Archiv der Kategorie: Gremium / Kammer

STARKES DIGITALES TRAINING

 

                   Copyright Jacob Lund

Kleinbetriebe, die nicht in bestmöglicher Weise alle ihre digitalen Möglichkeiten gebrauchen, schaden sich selbst. Das Jammern über die uneinholbaren Vorteile der Großen hilft gar nichts. Die einzig richtige Methode ist sich selbst zu stärken. Diese Möglichkeit haben die 2000 Mitglieder des Landesgremiums Wien der Handelsagenten beim

Workshop am Donnerstag, 25.April  2019

Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung

Beginn: 14:30 /  Ort:  WKO,  Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien

                    Anmeldung bis spätestens 18.4.2019 / Email handelsagenten@wkw.at                                                             oder  Tel. Fr. Hackstock  (01) 51450 DW 3268                                                                                         Geförderter Kursbeitrag  EURO 20.- pro Person                                                                         Zutritt nur für Mitglieder des Gremiums und ihre Mitarbeiter

In diesem ersten von mehreren Workshop-Modulen  lernen Sie, die Digitalisierung als Wettbewerbsvorteil zu verstehen und zu nutzen. Sie erhalten einen Einblick in die Möglichkeiten, die Ihnen die Digitalisierung bietet, und in die Technologien, Methoden und Plattformen, die Ihnen dabei zur Verfügung stehen. Sie lernen, warum es sich lohnt, anfangs Zeit und Geld in die Digitalisierung Ihrer Geschäftsprozesse zu investieren, um auf lange Sicht ebenda wertvolle Einsparungen zu erzielen. Anfängern bietet dieser Vortrag einen umfangreichen Einblick, leicht Fortgeschrittenen einen nützlichen Überblick. Digitalisierung umfasst nicht nur Informationstechnologie, sondern auch Marketing, Kommunikation und Vertrieb. Wir zeigen, wie Sie in all diesen Bereichen mit wenig Aufwand viel erreichen.

Inhalt Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung

  • Geschäftsabläufe besser organisieren
  • Kommunikation effizienter gestalten
  • Aufwand und Kosten verringern
  • Im Internet gefunden werden
  • Als Experte wahrgenommen werden
  • Zielgruppen durch Social Media erreichen
  • Online und in Social Media verkaufen
  • Vertriebskontakte, Kunden und Partner organisieren
  • Kundenbindung stärken

Voraussetzungen für Teilnehmer

  • Bereitschaft, sich mit dem Thema Digitalisierung auseinanderzusetzen
  • Interesse, das Gelernte auch in die Praxis umzusetzen
  • Es ist kein technisches Vorwissen erforderlich außer Grundkenntnisse bei der Nutzung von Computer und Smartphone.  Es muss kein Computer mitgebracht werden.

 

Zusatzinformationen & Unterlagen

  • Die Präsentationsfolien werden bereitgestellt.
  • Checklisten und Handouts helfen bei den nächsten Schritten:
  • Was muss ich tun?
  • Womit beginne ich?
  • An wen kann ich mich wenden?
  • Wo finde ich weiterführende Informationen?
  • Der Trainer kann für (durch die Wirtschaftskammer geförderte) Beratungen angefordert werden

 

Ich hoffe wir sehen uns 

Walter Krammer

Share

DER DIGITALE HANDELSAGENT Workshop-Reihe startet am 25. April

Copyright: Wright Studio

Das Landesgremium Wien der Handelsagenten startet in drei Wochen eine 7-teilige Serie von Workshops, die klare Antworten gibt auf die digitalen Herausforderungen für Klein- und Mittelbetriebe.

Beobachtungen und Umfragen zeigen, dass EPUs und KMUs noch immer ein, sagen wir es vorsichtig, “unvollständiges” Verhältnis zur Digitalisierung ihrer Betriebe haben. Das ist so, als würden die Unternehmer sich den Durchmesser ihrer Luftröhre auf die Hälfte zuschnüren. Reicht vielleicht auch noch zum Leben, aber wie lang? Der Unterschied zu den Großbetrieben ist nicht nur die Größe, sondern, dass diese erfahrungsgemäß bestimmte Fehler einfach nicht machen, wie z.B. eine weitreichende IT-Absenz .
Selbst wenn Sie sich “ein bisserl was” mit der learning-by-doing-Methode beigebracht haben, sind Sie ein Kandidat für die Workshop-Ambulanz.

