September anmelden. Alle näheren Informationen finden Sie auf unserer Webseite   www.wko.at/wien/handelsagenten

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FC Dobrindt – Fiasko in der 88. Minute

Foto alphaspiritEUGH erzielte unerwarteten Treffer.

Wenn ich vor 4 Jahren in diesem Blog dazu aufgefordert habe die Deutschen wegen der diskriminierenden PKW-Mautpläne ihres damaligen Verkehrsministers Dobrindt zu klagen, geschah das, weil ich einfach nicht glauben konnte, was da vor sich ging.

Er versuchte gegen alle EU-rechtlichen Bedenken ein wahltaktisches Manöver der CSUtatsächlich durchzusetzen. Nämlich in Deutschland eine PKW-Maut einzuführen, die nur von ausländischen Fahrzeughaltern bezahlt werden sollte.  Befürchtungen erhielten kräftige Nahrung dadurch, dass die EU-Kommission den Deutschen die Mauer machte, obwohl sie eigentlich dazu da ist, die Einhaltung der EU-Bestimmungen und der Verträge zu gewährleisten.

Das Mautspiel lief zuerst unter Maulen der Nachbarländer ein wenig träge dahin, bis dann Österreich tatsächlich klagte. Allerdings war der neue deutsche Verkehrsminister Scheuer so siegessicher, dass er bereits beträchtliche Summen in die Zeit nach dem Abpfiff investierte. Die Klägermannschaft hingegen ließ schon ein wenig die Köpfe hängen als gegen Ende der Spielzeit auch noch ein Generalanwalt mit einer für die Deutschen günstigen Empfehlung hineingegrätschte. Dazu muss man wissen, dass beim EUGH              8 Generalanwälte unterstützend tätig sind, die für den Gerichtshof Rechtsgutachten erstellen, an welche er zwar nicht gebunden ist, die er aber häufig in seinen Erkenntnissen berücksichtigt.

Ja, und jetzt kommt’s. Die Richter des EUGH haben den Ball volley im Tor untergebracht. Allerdings – aus Sicht von Verkehrsminister Scheuer – im falschen. Sie haben der Klage der österreichischen Regierung stattgegeben. Laut Stellungnahme der Autofahrerklubs wären etwa 1,8 Mio österreichische Autofahrer zumindest einmal im Jahr betroffen gewesen. Den Hauptanteil hätten wohl jene übernommen, die – wie die Handelsagenten – beruflich auch viel im benachbarten Deutschland unterwegs sein müssen.

Foto DesignRage

Man könnte ja von politischem Kleinholz sprechen, aber es geht um mehr! Denn von grundsätzlicher Bedeutung ist, dass die vom Gerichtshof  in dieser causa festgestellte Benachteiligung von Ausländern nach europäischem Recht unzulässig ist. Dem unbelehrbaren deutschen Verkehrsminister wurde die  rote Karte gezeigt. Und das ist gut so, weil es Hoffnung auf ein Europa gibt, in dem die Intentionen der europäischen Verträge tatsächlich auch gegen die Interessen großer Länder durchgesetzt werden.

 

 

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Starkes Digitales Training

                   Copyright Jacob Lund

Kleinbetriebe, die nicht in bestmöglicher Weise alle ihre digitalen Möglichkeiten gebrauchen, schaden sich selbst. Das Jammern über die uneinholbaren Vorteile der Großen hilft gar nichts. Die einzig richtige Methode ist sich selbst zu stärken. Diese Möglichkeit haben die 2000 Mitglieder des Landesgremiums Wien der Handelsagenten beim

Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung

In diesem ersten von mehreren Workshop-Modulen  lernen Sie, die Digitalisierung als Wettbewerbsvorteil zu verstehen und zu nutzen. Sie erhalten einen Einblick in die Möglichkeiten, die Ihnen die Digitalisierung bietet, und in die Technologien, Methoden und Plattformen, die Ihnen dabei zur Verfügung stehen. Sie lernen, warum es sich lohnt, anfangs Zeit und Geld in die Digitalisierung Ihrer Geschäftsprozesse zu investieren, um auf lange Sicht ebenda wertvolle Einsparungen zu erzielen. Anfängern bietet dieser Vortrag einen umfangreichen Einblick, leicht Fortgeschrittenen einen nützlichen Überblick. Digitalisierung umfasst nicht nur Informationstechnologie, sondern auch Marketing, Kommunikation und Vertrieb. Wir zeigen, wie Sie in all diesen Bereichen mit wenig Aufwand viel erreichen.

Inhalt Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung

  • Geschäftsabläufe besser organisieren
  • Kommunikation effizienter gestalten
  • Aufwand und Kosten verringern
  • Im Internet gefunden werden
  • Als Experte wahrgenommen werden
  • Zielgruppen durch Social Media erreichen
  • Online und in Social Media verkaufen
  • Vertriebskontakte, Kunden und Partner organisieren
  • Kundenbindung stärken

Voraussetzungen für Teilnehmer

  • Bereitschaft, sich mit dem Thema Digitalisierung auseinanderzusetzen
  • Interesse, das Gelernte auch in die Praxis umzusetzen
  • Es ist kein technisches Vorwissen erforderlich außer Grundkenntnisse bei der Nutzung von Computer und Smartphone.  Es muss kein Computer mitgebracht werden.

Zusatzinformationen & Unterlagen

  • Die Präsentationsfolien werden bereitgestellt.
  • Checklisten und Handouts helfen bei den nächsten Schritten:
  • Was muss ich tun?
  • Womit beginne ich?
  • An wen kann ich mich wenden?
  • Wo finde ich weiterführende Informationen?
  • Der Trainer kann für (durch die Wirtschaftskammer geförderte) Beratungen angefordert werden

DIESER WORKSHOP MUSSTE AUS TECHNISCHEN GRÜNDEN IN DEN SEPTEMBER 2019 VERLEGT WERDEN. WIR WERDEN RECHTZEITIG TERMINE, ABLAUF UND ANMELDEMÖGLICHKEITEN BEKANNTGEBEN.

 

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Diese Politik verbittert!

Copyright Milan SommerDie Mehrheit der Wähler auf der Insel, die für einen Austritt aus der EU votierten, dachten wohl das ginge nach der Methode Aus, Schluss, Ende. Ein No-deal-Brexit würde diesen Vorstellungen gefühlsmäßig am ehesten entsprechen. Die Tories haben den Brexit versprochen und wollen ihn auf jeden Fall durchziehen. Für die Hardliner ist ein Austritt mit Zollunion oder Binnenmarkt keine Erfüllung des Versprechens, sondern einfach ein Verrat an der Bevölkerung.

Außer den Nordiren dachte wohl niemand an Irland und die Grenze, außer den Schotten niemand an Schottland und schon die Allerwenigsten kannten die Handelsbilanz mit der EU und dass sich die Exporte des UK z.B. nach Südafrika  pikanterweise auf eine Vereinbarung zwischen der Union und den Afrikanern stützen. Solange das UK keine eigenen neuen Handelsvereinbarungen hat, die die weitreichenden 50 Handelsabkommen der EU mit den verschiedensten Ländern ablösen, wird es für die Briten fast überall schwierig werden. Die Flucht vieler britischen Firmen auf den Kontinent  hat vermutlich auch niemand erwartet.

Copyright Kevin J. Frost

Wie unprofessionell kann und darf ein Land dieser Größe sein?          

Dazu kommen 2 verplemperte Jahre , die natürlich innerhalb weniger Tage in Alles-oder-nichts-Verhandlungen zwischen Tories und Labour nicht aufgeholt werden können. Die Vorstellungen, die das britische Unterhaus und die Regierung gegeben haben, nähren berechtigte Kompetenzzweifel. Auf der EU-Seite will man begreiflicherweise keine weiteren Terminverschiebungen, weil das nur Unruhe in den Laden bringt und weil niemand sicher sein kann, wie die Mehrheitsverhältnisse nach den EU-Wahlen aussehen werden, die ja wieder Einfluss auf die Zusammensetzung des Kommissionspräsidiums haben.

Aus gutem Grund stöhnen die involvierten Wirtschaftszweige auf beiden Seiten des Kanals , weil   s i e   wohl zuerst  die Folgen politischen Unvermögens werden tragen müssen.  Aus Parteizentralen tönt es zwar immer, dass alles und alle  auch auf den harten Brexit gut vorbereitet seien,  aber schon   die Bewältigung der millionenfachen Fähr- und Tunnelfahrten in beiden Richtungen kann niemand wirklich abschätzen. Sie müssten ja  von einem Tag auf den anderen einer drittlandgemäßen Kontrolle unterzogen werden. Von all den anderen kleinen und großen Hürden, die sich für tausende Unternehmen im UK und auf dem Kontinent auftun, gar nicht zu sprechen. Die “gute Vorbereitung” entspricht eher dem Pfeifen im Wald. Und zur Sicherheit auf   a l l e s   vorbereitet zu sein kostet die Unternehmen Unsummen, die man einem besseren Zweck hätte widmen können, wenn man sie überhaupt zur Verfügung hat.

Alle, die sich noch an das Küsschen von Alois Mock für Brigitte Ederer unmittelbar nach Abschluss der schwierigen EU-Beitrittsverhandlungen erinnern können und die im Gegensatz dazu das Verhältnis May/Corbyn beobachten, werden erkennen, dass das Zusammenstehen der politischen Kräfte bei Entscheidungen mit solcher Tragweite ein Muss ist. Auf der Insel hat sich das aber noch nicht herumgesprochen. Und diejenigen, die dann die “politische Verantwortung” übernehmen,  werden nach ihrem Ausscheiden ihr Handicap auf dem Golfplatz verbessern.

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DER DIGITALE HANDELSAGENT Workshop-Reihe startet am 25. April

Copyright: Wright Studio

Das Landesgremium Wien der Handelsagenten startet in drei Wochen eine 7-teilige Serie von Workshops, die klare Antworten gibt auf die digitalen Herausforderungen für Klein- und Mittelbetriebe.

Beobachtungen und Umfragen zeigen, dass EPUs und KMUs noch immer ein, sagen wir es vorsichtig, “unvollständiges” Verhältnis zur Digitalisierung ihrer Betriebe haben. Das ist so, als würden die Unternehmer sich den Durchmesser ihrer Luftröhre auf die Hälfte zuschnüren. Reicht vielleicht auch noch zum Leben, aber wie lang? Der Unterschied zu den Großbetrieben ist nicht nur die Größe, sondern, dass diese erfahrungsgemäß bestimmte Fehler einfach nicht machen, wie z.B. eine weitreichende IT-Absenz .
Selbst wenn Sie sich “ein bisserl was” mit der learning-by-doing-Methode beigebracht haben, sind Sie ein Kandidat für die Workshop-Ambulanz.

In der WKO, Wiedner Hauptstraße 63, 1040 Wien  erfolgt  am 25.April um 14,30 ,  die Startveranstaltung, die die Frage behandelt, ob und in welchem Umfang die Digitalisierung Wettbewerbsvorteile auch und insbesondere für kleine Betriebe mit sich bringt. Dieser Startevent ist besonders wichtig, weil er den erforderlichen Problemüberblick schafft. In die Details gehen dann die 6 monatlich folgenden Workshops.


