Alle Beiträge von Walter Krammer

Die Ärztin Gabriele Possanner

Das beharrliche Geschlecht: Frauen sind nicht aufzuhalten – warum sollten sie auch?

Obwohl er in seinem Land die Matura gemacht hat (allerdings extern) darf er ausschließlich wegen seines Geschlechts nicht studieren. So geht er ins benachbarte Ausland. Dort verlangt man für die Zulassung zur 1. Staatsprüfung ein Maturazeugnis dieses Staates, also absolviert er die Matura ein zweites Mal und beendet 4 Jahre später erfolgreich sein Medizinstudium. In seine Heimat zurückgekehrt, verweigert man ihm vorerst zwar die Anerkennung dieses Diploms, erlaubt ihm aber – fern von der Hauptstadt – als Amtsarzt zu arbeiten. Erst nach Intervention des regierenden Monarchen will man ihn als Arzt akzeptieren, aber nur, wenn er alle wichtigen Prüfungen nochmals besteht, was er auch tut.

Können Sie glauben, dass einem Mann in den letzten 200 Jahren in Europa so etwas passierte? Dieser Fall von geschlechtsbezogener Diskriminierung?

Richtig – er war kein Er, sie war eine Sie: Gabriele Possanner von Ehrenthal. Die erste Frau, die in der österreichisch-ungarischen Monarchie  promoviert wurde und zwar im Jahr 1897.

 

 

Die Ärztin Gabriele Possanner. Foto: www.meduniwien.ac.at
Die Ärztin Gabriele Possanner. Foto: www.meduniwien.ac.at

Etwa 70 Jahre später, ich stand in den Diensten eines renommierten österreichischen Büromöbelerzeugers, musste bei diesem ein Vertretungsgebiet im Außendienst neu besetzt werden. Die junge fachlich versierte Frau, die im Innendienst den scheidenden Vertreter betreut hatte, bewarb sich kurzer Hand, zum ungläubigen Erstaunen der Firmenleitung,  die diesen Vorstoß rundweg ablehnte. Sie müsse in diesem Beruf  ganz allein in ihrem Gebiet herumreisen, in Hotels übernachten und ob sie denn nicht all die Anfechtungen, die einer jungen Frau da begegnen könnten, ausreichend bedacht habe? Letztlich setzte sie sich durch und war damit die erste Außendienstmitarbeiterin des Unternehmens.

Ein Viertel unserer Mitglieder sind Frauen,

die in einem harten, manchmal unerbittlichen Beruf arbeiten, der hohe physische und psychische Anforderungen stellt. Sie sind im Durchschnitt genau so tüchtig, genau so zielstrebig, genau so selbstbewusst und erfolgreich wie ihre männlichen Kollegen. In unserem Beruf werden Frauen nicht schlechter bezahlt als Männer. Sie werden auch nicht geringer geschätzt als Männer. Weil Erfolg und Misserfolg keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern macht.

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Spielen wir doch auf Tempogewinn

Gegen die Unverantwortlichkeit Zeit und Chancen zu vertrödeln

Bei Betrachtung der griechischen Tragödie fällt am meisten auf, dass es unter Regierungen unterschiedlicher Ausrichtung über die Jahrzehnte nicht gelungen ist ein Staatswesen zu etablieren, das seine Aufgaben ordentlich erfüllt. Die beklagten Mängel und Defizite klingen uns in den Ohren, haben wir sie doch tagtäglich in den Medien vernommen.

Die spannende Frage ist weniger die Art der Unzulänglichkeiten, sondern viel mehr wieso sie – da sie nicht Entwicklungen letzter Zeit darstellen – nicht schon längst beseitigt wurden. Im Schach bewirkt das ziel- und wirkungslose Bewegen von Figuren einen Tempoverlust gegenüber dem ambitionierten, zielorientierten auf raschen Figuren- oder Stellungsgewinn hinarbeitenden Gegner.

Einen solchen Tempoverlust gibt es aber nicht nur bei den Hellenen

Wie viel Tempo haben wir in Österreich , sagen wir in den letzten 15 Jahren, im Schul- und Bildungswesen verloren? Wie viel bei der Herbeiführung einer wesentlich effizienteren öffentlichen Verwaltung in Kommunen, Bundesländern oder Bund? Wie viel in der übereinstimmenden Festlegung staatlicher Aufgaben? Wie viel in der Einwanderungs- und Integrationspolitik? Wie viel in Forschung und Entwicklung? Wie viel in der Kontrolle des Finanz- und Bankwesens? Und es ist keine Gehässigkeit, wenn ich behaupte, dass man diese Liste noch erheblich fortsetzen könnte.

Das Schlimme daran ist, dass die ungenutzte Zeit auf immer und unaufholbar verloren ist.

Anfang 2015 hat Roman Kmenta in einer brillanten Abendveranstaltung unseres Gremiums gezeigt, dass Stillstand und ergebnisloses Beharren in den Untergang führen. Nicht schlagartig, nicht immer sofort spürbar, oft schleichend und heimtückisch – aber todsicher!

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demokratie

Mein Wählerwille ist mir heilig

Wenn es im Modekaufhaus nur 1 Anzug oder nur 1 Kleid gibt, beim Obsthändler nur eine Sorte Äpfel, im Autohaus nur 1 Wagentype, bei öffentlichen Wahlen nur 1 Partei – dann ist das für uns ein no-go. Wir alle legen mittlerweile Wert auf eine freie Wahl unter mehreren Optionen.

Und Gelegenheiten, bei denen man uns keine Wahl lässt , machen uns unwillig bis zornig.

Im Gegensatz zum größten Teil der Weltbevölkerung leben wir in demokratischen Verhältnissen.

Demokratie ist die freie, anonyme Wahl

Und  ein  Aspekt der Demokratie ist die freie, anonyme Wahl. Im Kampf um dieses Recht starben früher in Europa Menschen, in anderen Weltgegenden tun sie es noch heute.

Ich denke es werden mir nicht viele widersprechen, wenn ich behaupte, dass die demokratische Wahl ein erhaltenswertes und zu verteidigendes Gut ist, auch wenn bei manchen die Erkenntnis erst sprießt, wenn dieses Recht in Gefahr ist oder von Machthabern unterdrückt wird.

Umso größer ist mein Erstaunen, dass der Standpunkt so wenig Verbreitung findet, dass alleine das Wahrnehmen  des Wahlrechts das wirkungsvollste Eintreten für diese unverzichtbare politische Errungenschaft darstellt.

Die nächste Wahl in Wien ist 24. – 26.2.15 die Wirtschaftskammerwahl. Wenn Sie wahlberechtigt sind –  dann machen Sie etwas daraus!