In der WKO, Wiedner Hauptstraße 63, 1040 Wien  erfolgt  am 25.April um 14,30 ,  die Startveranstaltung, die die Frage behandelt, ob und in welchem Umfang die Digitalisierung Wettbewerbsvorteile auch und insbesondere für kleine Betriebe mit sich bringt. Dieser Startevent ist besonders wichtig, weil er den erforderlichen Problemüberblick schafft. In die Details gehen dann die 6 monatlich folgenden Workshops.


Hier ist die Liste der einzelnen Veranstaltungen

25.04.2019   D 1   DIGITALISIERUNG ALS WETTBEWERBSVORTEIL VERSTEHEN
23.05.2019   D 2   DAS DIGITALE BÜRO – EINFACH, KOSTENGÜNSTIG, OHNE                                                                  EXPERTENWISSEN
18.06.2019   D 3   WEBSEITE UND SUCHMASCHINENOPTIMIERUNG
10.09.2019   D 4   GESCHÄFTSERFOLG DURCH SOCIAL MEDIA 1 (Fb, Instagram,                                                          Twitter)
08.10-2019   D 5   GESCHÄFTSERFOLG DURCH SOCIAL MEDIA 2 (LinkedIn und Xing)
05.11.2019   D 6   WERTVOLLE VERTRIEBSKONTAKTE DURCH SOCIAL MEDIA WERBUNG
03.12.2019   D 7   DIGITAL KUNDEN GEWINNEN + BINDEN

Detailinformationen über die einzelnen Veranstaltungen finden Sie unter                           https://www.wko.at/branchen/w/handel/handelsagenten

 

Hinweise und Bedingungen

Workshops
bilden zwar eine konzeptiv zusammengestellte Serie, aber die Entscheidung liegt bei Ihnen, welche Segmente Sie konsumieren wollen.

Teilnahmeberechtigung
Ausschließlich Mitglieder des Gremiums der Wiener Handelsagenten (Fachgruppe 311). In ihrer Begleitung sind auch angemeldete Mitarbeiter des jeweiligen Unternehmens zugelassen.

Kursgebühr
EURO 20.- pro Einzelveranstaltung und angemeldeter Person (Das Gremium übernimmt den Großteil der tatsächlichen Kosten). Der Betrag ist im Voraus zu überweisen. Der Zahlungsbeleg dient als Zutrittsbescheinigung. Rückerstattung des Betrages ist ausgeschlossen.

Anmeldung
bis spätestens 18. April an handelsagenten@wkw.at , Fr. Hackstock (01) 51450 Dw 3268
Vermerken Sie Workshopnummer (z.B. D1) , Firmenname, Emailadresse, Tel.-Nummer, Name des oder der Teilnehmer. Die Teilnehmerzahl pro Workshop ist beschränkt.

Bestätigung
Sie erhalten postwendend eine Bestätigungsemail mit der Kontonummer zur Einzahlung der Kursgebühr.

Finden Sie den Handelsagentenblog gut? Dann buchen Sie das kostenlose Abo! Wollen Sie etwas hinzufügen? Dafür gibt’s die Möglichkeit des Kommentars. Sollen den Beitrag auch andere lesen, dann teilen Sie ihn.

Share

So leb denn wohl Du stilles Haus

WKW Handelsagenten

Am 15. März 2019 fand die letzte Sitzung des Fachgruppenausschusses der Wiener Handelsagenten am  Schwarzenbergplatz 14 statt. Mitte April übersiedeln wir in das neue Haus der Wiener Wirtschaft im Austria Campus am Praterstern.

Seit 1980 betrete ich das palaisartige Prunkstück Ecke Lothringerstraße/ Schwarzen-bergplatz als Funktionär der Wiener Wirtschaftskammer, seit 2005 als Obmann der Wiener Handelsagenten. Und immer erfreue ich mich an dem Gefühl, das mir das von den Architekten Ernst von Gotthilf und Oskar Neumann geplante und 1903 fertiggestellte Gebäude infolge seiner formalen Komposition gibt. Das Entree, das Stiegenhaus und die platzseitigen Räume im 1. Stock strahlen Kraft, Tradition und Souveränität aus, auch wenn dort im Laufe der Zeit die als notwendig erachteten Veränderungen im Detail ein wünschenswertes Feingefühl vermissen lassen.