Hier ist die Liste der einzelnen Veranstaltungen

25.04.2019   D 1   DIGITALISIERUNG ALS WETTBEWERBSVORTEIL VERSTEHEN
23.05.2019   D 2   DAS DIGITALE BÜRO – EINFACH, KOSTENGÜNSTIG, OHNE                                                                  EXPERTENWISSEN
18.06.2019   D 3   WEBSEITE UND SUCHMASCHINENOPTIMIERUNG
10.09.2019   D 4   GESCHÄFTSERFOLG DURCH SOCIAL MEDIA 1 (Fb, Instagram,                                                          Twitter)
08.10-2019   D 5   GESCHÄFTSERFOLG DURCH SOCIAL MEDIA 2 (LinkedIn und Xing)
05.11.2019   D 6   WERTVOLLE VERTRIEBSKONTAKTE DURCH SOCIAL MEDIA WERBUNG
03.12.2019   D 7   DIGITAL KUNDEN GEWINNEN + BINDEN

Detailinformationen über die einzelnen Veranstaltungen finden Sie unter                           https://www.wko.at/branchen/w/handel/handelsagenten

Hinweise und Bedingungen

Workshops
bilden zwar eine konzeptiv zusammengestellte Serie, aber die Entscheidung liegt bei Ihnen, welche Segmente Sie konsumieren wollen.

Teilnahmeberechtigung
Ausschließlich Mitglieder des Gremiums der Wiener Handelsagenten (Fachgruppe 311). In ihrer Begleitung sind auch angemeldete Mitarbeiter des jeweiligen Unternehmens zugelassen.

Kursgebühr
EURO 20.- pro Einzelveranstaltung und angemeldeter Person (Das Gremium übernimmt den Großteil der tatsächlichen Kosten). Der Betrag ist im Voraus zu überweisen. Der Zahlungsbeleg dient als Zutrittsbescheinigung. Rückerstattung des Betrages ist ausgeschlossen.

Anmeldung
bis spätestens 18. April an handelsagenten@wkw.at , Fr. Hackstock (01) 51450 Dw 3268
Vermerken Sie Workshopnummer (z.B. D1) , Firmenname, Emailadresse, Tel.-Nummer, Name des oder der Teilnehmer. Die Teilnehmerzahl pro Workshop ist beschränkt.

Bestätigung
Sie erhalten postwendend eine Bestätigungsemail mit der Kontonummer zur Einzahlung der Kursgebühr.

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So leb denn wohl Du stilles Haus

WKW Handelsagenten

Am 15. März 2019 fand die letzte Sitzung des Fachgruppenausschusses der Wiener Handelsagenten am  Schwarzenbergplatz 14 statt. Mitte April übersiedeln wir in das neue Haus der Wiener Wirtschaft im Austria Campus am Praterstern.

Seit 1980 betrete ich das palaisartige Prunkstück Ecke Lothringerstraße/ Schwarzen-bergplatz als Funktionär der Wiener Wirtschaftskammer, seit 2005 als Obmann der Wiener Handelsagenten. Und immer erfreue ich mich an dem Gefühl, das mir das von den Architekten Ernst von Gotthilf und Oskar Neumann geplante und 1903 fertiggestellte Gebäude infolge seiner formalen Komposition gibt. Das Entree, das Stiegenhaus und die platzseitigen Räume im 1. Stock strahlen Kraft, Tradition und Souveränität aus, auch wenn dort im Laufe der Zeit die als notwendig erachteten Veränderungen im Detail ein wünschenswertes Feingefühl vermissen lassen.

Von den stadtwärts gerichteten Fenstern unseres Büros im 3. Stock hätte man sich an dem vorbeiströmenden Wienfluss erbauen können, wäre dessen Einhausung nicht rechtzeitig 1902 fertiggestellt worden. Heute fließt er unsichtbar, von der Sezession kommend, unter der Lothringerstraße in Richtung Stadtpark. Damit wurde auch die Schwarzenbergbrücke hinfällig, die die beiden Teile des Platzes verbunden hat.

Das Domizil in unmittelbarer Nähe des Praters symbolisiert unleugbar eine neue Zeit, die uns ebenso neue Chancen und Aufgaben verspricht, auch wenn wir – Mitarbeiter und Funktionäre – mit ein wenig Wehmut übersiedeln, wie sie von den Titelworten Ferdinand Raimunds ausgedrückt wird.

https://www.lieder-archiv.de/leb_denn_wohl_du_stilles_haus-notenblatt_501411.html

https://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Denkmale/Schwarzenberg

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Schwarzenbergplatz

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Straßenverkehrsordnung mit Kinderfalle ?

   Foto S and S Imaging

Wieder steht eine Überarbeitung der Straßenverkehrsordnung an. Die Begutachtungsfrist der Novelle endete am 18. März. In ihr findet sich u.a. erwartungsgemäß der E-Scooter, der vorläufig hauptsächlich die österreichischen Städte überschwemmt, bevor er auch auf dem flachen Land Eingang finden wird.

Angetrieben von einem Elektromotor brettert er mit bis zu 25 km/h durch die Gegend. Das ist etwa 8x so schnell wie gemächliches Gehen. Sein Gebrauch ist auf den Fußgängern vorbehaltenen Gehsteigen verboten. Sofern vorhanden, saust er also auf dem Radweg dahin, sonst jedoch muss er auf die Fahrbahn. Bezüglich Verpflichtungen und Rechten ist der E-Scooter-Fahrer dem Radfahrer gleichgestellt.

Achtung: auch Kinder können E-Scooter-Piloten sein.

Dazu sagt der Entwurf zur Novelle folgendes:
“(4) Kinder unter 12 Jahren dürfen auf Straßen mit öffentlichem Verkehr, außer in Wohnstraßen, nur unter Aufsicht einer Person, die das 16. Lebensjahr vollendet hat, mit elektrisch betriebenen Klein- und Minirollern fahren, wenn sie nicht Inhaber eines Radfahrausweises gemäß § 65 sind. “

Man muss wissen, dass Kinder diesen Ausweis schon mit 10 Jahren erwerben können und sich daher um zwei Jahre früher als ihre Altersgenossen ohne Aufsicht und Begleitung mit den E-Scootern in die kuschelige Umgebung von Schienenfahrzeugen, kleinen und großen PKWs, Bussen und 30-Tonnern stürzen dürfen.

Foto  simonekesh

Die oben erwähnte Fahrbahn ist nicht nur städtischer Natur, sondern z.B.  auch die einer frequentierten Landesstraße. In meinem Berufsleben als Handelsagent habe ich mit dem Auto über 2 Millionen Kilometer zurückgelegt und Gott sei Dank dabei niemanden verletzt oder getötet. Das passiert schneller als man denkt. Aber ich finde es ziemlich schräg, dass man mir zu guter Letzt Kinder, die womöglich ihre Elektrogeschosse nicht unter Kontrolle haben, vor den Kühler jagt.

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Handelsagenten zwischen den Stühlen

Die von der EU bis 2030 verlangten stark verringerten CO2- Abgaswerte für Autos führen lt. Experten zu spürbaren Preisanstiegen. Wenn dadurch die Verkaufs- und damit auch die Produktionszahlen sinken, gibt’s weniger Arbeitsplätze einerseits und steigende Stückpreise. Und gemessen an heutigen Autopreisen werden die Aufwendungen für E-Autos geschmalzen sein.
Das heißt, was wir jetzt haben wird teurer bzw. verboten, dafür wird was danach kommt echt kostspielig.

Der Vorsitzende des Volkswagen-Aufsichtsrats, Hans Dieter Pötsch, hält es für wahrscheinlich, dass Autos, wie sie heute produziert werden, jedoch ausgestattet mit E-Motor statt Verbrennungstechnik, Mehrkosten von 50% verursachen werden. Auf jeden Fall kann es dazu führen, dass auch der kleine PKW mit E-Antrieb außerhalb der finanziellen Leistbarkeit von Klein- und Mittelverdienern landen wird.

Möglicherweise ist das ein gezielter Schreckschuss eines Automanagers. Auf der anderen Seite kann VW , wie auch alle anderen Erzeuger dem E-Auto als die Zukunftsvariante des Automobils nicht ausweichen. Daraus ergibt sich relativ zwingend, dass für einige Zeit 3 Antriebssysteme nebeneinander angeboten werden müssen: Benzin, Diesel und Elektro.

Christian Senger and the ID./ Volkswagen

Bei Benzin und Diesel haben sich den Eigenheiten der Fahreigenschaft, der Haltbarkeit und der Kilometerkosten entsprechend, unterschiedliche Autotypen herausgebildet. Jemand, der eine hohe Kilometerleistung zu bewältigen hat und auch noch viel Zeug mit sich herumführt, neigt zum innenraumstarken Diesel. Das flotte kleine Stadtauto ist meistens ein Benziner. Diese harmonisch verteilte Mobilitätsbewirtschaftung geht aber langsam den Bach hinunter (siehe deutsche Stadtsperren).

Solange es keine absolut revolutionäre Erfindung auf dem Batteriensektor gibt sowie angesichts eines hohen Kaufpreises des E-Autos, verbunden mit eingeschränkter Reichweite, langer Ladezeit und unsicherer Versorgung mit Ladestationen werden sich die Massen nicht um diese Autos prügeln.
Da sprechen wir noch gar nicht von den spezifischen Erfordernissen bestimmter Berufe, wie zum Beispiel der Handelsagenten, deren Befriedigung in der E-Variante erwartbarer Weise einige Zeit dauern wird.

Handelsagenten_schaffen_Umsatz

Für die Handelsagenten wird die Übergangszeit eine echte Herausforderung. Sie werden zwischen den Stühlen sitzen.
Denn alle Autopreise werden kräftig (siehe oben) gestiegen sein. Das Angebot der alten Modelle wird sich ausdünnen. Die Preise der E-Autos werden die der Benziner und Diesel erheblich übertreffen, wobei die Modellvarianten – um den verständlichen ökonomischen Bedürfnissen der   Hersteller Rechnung zu tragen- sich in Grenzen halten werden.

Aber vielleicht müssen wir uns auf die Drohnen freuen?

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Handelsagenten! Betet für die Vertikale GVO

Sergio Delle Vedeve / Shutterstock.com

Die EU-Kommission überprüft die Vertikale GVO / Vertical Block Exemption Regulation. Grund dafür ist das Auslaufen der bestehenden Verordnung im Jahr 2022. Das Ergebnis kann im schlimmsten Fall den Handelsagenten den Boden unter den Füßen wegziehen. Elementare, für den Berufsstand unentbehrliche Punkte in einem Handelsagentenvertrag wären im Falle der Streichung dieser Grundverordnung per sofort gesetzwidrig.

Ausgangslage
Grundsätzlich ist im Artikel 101 des Vertrags über die Arbeitsweise der Kommission festgehalten, dass innerhalb der EU wettbewerbsbehindernde bzw. verhindernde Vereinbarungen oder Maßnahmen nicht erlaubt sind.