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Rudolpho Duba_pixelio.de

Das Geld liegt auf der Strasse, der Verstand offenbar auch

Aus der immer gleichen Ecke kommen die glorreichen Ideen die Steuerschraube im Zusammenhang mit dem Betrieb von Kraftfahrzeugen anzuziehen. Die LKW – Maut für jeden asphaltierten Quadratmeter in Österreich gehört anscheinend derzeit zu Minister Stögers liebsten Ideen und die Arbeiterkammer jubelt von den Rängen. Wie verzweifelt müssen die Landesverkehrsreferenten sein, dass sie sich dieser Idee angeschlossen haben?

Wenn’s um 500 Millionen geht ist alles wurscht. Da kann man auch den Hausverstand über Bord werfen. Soviel erwarten sich die professionellen österreichischen Steuererfinder von einer LKW-Maut im allgemeinen Straßennetz. Und wenn sie das durchgesetzt haben, dann kommt endlich die kilometerabhängige Bemautung der PKWs auf Autobahnen. Von dort ist es dann nur ein kleiner Schritt zusätzlich zu den bestehenden Steuern und Abgaben auch für Omas PKW eine Maut für jedes Gässchen in Österreich einzuführen.

Rudolpho Duba_pixelio.de

Foto Rudolpho Duba/pixelio

Wirtschaftsexperten mutmaßen, dass die öffentliche Hand der größte Preistreiber ist. Ja, das vorliegende Vorhaben ist ein gutes Beispiel dafür. Wenn man die entlegeneren Teile unseres Landes (mit sinkender Einwohnerzahl) von Warenlieferungen abschneiden möchte, ist genau das eine zielführende Methode. Wenn man die Preise für solche Lieferungen hinauftreiben will, ebenso. Wenn man die Gemeinde ohne Standortgunst auch um den letzten Betrieb bringen will , von dem sie jobtechnisch und steuerlich lebt und der seine Produkte nur mit LKWs zu den Hauptverkehrsrouten bringen kann – dann nur zu.

Mit der nicht ganz unrichtigen Behauptung, die LKWs würden die Straßen besonders belasten, versucht man sich Zustimmung in der Bevölkerung zu verschaffen. Was allerdings vorsätzlich verschwiegen wird, ist der Umstand, dass die zahllosen Abgaben und Steuern, die die Betreiber von Kraftfahrzeugen bereits bezahlen, seit der Abschaffung der Zweckbindung z.B. der Mineralölsteuer in allen möglichen mit dem Straßenverkehr in keinem Zusammenhang stehenden öffentlichen Aufgaben versickern.

Für Österreichs Handelsagenten bedeutet das alles graue Wolken am Horizont.

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wahlbetrug

Wir sind keine Bananenkammer !

In NEWS und KURIER wird darüber berichtet, dass sich die Staatsanwaltschaft, angeblich sogar der Verfassungsschutz, mit Wahlfälschungen im Zuge der letzten Wirtschaftskammerwahl 2010 befasst. Mehrere Personen sollen im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen.

Von Zeit zu Zeit erfährt der TV-Konsument, dass in irgendwelchen weit entfernten Regionen ein Diktator aufgrund von “demokratischen” Wahlen wieder an die Macht gekommen ist. Wahlbeobachter (sofern sie überhaupt zugelassen sind) berichten von massiven Wahlfälschungen, NGOs und UNO protestieren – aber was hat das mit uns hier in unserem lieblichen Österreich zu tun? Wir sind eine gefestigte Demokratie, haben die Spielregeln dieser Staatsform längst verinnerlicht und handeln danach.

Als erfahrene politisch interessierte Menschen wissen wir natürlich, dass im Zuge von Wahlkämpfen manchmal über die Stränge geschlagen wird, Wahlabkommen gebrochen werden und die beschworene Fairness oft ein paar Dellen abbekommt. Ist nicht schön, ist meistens nicht anständig, widert das Wahlvolk an, aber man kann es , wenn man will, zur Not noch mit Übereifer entschuldigen.

Wahlfälschung aber ist handfester Betrug !

Da ist nichts mit Übereifer! Da hauen welche der Demokratie mit einer Eisenstange in die Kniekehlen. Da vergehen sich welche an unserem Vertrauen! Unsere Unternehmer sind keine Betrüger und tausende ehrenamtliche Kammerfunktionäre aus allen Lagern sind es auch nicht. Kammermitglieder müssen ausnahmslos sicher sein können, dass gewählte Funktionäre, egal von welcher Partei, tatsächlich die größte Zustimmung erhalten und nicht, dass sie am effektivsten betrogen haben. Die betroffenen Gruppierungen sollten daraus schleunigst ihre Konsequenzen ziehen!

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airline

Airlines verwöhnen unser Ego

Erinnern Sie sich noch, wie stolz Sie waren, wenn Sie als Kind ein Stück von Mutters Haushaltseinkauf nach Hause tragen durften und sie dann am Abend beiläufig erwähnte, wie sehr Max oder Mira heute beim Einkaufen geholfen habe. Sie hatten Verantwortung übernommen und das fühlte sich gut an.

Zur EU-Kommission musste ich jüngst mit der gleichnamigen Fluggesellschaft nach Brüssel . Beim Einchecken für den Rückflug ergriff wieder dieses stolze Gefühl von mir Besitz, wurde ich doch freundlich aber bestimmt auf einen einschlägig tätigen Apparat verwiesen, wo ich behände drücken, einschieben und Papier entnehmen durfte , der mich aber zum Unterschied von menschlichem Personal nicht anlächelte und auch keinen guten Flug wünschte. Schlecht, aber muss ja nicht sein.

Apparate bestimmen das Leben

Da ich mein Eintagesgepäck nicht ins Flugzeug mitschleppen wollte, bekam ich es gleich danach mit einem Apparatekollegen zu tun, der erst eine Übernahmebescheinigung für mein Köfferchen herausrückte, nachdem ich das Trägerpapier von einer aus einem Schlitz kommenden Kofferbanderole abgezogen, diese um den Koffergriff gewickelt und mein Gepäckstück mit einem Schubs dem System übergeben hatte.

Das Zeug pickt zwar wie ein Zuckerlpapierl, aber ich weiß, das nächste Mal kann ich es besser. Daheim sank ich schlafbegierig in meine Kissen. Der beeindruckende Serviceansturm in der belgischen Hauptstadt ließ mein Unterbewusstsein offensichtlich nicht ruhen. Denn plötzlich näherte sich eine der reizvollen Stewardessen mit dem unnachahmlichen Fotolächeln. Sie wandte sich mir zu, legte ihre gepflegte Hand auf meine Schulter und hauchte mir ins Ohr, dass die Maschinen seit kurzer Zeit von den Kunden geflogen werden müssten.