Von den stadtwärts gerichteten Fenstern unseres Büros im 3. Stock hätte man sich an dem vorbeiströmenden Wienfluss erbauen können, wäre dessen Einhausung nicht rechtzeitig 1902 fertiggestellt worden. Heute fließt er unsichtbar, von der Sezession kommend, unter der Lothringerstraße in Richtung Stadtpark. Damit wurde auch die Schwarzenbergbrücke hinfällig, die die beiden Teile des Platzes verbunden hat.

Das Domizil in unmittelbarer Nähe des Praters symbolisiert unleugbar eine neue Zeit, die uns ebenso neue Chancen und Aufgaben verspricht, auch wenn wir – Mitarbeiter und Funktionäre – mit ein wenig Wehmut übersiedeln, wie sie von den Titelworten Ferdinand Raimunds ausgedrückt wird.

 

 

https://www.lieder-archiv.de/leb_denn_wohl_du_stilles_haus-notenblatt_501411.html

https://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Denkmale/Schwarzenberg

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Schwarzenbergplatz

 

Finden Sie den Handelsagentenblog gut? Dann buchen Sie das kostenlose Abo! Wollen Sie etwas hinzufügen? Dafür gibt’s die Möglichkeit des Kommentars. Sollen den Beitrag auch andere lesen, dann teilen Sie ihn.

 

 

 

Share

Handelsagenten! Betet für die Vertikale GVO

Sergio Delle Vedeve / Shutterstock.com

Die EU-Kommission überprüft die Vertikale GVO / Vertical Block Exemption Regulation. Grund dafür ist das Auslaufen der bestehenden Verordnung im Jahr 2022. Das Ergebnis kann im schlimmsten Fall den Handelsagenten den Boden unter den Füßen wegziehen. Elementare, für den Berufsstand unentbehrliche Punkte in einem Handelsagentenvertrag wären im Falle der Streichung dieser Grundverordnung per sofort gesetzwidrig.

Ausgangslage
Grundsätzlich ist im Artikel 101 des Vertrags über die Arbeitsweise der Kommission festgehalten, dass innerhalb der EU wettbewerbsbehindernde bzw. verhindernde Vereinbarungen oder Maßnahmen nicht erlaubt sind.

Wie überall gibt es auch dabei Ausnahmen, sogenannten Freistellungen, die mit einer Verordnung, Vertikale GVO, festgeschrieben werden. Die derzeit geltende läuft seit dem Jahr 2010 und wird 2022 enden.

In den dazu erlassenen Leitlinien II/2/ Randnr. 12 – 21 stellt sie u.a. Handelsvertreterverträge von den einschränkenden Bestimmungen des Artikels 101 Absatz 1 frei. Dies, weil sie die Notwendigkeit z.B. von Gebietsschutzvereinbarungen, Ausschluss für Konkurrenzunternehmen zu arbeiten, Preisvorgaben, Kundenkreisbeschränkungen etc. für die typische Tätigkeit eines Handelsagenten anerkennt.

shutterstock 1186344211

Wo liegt die Gefahr?
3 Jahre vor Auslaufen geht die Kommission wieder daran zu überprüfen, ob die Verordnung zielführend war, ob die Aufwendungen durch die erreichten Ziele gerechtfertigt waren, ob sie weiterhin notwendig ist und sie deutliche Vorteile im Sinne der EU gebracht hat. Um diese Fragen zu beantworten läuft ein mehrmonatiger Konsultationsprozess.

Es gilt nun für die Interessensvertretungen der Handelsagenten in ganz Europa alle Kräfte zu mobilisieren, damit die Vertikale GVO und damit das sogenannte “Handelsagentenprivileg” möglichst unverändert erhalten bleibt. Das österreichische Bundesgremium der Handelsagenten wird dabei – genauso wie bei Verteidigung der Handelsagentenrichtlinie vor 5 Jahren – eine bedeutsame Rolle spielen.

Seit 2010 hat sich die ökonomische Welt wesentlich verändert. Und so wird es ein hartes und aufwendiges Stück Arbeit sein, die Kommission trotz eventuell auftretenden Gegenwinds, der aus allen Richtungen der Wirtschaft kommen kann, zu überzeugen, dass die Freistellung für Handelsagentenverträge eine Überlebensfrage für die rund 600.000 Handelsagentenbetriebe in der EU darstellt. Von deren Tätigkeit hängt wieder die erforderliche Marktpräsenz einer Unzahl von europäischen mittelständischen Erzeugungsbetrieben ab.