Wie überall gibt es auch dabei Ausnahmen, sogenannten Freistellungen, die mit einer Verordnung, Vertikale GVO, festgeschrieben werden. Die derzeit geltende läuft seit dem Jahr 2010 und wird 2022 enden.

In den dazu erlassenen Leitlinien II/2/ Randnr. 12 – 21 stellt sie u.a. Handelsvertreterverträge von den einschränkenden Bestimmungen des Artikels 101 Absatz 1 frei. Dies, weil sie die Notwendigkeit z.B. von Gebietsschutzvereinbarungen, Ausschluss für Konkurrenzunternehmen zu arbeiten, Preisvorgaben, Kundenkreisbeschränkungen etc. für die typische Tätigkeit eines Handelsagenten anerkennt.

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Wo liegt die Gefahr?
3 Jahre vor Auslaufen geht die Kommission wieder daran zu überprüfen, ob die Verordnung zielführend war, ob die Aufwendungen durch die erreichten Ziele gerechtfertigt waren, ob sie weiterhin notwendig ist und sie deutliche Vorteile im Sinne der EU gebracht hat. Um diese Fragen zu beantworten läuft ein mehrmonatiger Konsultationsprozess.

Es gilt nun für die Interessensvertretungen der Handelsagenten in ganz Europa alle Kräfte zu mobilisieren, damit die Vertikale GVO und damit das sogenannte “Handelsagentenprivileg” möglichst unverändert erhalten bleibt. Das österreichische Bundesgremium der Handelsagenten wird dabei – genauso wie bei Verteidigung der Handelsagentenrichtlinie vor 5 Jahren – eine bedeutsame Rolle spielen.

Seit 2010 hat sich die ökonomische Welt wesentlich verändert. Und so wird es ein hartes und aufwendiges Stück Arbeit sein, die Kommission trotz eventuell auftretenden Gegenwinds, der aus allen Richtungen der Wirtschaft kommen kann, zu überzeugen, dass die Freistellung für Handelsagentenverträge eine Überlebensfrage für die rund 600.000 Handelsagentenbetriebe in der EU darstellt. Von deren Tätigkeit hängt wieder die erforderliche Marktpräsenz einer Unzahl von europäischen mittelständischen Erzeugungsbetrieben ab.

Nur Manna fiel vom Himmel.
Die Bibel und der Koran lehren, dass die Israeliten auf ihrer 40jährigen Wanderschaft durch die Wüste von Manna ernährt wurden, das nachts vom Himmel fiel. Auch wenn es weite Teile der Bevölkerung gerne glauben, heute fällt nichts mehr vom Himmel (außer Satellitenteile). Die Wirtschaftskammer wird sich zusammen mit anderen europäischen Interessengruppen in einem langwierigen Ringen sehr heftig um ein zufriedenstellendes Ergebnis für die Handelsagenten und auch andere Berufsgruppen bemühen müssen.
Wir wollen hoffen mit Erfolg!

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Kuschen, weil die Kohle fehlt?

Foto Trum Ronnarong/shutterstock

In dieser Beziehung habe ich eine konservative Einstellung: wetten oder vor Gericht gehen sollte man nur, wenn man sicher ist zu gewinnen. Die Wirklichkeit zeigt aber, dass man manchmal um eine Klage nicht herumkommt. Ich denke z. B. an Handelsagenten, die sich gezwungen sehen ihre nennenswerten  Ausgleichsforderungen gerichtlich durchzusetzen , weil der Geschäftsherr einfach nicht zahlen will.

Ein guter Anwalt verspricht nicht das Blaue vom Himmel.  Allerdings versteht man bald den Spruch ” Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand”. Weil so klar liege der Fall auch wieder nicht, die zustehende Summe sei geringer als gedacht, die Klage im Ausland ein zusätzliches Risiko und überhaupt koste eben ein Rechtsstreit zuerst einmal Geld  –  die Sachverständigen und die Anwälte natürlich auch etwas und der Prozess könne sich lange hinziehen! Übrigens, wenn es auf einen Vergleich hinauslaufe, den die Richter besonders lieben, zahlen beide Parteien ihre Kosten selbst.

Tja, Herr Anwalt, also was schaut für mich heraus, wenn wir gewinnen? Hmm,
weniger als gedacht , aber – wenn es schnell geht – auch gut!

Und – nur interessehalber – auf welchen Kosten bleibe ich sitzen, wenn ich verliere? Und bei einem Vergleich ? – – – – Oh, da muss ich mich jetzt tatsächlich hinsetzen! 🙁

 

Foto Giulio Fornasar /Shutterstock

Ehrlich gesagt, kann ich mir nur das Gewinnen leisten, Herr Doktor!                                   Sie haben gesagt, die Chancen stünden gut, aber es gebe natürlich keine Garantie ………. Vielleicht sollten wir es doch noch einmal mit einem scharfen Brief probieren!?

Allerspätestens jetzt kommt die Frage des Anwalts nach der Rechtsschutzversicherung. Vor Gericht brauchen Sie für die Durchsetzung Ihrer Ansprüche entweder Geld oder eine Versicherung, die auch Risiken in Verbindung mit dem Handelsvertreterrecht versichert, was nicht immer der Fall ist.
Leider zeigt die Erfahrung, dass die Kombination kein Geld  u n d  keine Versicherung ziemlich anstrengend, aber durchaus nicht selten ist. Wenn dann eine gütliche Einigung auch noch scheitert, kann man seine Ansprüche in den Rauchfang schreiben.

Es lohnt sich also rechtzeitig über das Stopfen dieses Vorsorgelochs nachzudenken.
Das Gremium der Handelsagenten hat ausschließlich für seine  Mitglieder eine vergleichsweise kostengünstige Rechtsschutzversicherung ausgehandelt. Ebenfalls nur für die Mitglieder des Wiener Landesgremiums der Handelsagenten existiert eine kostenlose juristische Erstberatung durch den Vertrauensanwalt des Gremiums Dr. Gustav Breiter.

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Deckt EU-Recht deutsche Mautungerechtigkeit?


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Wird die Wortklauberei über die Realität siegen? Führt der EuGH-Generalanwalt Nils Wahl die Union in ein juristisches Chaos, wenn er empfiehlt die österreichische Klage gegen die geplante deutsche Pkw-Maut abzuweisen? Die Fach- und Laiendiskussion schwappt über!

Wahl liegt sicher nicht falsch , wenn er behauptet, dass durch die geplante Regelung keine grundsätzliche Diskriminierung ausländischer Staatsbürger vorliege. Warum? Weil sich die “Gutschrift” auf die KFZ-Steuer der in Deutschland zugelassenen PKWs bezieht. Und diese können ebenso auf Deutsche, wie auf Ausländer zugelassen sein. Ein deutscher Staatsbürger hingegen, der in Österreich lebt und ein Auto mit österreichischem Kennzeichen fährt, kriegt – obwohl auch Deutscher – natürlich keine Gutschrift.

Also werden nur jene benachteiligt, die ausländische Autos fahren. Und ausländische Autos unterliegen wohl nicht dem Gleichheitsgrundsatz der EU!

Vielleicht ist das alles juristische Spitzfindigkeit, die die erklärte Absicht des deutschen Verkehrsministers bemäntelt, aber sicher trägt diese nicht der Realität und unserer Lebenserfahrung Rechnung . Minister Scheuer hat es ja völlig offen erklärt: Wer nicht die deutsche KFZ-Steuer zahlen muss, soll nicht besser dran sein, als die Deutschen.

Foto Lupo / Pixelio.de

Dem steht aber gegenüber, dass in Wirklichkeit die meisten Fahrzeughalter deutscher Autos Deutsche und die Halter von PKWs ohne deutsche Kennzeichen zwar vielleicht EU-Bürger, aber eben keine Deutschen sind . Also wendet sich das ganze Manöver natürlich doch gegen die Ausländer und in erster Linie die Einwohner der Nachbarländer.

Europarechtler wie Walter Obwexer (Uni Innsbruck), Stefan Griller (Center of European Studies), Franz Leidenmühler (Uni Linz) warnen vor weitreichenden Auswirkungen innerhalb der EU, weil sich (dzt. noch 27) andere Mitglieder nach dem endgültigen EuGH-Entscheid in ein paar Monaten ähnliche Mätzchen zur Bevorzugung ihrer eigenen Staatsbürger einfallen lassen könnten. Dann bekommt das Festkleid der europäischen Gleichheit ein paar unschöne Brandlöcher.

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Wer eine Firma will, muss leiden

So lautete die Überschrift eines Artikels in der PRESSE vom 27.Jänner 2019. Es ging um die Gründung eines Unternehmens.

Ich will mich hier auf die Unterschiede zwischen wirklichem Leid und den Schwierigkeiten ein Unternehmen zu gründen und ins Laufen zu bringen nicht weiter einlassen. Dass eine kleine Firma zu betreiben nicht dem entspricht, was man in Wien unter einem  ” Lercherl” versteht, ist keine besonders neue Erkenntnis.
Nach 45 jährigem Besitz meiner Gewerbeberechtigung kann ich aber sagen, dass die meisten Kolleginnen und Kollegen die sich ergebenden Widerstände vielleicht zeitweise als widerlich, als mühsam und als entnervend empfunden haben oder diese sie schlaflos gemacht haben, aber die wenigsten haben gelitten. Und wenn, dann nicht wegen des Anmeldevorgangs.

Allerdings gebe ich zu, dass ich in den 14 Jahren, die ich nun schon dem Wiener Gremium der Handelsagenten vorstehe, Menschen kennengelernt habe, die ich, ob Mann oder Frau, nicht als den Idealtypus des kampfesfreudigen Unternehmers einschätzen konnte.

Und nun zur Frage: wie komme ich zu meiner Gewerbeberechtigung als Handelsagent?

Wenn Sie – wegen der warnenden Überschrift – mit dem Lauf über glühende Kohlen oder Glasscherben, der peinlich genauen Untersuchung in einem Verhörkeller oder ähnlichem rechnen, muss ich Sie beruhigen.

Sie gehen einfach zur Gewerbebehörde in Ihrem Bezirksamt und melden das Gewerbe an. Das war’s dann.

Die wichtigsten Voraussetzungen: mindestens 18 Jahre alt, Österreicher bzw. EU-Bürger, keine Vorstrafen. Eine Detail-Information zu diesem Punkt finden Sie auf unserer Website https://www.wko.at/branchen/w/handel/handelsagenten/start                                                  Die Jahresgrundumlage (das ist der Kammerbeitrag für Einzelunternehmen) beträgt     EURO 80.-

Sie können es aber noch schlauer anfangen. Wenden Sie sich an das Gründerservice der Wirtschaftskammer Wien, Stubenring 8 – 10 , wie es etwa 12.000 Interessenten im Jahr 2018 vor Ihnen getan haben. Oder – noch individueller – vereinbaren Sie einen Termin für eine Gründerberatung (3000 Personen im Jahr 2018). Tel. 01-514 50-1050,
E-Mail:gruenderservice@wkw.at


Foto Nessler

 

Fazit: Wer Handelsagent werden will, muss nicht leiden.