Der Zufallsgenerator habe Sitz 9D bestimmt , das sei nun einmal ich und ich möge ihr ins Cockpit folgen. Ich, ausgerechnet ich. Na ja, dann habe ich das auch noch gemacht. In Wien zog ich den Startschlüssel von dem Vogel ab und ging gleich mit der Crew durch das schon ziemlich leere Flughafengebäude. Von meinen Mitpassagieren habe ich niemanden mehr getroffen. Die waren wohl mit dem Putzen der Kabine noch nicht fertig.

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steuerreform

Auf diese Steuerreform bin ich gespannt

Am 17.März 2015 soll das Ergebnis der Steuerreformverhandlungen der beiden Regierungsparteien vorliegen. Mit Reform verbindet man gedanklich eine fortschrittliche Bearbeitung der Strukturen und nicht ein oberflächliches Ausbügeln jener Unebenheiten, die sich seit der letzten “Reform” gebildet haben.

Wenn es jedoch um die Durchsetzung grundsätzlichen Ordnungsbedarfs, um die Beseitigung von Systemwidrigkeiten und um Fälle geht, da das Steuersystem die Lebenswirklichkeit des Steuerzahlers nicht mehr abbildet, muss wohl die Reform greifen.

2 Beispiele aus der Berufswelt der Handelsagenten kann ich anführen.

1) Das Verbot des Vorsteuerabzugs das das Gremium der Handelsagenten unverändert seit Jahrzehnten bis hinauf zu den Höchstgerichten erfolglos bekämpft, ist systemwidrig und speziell für Kleinstunternehmen eine Ungerechtigkeit ersten Ranges. Handelsagenten können nichts dafür, dass in den allermeisten Fällen das steuerlich verfolgte, aber eben unentbehrliche Auto die größte Investition und den größten Daueraufwand darstellt. Für ihn ist das so etwas wie für die Versicherung der Bau und Betrieb des neuen Verwaltungsgebäudes oder für das Industrieunternehmen die Neuanschaffung des Maschinenparks. Würde man diesen dabei den Vorsteuerabzug versagen, da wäre aber Feuer am Dach!

Und man komme mir nicht mit der existierenden Liste der Vorsteuer-Pkws. Mit dieser ist man nicht den Steuerzahlern entgegengekommen, sondern es ist eine Verbeugung vor den Autokonzernen. Außerdem ist z.B. auch der Bäckermeister nicht gezwungen seinen neuen Backofen aus einer staatlich genehmigten Liste auszuwählen (!), nur weil er die Vorsteuer abzieht. Von dem Umstand, dass der steuerliche Anschaffungswert eines Firmen-PKWs zum Unterschied von jenem eines Backofens limitiert ist, gar nicht zu sprechen.

2) Im Fall der Vertragskündigung durch das vertretene Unternehmen sieht das Handelsagentenrecht die Bezahlung eines Ausgleichs vor. Er ersetzt den Entfall der Provisionen in den nächsten 5 Jahren, in denen der Geschäftsherr noch Nutzen aus den Handelsagentenkunden ziehen kann, der Handelsagent aber nicht mehr. Bei aufrechtem Vertragsverhältnis wären diese Provisionen aufgeteilt auf 5 Jahre zu versteuern gewesen. Der Ausgleich wird aber in e i n e r Summe fällig und muss zusammen mit dem Jahreseinkommen jenes Jahres versteuert werden, in dem das Geld hereinkommt. Die Folgen sind für den Steuerzahler unnötig kostspielig und man kann ja wohl in diesem Zusammenhang von Steuergerechtigkeit , die alle so gern im Munde führen, nicht sprechen. Die Behebung im Zuge der Reform hätte in einer halben Druckzeile Platz.

Auf jeden Fall wird der 17. März zeigen, ob wir es eher mit Anpassern oder Reformern zu tun haben.

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schweizer schoko

Schweizer Franken geht durch die Decke – Risiken und Nebenwirkungen

Von Dr. Ernst Scheibl

Das Abgehen der Schweizer Nationalbank vom Mindestkurs des Franken gegenüber dem Euro würde man vulgärmedizinisch wohl als Rosskur bezeichnen. Wie in der Medizin, gilt auch hier: Was dem Gesamtorganismus wieder auf die Sprünge hilft, ist nicht für alle Teile segensreich.

Risiken und Nebenwirkungen

„Über Risiken und Nebenwirkungen informieren…“ Betroffen ist auf jeden Fall, wer in Euro denkt und in Franken zahlen muss. Das sind einmal die 150.000 Häuselbauer, die in sich in Fremdwährung verschuldet haben. An denen hängen natürlich die Banken dran, die letztlich die Frankenverpflichtung von 24,9 Mrd. Franken erfüllen müssen. Das ist aber noch ein Klacks gegenüber den Frankenschulden der Kommunen. Hierüber gibt es keine Statistik. Aber allein schon Wien steht da mit 1,66 Mrd. Euro in der Kreide.

Schweizer Geschäftsbeziehungen

Wie schaut es für die Realwirtschaft aus? Geschätzte knapp 2.000 Unternehmen stehen mit Schweizer Firmen in Geschäftsbeziehungen. 2013 betrugen die Erlöse aus Exportgeschäften 6,34 Mrd. Euro, was ein Plus von 1,7 % gegenüber 2012 bedeutet. Der Anteil am Gesamtexport beträgt 5,1 %, damit nimmt die Schweiz den 4 Rang unter den Abnehmerländern ein.

Bei den Einfuhren liegt die Schweiz mit einem Volumen von 6,81 Mrd. Euro und einem Anteil von 5,2 % am Gesamtimport an dritter Stelle. Was nicht in die Statistik eingeht, das sind die Umsätze im kleinen Grenzverkehr über die den Handel in Vorarlberg derzeit ordentlich beflügeln. Die österreichische Tourismusbranche hingegen profitiert indirekt von einem hohen Frankenkurs, weil einfach mehr Urlauber der billigeren Destination den Vorzug geben.

Für Importeure gibt es nur einen geringen Trost. Kurzfristige Zahlungsziele möglichst ausnützen. In ein paar Wochen wird Normalität einkehren. Dann erwarten Experten wieder einen Kurs zwischen 1,10 bis 1,13 Franken je Euro. An der Kaufkraftparität gemessen liegt der Kurs derzeit sogar bei 1,28. Langfristig Business as usual und bei großen Beträgen Wechselkursabsicherung.

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SenexNexus / pixelio.de SPAREN, SCHULDEN, GELDVERNICHTUNG

Sparen, Schulden, Geldvernichtung – ein Plädoyer für die Vernunft im Staat

LIEBE KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN, IHRE MEINUNG IST GEFRAGT!