Nur Manna fiel vom Himmel.
Die Bibel und der Koran lehren, dass die Israeliten auf ihrer 40jährigen Wanderschaft durch die Wüste von Manna ernährt wurden, das nachts vom Himmel fiel. Auch wenn es weite Teile der Bevölkerung gerne glauben, heute fällt nichts mehr vom Himmel (außer Satellitenteile). Die Wirtschaftskammer wird sich zusammen mit anderen europäischen Interessengruppen in einem langwierigen Ringen sehr heftig um ein zufriedenstellendes Ergebnis für die Handelsagenten und auch andere Berufsgruppen bemühen müssen.
Wir wollen hoffen mit Erfolg!

Finden Sie den Handelsagentenblog gut? Dann buchen Sie das kostenlose Abo! Wollen Sie etwas hinzufügen? Dafür gibt’s die Möglichkeit des Kommentars. Sollen den Beitrag auch andere lesen, dann teilen Sie ihn.

Share

Kuschen, weil die Kohle fehlt?

Foto Trum Ronnarong/shutterstock

In dieser Beziehung habe ich eine konservative Einstellung: wetten oder vor Gericht gehen sollte man nur, wenn man sicher ist zu gewinnen. Die Wirklichkeit zeigt aber, dass man manchmal um eine Klage nicht herumkommt. Ich denke z. B. an Handelsagenten, die sich gezwungen sehen ihre nennenswerten  Ausgleichsforderungen gerichtlich durchzusetzen , weil der Geschäftsherr einfach nicht zahlen will.

Ein guter Anwalt verspricht nicht das Blaue vom Himmel.  Allerdings versteht man bald den Spruch ” Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand”. Weil so klar liege der Fall auch wieder nicht, die zustehende Summe sei geringer als gedacht, die Klage im Ausland ein zusätzliches Risiko und überhaupt koste eben ein Rechtsstreit zuerst einmal Geld  –  die Sachverständigen und die Anwälte natürlich auch etwas und der Prozess könne sich lange hinziehen! Übrigens, wenn es auf einen Vergleich hinauslaufe, den die Richter besonders lieben, zahlen beide Parteien ihre Kosten selbst.

Tja, Herr Anwalt, also was schaut für mich heraus, wenn wir gewinnen? Hmm,
weniger als gedacht , aber – wenn es schnell geht – auch gut!

Und – nur interessehalber – auf welchen Kosten bleibe ich sitzen, wenn ich verliere? Und bei einem Vergleich ? – – – – Oh, da muss ich mich jetzt tatsächlich hinsetzen! 🙁

 

Foto Giulio Fornasar /Shutterstock

Ehrlich gesagt, kann ich mir nur das Gewinnen leisten, Herr Doktor!                                   Sie haben gesagt, die Chancen stünden gut, aber es gebe natürlich keine Garantie ………. Vielleicht sollten wir es doch noch einmal mit einem scharfen Brief probieren!?

Allerspätestens jetzt kommt die Frage des Anwalts nach der Rechtsschutzversicherung. Vor Gericht brauchen Sie für die Durchsetzung Ihrer Ansprüche entweder Geld oder eine Versicherung, die auch Risiken in Verbindung mit dem Handelsvertreterrecht versichert, was nicht immer der Fall ist.
Leider zeigt die Erfahrung, dass die Kombination kein Geld  u n d  keine Versicherung ziemlich anstrengend, aber durchaus nicht selten ist. Wenn dann eine gütliche Einigung auch noch scheitert, kann man seine Ansprüche in den Rauchfang schreiben.

Es lohnt sich also rechtzeitig über das Stopfen dieses Vorsorgelochs nachzudenken.
Das Gremium der Handelsagenten hat ausschließlich für seine  Mitglieder eine vergleichsweise kostengünstige Rechtsschutzversicherung ausgehandelt. Ebenfalls nur für die Mitglieder des Wiener Landesgremiums der Handelsagenten existiert eine kostenlose juristische Erstberatung durch den Vertrauensanwalt des Gremiums Dr. Gustav Breiter.