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Dieselfahrverbote erregen Deutschland

 

ibreakstock – shutterstock.com

Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig gelten Fahrverbote in Umweltschutzzonen für Diesel-PKWs EURO-Norm 1-4 per sofort, für Euro-Norm  5 ab Herbst 2019. Unbehelligt bleiben demzufolge die Fahrzeuge mit EURO-Norm 6.

Betroffen sind geschätzte 12 Millionen der in Deutschland angemeldeten 46 Millionen PKWs, die in etwa 60 deutschen Städten, zumindest abschnittsweise, nicht werden fahren dürfen. Die Deutsche Umwelthilfe klagt aber weiter alle Kommunen, in deren Bereich Messungen ein Überschreiten des von der EU erlassenen Limits anzeigen, um entsprechende Dieselfahrverbote zu erzwingen.

Parallel dazu wird allerdings an mehreren Fronten erbittert gerungen. Begriffe wie “Enteignung”, “Fehlmessungen”, “wissenschaftliche Ungenauigkeit” stehen im Raum.

Die Besitzer der inkriminierten Autos sprechen von “Enteignung bzw. Wertverlust”, weil sie ihre ordnungsgemäß zugelassenen PKWs nicht mehr uneingeschränkt nützen dürfen und dieser Umstand den Wert der Autos, soweit sie den EURO-Normen 1-5 entsprechen, bei Weiterverkauf ziemlich unattraktiv werden lässt. Verbunden damit gibt es heftigen politischen Streit darüber, ob nicht die Autohersteller flugs kostspielige Hard- und Softwarenachrüstungen vorzunehmen hätten, was diese kategorisch ablehnen.

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Solange die vielfach eingerichteten Messgeräte, die an verkehrsreichen Stellen die NOx-Anteile in der Luft  messen, keine behördlichen Verbote nach sich zogen, war offenbar das Interesse an ihnen gering. Jetzt aber werden sowohl die Positionierungen, wie auch die Methodik der Messungen in Frage gestellt. Man wird also daran gehen diese deutschlandweit zu überprüfen. Es kann durchaus sein, dass die ermittelten Werte sich erheblich ändern, wenn man die Messeinrichtungen wo anders hinstellt.

Nicht genug damit, hat ein Prof. Dr. Dieter Köhler an der Spitze einer Hundertschaft von Lungenfachärzten die Arena betreten, der die von der EU veröffentlichten Richtwerte in Zweifel zieht, weil die darin genannten NOx – Mengen  nach seiner Meinung keine nennenswerte Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit herbeiführen bzw. die Sterberaten nicht beeinflussen. Auch die vom PKW-Verkehr erzeugte Feinstaubbelastung hält er mengenmäßig für unproblematisch.

Und damit es richtig chaotisch wird, weigert sich der Verkehrsminister eine im ganzen Bundesgebiet  wirksame sogenannte “blaue Plakette”  aufzulegen, die gleichsam eine Unbedenklichkeitsbescheinigung für die auf allerletztem Stand erzeugten /gebrachten Dieselfahrzeuge darstellen würde. Was bedeutet, dass jede Stadt es selbst wird regeln müssen, wie sie denn einen Diesel-PKW einstufen kann, ohne jedes einzelne Fahrzeug anzuhalten und die Zulassungspapiere zu kontrollieren.

Die jüngst angezettelte Auseinandersetzung darüber, ob in Deutschland Tempo 130 auf Autobahnen eingeführt werden soll (und es dann mit dem Traum von “freier Fahrt für freie Bürger” vorbei ist)  und die beginnende Abwicklung der Schadenersatzklagen von Autokäufern gegen die Autoindustrie, wird den deutschen Autohandel nicht so schnell zur Ruhe kommen lassen.

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“Brexiale” Schlafwandler

Foto Krammer

Den Titel “Die Schlafwandler” gab Christopher Clark seiner minutiös dargestellten Vorgeschichte des 1. Weltkriegs “als nicht gewolltes, auch vermeidbares Ergebnis einer dichten Folge von Ereignissen und Entscheidungen.” (Klappentext). Mit dem Weltkrieg ist der mögliche Austritt des UK aus der Europäischen Union in seiner Bedeutung und Auswirkung selbstverständlich nicht vergleichbar. Wohl aber darin, dass unbedachte politische Handlungen oft eine Reihe von immer weniger steuerbaren Folgen hervorrufen.

 

 

Vielleicht kann man sagen, dass das UK in den letzten 45 Jahren, seit Eintritt in die EG, aus Sicht der Kontinentaleuropäer ständig genervt hat. Einer der Höhepunkte war 1984  Thatchers “I want my money back”. Vielleicht lag De Gaulle mit seiner Beurteilung der Briten nicht ganz falsch, diese wären in ihren gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Strukturen, in Ihren Gewohnheiten und Traditionen zu unterschiedlich von  Kontinentaleuropa. Kann ja sein!

War das Verhandlungsziel der EU der Zusammenhalt?

Dennoch frage ich mich, welchen Auftrag der glänzende Chefverhandler der EU Michel Barnier gehabt hat? Sollte er die Briten in die Ecke drängen, in der sie jetzt sind, oder sollte er ihnen den Weg zeigen, wie man trotz aller Zweifel in der EU bleiben kann ? Für mich sieht es mehr nach Variante 1 aus. Jetzt haben die 27 wahrscheinlich “die Schlacht gewonnen, aber den Krieg verloren” Warum?

Heike/pixelio.de

Weil wir es den Briten vielleicht “zeigen” werden, aber einiges dazu tun, dass aus dem europäischen Bauwerk ein tragender Teil herausgerissen wird. Das kann auf lange Sicht zur Katastrophe führen. Es ist ja absurd, dass bei öffentlichen Auftritten kontinentaleuropäische Politiker darauf pochen, dass ein No-deal-Brexit die Insel wirtschaftlich schwerer treffen würde als die 27. Man kann die Bedeutung der britischen Mitgliedschaft doch nicht auf die Ökonomie reduzieren.   <

Diesen Partner darf man nicht einfach gehen lassen!

  • Mit rund 65,6 Millionen Einwohnern liegt das UK an dritter Stelle in der Union.
  • Es ist Gründungsmitglied der NATO  sowie der Vereinten Nationen.
  • Es ist Atommacht, ständiges Mitglied des UN- Sicherheitsrats und  G7-Staat.
  • Gemessen am BIP ist es nach Deutschland  die 2. – größte Volkswirtschaft der 28
  • Es erbringt fast 1/5  der Gesamtwirtschaftsleistung der Union
  • 44% seiner Exporte gehen in die EU, 54% seiner Einfuhren kommen von dort
  • Seit 45 Jahren ist es unser Partner in der Union (bzw. den Vorgängerorganisationen)
  • Es war das letzte westliche Bollwerk gegen den Faschismus in Europa
  • Und damit ein Vorkämpfer für die heutige demokratische Gesellschaftsordnung     

 

Was kommt nach dem harten Brexit? “Es wird schwierig, aber wir sind gut vorbereitet.”

 

Petra Engeljehringer/pixelio.de

Was soll denn das bedeuten? Wie gut vorbereitet kann denn ein Handelsagent sein, der heute seinem Kunden nicht einmal versprechen kann, dass es nach dem 29. März
überhaupt noch Ware aus dem UK geben wird. Von den Preisen und eventuell geänderten Lieferbedingungen gar nicht zu reden.

Wenn angeblich britische Banken aus dem Handgelenk 800 Milliarden nach Europa transferieren, um für den worst case gewappnet zu sein, nennt man das planvoll und gut vorbereitet? Wenn eine praktisch unbekannte Zahl von auf EU-Recht basierenden Verträgen plötzlich mit dem Partner im Drittland UK neu ausgehandelt werden muss, nennt man das eine gute Vorbereitung?

Die Schlafwandler auf beiden Seiten sollten schnellstens munter werden und sich die Augen reiben – sonst gibt es ein böses Erwachen!

Quellen: Clark Die Schlafwandler, bpb Bundeszentrale für politische Bildung , Wikipedia

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G’sund Geld machen

Geld-zurück-Garantie für eifriges Radfahren, weniger Schnitzel, mäßig viel Alkohol und keine Zigaretten ? Wo gibt es denn das? Sie werden es kaum glauben – bei der SVA.

Geld zurück, das wollte ich auch. 🙂 

Bewegung in frischer Luft fördert
die Gesundheit und kann den Selbstbehalt
halbieren. / Foto Krammer

SELBSTÄNDIG GESUND sagte “Was sind Deine  Gesundheitsziele?”  Weniger Gewicht, guter Blutdruckwert usw. Damit habe ich ein halbes Jahr ganz schön gekämpft. Jetzt schnaufe ich nicht mehr beim Stiegensteigen , mache 160.000 Schritte im Monat und zahle statt 20% nur mehr 10% Selbstbehalt bei ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen.

Wie viel das bei Ihnen ausmachen könnte, zeigt die Abrechnung der SVA, die Ihnen jedes Jahr zugesandt wird . Viele wird es nachdenklich machen, dass sie doppelt so viel Selbstbehalt zahlen, als Sie eigentlich müssten. Auf  www.svagw.at finden Sie unter  Gesundheit & Vorsorge alle Informationen darüber, wie Sie das ändern können.

Und was ganz wichtig ist: es geht ja nicht nur um’s Geld, es geht um Ihr Leben !


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PKW-Vielfahrer zur Kasse


Foto Andreas Hermsdorf_pixelio.de

 

Am 30.12.18 erteilte der neue deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer einem deutsch-österreichischen Konsortium den Zuschlag die geplante deutsche PKW-Maut zu kassieren. Der Start ist Oktober 2020.

„Das heißt, wir können Gerechtigkeit auf deutschen Straßen schaffen, weil jeder, der unsere Infrastruktur benutzt, der zahlt auch – ohne Mehrbelastung für die Inländer“, ließ Scheuer per Video wissen.

Österreichs Klage beim EuGH gegen diese Vorgangsweise , der sich die Holländer angeschlossen haben, wird Mitte 2019 entschieden. Wobei es um die Diskriminierung der Ausländer geht, denn gerade diese hatte der ehemalige Verkehrsminister Dobrindt der deutschen Öffentlichkeit versprochen.

Foto H.D.Volz_pixelio.de

Wer aus geographischen (z.B. deutsches Eck) und/oder beruflichen (z.B. Handelsagenten) Gründen deutsches Gebiet befahren muss, wird also in 2 Jahren zur Kasse gebeten. Es sei denn, dass die deutsche Regierung kalte Füße kriegt, wenn der EuGH die Bevorzugung der eigenen Staatsbürger verbietet. Für wahrscheinlich halte ich das aber nicht.

Als unerfreuliches Wetterleuchten am Vielfahrer-Horizont sei noch der Wunsch der EU-Kommission erwähnt spätestens ab 2026 in Europa nur kilometerabhängige Mauten zu dulden. Ob die Vertreter der EU-Staaten einem solchen Schlag gegen die beruflichen und privaten Vielfahrer (wie z.B. Pendler, Handelsagenten u.a.) zustimmen werden, bleibt offen. Allerdings können sie sich auf die EU ausreden, als Umweltschützer glänzen und einen Strom von Geld in die öffentlichen Kassen leiten.