Na schön, es wird also auch bei der neuen Regierung keinen lauwarmen Geldregen geben, der –  den Wahlplakaten zufolge –  über verschiedene Teile der Bevölkerung hätte niedergehen sollen.  Ganz im Gegenteil, böse Zungen sprechen von Sparpaketen.

Als zumeist kleine Selbständige erwarten wir uns, dass so wie wir unsere Firmen mit größtem Einsatz und häufig unter schwierigsten finanziellen Bedingungen führen müssen, auch der Staat seine Rolle neu definiert und verantwortungsvoll und mit Vernunft wahrnimmt.

 

SenexNexus / pixelio.de SPAREN, SCHULDEN, GELDVERNICHTUNG
SenexNexus / pixelio.de

Hier ein paar Mindestanforderungen (unvollständige Aufzählung):

Bund und Länder müssen sich von allen Aufgaben trennen und aus allen Bereichen verabschieden, in denen sie nichts zu suchen haben. Das spart in der Verwaltung und  senkt die Budgetbelastung.

Erkannte Zweigleisigkeiten innerhalb eines halben Jahres abstellen.

Nicht alles, was der allgemeinen Ansicht nach positiv zu bewerten ist, nicht alles, dessen Bestand in Gefahr ist, nicht jeder, der  seit erdenklichen Zeiten einen traditionellen Förderanspruch zu haben glaubt, muss gefördert werden. Damit werden verschiedene „Projekte“  und Fördermittelempfänger von der Bildfläche verschwinden, denen niemand, ausgenommen ein paar unmittelbare Nutznießer, eine Träne nachweint. Die Gleichung „Je näher einer Partei, desto förderungswürdiger“   können wir uns beim besten Willen nicht länger leisten. Auch marode Fußballvereine müssen sich dann neue Geldquellen suchen.

Je knapper das Geld wird, desto vernünftiger versucht man es einzusetzen. So halten wir Normalbürger es zumindest in unseren Familien und Firmen. Niemand kürzt alle Ausgaben quer Beet, sondern es wird zuerst dort gespart, wo keine unbedingte Notwendigkeit für die Ausgabe existiert und das vorhandene Geld fließt vernünftiger Weise dorthin, wo der größte Nutzen entsteht.

Also keine sinnlose Sparwut, aber auch keine Steuerhöhungen und  keine Schuldenorgien,  sondern mit innovativem Elan die vorhandenen Mittel endlich mit Hausverstand einsetzen.

Bundes- und Landesparlamenten  wird man beibringen müssen, dass jedem Gesetzesbeschluss eine Berechnung beizulegen ist, in welchem Umfang der öffentliche Haushalt dadurch in Anspruch genommen werden wird. Ein permanenter Unterausschuss ist zu installieren, der bis ins Detail die Durchsetzung der Rationalisierungsvorschläge des Rechnungshofs (so an die 600) oder womöglich sogar Vorschläge von den Abgeordneten (Wettbewerb !!) überwacht und regelmäßig dem Plenum berichtet.

Dazu gehört auch eine  Arbeitsgruppe zur Auffindung sinnloser und daher obsolet gewordener Gesetze. Und dann weg mit dem alten Plunder, der mehr behindert als er regelt.

Wahrscheinlich gibt es noch viele gute Ratschläge für die Verantwortlichen, die mir gar nicht eingefallen sind.

Liebe Kollegenschaft, schicken Sie mir doch Ihre „Comments“ zu diesem Thema (wenn geht, ohne parteipolitische Gehässigkeiten). Wenn was G’scheites zusammenkommt, werde ich es gerne an die Zuständigen weiterreichen.

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Harald Schottner / pixelio.de

Fahren wir zu wenig Auto?

Die österreichische Autobranche ist verstimmt. Die letzten Verkaufszahlen aus dem September sind ja nicht gerade erfreulich, wer hat schon gern ein Minus von 7%?

Das ist deshalb keine Größe, die man vernachlässigen kann, weil die Herren bei ihrer Pressekonferenz 43 Milliarden Umsatz, 450.000 Beschäftigte (wenn man alle Zulieferer und sonstwie Betroffenen dazurechnet) und ein Gesamtsteueraufkommen von allem, was mit dem Auto zu tun hat, von sage und schreibe 15 Milliarden pro Jahr ins Treffen führten.

Unter den gewünschten Maßnahmen, die der Branche wieder auf die Räder helfen könnten, fand sich auch der bedingungslose Vorsteuerabzug für PKWs im Betriebsvermögen. Eine seit Jahrzehnten gebetsmühlenartig, aber erfolglos, vorgebrachte Forderung der Handelsagenten.

Harald Schottner  / pixelio.de
Harald Schottner / pixelio.de

Die Bevölkerungszahl wächst zwar, die Autos werden (wahrscheinlich nicht) weniger, aber sicher sinkt die Kilometerleistung pro Jahr, wodurch der Nachbeschaffungsdruck erheblich nachlässt. Über den Gebrauchtwagenverkauf klagen die Chefautomobilisten allerdings nicht. Das heißt, wir drehen uns gegenseitig den alten Schrott an, mit dem wir länger gefahren sind, kaufen aber nicht genug Neues.

Schnell und mit Absicht Autos auf die Straße zu bringen, die auf dem letzten technischen Stand sind,  wäre jedoch ein dringendes Umweltanliegen. Zurzeit argumentiert das Gremium der Handelsagenten nachdrücklich dafür, dass man vor allem kleineren PKWs, die hohe Umweltanforderungen erfüllen, den Vorsteuerabzug gewährt. Betriebsbedingte Autofahrten wird es immer geben müssen. Die Unternehmen und Staatsbürger, die vom Autogebrauch abhängig sind, mit  Stadtsperren  zu quälen wird’s nicht bringen. Den vernünftigen Gebrauch noch mehr mit dem Umweltschutz zu verbinden, wird eine lohnende Aufgabe für die neue Regierung darstellen

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Handelsagenten stärken die Realwirtschaft

Realwirtschaft bedeutet Menschen in fachlicher Ausbildung und Arbeit, Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Produktions- und Handelsstufen, Investitionen auf lange Sicht, die angemessene Verteilung von Anstrengung und Nutzen auf mehrere Generationen. Die Realwirtschaft ist die wichtigste Stütze der sozialen Komponente eines Staates, weil sie der Mehrzahl der Menschen einen Anteil am Wohlstand und damit persönliche Freiheit bringt.

In dieser Welt ist der Handelsagent zu Hause. Er ist das Bindeglied zwischen denen, die Produkte erfinden, entwickeln, produzieren und auf eigenes Risiko auf den Markt bringen und jenen, die sie (gewerblich) anwenden oder verbrauchen wollen und können.