Finden Sie den Handelsagentenblog gut? Dann buchen Sie das kostenlose Abo! Wollen Sie etwas hinzufügen? Dafür gibt’s die Möglichkeit des Kommentars. Sollen den Beitrag auch andere lesen, dann teilen Sie ihn.

 

Share

Wer eine Firma will, muss leiden

So lautete die Überschrift eines Artikels in der PRESSE vom 27.Jänner 2019. Es ging um die Gründung eines Unternehmens.

Ich will mich hier auf die Unterschiede zwischen wirklichem Leid und den Schwierigkeiten ein Unternehmen zu gründen und ins Laufen zu bringen nicht weiter einlassen. Dass eine kleine Firma zu betreiben nicht dem entspricht, was man in Wien unter einem  ” Lercherl” versteht, ist keine besonders neue Erkenntnis.
Nach 45 jährigem Besitz meiner Gewerbeberechtigung kann ich aber sagen, dass die meisten Kolleginnen und Kollegen die sich ergebenden Widerstände vielleicht zeitweise als widerlich, als mühsam und als entnervend empfunden haben oder diese sie schlaflos gemacht haben, aber die wenigsten haben gelitten. Und wenn, dann nicht wegen des Anmeldevorgangs.

Allerdings gebe ich zu, dass ich in den 14 Jahren, die ich nun schon dem Wiener Gremium der Handelsagenten vorstehe, Menschen kennengelernt habe, die ich, ob Mann oder Frau, nicht als den Idealtypus des kampfesfreudigen Unternehmers einschätzen konnte.

Und nun zur Frage: wie komme ich zu meiner Gewerbeberechtigung als Handelsagent?

Wenn Sie – wegen der warnenden Überschrift – mit dem Lauf über glühende Kohlen oder Glasscherben, der peinlich genauen Untersuchung in einem Verhörkeller oder ähnlichem rechnen, muss ich Sie beruhigen.

Sie gehen einfach zur Gewerbebehörde in Ihrem Bezirksamt und melden das Gewerbe an. Das war’s dann.

Die wichtigsten Voraussetzungen: mindestens 18 Jahre alt, Österreicher bzw. EU-Bürger, keine Vorstrafen. Eine Detail-Information zu diesem Punkt finden Sie auf unserer Website https://www.wko.at/branchen/w/handel/handelsagenten/start                                                  Die Jahresgrundumlage (das ist der Kammerbeitrag für Einzelunternehmen) beträgt     EURO 80.-

Sie können es aber noch schlauer anfangen. Wenden Sie sich an das Gründerservice der Wirtschaftskammer Wien, Stubenring 8 – 10 , wie es etwa 12.000 Interessenten im Jahr 2018 vor Ihnen getan haben. Oder – noch individueller – vereinbaren Sie einen Termin für eine Gründerberatung (3000 Personen im Jahr 2018). Tel. 01-514 50-1050,
E-Mail:gruenderservice@wkw.at


Foto Nessler

 

Fazit: Wer Handelsagent werden will, muss nicht leiden.



Finden Sie den Handelsagentenblog gut? Dann buchen Sie das kostenlose Abo! Wollen Sie etwas hinzufügen? Dafür gibt’s die Möglichkeit des Kommentars. Sollen den Beitrag auch andere lesen, dann teilen Sie ihn.

Share

PKW-Vielfahrer zur Kasse


Foto Andreas Hermsdorf_pixelio.de

 

Am 30.12.18 erteilte der neue deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer einem deutsch-österreichischen Konsortium den Zuschlag die geplante deutsche PKW-Maut zu kassieren. Der Start ist Oktober 2020.

„Das heißt, wir können Gerechtigkeit auf deutschen Straßen schaffen, weil jeder, der unsere Infrastruktur benutzt, der zahlt auch – ohne Mehrbelastung für die Inländer“, ließ Scheuer per Video wissen.

Österreichs Klage beim EuGH gegen diese Vorgangsweise , der sich die Holländer angeschlossen haben, wird Mitte 2019 entschieden. Wobei es um die Diskriminierung der Ausländer geht, denn gerade diese hatte der ehemalige Verkehrsminister Dobrindt der deutschen Öffentlichkeit versprochen.