Die beruflichen Vielfahrer können kein Interesse an einer kilometerabhängigen Maut in Österreich haben. Es ist also höchste Zeit, dass sich politische Vertreter der betroffenen Bevölkerungsgruppen gemeinsam überlegen, wie man diese Ideen wirkungsvoll bekämpft.

Quellen: ORF, www.autozeitung.de

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2019 wird alles besser

Haben Sie zu Silvester Ihre Neujahrsvorsätze gefasst? Eine globale Studie besagt, dass 59,46% der Vorsätze sich auf das eigene Körpergewicht beziehen.

Hauptsache Sie haben die Angelegenheit pünktlich zu Neujahr erledigt. Obwohl – mit Neujahr ist das so eine Angelegenheit. Erst Cäsar hat 46 v. Chr. den Start des Kalenderjahres um 2 Monate auf den 1. Jänner vorverlegt (weil das römische Amtsjahr zu diesem Zeitpunkt begonnen hat). Den Bewohnern anderer Gegenden war und ist Cäsars Ordnungssinn offensichtlich gleichgültig. In Teheran zum Beispiel müssten Sie mit Ihren Neujahrsvorsätzen bis 20./21. März warten und in Russland hätten Sie vor 1701 überhaupt bis zum 1. September Zeit gehabt. Muslime wieder sind 2016 am 2. Oktober ins nächste Jahr gestartet. Also machen Sie sich wegen des Zeitpunkts keinen Kopf.

Ein strukturiertes Vorgehen

ist aber gleich von ganz anderer Bedeutung,  für die Verwirklichung guter  Vorsätze oder Vorhaben unentbehrlich. Die beiden Begriffe sind ja nicht identisch. Auf www.mundmische.de heißt es: ” Ein guter Vorsatz ist ein Gaul, der oft gesattelt, aber selten geritten wird”. Ein Vorhaben hingegen haben Sie in der Amtsstube Ihres Gehirns mit Brief und Siegel abgegeben. Die kleinen grauen Zellen sind schon an der Arbeit!

Ob Vorsatz oder Vorhaben, in beiden Fällen kann man durch Beantwortung von 3 entscheidenden Fragen leere Kilometer vermeiden :

1.) Was bringt’s? Auf Teufel komm raus zu rudern, nur damit etwas geschieht, ohne definiertes sinnstiftendes Ziel, ist ja ziemlich bescheuert. Also weg mit den sinnlosen Alibiaktionen! Spart Zeit und Geld.

2.) Wie geht’s? Wie packt man die Sache schlau und schlüssig an, damit die Erfolgsaussichten am größten sind? Ein Plan und haltbare Zahlen müssen her. Braucht man Infos, braucht man Hilfe, sind die Ressourcen vorhanden etc.?

3.) Wann wirkt’s? Schon im Simplicissimus 1669 hieß es : gut Ding will Weile haben. Die Frage ist ja nur, wie lang die Weile dauert. Braucht man den schnellen Erfolg, hat man nicht ewig Zeit ihn vorzubereiten. Also malen Sie sich ein Plakat für’s Büro, oder lernen Sie die drei Fragen auswendig:

WAS BRINGT’S  –  WIE GEHT’S  –  WANN WIRKT’S

P.S. Die 59,46% sind fake. Das habe ich einfach erfunden. Nicht einmal die Studie gibt es (zumindest soviel ich weiß). Aber in der großen, bedeutenden Welt gilt man eben nur mehr etwas mit “fake inclusive” 🙂 Der Rest ist wahr, ich schwöre.

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Es weihnachtet

Sehr geschätzte Leserin, lieber Leser des Handelsagentenblogs,

wir sind wieder da, nach dem wir einige Zeit ausgesetzt haben. Gegenstand sind nach wie vor Informationen, Vorgänge und Probleme soweit sie vermutetermaßen Handelsagenten und KUMs betreffen und interessieren.

Wenn Sie alle erscheinenden Beiträge und Kommentare automatisch bekommen wollen (das zahlt sich aus 🙂 ) klicken Sie rechts oben auf das kostenlose Abo (RSS). Wollen Sie sich überdies dazu äußern, schreiben Sie Ihren Kommentar.

Nun aber zum Wichtigsten

Das Gremium sendet Ihnen, weil Sie zu unserer noch ausbaufähigen Leserschaft gehören, ganz persönlich die besten Wünsche zu Weihnachten.   Verbringen Sie die Festtage in Harmonie zusammen mit den Menschen, die Ihnen nahe sind und die Ihnen am Herzen liegen. Und keinen Stress! Weihnachten ist ein ruhiges Fest.

2019 möge Ihnen Gesundheit und Wohlergehen schenken. Und was den Erfolg angeht, soll es ganz toll werden – das wünschen wir Ihnen.

Herzliche Grüße

Walter Krammer, Obmann und Andreas Gurghianu, GF

 

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Vorsteuerabzug für Handelsagenten-PKWs !

 

Das Verbot des Vorsteuerabzugs für Firmen-PKWs, das das Gremium der Handelsagenten unverändert seit Jahrzehnten bis hinauf zu den Höchstgerichten bekämpft, ist systemwidrig und speziell für Handelsagenten und andere kleine Unternehmen eine Ungerechtigkeit ersten Ranges.

Teile des nachfolgenden Textes konnte man schon im Jänner 2015 im Handelsagentenblog lesen. Geändert hat sich seither nicht viel. Handelsagenten brauchen nach wie vor den Vorsteuerabzug für ihr Mobilitätswerkzeug 

Handelsagenten können nichts dafür, dass in den allermeisten Fällen das steuerlich verfolgte, aber eben unentbehrliche Auto die größte Investition und den größten Daueraufwand darstellt. Für sie ist das vergleichbar mit dem Bau und Betrieb des neuen Versicherungsgebäudes oder der Neuanschaffung des Maschinenparks eines Industriebetriebs. Würde man diesen dabei den Vorsteuerabzug versagen, da wäre aber Feuer am Dach!

Und man komme mir nicht mit der existierenden Liste der Vorsteuer-Pkws. Mit dieser ist man einst nicht den Steuerzahlern entgegengekommen, sondern es war eine Verbeugung vor den Autokonzernen. Außerdem ist z.B. auch der Bäckermeister nicht gezwungen seinen neuen Backofen aus einer staatlich genehmigten Liste auszuwählen (!), nur weil er die Vorsteuer abziehen will. Im Übrigen habe ich von einer Luxustangente bei Bäckereimaschinen auch noch nie etwas gehört. Liebe Bäcker, verzeiht mir!

Das Gremium der Handelsagenten hat zusammen mit anderen interessierten Fachverbänden gegenüber dem Finanzministerium die Einbeziehung ökologischer Überlegungen in das Projekt “Vorsteuerabzug für firmeneigene PKWs” ja schon ins Spiel gebracht. Aber es geht einfach nichts weiter. Die nächste Steuerreform wäre eine günstige Gelegenheit, Herr Finanzminister!

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Nr. 18 wohnt im 6.Stock

Die Blüten der Datenschutzgrundverordnung DSGVO

Mein Apotheker weiß als Postpartner, an wen ich Briefe schreibe oder Pakete verschicke. Hingegen hat ein in der Nähe befindlicher Altwarenhändler Kenntnis von den Namen jener, die an mich Pakete geschickt haben, die nicht zugestellt wurden.

Parallel dazu vermeinte der Bewohner eines Gemeindebaus die Deckung der DSGVO  zu haben, als er forderte, dass auf dem Klingeltablar die Namen der Bewohner durch Türnummern ersetzt werden müssten. Ein Rösselsprung der eher unschlüssigen Hausverwaltung  folgte. Es gab nämlich auch Mieter, die auf die Beibehaltung ihres Namens bestanden. Und angeblich alles unter Schutz der DSGVO!

Unerquicklich ist der Umstand, dass die über ganz Europa ausgegossene Verordnung überhaupt solche Unsicherheiten auslöst. Selbst anerkannte Juristen zucken die Achseln und verweisen auf  die zu erwartende Judikatur, weil sie unvorhersehbarer Weise im Einzelfall ja so oder so ausgehen könne.

Umfrageergebnisse legen nahe, dass bis jetzt nur etwas mehr als die Hälfte der österreichischen Unternehmer die DSGVO umgesetzt hat.

Was soll angesichts solcher an Unwirklichkeit grenzenden Verhältnisse der kleine Unternehmer tun? Trotz der vielen Flyer und Aufklärungsschriften, der Seminare und Lehrveranstaltungen (unser Gremium hat 2 davon durchgeführt, die sehr gelobt wurden) ist Unternehmer  und Unternehmerin teilweise ratlos.

Auch weiterhin gar nichts in Richtung Umsetzung zu veranlassen, weil man vermeintlich oder tatsächlich überfordert ist, kann nachweislich nicht als gute Idee bezeichnet werden. Die ersten Firmen wurden bereits bestraft und andere werden folgen.

 Als Betroffene sollten Sie zuerst einmal mit dem Einsammeln der notwendigen Informationen beginnen. Z.B. auf  DSGVO Handelsagenten Wien.

Wenn anhand von Mitgliederkommentaren  des Wiener Gremiums der Handelsagenten oder Wortmeldungen an das Gremium (handelsagenten@wkw.at) deutlicher Bedarf spürbar wird, werden wir gern eine weitere, dritte Info-Veranstaltung zum Thema DSGVO anbieten.

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Der abdemonstrierte Ast

Wenn es um Demonstrationen geht wird man selten Einigkeit darüber erzielen können, ob Zweck / Thema, Ort, Zeit und Datum, bzw. das Ausmaß der Beeinträchtigung von Unbeteiligten angemessen sind. Noch weniger zielführend ist die Qualifizierung des Demonstrationsgegenstands. Was den einen heilig ist, hat bei den anderen einen Pipifax-Stellenwert.
In Österreich darf die zuständige Behörde nur dann eine Demo verbieten, wenn die öffentliche Sicherheit oder das öffentliche Wohl gefährdet werden. Diese Gefährdung ist bei Demos , die einen friedlichen Verlauf erwarten lassen, kaum argumentierbar. Verkehrsstaus sind lästig. Lärm ist Belästigung. Schmutz und Abfall im Gefolge der Demo ärgert den Bürger. Aber das alles ist keine Gefährdung.   Insofern befinden sich also die Demonstranten mit ihren Veranstaltungswünschen gegenüber der Behörde immer leicht im Vorteil.
Wenn man, das alles bedenkend, dann im TV auch noch sieht , wie in anderen Ländern rund um den Globus Demonstranten verdroschen werden, ist Österreich , was die Demonstrationsfreiheit anbelangt, geradezu ein Paradies.

An dieser Stelle regt sich jetzt bei manchen Lesern schon Unwille.                                         Na will der, dass Leute, die ihr Recht auf Demonstration ausüben, blutig g’haut werden?
Nein, das wünsche ich mir natürlich nicht, aber das Demonstrationsrecht kann auch nicht Vorwand für jede Art der Provokation und Eskalation sein! Und gerade, weil wir das Demonstrationsrecht hochhalten wollen, haben die Demo-Organisatoren auch eine besondere Verantwortung und sie müssen über den Tellerrand ihrer eigenen Veranstaltung hinausblicken.