Der Handelsagent ist die professionelle Vertrauenseinrichtung zwischen Wirtschaftsteilnehmern unterschiedlichster Größe.

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Rechtliches Praxishandbuch für Handelsagenten

HANDELSAGENTENRECHT AUF DEM NACHTKASTL

Als Handelsagent muss man nicht gelernter Jurist  sein, aber über das rechtliche Umfeld des Berufs Bescheid zu wissen bringt immer geldwerte Vorteile. So sollte das  „Praxisbuch Handelsagentenrecht“ stets griffbereit sein.

Rechtliches Praxishandbuch für HandelsagentenIn unserem Beruf, speziell im Umgang mit den vertretenen Firmen, gibt es nicht wenige rechtliche Fragen, die geklärt sein sollten, ehe man Veranlassungen trifft, die man hinterher bereut. Das Falsche zu tun kostet nämlich häufig eine Stange Geld. In gravierenden Fällen sollte unbedingt der Vertrauensanwalt unseres Gremiums, Dr. G. Breiter, zu Rate gezogen werden.

Müssen Sie sich bei Ihrem Geschäftsherren krank melden? Ist eine Ewigkeitsklausel in Ihrem Handelsagentenvertrag für Sie günstig oder ungünstig? Wie steht’s mit Ihrem Ausgleichsanspruch, wenn Sie in Pension gehen wollen oder müssen? Kann man diese Fragen ignorieren, weil sie einem unbedeutend erscheinen? Und wie weiß man, was schwerwiegend ist und damit auch gefährlich (teuer) wird?

Aus gutem Grund war die Neuauflage der zusammenfassenden Rechtsfibel eine der ersten Maßnahmen, die der neu gewählte Bundesgremialobmann KoR Robert M. Hieger gesetzt hat. Wie schon bei der letzten Auflage ist der Verfasser wieder der exzellente Experte  Rechtsanwalt Dr. Gustav Breiter. Zusätzlich haben die Vertrauensanwälte anderer Landesgremien, wie z.B. Dr. Denkmair, Dr. Schobesberger, Dr. Schwarz und Dr. Todor-Kostic Fachartikel beigesteuert.

In einem bunten Frage- und Antworttext werden die wesentlichen Punkte des Handelsagentenrechts behandelt und zwar so, dass auch der laienhafte Leser  sich ein Bild machen kann. Da aber meistens die individuellen Gegebenheiten eine entscheidende Rolle spielen, ist im Ernstfall ein persönlicher Kontakt mit Dr. Breiter auf jeden Fall anzuraten. Das ist im Wiener Gremium der Handelsagenten  kein großes Problem, da ein erstes Beratungsgespräch bei uns zum kostenlosen Service für unsere Mitglieder gehört. Eine vorherige Anmeldung dafür ist immer erforderlich. Die 100-Seiten-Broschüre erhalten Sie ebenfalls bei uns:

Landesgremium Wien der Handelsagenten, Schwarzenbergplatz 14, 1041 Wien g.schmidt@wkw.at  

T 01/51450 3254

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Christa El Kashef / pixelio.de

WIRD JETZT ALT UND KRANK SEIN SCHÖNER?

Soeben erfolgte der Startschuss zur Urbefragung, dem „Wünsch-Dir-was-Projekt“ der Soz.Versicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft. Wie man ihn kennt, wird Präs. Leitl seine Idee nicht  zu einer Alibi-Aktion verkommen lassen.

Niemand wünscht sich krank und siech zu sein, eh klar. Wenn es doch passiert, kommt man mit den Ärzten, häufig auch mit  der Krankenkasse in Berührung. Ab einem gewissen Alter auch mit der Pensionsversicherung. Beide Institutionen geben, soweit bekannt, nicht übermäßig Anlass zum Unmut der Versicherten. Aber weil man alles besser machen kann und Dienstleistungsanbieter (und das sind die Sozialversicherungen nun einmal) ihr Geschäft nicht nur aus der eigenen Befindlichkeit heraus betrachten dürfen, stellt Leitl „unsere“ Sozialversicherungsanstalt auf den Prüfstand.

Christa El Kashef  / pixelio.de
Foto: Christa El Kashef / pixelio.de

Ein Fragebogen (1 Seite, leicht verständ-lich, mit helfenden Erklärungen unter www.svagw.at), gibt der beitragszahlenden Klientel die Möglichkeit unkompliziert mitzu-teilen, woran ihr Herz  hängt. In einem Land, dem es an obrigkeits-staatlichen Modellen nicht gerade mangelt, eine absolut sensationelle und bis jetzt einmalige Vorgangsweise. Umso mehr, als so manches, worüber der mit 38° Grad im Bett schwitzende Versicherte Zeit hat zu räsonieren, seine Ursache beim Gesetzgeber hat und nicht bei der Sozialversicherung selbst. Siehe z.B. Mehrfachversicherungen. Das heißt, die Beschwerdeabteilung der Anstalt büßt nicht selten für fremde Fehler.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, frisch ans Werk! Ich habe mich nicht länger als  3 Minuten damit aufhalten müssen, weil ich auf der oben genannten website meinen Fragebogen gleich online ausgefüllt habe. Wir werden unsere SVA noch lieben lernen!

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GESPERRTE_RINGSTRASSE in Wien

EINSAMKEIT AUF DER GESPERRTEN RINGSTRASSE

Herr Polizeipräsident, schaffen Sie Ordnung!

Immer wieder lassen Sie die Sperrung der Ringstraße zu –  wenn es sein muss auch 12 Stunden lang. Am Samstag 12.5. zum Beispiel für 20 Zelte und 80 Frauen. Wegen dieses marginalen Privattreffens wurde auch gleich die Straßenbahn umgeleitet. Nichtwiener können nicht wissen, dass das keine Seltenheit ist. Es hat sich tatsächlich eingebürgert Kleingruppen verschiedenster Provenienz, politischer Ausrichtung oder als Vertreter noch so verquerer Anliegen mit Duldung der Behörde und manchmal mit Unterstützung hochrangiger Politiker die Brennpunkte des Wiener Verkehrsgeschehens blockieren zu lassen. Über die „Zeltstadt der 20.000 Frauen“ – so die in keiner Weise erfüllte Ankündigung – hielt dieses Mal die Frauenministerin ihre schützende Hand. Der Polizeipräsident lässt sie gewähren und beruft sich auf das Demonstrationsrecht.