Foto H.D.Volz_pixelio.de

Wer aus geographischen (z.B. deutsches Eck) und/oder beruflichen (z.B. Handelsagenten) Gründen deutsches Gebiet befahren muss, wird also in 2 Jahren zur Kasse gebeten. Es sei denn, dass die deutsche Regierung kalte Füße kriegt, wenn der EuGH die Bevorzugung der eigenen Staatsbürger verbietet. Für wahrscheinlich halte ich das aber nicht.

Als unerfreuliches Wetterleuchten am Vielfahrer-Horizont sei noch der Wunsch der EU-Kommission erwähnt spätestens ab 2026 in Europa nur kilometerabhängige Mauten zu dulden. Ob die Vertreter der EU-Staaten einem solchen Schlag gegen die beruflichen und privaten Vielfahrer (wie z.B. Pendler, Handelsagenten u.a.) zustimmen werden, bleibt offen. Allerdings können sie sich auf die EU ausreden, als Umweltschützer glänzen und einen Strom von Geld in die öffentlichen Kassen leiten.

Die beruflichen Vielfahrer können kein Interesse an einer kilometerabhängigen Maut in Österreich haben. Es ist also höchste Zeit, dass sich politische Vertreter der betroffenen Bevölkerungsgruppen gemeinsam überlegen, wie man diese Ideen wirkungsvoll bekämpft.

Quellen: ORF, www.autozeitung.de

Finden Sie den Handelsagentenblog gut? Dann buchen Sie das kostenlose Abo! Wollen Sie etwas hinzufügen? Dafür gibt’s die Möglichkeit des Kommentars.

Share
Die Ärztin Gabriele Possanner

Das beharrliche Geschlecht: Frauen sind nicht aufzuhalten – warum sollten sie auch?

Obwohl er in seinem Land die Matura gemacht hat (allerdings extern) darf er ausschließlich wegen seines Geschlechts nicht studieren. So geht er ins benachbarte Ausland. Dort verlangt man für die Zulassung zur 1. Staatsprüfung ein Maturazeugnis dieses Staates, also absolviert er die Matura ein zweites Mal und beendet 4 Jahre später erfolgreich sein Medizinstudium. In seine Heimat zurückgekehrt, verweigert man ihm vorerst zwar die Anerkennung dieses Diploms, erlaubt ihm aber – fern von der Hauptstadt – als Amtsarzt zu arbeiten. Erst nach Intervention des regierenden Monarchen will man ihn als Arzt akzeptieren, aber nur, wenn er alle wichtigen Prüfungen nochmals besteht, was er auch tut.

Können Sie glauben, dass einem Mann in den letzten 200 Jahren in Europa so etwas passierte? Dieser Fall von geschlechtsbezogener Diskriminierung?

Richtig – er war kein Er, sie war eine Sie: Gabriele Possanner von Ehrenthal. Die erste Frau, die in der österreichisch-ungarischen Monarchie  promoviert wurde und zwar im Jahr 1897.

 

 

Die Ärztin Gabriele Possanner. Foto: www.meduniwien.ac.at
Die Ärztin Gabriele Possanner. Foto: www.meduniwien.ac.at

Etwa 70 Jahre später, ich stand in den Diensten eines renommierten österreichischen Büromöbelerzeugers, musste bei diesem ein Vertretungsgebiet im Außendienst neu besetzt werden. Die junge fachlich versierte Frau, die im Innendienst den scheidenden Vertreter betreut hatte, bewarb sich kurzer Hand, zum ungläubigen Erstaunen der Firmenleitung,  die diesen Vorstoß rundweg ablehnte. Sie müsse in diesem Beruf  ganz allein in ihrem Gebiet herumreisen, in Hotels übernachten und ob sie denn nicht all die Anfechtungen, die einer jungen Frau da begegnen könnten, ausreichend bedacht habe? Letztlich setzte sie sich durch und war damit die erste Außendienstmitarbeiterin des Unternehmens.

Ein Viertel unserer Mitglieder sind Frauen,

die in einem harten, manchmal unerbittlichen Beruf arbeiten, der hohe physische und psychische Anforderungen stellt. Sie sind im Durchschnitt genau so tüchtig, genau so zielstrebig, genau so selbstbewusst und erfolgreich wie ihre männlichen Kollegen. In unserem Beruf werden Frauen nicht schlechter bezahlt als Männer. Sie werden auch nicht geringer geschätzt als Männer. Weil Erfolg und Misserfolg keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern macht.