Regelmäßig an starken Einkaufstagen durch die Innenstadt oder die Mahü zu ziehen, heißt nämlich dort schon viele mögliche Kunden vertrieben zu haben, die im Radio oder TV aufgefordert wurden die Gegend zu meiden. Jeder weiß: weniger Kunden – weniger Umsätze – weniger Provision für jene, die zum guten Teil davon leben müssen – und das sind nicht die Reichen. Also Ebbe im Familienbörsel. Und da kann man die Handelsagenten gleich mit einbeziehen, die daran gehindert werden ihre Termine wahrzunehmen.

Nicht nur an sich, sondern auch an andere denken

 

Da büßen hübsch ein paar Unternehmer und Mitarbeiter dafür, dass etwa frustrierte Regierungsgegner – und nicht nur diese –  ihren Zorn ausgerechnet vor ihrem Geschäft hinausbrüllen wollen. 
Und, ganz ehrlich, es geht ja nicht nur ums Geld. Wenn man immer und immer wieder gerade in den Stoßzeiten bedenkenlos den Verkehr lahmlegt, werden in einer Großstadt wie Wien genug Menschen in der Ausübung zahlloser sozialer Verpflichtungen gehindert. Von “gestresst zur pflegebedürftigen Oma hurteln” bis hin zu “nach dem Job schnell die Kinder aus dem Kindergarten holen”.
Es sollte – Demonstrationsrecht hin oder her – nicht so einfach sein den Ast abzudemonstrieren, auf dem a n d e r e  sitzen müssen, im Einzelfall aber sogar die Demonstranten selbst.

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Wie ticken Politik und Medien wirklich?

Die Wiener Handelsagenten hatten am 3. Dezember bei vollem Haus Univ. Prof. Dr. Peter Filzmaier zu Gast. Es war ein informativer, spannender und unterhaltender Abend.

Nessler / Wiener Handelsagenten

Prof. Filzmaier begründete die wechselseitige Abhängigkeit zwischen Politik und Medien damit, dass Politik ohne Öffentlichkeit und die politikbezogenen Medien ohne das politische Insiderwissen nicht funktionieren können.

 

Wenn sie erfolgreich sein wollen, müssen Handelsagenten wissen wie ihre Branche funktioniert und das nicht nur oberflächlich. Staatsbürger denken genau so über die Vorgänge im Staat. In den letzten Jahrzehnten hat sich aber schleichend ganz allgemein ein gewisses Misstrauen entwickelt, ob wir die wahre Motivlage in Staat, Gesellschaft und bei den Medien überhaupt wirklich erkennen können. Es war also an der Zeit der Sache auf den Grund zu gehen.

 

Bildet die politische Szene das Volk ab?  Vermitteln die Medien die Wahrheit?                                                                                                                   

Durchaus erheiternd war Prof. Filzmaiers Exkurs in die Seele des Wahlvolks, das zwar von Politikern Unabhängigkeit, Bürgernähe, Sachkenntnis, Entscheidungsstärke, Charisma, Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit verlangt, aber selbst in diesen Kategorien nicht selten schwächelt. Die Anwesenden  (aber sie waren ja nicht gemeint) überraschte er mit der Behauptung durchschnittlich nur 10% der Bevölkerung würden sich für Politik interessieren – und das nur etwa 20 Minuten pro Woche. Nicht weniger ernüchtern war seine Feststellung :” ……was nicht in den alten und neuen Medien vorgebracht wird, gilt nicht und hat nicht stattgefunden”.

Untersuchungen zufolge sind nach wie vor TV, Zeitungen, Internet, Radio und soziale Netzwerke  mit absteigenden Prozentzahlen die beliebtesten Informationsquellen. Der politische Wissenserwerb durch persönlichen Austausch humpelt angeblich mit schütteren 4% weit abgeschlagen hinterher. Das wäre ein schwerer Schlag gegen den Stammtisch.               

Nessler / Wiener Handelsagenten

Die oben angeführte Reihenfolge gilt auch für die Zuordnung der Glaubwürdigkeit durch die Bevölkerung. Mangelnde Ausbildung der Journalisten und die Ressourcenknappheit in den Redaktionen, welche u.a. die fundierte Recherche behindert, ortet er als schwerwiegendste Handikaps in der Welt der Medien. Dass auch für die Medienwelt der Spruch Gültigkeit hat vom Geld, das die Welt regiert, wurde nicht bestritten. Die anschließende engagierte Publikumsdiskussion versuchte die letzten Unklarheiten zu beseitigen.  

 

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Silberne Hochzeit mit der eigenen Firma

Einmal im Jahr gratulieren wir jenen  Mitgliedern des Gremiums, die seit 25 Jahren oder mehr eine Gewerbeberechtigung des Gremiums der Wiener Handelsagenten besitzen.

Für diejenigen, die sich einer kleinen Feier und den dem Anlass angepassten Worten des Gremialobmanns W. Krammer persönlich aussetzen wollten, gab es im altehrwürdigen Kleinen Saal am Schwarzenbergplatz  eine Urkunde, Sekt, Kaffee und Brötchen.

Dabei kam am 27.11. 18 wieder deutlich zum Ausdruck, dass es speziell für kleine Unternehmen eine besondere Leistung darstellt ihren Bestand mit Erfolg über ein Vierteljahrhundert gesichert zu haben. Der Obmann würdigte die Zielstrebigkeit und Ausdauer dieser Mitglieder, deren Einsatz nicht nur für sie selbst, sondern für die gesamte  Wiener Wirtschaft von großer Bedeutung ist.

 

Fa. Heumesser, Fr. Mag. Heumesser
Fa. Kopp, Fr. Sabine Kopp

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Die arme Tante Mimi

Jerzy/pixelio.de

Zusagen und ohne Absage einfach nicht kommen. Unter dieser Unhöflichkeit leiden nicht nur alte Damen. 

Es kommt ja nicht so oft vor, dass die Tante Mimi Freunde oder gute Bekannte zum Abendessen einlädt.  Wie jeder, der Gäste erwartet macht sie sich Mühe und bereitet alles sehr penibel vor.

  Die kommen aber nicht, obwohl sie zugesagt haben. Die rufen auch nicht an. Die gehen einfach nicht hin.

Ich weiß schon,  S I E, lieber Leser,  tun so etwas nicht, weil Sie ein gut erzogener Mensch sind.  Weil Sie Einladungen zu schätzen wissen und sich durch Ihre Zusage  verpflichtet fühlen.

Joujou/pixelio.de

Und vor allem sind Sie eben nicht mit dem Düsenjäger durch die Kinderstube geflogen .

Tja, das gilt nicht für alle.  Bei Veranstaltungen im Wirtschaftskammerbereich, bei   Seminaren oder gesellschaftlichen Events tauchen heute bis zu 30 % der angemeldeten Gäste einfach ohne Angabe von Gründen nicht auf. Eine Entschuldigung erwartet sowieso niemand. Schon ein telefonischer Hinweis würde den Organisatoren genügen. Aber auch das ist offenbar zu anstrengend.

Sie halten das für ein grobes Foul, weil das doch verdammt unhöflich ist? Da sind wir uns einig – das finde ich nämlich auch.

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Fuß- und Gehirnfesseln für alle?

Die Debatte um die sonntags geöffnete Tourismuszone in Wien treibt seltsame Blüten. Im Großen und Ganzen kann man die Hauptstoßrichtungen in zwei Sätzen zusammenfassen: “Brauch’ ma das?” und “Das ist der Anfang vom Ende”.

Dabei übersieht man gern, dass das heute Geschätzte, Geliebte, ja eventuell für unentbehrlich Gehaltene gestern nicht “gebraucht” wurde, schlichtweg, weil es als Produkt nicht vorhanden war oder als Idee nicht existierte. Die Menschen sind ohne diese Segnungen dennoch über die Runden gekommen, weil es eine andere Zeit war, mit anderen technischen Möglichkeiten, mit anderen Parametern, mit anderen Wünschen, einer anderen Gesellschaft und einem anderen Lebensstil. Heute gelten in fast allen Bereichen andere Erfordernisse. Dazu kommt, dass nicht für alle Menschen dasselbe wichtig ist. Was der Eine für unabdingbar hält, lässt den Anderen kalt. Manche meiner Sehnsüchte mit dreißig sind mir heute wurscht, aber jene meiner Enkelkinder erfüllen mich häufig mit ungläubigem Erstaunen. Also hören wir doch auf immer und überall den eigenen Leisten anzulegen! Soviel zum Thema, was man braucht.

Das Untergangsargument wird ebenfalls wie eine Keule geschwungen. Wenn es danach geht, kommt die Sonntagsöffnung in einer Wiener Tourismuszone gleich nach dem Atomkrieg. Ähnlich erging es der Kirche mit dem heliozentrischen System, den Zensurbeamten im 19. Jahrhundert mit der Pressefreiheit oder den mächtigen Industrieunternehmern mit den Gewerkschaften. Und der Wegfall der Bedarfsprüfung für einige Handelsbranchen oder Gewerbe hat die österreichische Wirtschaft nicht in ihren Grundfesten erschüttert. Der Untergang schaut anders aus.

Selbst wenn es einmal von Arbeitnehmer-  und dann wieder von Arbeitgeberseite, weil es gerade passt, immer wieder behauptet wird: Wir müssen nicht alles regulieren und wir müssen auch nicht jedem sofort Fuß- oder Gehirnfesseln anlegen, nur weil es eine neue Idee gibt.

 

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Foto Johannes Vortmann/pixelio.de

Auch das Internet mit seiner Einkaufsmöglichkeit Tag und Nacht hat sich etabliert ohne vorherige Rückfrage bei den lokalen Institutionen oder beim Wiener Bürgermeister.

 

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Der Handel kann uns nicht egal sein

Der Handel ist für unseren Berufsstand der bedeutendste Abnehmer. Aus der Untersuchung des Gremiums der Handelsagenten 2014 geht hervor, dass etwas mehr als die Hälfte der Handelsagenten ihre Kunden im Handel sucht und findet, dann folgen Gewerbe und Handwerk, sowie die Industrie.

Je nach Branche teilt sich das Handelsvolumen in unterschiedlichem Ausmaß in die Großfläche und die Gesamtheit der mittelständischen Händlerschaft. Die bei der zweiten Gruppe spürbare Erosion verursacht bei Handelsvertretern beträchtliche Provisionsverluste, die durch Newcomer im Handel nicht kurzfristig wettgemacht werden können und oft zum Wegbrechen ganzer Teilsortimente führt.

Die Ursachen sind vielfältig und können hier nicht umfassend diskutiert werden. Natürlich spielen mangelnde Kapitalausstattung, ein kaum zu änderndes Standortumfeld und geringe wirtschaftliche Einflussmöglichkeit die Hauptrolle. Daneben sind aber manch andere Faktoren maßgeblich.

Die Sonntagsöffnung in Tourismuszonen ist ein Akt hinhaltenden Widerstands. Eine emotional geführte Diskussion im kleinen Kreis, die ich dieser Tage geführt habe, lässt aber grundsätzlich erkennen, dass weite Teile der kleinstrukturierten Händlerschaft und auch der Konsumenten die sich rasend verändernden Lebensumstände unserer Gesellschaft in ihren Auswirkungen auf den Handel nicht akzeptieren wollen.