GESPERRTE_RINGSTRASSE in Wien
"Foto ©2012 Hans Hochstöger"

Ein solches wird ja nicht bestritten. Steuerunwillige geben meistens vor dem Finanzministerium, Studenten vor/ in der Uni bzw. vor dem Bildungsministerium und Krötenschützer wahrscheinlich an der Alten Donau  ihrem Unmut Ausdruck, wenn sie das wollen. Das ist in Ordnung und ihr gutes Recht.

Die Demonstrationen neuer Prägung allerdings sind durch minimale Teilnehmerzahlen gekennzeichnet und wichtig ist nicht mehr die Vertretung des Anliegens in der Öffentlichkeit, sondern die Störung der Ordnung. Denn erst eine solche schafft die Aufmerksamkeit, die der Gegenstand selbst ganz offensichtlich nicht findet. Zu Recht bestehende Interessen der durch die Blockade Betroffenen werden von der Wiener Wirtschaftskammer immer wieder ins Treffen geführt, aber leider ohne Erfolg. Die Geschäftsleute in der Mariahilferstraße und in der Innenstadt können davon  ein Lied singen. Die Kosten für die Vorkehrungen der Polizei und der Wiener Linien darf der Steuerzahler übernehmen. Eine grundsätzliche Änderung der Haltung der Stadt Wien und des Polizeipräsidiums ist jetzt wirklich unabdingbar.

Als Handelsagenten, die es mit der Zufahrt zu ihren Kunden ohnehin schon schwer genug haben, fordern wir von der Behörde, dass sie wenigstens die Verkehrsflächen frei hält für das, wozu sie da sind: für den Berufsverkehr,  den öffentlichen und den individuellen Verkehr.

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Versicherungsgebäude steuerlich mit 5 Stockwerken gedeckelt?

„Die Geschoße darüber werden ab 2013 steuerlich nicht anerkannt. Das gilt ebenso für Bauwerke von Banken und Konzernen. Unleugbar hat die Maßnahme starke Ähnlichkeit mit der steuerlichen Beschränkung des Anschaffungspreises von Firmen-Pkws auf EURO 40.000.- (Angemessenheit der Aufwendungen).

Grund für das scharfe Durchgreifen des Finanzministeriums ist der Umstand, dass die generösen Arbeitsbedingungen und Annehmlichkeiten des Führungspersonals in den oberen Stockwerken mit jenen der großen Masse von Mitarbeitern darunter nicht mehr in Einklang zu bringen sind. Die Abschreibbarkeit der LUXUSstockwerke führt regelmäßig zu Steuerausfällen und damit werden diese de facto vom Steuerzahler erheblich mitfinanziert.“ (red.)

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I. Rasche / pixelio.de

Das ist eine Falschmeldung

Ja, lieber Leser, geneigte Leserin – Sie haben es schon geahnt, dass es sich bei diesem Akt der “Steuergerechtigkeit” um einen verspäteten Aprilscherz handelt. Überrascht es Sie aber jetzt nicht doch, dass wenigstens ein  T e i l  der Meldung richtig ist?

Sie werden es vielleicht für möglich halten, dass die Finanzbehörde der Versicherungsgesellschaft mitteilt, dass fünf ihrer zehn Stockwerke nicht der „Angemessenheit der Aufwendungen“  entspreche (z.B. mit der Begründung  Chefetage mit “Penthousecharakter”, großzügige Werksküche mit “Feinschmeckerattitude”, Fit- und Wellnessetage, Repräsentationsetage etc).

Ganz sicher werden Sie aber n i c h t glauben können, dass die Steuer darüber entscheidet, welches Auto ein Klein- oder Mittelbetrieb kaufen und was es kosten darf.

Ich bedaure – heute haben Sie nicht Ihren besten Tag! Es ist nämlich gerade umgekehrt!

Der Bauherr kann natürlich – und das ist ja auch in Ordnung –  den ganzen Bau steuerlich absetzen und klarer Weise die Vorsteuer bis zum letzten Nagel abziehen.

Na also, jetzt haben Sie es erfasst: es ist der H a n d e l s a g e n t, dem  mit seinen beruflichen 50.000, 80.000 Jahreskilometern die Finanz vorschreibt, wann sein Luxus beginnt und welches Auto bis zu welcher Anschaffungsgrenze steuerlich erlaubt ist. Und nur so nebenbei  – die an sich systemkonforme Abziehbarkeit der Vorsteuer kann der Kollege/ die Kollegin selbstverständlich auch vergessen.

A b s u r d i s t a n !

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handelsagenten register

Handelsagentensuche punktgenau

Welche Funktion der Handelsagentenbetrieb in allen denkbaren Branchen erfüllt, das ist bei näherem Hinsehen nicht schwer zu verstehen. Auch, dass diese Profession besonders für kleine und mittlere Erzeugungsbetriebe eine gewinnbringende Vertriebsvariante ist, ist schnell heraus. Das wirkliche Problem ist einen Handelsagenten zu finden, der genau zum Erzeuger passt, der das richtige Vertretungsgebiet und die richtige Kundenkategorie (z.B. Handel, Gewerbe, öffentliche Hand …….etc) bearbeitet und dessen Verkaufspalette gerade diese neue mögliche Vertretung überhaupt zulässt.

Ich will nicht näher darauf eingehen wie viele Kontaktmöglichkeiten es gibt, angefangen von den wichtigen Messen, auf denen sowohl Handelsagenten als auch Erzeuger unterwegs sind, oder Spediteure, die die erfolgreichen Agenten in den jeweiligen Branchen kennen usw.

Heute will ich besonders auf die internationale Datenbank der IUCAB (International Union of Commercial Agents and Brokers) verweisen > COME-INTO-CONTACT

handelsagenten register
http://register.handelsagenten.at/index.html

Dieser Dachverband von Handelsagentenorganisationen, der zur Zeit 18 Mitgliedsverbände in ganz Europa und Nordamerika umfasst, hat eine Datenbank auf die Beine gestellt, die es ermöglicht in mehreren europäischen Ländern – natürlich auch in Österreich – Handelsagenten zu finden, die bereit sind neue Vertretungen zu übernehmen.

Um geringes Geld kann der Erzeuger eine „Anzeige“ schalten, die sofort den Agenten der jeweiligen Branche zugemittelt wird. Punktgenauer geht es nicht mehr.

Ich rate also interessierten Erzeugern und den Inhabern eines Gewerbescheins als Handelagent sich das einmal anzusehen, für beide ist etwas drin.

Gehen Sie auf register.handelsagenten.at und informieren Sie sich. Wenn etwas nicht klar ist, wenden Sie sich an das Österreichische Bundesgremium, Frau Gangl oder Hr. Mag. Rebernig.

Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
T  +43 (0)5 90 900 – 3200 DW
F  +43 (0)5 90 900 – 287
E  handel5@wko.at

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Obmann KoR W. Krammer

„Der Handelsagent ist Prüfungsstoff“

Ein brennendes Verlangen von 16-jährigen ist es nicht etwas über das Leben und Treiben von Handelsagenten zu erfahren. Aber der Handelsagent und seine Bedeutung im Vertrieb ist Teil der Betriebswirtschaftslehre, die in den 6 Schulen (www.vbs.ac.at) unterrichtet wird, welche der Fonds der Wiener Kaufmannschaft unterhält.

Obmann KoR W. Krammer
Obmann KoR W. Krammer

Also haben wir uns nach Kräften bemüht es den 70 jungen Damen und Herren so angenehm und interessant wie möglich zu machen, die letzte Woche auf Initiative und unter Führung von Frau Prof. Mag. C. Amberger von der HAK/HASCH Hamerlingplatz unsere Gäste im Wiener Gremium der Handelsagenten waren. Von ihr stammt auch das Zitat im Beitragstitel.

Prof. Amberger, Prof. Brenner, KoR Plaichinger
Prof. Amberger, Prof. Brenner, KoR Plaichinger

Nach einer kurzen Stärkung mit Snacks und Getränken brach in Gestalt des Obmannes KoR Krammer über die Besucher die theoretische Information herein über das Verkaufen einmal erzeugter Güter und die Notwendigkeit diese Erzeugnisse an die Kunden zu bringen. Und dass die Spezialisten Handelsagenten besonders für kleine und mittlere Betriebe eine bestens geeignete Vertriebsschiene darstellen. Obmann KoR W. Krammer

Den praktischen Teil übernahm KoR Plaichinger, der über die langjährigen Erfahrungen berichtete, die er in seinem Metier, der Textilbranche, angesammelt hat.Obmann KoR W. Krammer

Jedem Anwesenden war natürlich klar, dass Handelsagent nicht ein Beruf ist, den man, ob Frau oder Mann, mit 19 Jahren ergreift, weil es ein Erfahrungsberuf ist. Aber es schaffen solche Veranstaltungen (es war ja nicht die Erste) mehr Aufmerksamkeit für unseren Beruf in den Schulen und vielleicht packt in 20 Jahren den einen oder anderen doch die Lust sich als Selbständiger im Vertrieb zu verwirklichen.

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johnnyb / pixelio.de

Auf „Pendlerpauschale“ habe ich gewartet

Von Zeit zu Zeit liegt im Zentrum der öffentlichen Diskussion ein großer heißer Haufen. Der „heiße Brei“ um den alle politisch Involvierten herumschleichen. In diesem Fall ist es der nach oben geschossene, vielleicht noch weiter raketengleich sich entwickelnde Spritpreis.

Zuerst kommen die immer gleichen Vorwürfe und Verdächtigungen gegenüber der Erdölwirtschaft. Ob sie wahr sind oder nicht kann kein Durchschnittsösterreicher beurteilen und die, die es kraft ihres Amtes oder ihres Informationsvorsprungs beurteilen können, behalten ihre Erkenntnis wohlweislich für sich. Die Erdölheinis putzen sich ab.

Die Grünen können ihre Begeisterung kaum verbergen, viele wollen es auch nicht, denn sie haben eine solche Entwicklung ja vorausgesagt. Ihr Wunsch vor 2 Jahrzehnten, der Benzinpreis solle doch am besten bei 20 Schilling liegen, ist in etwa Wirklichkeit geworden.

johnnyb  / pixelio.de
johnnyb / pixelio.de

Die Finanzministerin freut sich still, weil die, die ohne Auto nicht auskommen können, füllen bei einem Sechziglitertank den Staatssäckel mit rund 50 EURO (die, die „grundlos“ auf das Auto nicht verzichten wollen, tun das natürlich auch).

Also, so wird einige Zeit geschlichen, bis jemand das Wort Pendlerpauschale in den Ring wirft. Dieses Mal war es der Wirtschaftsminister, der sich mit seiner schnoddrigen Bemerkung, dass er den Spritpreis ganz sicher nicht regulieren werde, nicht gerade in zügelloser Weise Freunde gemacht hat. Daraufhin hat er offenbar viele unschöne Anrufe und e-mails gekriegt und erkannt, dass Leute, die früh und spät den Weg zur und von der Arbeit bewältigen müssen und dafür nicht eine Stunde länger brauchen wollen als nötig (weil Öffis ja auch nur fahren, wann sie wollen), Wähler sind.

Zum Unterschied von anderen Menschen in diesem Land – sagen wir EPUs – sind aber die Pendler auch Liebkinder der Arbeiterkammer. Na dann gibt’s gleich viel mehr Verständnis von allen Seiten. Pendler müssen ja fahren, die können gar nicht anders und die armen Hunde haben es bei Schnee und Kälte auch noch weit, die kriegen doch jedes Jahr erheblich mehr Fahrkilometer aufgebrummt als der Durchschnittsautofahrer. Und Kinder haben sie womöglich auch noch und eine Frau ……

Und jedes Mal, wenn das mit der Pendlerpauschale wieder losgeht, frage ich mich, ob all die kleinen Unternehmen, wie z.B. Handelsagenten, die nicht zum Spaß pro Jahr 40-, 50-, 80-tausend Kilometer fahren  m ü s s e n, die Idioten dieses Landes sind? Denen seit Jahrzehnten in systemwidriger Weise die Vorsteuer für ihren Betriebs-PKW vorenthalten wird. Die genau so, wie der Pendler, mit ihrem Geld und dem Mitteleinsatz für die kleine Firma rechnen müssen. Die zum Unterschied vom Pendler selbst für ihren Arbeitplatz sorgen, mit dem ganzen Risiko, das damit verbunden ist.

Es beneidet doch niemand den Mechaniker, der um ½ 5 in der Früh aufstehen muss, um vom Waldviertel rechtzeitig in Floridsdorf in der Schicht zu sein. Tut doch keiner! Aber ist es so schwer als Politiker (und da meine ich jeder Couleur) das Arbeitsumfeld auch selbständiger kleiner Unternehmer in seine Überlegungen mit einzubeziehen?

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frauentag

Handelsagentinnen ohne Frauentag

Während dieser Beitrag geschrieben wird, laufen im österreichischen Fernsehen die Abendnachrichten mit den Kummernachrichten über die Benachteiligung der Frauen in Österreich und auf der ganzen Welt.

In diesem Licht ist es für mich als Obmann besonders erfreulich, dass ich behaupten kann, dass es in unserem Gremium keine Quotenfrauen gibt.

Etwa 15% unserer Mitglieder (Aktive mit Gewerbeschein) sind Frauen. Ich kann mich nicht erinnern, dass dieser Prozentsatz  in den letzten 30 Jahren jemals ein Thema gewesen wäre. Er wäre es auch nicht gewesen, hätte er  die 50-Prozentmarke überschritten.