Share
wahlbetrug

Wir sind keine Bananenkammer !

In NEWS und KURIER wird darüber berichtet, dass sich die Staatsanwaltschaft, angeblich sogar der Verfassungsschutz, mit Wahlfälschungen im Zuge der letzten Wirtschaftskammerwahl 2010 befasst. Mehrere Personen sollen im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen.

Von Zeit zu Zeit erfährt der TV-Konsument, dass in irgendwelchen weit entfernten Regionen ein Diktator aufgrund von “demokratischen” Wahlen wieder an die Macht gekommen ist. Wahlbeobachter (sofern sie überhaupt zugelassen sind) berichten von massiven Wahlfälschungen, NGOs und UNO protestieren – aber was hat das mit uns hier in unserem lieblichen Österreich zu tun? Wir sind eine gefestigte Demokratie, haben die Spielregeln dieser Staatsform längst verinnerlicht und handeln danach.

Als erfahrene politisch interessierte Menschen wissen wir natürlich, dass im Zuge von Wahlkämpfen manchmal über die Stränge geschlagen wird, Wahlabkommen gebrochen werden und die beschworene Fairness oft ein paar Dellen abbekommt. Ist nicht schön, ist meistens nicht anständig, widert das Wahlvolk an, aber man kann es , wenn man will, zur Not noch mit Übereifer entschuldigen.

Wahlfälschung aber ist handfester Betrug !

Da ist nichts mit Übereifer! Da hauen welche der Demokratie mit einer Eisenstange in die Kniekehlen. Da vergehen sich welche an unserem Vertrauen! Unsere Unternehmer sind keine Betrüger und tausende ehrenamtliche Kammerfunktionäre aus allen Lagern sind es auch nicht. Kammermitglieder müssen ausnahmslos sicher sein können, dass gewählte Funktionäre, egal von welcher Partei, tatsächlich die größte Zustimmung erhalten und nicht, dass sie am effektivsten betrogen haben. Die betroffenen Gruppierungen sollten daraus schleunigst ihre Konsequenzen ziehen!

wahlbetrug

Share

Handelsagenten stärken die Realwirtschaft

Realwirtschaft bedeutet Menschen in fachlicher Ausbildung und Arbeit, Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Produktions- und Handelsstufen, Investitionen auf lange Sicht, die angemessene Verteilung von Anstrengung und Nutzen auf mehrere Generationen. Die Realwirtschaft ist die wichtigste Stütze der sozialen Komponente eines Staates, weil sie der Mehrzahl der Menschen einen Anteil am Wohlstand und damit persönliche Freiheit bringt.

In dieser Welt ist der Handelsagent zu Hause. Er ist das Bindeglied zwischen denen, die Produkte erfinden, entwickeln, produzieren und auf eigenes Risiko auf den Markt bringen und jenen, die sie (gewerblich) anwenden oder verbrauchen wollen und können.

Der Handelsagent ist die professionelle Vertrauenseinrichtung zwischen Wirtschaftsteilnehmern unterschiedlichster Größe.

Share
Rechtliches Praxishandbuch für Handelsagenten

HANDELSAGENTENRECHT AUF DEM NACHTKASTL

Als Handelsagent muss man nicht gelernter Jurist  sein, aber über das rechtliche Umfeld des Berufs Bescheid zu wissen bringt immer geldwerte Vorteile. So sollte das  „Praxisbuch Handelsagentenrecht“ stets griffbereit sein.

Rechtliches Praxishandbuch für HandelsagentenIn unserem Beruf, speziell im Umgang mit den vertretenen Firmen, gibt es nicht wenige rechtliche Fragen, die geklärt sein sollten, ehe man Veranlassungen trifft, die man hinterher bereut. Das Falsche zu tun kostet nämlich häufig eine Stange Geld. In gravierenden Fällen sollte unbedingt der Vertrauensanwalt unseres Gremiums, Dr. G. Breiter, zu Rate gezogen werden.

Müssen Sie sich bei Ihrem Geschäftsherren krank melden? Ist eine Ewigkeitsklausel in Ihrem Handelsagentenvertrag für Sie günstig oder ungünstig? Wie steht’s mit Ihrem Ausgleichsanspruch, wenn Sie in Pension gehen wollen oder müssen? Kann man diese Fragen ignorieren, weil sie einem unbedeutend erscheinen? Und wie weiß man, was schwerwiegend ist und damit auch gefährlich (teuer) wird?