So wie Marketing und Werbung lange Zeit gebraucht haben nicht ausschließlich in den eingefahrenen Geleisen zu manövrieren und heute die Nutzung verschiedenster Kontaktkanäle zur gleichen Zeit als völlig selbstverständlich ansehen, so wird auch der kleine Händler sich nicht auf die Darbietung der Ware in seinem flächenmäßig limitierten Geschäft beschränken können. Wie das heute leider über weite Strecken noch immer der Fall ist.

Die Argumentation mit der im Gegensatz zum Onlinehandel bestehenden guten Beratung vor Ort greift nur dann, wenn diese tatsächlich existiert und ein freundliches, kompetentes und abschlussstarkes Personal tatsächlich zum Einsatz kommt und nicht die billige Notlösung.

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Foto Thomas Max Müller  / pixelio.de

Themen, wie die Schaffung einer kundenfreundlichen Atmosphäre, kundenspezifische Ansprache (man höre sich die Klage der 50+ Generation darüber an, wie gedankenlos sie in den Wiener Geschäften teilweise behandelt wird), Öffnungszeiten, der überlegte Verbund mit den Nachbarbetrieben u.v.a.m. sind Grund genug die tatsächliche Situation des mittelständischen Wiener Handels ehebaldigst im Detail wissenschaftlich zu überprüfen, um danach – unter Einbeziehung aller betroffenen und interessierten Kräfte – eine wirksame Verbesserung der Situation anzugehen.

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Klagt die Deutschen !

Was am Anfang von allen bezweifelt wurde, reift zur Wirklichkeit. Die PKW-Mautpläne des deutschen Verkehrsministers Alexander Dobrindt passieren den Deutschen Bundestag.

Trotz aller Bedenken haben sich die deutschen Regierungsparteien darauf geeinigt dem CSU-Politiker seinen Willen zu lassen. Von der Parlamentsstärke her gesehen, wedelt da der Schwanz mit dem Hund. Wenn man den Medien beim Nachbarn folgt, ist es eher die Sorge, ob da überhaupt nach Abzug der Eintreibungskosten genug in der Kasse bleiben wird, damit sich der ganze Aufwand lohnt.

Die Verletzung des EU-Rechts, das eine Diskriminierung von EU-Bürgern untersagt, deren Autos nicht in Deutschland zugelassen sind, ist dagegen in den Hintergrund geraten. Für die Deutschen.

Den in erster Linie benachbarten Ausländern kann es natürlich nicht egal sein, dass für die Benützung von Bundesstraßen und Autobahnen im Endeffekt nur sie zahlen müssen. Für österreichische Handelsvertreter wäre das die zweite Mehrbelastung gegenüber deutschen Kollegen. Es käme nämlich zu dem Umstand, dass diese im Gegensatz zu den Österreichern alle ihre Autos vorsteuerabzugsfähig betreiben können (was einen nicht unerheblichen Kostenvorteil bedeutet), die unfreundliche Behandlung als Straßen – cash cow, die nach Dobrindts Plänen den Deutschen durch entsprechende Rückvergütungen erspart bleiben soll.

Die österreichische Regierung muss gegen diesen Unfug sobald wie möglich wirksame (!) Schritte unternehmen, weil das drohende Wegschauen der Kommission in dieser Angelegenheit eine ganze Flut diskriminierender Maßnahmen im gesamten EURO-Land nach sich ziehen würde.

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Foto Betty/www.pixelio.de

Es wird unsere Aufgabe sein zu kontrollieren, wie groß der Druck ist, den Minister Stöger in dieser wichtigen und prinzipiellen Sache in Brüssel und vor dem EUGH macht.

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Solche Banken brauchen wir nicht!

Nachdem das internationale Bankwesen mehrere Staaten an den Rand des Abgrunds getrieben und damit – wenn wir nur von Europa sprechen – die Einwohner eines ganzen Kontinents in Geiselhaft genommen hat, treibt das Verhältnis zwischen Bank und Kunden einer Katastrophe zu.

Auch den Mittelstandskunden, also solchen, die normalerweise nicht durch wilde Finanzeskapaden auffallen, begegnen die Geldinstitute mit Ablehnung, Vorschriften, unzumutbaren Konditionen und offensichtlichem Misstrauen. Ob langjährige Kunden oder hoffnungsvolle Neuinteressenten, sie werden mit immer neuen Mitarbeitern sekkiert, deren stärkste Seite das gekonnte Aufrufen eines Computerprogramms ist, das sie als eine Art höheres Wesen verehren und dessen Anweisungen strikt und widerspruchslos zu vollziehen sind.

Kirchensteuer/ Baufinanzierung

Foto Ester Stosch/www.pixelio.de

Die beredte Klage eines jungen Unternehmers in Resetarits’ Bürgerforum ist durchaus repräsentativ.

Min. Mitterlehners Hinweis auf die Wirtschaftskammern, die versuchen zwischen Bank und Kunden zu vermitteln (!) oder unter Berufung auf spezielle Programme für das Mitglied doch noch Geld  auszugraben, mag für manche in der Klemme sitzende Selbständige Rettung in höchster Not sein, Lösung für eine allgemein völlig verfahrene Situation ist es mit Sicherheit nicht. Auf jeden Fall stellt es eine abwegige Absurdität dar, dass sich der Unternehmer an die Kammer wenden muss, wenn er eine Finanzierung von der Bank braucht.

Wenn man sich umhört, gehen offenbar selbst jene Österreicher, die von der Bank gar nichts anderes wollen als die Erledigung des Zahlungsverkehrs oder die Verwaltung des Sparbuchs, mit  Widerwillen in die strengen Kammern der Geldwirtschaft. Ein persönlicher Kontakt mit “meinem Betreuer” (in welcher Weise betreut mich der eigentlich?) ist ohnedies nur nach Ansuchen um eine Audienz möglich, das Kassenpersonal hat sich eher zu einem Ausweis-Scanner entwickelt, weil viele – auch einfache – Geldgeschäfte ohne Identitätsnachweis praktisch nicht mehr möglich sind.

” Meine Bank” bezieht sich augenscheinlich ausschließlich auf das Verhältnis des Personals zum Institut .

Es ist eine immer dringlicher werdende Notwendigkeit sich von kompetenter Stelle um die Beseitigung dieser unhaltbaren Zustände zu bemühen. Sie sind eindeutig ein gravierendes Hindernis, die erhoffte Belebung der Wirtschaft bis in die letzten Kapillargefäße des Wirtschaftskreislaufs zu tragen. Bei diesen handelt es sich nun einmal um die in Sonntagsreden gepriesenen Klein- und Mittelbetriebe.

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parlament

CULPA IN ELIGENDO oder ” wer hat denn d e n mitgebracht?”

Hier soll einmal nicht darüber gejammert werden, dass sich begreiflicherweise alle in die Büsche schlagen, wenn die teure Vase in Scherben liegt. Anders ausgedrückt, wenn die bis zum Gehtnichtmehr aufgeblasene Provinzbank den Beteiligten um die Ohren fliegt und diejenigen, die großspurig im Schadensfall für alles aufkommen wollten, sich als Negeranten herausstellen.

 Culpa in eligendo bedeutet nichts anderes, als dass man sich die falsche Personalauswahl zurechnen lassen muss. Auch wenn einem die Konsequenz der nachweislichen Fehlentscheidung manchmal die Tränen in die Augen treibt.

In demokratischen Staaten wählt das Volk die Akteure. Hintennach zahlt das Volk den Schlamassel, wenn einer  angerichtet wurde. Wie der Zigarrenrauch löst sich die politische Verantwortung in Luft auf. Tatsächlich den Buckel hinhalten muss der Steuerzahler/Staatsbürger und auch gleich die Folgen tragen: Staatsschulden, Inflation, Ressourcenverlust, Steuererhöhungen,  Arbeitslosigkeit etc.

parlament

Es existieren doch Kontrollorgane? Richtig, aber die sitzen , wenn es grauslich wird, in einem Hinterzimmer mit dem Kopf zwischen den Knien und halten sich die Ohren zu. Oder aber, im für sie günstigeren Fall, werden ihre Warnungen in den Wind gesprochen bzw. unterdrückt, weil sie die politische Idylle stören.

Ist es Zynismus, wenn es heißt jedes Volk hätte die Politiker, die es verdient? Vielleicht, aber auf jeden Fall hat es die, die es wählt. Also lernen Sie die drei Worte auswendig: culpa in eligendo.

Und sagen Sie sich diese vor, wenn Sie das nächste Mal in die Wahlzelle gehen. Denn verantwortlich sind Sie!

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Die Ärztin Gabriele Possanner

Das beharrliche Geschlecht: Frauen sind nicht aufzuhalten – warum sollten sie auch?

Obwohl er in seinem Land die Matura gemacht hat (allerdings extern) darf er ausschließlich wegen seines Geschlechts nicht studieren. So geht er ins benachbarte Ausland. Dort verlangt man für die Zulassung zur 1. Staatsprüfung ein Maturazeugnis dieses Staates, also absolviert er die Matura ein zweites Mal und beendet 4 Jahre später erfolgreich sein Medizinstudium. In seine Heimat zurückgekehrt, verweigert man ihm vorerst zwar die Anerkennung dieses Diploms, erlaubt ihm aber – fern von der Hauptstadt – als Amtsarzt zu arbeiten. Erst nach Intervention des regierenden Monarchen will man ihn als Arzt akzeptieren, aber nur, wenn er alle wichtigen Prüfungen nochmals besteht, was er auch tut.

Können Sie glauben, dass einem Mann in den letzten 200 Jahren in Europa so etwas passierte? Dieser Fall von geschlechtsbezogener Diskriminierung?

Richtig – er war kein Er, sie war eine Sie: Gabriele Possanner von Ehrenthal. Die erste Frau, die in der österreichisch-ungarischen Monarchie  promoviert wurde und zwar im Jahr 1897.

 

 

Die Ärztin Gabriele Possanner. Foto: www.meduniwien.ac.at
Die Ärztin Gabriele Possanner. Foto: www.meduniwien.ac.at

Etwa 70 Jahre später, ich stand in den Diensten eines renommierten österreichischen Büromöbelerzeugers, musste bei diesem ein Vertretungsgebiet im Außendienst neu besetzt werden. Die junge fachlich versierte Frau, die im Innendienst den scheidenden Vertreter betreut hatte, bewarb sich kurzer Hand, zum ungläubigen Erstaunen der Firmenleitung,  die diesen Vorstoß rundweg ablehnte. Sie müsse in diesem Beruf  ganz allein in ihrem Gebiet herumreisen, in Hotels übernachten und ob sie denn nicht all die Anfechtungen, die einer jungen Frau da begegnen könnten, ausreichend bedacht habe? Letztlich setzte sie sich durch und war damit die erste Außendienstmitarbeiterin des Unternehmens.