Ebenso wenig  hat es irgendwann eine Debatte darüber gegeben, wer die besseren und professionelleren Personen in diesem Beruf sind – Frauen oder Männer?

Richtig, weil eine solche Diskussion eine an Dummheit grenzende Sinnlosigkeit darstellt. Wie jeder andere Beruf erfordert auch der des Unternehmers/der Unternehmerin  im Verkauf oder Außendienst bestimmte, manchmal angeborene Fähigkeiten, ein hingebungsvolles Engagement, das Feuer erfolgreich sein zu wollen, die Bereitschaft die Kunden und ihre Mitarbeiter mit allen ihren Problemen, Schwächen und Unzulänglichkeiten genau so zu mögen, wie sie für den Umstand hoch zu schätzen, dass es genau diese Kunden sind, die einem zum erhofften Erfolg verhelfen können.

Es ist mir auch noch nie zu Ohren gekommen, dass eine von einer Frau geführte Handelsagentur mit einem geringeren Provisionsprozentsatz zufrieden gewesen wäre als eine Agentur mit einem Mann als Chef.

frauentag
Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Männer und Frauen in diesem Beruf begegnen einander als Profis, weil jeder, unabhängig von seinem Geschlecht, weiß wie schwer und herausfordernd er ist.

In einem Beruf, in dem dauerhaftes Bestehen nur mit Einsatz und Leistungswillen, Können und Wissen erreicht werden kann, lächelt niemand abfällig über einen Menschen deswegen, weil sie eine Frau ist. Die Begegnung auf Augenhöhe ist eine Selbstverständlichkeit.

Und wenn wir schon dabei sind, dann soll hier auch klar gesagt werden, dass alle jene Frauen, die nicht den Gewerbeschein gelöst haben (wozu sollte man in einer Familie zwei Mal denselben Schein haben) und daher nicht in unserer Statistik aufscheinen, die aber im Tandem mit ihrem Partner um nichts weniger leisten als er, die gleiche Anerkennung verdienen und hoffentlich auch immer erhalten, wie die „sichtbaren“ Handelsagentinnen.

Liebe Leserinnen, die Sie (noch) nicht Mitglied unseres Gremiums sind, glauben Sie mir, dass Sie uns herzlich willkommen sind. Der Beruf ist kein Honigschlecken, aber er kann Ihnen viel Freude und Befriedigung verschaffen und das ist doch wohl das Wichtigste – für Männer und für Frauen.

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Coaching – der gute Geist an deiner Seite

Zu viele Wiener Handelsagenten lassen sich nicht helfen! Überlegen Sie sich das großzügige Angebot des Wiener Gremiums. Auch bei einem sehr guten Verkäufer reicht es manchmal nicht einmal zu einem mittelmäßigen Handelsagenten. Der Unternehmer mit dem Handelsagentengewerbeschein braucht Kenntnisse und Fähigkeiten, die weiter reichen.

Die meisten Kolleginnen und Kollegen waren vorher einschlägig im  Angestelltenverhältnis tätig. Der Reiz des Außendienstes hat mit respektablen Einkommenschancen zu tun und mit gewissen Freiheiten in der Gestaltung des täglichen Berufslebens. Und die Freiheit spielt nicht nur für einen Verkäufer, sondern auch für einen Unternehmer eine bedeutende Rolle.

DI Goldmann
Unser Coach DI Peter Goldmann

 Diejenigen, die den Gang in die Selbständigkeit wagen, wissen häufig nicht, was da auf sie wirklich zukommt. Aber Wagemut ist eine wichtige Voraussetzung für den Selbständigen, ohne ihn macht die unternehmerische Existenz mehr Angst als Freude.

Selten ist der Jungunternehmer der perfekte Kaufmann. Wenn man’s ist, dann hilft’s. Wenn nicht, folgt häufig der Zwang zur Improvisation. Improvisieren kostet aber Zeit, Geld, Nerven…… – wie das eben so ist bei „learning by doing“.

Allerdings kann man sich’s leichter machen: indem man sich von einem Außenstehenden mit Ausbildung und vor allem Erfahrung in d e n Fragen helfen lässt, in denen die eigenen Defizite am größten sind. Neusprachlich heißt das COACHING – den guten Geist an der Seite zu haben, der auf Wunsch erscheint und dann wieder auf einige Zeit verschwindet.

Unser Gremium bietet es zu sensationellen Konditionen.

Der Coach ist DI Peter Goldmann (Profil siehe am Ende des Beitrags). Ein gestandener Manager, der auf seine Klienten nicht hinunterschaut. Einer der mit Einfühlungsvermögen hilft.

Das Gremium fördert die ersten 20 Stunden pro Jahr mit 70% des Stundensatzes von DI Goldmann.

Es ist ein tolles, den Bedürfnissen der meisten Mitglieder entsprechendes Angebot und gilt ausschließlich für Mitglieder des Wiener Gremiums der Handelsagenten und nur für Einzelfirmen.

Details erfahren Sie bei

Andreas GURGHIANU, Gremialgeschäftsführer der Wiener Handelsagenten, Wirtschaftskammer Wien – Sparte Handel, Schwarzenbergplatz 14 | 1041 Wien T 01 51450-3251 | F 01 505 26 47 E andreas.gurghianu@wkw.at

Profil  DI  Peter Goldmann

Studium Nachrichtentechnik/TU Wien, Gruppen-, Entwicklungs-, Logistikleiter und Direktor bei PHILIPS AUSTRIA.

Diverse Patente. 25 Jahre international tätig. Aufbau der Projektbüros für Audio/Video, TV/VCR innerhalb der Business Units, interner EFQM-Assessor. Seit acht Jahren selbständiger Unternehmensberater, Moderator, Trainer und Coach, Begleiter bei Veränderungen für EPU und KMU.

Lektor an der Fachhochschule Technikum-Wien für Projekt-, Prozess-, Qualitätsmanagement, Betriebswirtschaftslehre.

Vorgangsweise

  1. Statusanalyse des Betriebes. Wie steht das Unternehmen da?
  2. Bewertung der bestehenden Vertretungen bzw. Produktgruppen. Ist-Zustand und vorhandene Potentiale.
  3. Gibt es Verbesserungsmöglichkeiten im Betriebsablauf? – Schwachstellenanalyse. Das Wichtige zuerst.
  4. Analyse der tatsächlichen und möglichen Kundenkreise.
  5.  Kunden gezielt finden und behalten, bestehende Kunden ausbauen.
  6. Kritisch neue Blickwinkel aufzeigen.
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