Ein Viertel unserer Mitglieder sind Frauen,

die in einem harten, manchmal unerbittlichen Beruf arbeiten, der hohe physische und psychische Anforderungen stellt. Sie sind im Durchschnitt genau so tüchtig, genau so zielstrebig, genau so selbstbewusst und erfolgreich wie ihre männlichen Kollegen. In unserem Beruf werden Frauen nicht schlechter bezahlt als Männer. Sie werden auch nicht geringer geschätzt als Männer. Weil Erfolg und Misserfolg keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern macht.

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Spielen wir doch auf Tempogewinn

Gegen die Unverantwortlichkeit Zeit und Chancen zu vertrödeln

Bei Betrachtung der griechischen Tragödie fällt am meisten auf, dass es unter Regierungen unterschiedlicher Ausrichtung über die Jahrzehnte nicht gelungen ist ein Staatswesen zu etablieren, das seine Aufgaben ordentlich erfüllt. Die beklagten Mängel und Defizite klingen uns in den Ohren, haben wir sie doch tagtäglich in den Medien vernommen.

Die spannende Frage ist weniger die Art der Unzulänglichkeiten, sondern viel mehr wieso sie – da sie nicht Entwicklungen letzter Zeit darstellen – nicht schon längst beseitigt wurden. Im Schach bewirkt das ziel- und wirkungslose Bewegen von Figuren einen Tempoverlust gegenüber dem ambitionierten, zielorientierten auf raschen Figuren- oder Stellungsgewinn hinarbeitenden Gegner.

Einen solchen Tempoverlust gibt es aber nicht nur bei den Hellenen

Wie viel Tempo haben wir in Österreich , sagen wir in den letzten 15 Jahren, im Schul- und Bildungswesen verloren? Wie viel bei der Herbeiführung einer wesentlich effizienteren öffentlichen Verwaltung in Kommunen, Bundesländern oder Bund? Wie viel in der übereinstimmenden Festlegung staatlicher Aufgaben? Wie viel in der Einwanderungs- und Integrationspolitik? Wie viel in Forschung und Entwicklung? Wie viel in der Kontrolle des Finanz- und Bankwesens? Und es ist keine Gehässigkeit, wenn ich behaupte, dass man diese Liste noch erheblich fortsetzen könnte.

Das Schlimme daran ist, dass die ungenutzte Zeit auf immer und unaufholbar verloren ist.

Anfang 2015 hat Roman Kmenta in einer brillanten Abendveranstaltung unseres Gremiums gezeigt, dass Stillstand und ergebnisloses Beharren in den Untergang führen. Nicht schlagartig, nicht immer sofort spürbar, oft schleichend und heimtückisch – aber todsicher!

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demokratie

Mein Wählerwille ist mir heilig

Wenn es im Modekaufhaus nur 1 Anzug oder nur 1 Kleid gibt, beim Obsthändler nur eine Sorte Äpfel, im Autohaus nur 1 Wagentype, bei öffentlichen Wahlen nur 1 Partei – dann ist das für uns ein no-go. Wir alle legen mittlerweile Wert auf eine freie Wahl unter mehreren Optionen.

Und Gelegenheiten, bei denen man uns keine Wahl lässt , machen uns unwillig bis zornig.

Im Gegensatz zum größten Teil der Weltbevölkerung leben wir in demokratischen Verhältnissen.

Demokratie ist die freie, anonyme Wahl

Und  ein  Aspekt der Demokratie ist die freie, anonyme Wahl. Im Kampf um dieses Recht starben früher in Europa Menschen, in anderen Weltgegenden tun sie es noch heute.

Ich denke es werden mir nicht viele widersprechen, wenn ich behaupte, dass die demokratische Wahl ein erhaltenswertes und zu verteidigendes Gut ist, auch wenn bei manchen die Erkenntnis erst sprießt, wenn dieses Recht in Gefahr ist oder von Machthabern unterdrückt wird.

Umso größer ist mein Erstaunen, dass der Standpunkt so wenig Verbreitung findet, dass alleine das Wahrnehmen  des Wahlrechts das wirkungsvollste Eintreten für diese unverzichtbare politische Errungenschaft darstellt.

Die nächste Wahl in Wien ist 24. – 26.2.15 die Wirtschaftskammerwahl. Wenn Sie wahlberechtigt sind –  dann machen Sie etwas daraus!

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Das Geld liegt auf der Strasse, der Verstand offenbar auch

Aus der immer gleichen Ecke kommen die glorreichen Ideen die Steuerschraube im Zusammenhang mit dem Betrieb von Kraftfahrzeugen anzuziehen. Die LKW – Maut für jeden asphaltierten Quadratmeter in Österreich gehört anscheinend derzeit zu Minister Stögers liebsten Ideen und die Arbeiterkammer jubelt von den Rängen. Wie verzweifelt müssen die Landesverkehrsreferenten sein, dass sie sich dieser Idee angeschlossen haben?

Wenn’s um 500 Millionen geht ist alles wurscht. Da kann man auch den Hausverstand über Bord werfen. Soviel erwarten sich die professionellen österreichischen Steuererfinder von einer LKW-Maut im allgemeinen Straßennetz. Und wenn sie das durchgesetzt haben, dann kommt endlich die kilometerabhängige Bemautung der PKWs auf Autobahnen. Von dort ist es dann nur ein kleiner Schritt zusätzlich zu den bestehenden Steuern und Abgaben auch für Omas PKW eine Maut für jedes Gässchen in Österreich einzuführen.

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Foto Rudolpho Duba/pixelio

Wirtschaftsexperten mutmaßen, dass die öffentliche Hand der größte Preistreiber ist. Ja, das vorliegende Vorhaben ist ein gutes Beispiel dafür. Wenn man die entlegeneren Teile unseres Landes (mit sinkender Einwohnerzahl) von Warenlieferungen abschneiden möchte, ist genau das eine zielführende Methode. Wenn man die Preise für solche Lieferungen hinauftreiben will, ebenso. Wenn man die Gemeinde ohne Standortgunst auch um den letzten Betrieb bringen will , von dem sie jobtechnisch und steuerlich lebt und der seine Produkte nur mit LKWs zu den Hauptverkehrsrouten bringen kann – dann nur zu.

Mit der nicht ganz unrichtigen Behauptung, die LKWs würden die Straßen besonders belasten, versucht man sich Zustimmung in der Bevölkerung zu verschaffen. Was allerdings vorsätzlich verschwiegen wird, ist der Umstand, dass die zahllosen Abgaben und Steuern, die die Betreiber von Kraftfahrzeugen bereits bezahlen, seit der Abschaffung der Zweckbindung z.B. der Mineralölsteuer in allen möglichen mit dem Straßenverkehr in keinem Zusammenhang stehenden öffentlichen Aufgaben versickern.

Für Österreichs Handelsagenten bedeutet das alles graue Wolken am Horizont.

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wahlbetrug

Wir sind keine Bananenkammer !

In NEWS und KURIER wird darüber berichtet, dass sich die Staatsanwaltschaft, angeblich sogar der Verfassungsschutz, mit Wahlfälschungen im Zuge der letzten Wirtschaftskammerwahl 2010 befasst. Mehrere Personen sollen im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen.

Von Zeit zu Zeit erfährt der TV-Konsument, dass in irgendwelchen weit entfernten Regionen ein Diktator aufgrund von “demokratischen” Wahlen wieder an die Macht gekommen ist. Wahlbeobachter (sofern sie überhaupt zugelassen sind) berichten von massiven Wahlfälschungen, NGOs und UNO protestieren – aber was hat das mit uns hier in unserem lieblichen Österreich zu tun? Wir sind eine gefestigte Demokratie, haben die Spielregeln dieser Staatsform längst verinnerlicht und handeln danach.

Als erfahrene politisch interessierte Menschen wissen wir natürlich, dass im Zuge von Wahlkämpfen manchmal über die Stränge geschlagen wird, Wahlabkommen gebrochen werden und die beschworene Fairness oft ein paar Dellen abbekommt. Ist nicht schön, ist meistens nicht anständig, widert das Wahlvolk an, aber man kann es , wenn man will, zur Not noch mit Übereifer entschuldigen.

Wahlfälschung aber ist handfester Betrug !

Da ist nichts mit Übereifer! Da hauen welche der Demokratie mit einer Eisenstange in die Kniekehlen. Da vergehen sich welche an unserem Vertrauen! Unsere Unternehmer sind keine Betrüger und tausende ehrenamtliche Kammerfunktionäre aus allen Lagern sind es auch nicht. Kammermitglieder müssen ausnahmslos sicher sein können, dass gewählte Funktionäre, egal von welcher Partei, tatsächlich die größte Zustimmung erhalten und nicht, dass sie am effektivsten betrogen haben. Die betroffenen Gruppierungen sollten daraus schleunigst ihre Konsequenzen ziehen!

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airline

Airlines verwöhnen unser Ego

Erinnern Sie sich noch, wie stolz Sie waren, wenn Sie als Kind ein Stück von Mutters Haushaltseinkauf nach Hause tragen durften und sie dann am Abend beiläufig erwähnte, wie sehr Max oder Mira heute beim Einkaufen geholfen habe. Sie hatten Verantwortung übernommen und das fühlte sich gut an.

Zur EU-Kommission musste ich jüngst mit der gleichnamigen Fluggesellschaft nach Brüssel . Beim Einchecken für den Rückflug ergriff wieder dieses stolze Gefühl von mir Besitz, wurde ich doch freundlich aber bestimmt auf einen einschlägig tätigen Apparat verwiesen, wo ich behände drücken, einschieben und Papier entnehmen durfte , der mich aber zum Unterschied von menschlichem Personal nicht anlächelte und auch keinen guten Flug wünschte. Schlecht, aber muss ja nicht sein.

Apparate bestimmen das Leben

Da ich mein Eintagesgepäck nicht ins Flugzeug mitschleppen wollte, bekam ich es gleich danach mit einem Apparatekollegen zu tun, der erst eine Übernahmebescheinigung für mein Köfferchen herausrückte, nachdem ich das Trägerpapier von einer aus einem Schlitz kommenden Kofferbanderole abgezogen, diese um den Koffergriff gewickelt und mein Gepäckstück mit einem Schubs dem System übergeben hatte.

Das Zeug pickt zwar wie ein Zuckerlpapierl, aber ich weiß, das nächste Mal kann ich es besser. Daheim sank ich schlafbegierig in meine Kissen. Der beeindruckende Serviceansturm in der belgischen Hauptstadt ließ mein Unterbewusstsein offensichtlich nicht ruhen. Denn plötzlich näherte sich eine der reizvollen Stewardessen mit dem unnachahmlichen Fotolächeln. Sie wandte sich mir zu, legte ihre gepflegte Hand auf meine Schulter und hauchte mir ins Ohr, dass die Maschinen seit kurzer Zeit von den Kunden geflogen werden müssten.

Der Zufallsgenerator habe Sitz 9D bestimmt , das sei nun einmal ich und ich möge ihr ins Cockpit folgen. Ich, ausgerechnet ich. Na ja, dann habe ich das auch noch gemacht. In Wien zog ich den Startschlüssel von dem Vogel ab und ging gleich mit der Crew durch das schon ziemlich leere Flughafengebäude. Von meinen Mitpassagieren habe ich niemanden mehr getroffen. Die waren wohl mit dem Putzen der Kabine noch nicht fertig.

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