Aus gutem Grund war die Neuauflage der zusammenfassenden Rechtsfibel eine der ersten Maßnahmen, die der neu gewählte Bundesgremialobmann KoR Robert M. Hieger gesetzt hat. Wie schon bei der letzten Auflage ist der Verfasser wieder der exzellente Experte  Rechtsanwalt Dr. Gustav Breiter. Zusätzlich haben die Vertrauensanwälte anderer Landesgremien, wie z.B. Dr. Denkmair, Dr. Schobesberger, Dr. Schwarz und Dr. Todor-Kostic Fachartikel beigesteuert.

In einem bunten Frage- und Antworttext werden die wesentlichen Punkte des Handelsagentenrechts behandelt und zwar so, dass auch der laienhafte Leser  sich ein Bild machen kann. Da aber meistens die individuellen Gegebenheiten eine entscheidende Rolle spielen, ist im Ernstfall ein persönlicher Kontakt mit Dr. Breiter auf jeden Fall anzuraten. Das ist im Wiener Gremium der Handelsagenten  kein großes Problem, da ein erstes Beratungsgespräch bei uns zum kostenlosen Service für unsere Mitglieder gehört. Eine vorherige Anmeldung dafür ist immer erforderlich. Die 100-Seiten-Broschüre erhalten Sie ebenfalls bei uns:

Landesgremium Wien der Handelsagenten, Schwarzenbergplatz 14, 1041 Wien g.schmidt@wkw.at  

T 01/51450 3254

Share
frauentag

Handelsagentinnen ohne Frauentag

Während dieser Beitrag geschrieben wird, laufen im österreichischen Fernsehen die Abendnachrichten mit den Kummernachrichten über die Benachteiligung der Frauen in Österreich und auf der ganzen Welt.

In diesem Licht ist es für mich als Obmann besonders erfreulich, dass ich behaupten kann, dass es in unserem Gremium keine Quotenfrauen gibt.

Etwa 15% unserer Mitglieder (Aktive mit Gewerbeschein) sind Frauen. Ich kann mich nicht erinnern, dass dieser Prozentsatz  in den letzten 30 Jahren jemals ein Thema gewesen wäre. Er wäre es auch nicht gewesen, hätte er  die 50-Prozentmarke überschritten.

Ebenso wenig  hat es irgendwann eine Debatte darüber gegeben, wer die besseren und professionelleren Personen in diesem Beruf sind – Frauen oder Männer?

Richtig, weil eine solche Diskussion eine an Dummheit grenzende Sinnlosigkeit darstellt. Wie jeder andere Beruf erfordert auch der des Unternehmers/der Unternehmerin  im Verkauf oder Außendienst bestimmte, manchmal angeborene Fähigkeiten, ein hingebungsvolles Engagement, das Feuer erfolgreich sein zu wollen, die Bereitschaft die Kunden und ihre Mitarbeiter mit allen ihren Problemen, Schwächen und Unzulänglichkeiten genau so zu mögen, wie sie für den Umstand hoch zu schätzen, dass es genau diese Kunden sind, die einem zum erhofften Erfolg verhelfen können.

Es ist mir auch noch nie zu Ohren gekommen, dass eine von einer Frau geführte Handelsagentur mit einem geringeren Provisionsprozentsatz zufrieden gewesen wäre als eine Agentur mit einem Mann als Chef.

frauentag
Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Männer und Frauen in diesem Beruf begegnen einander als Profis, weil jeder, unabhängig von seinem Geschlecht, weiß wie schwer und herausfordernd er ist.

In einem Beruf, in dem dauerhaftes Bestehen nur mit Einsatz und Leistungswillen, Können und Wissen erreicht werden kann, lächelt niemand abfällig über einen Menschen deswegen, weil sie eine Frau ist. Die Begegnung auf Augenhöhe ist eine Selbstverständlichkeit.

Und wenn wir schon dabei sind, dann soll hier auch klar gesagt werden, dass alle jene Frauen, die nicht den Gewerbeschein gelöst haben (wozu sollte man in einer Familie zwei Mal denselben Schein haben) und daher nicht in unserer Statistik aufscheinen, die aber im Tandem mit ihrem Partner um nichts weniger leisten als er, die gleiche Anerkennung verdienen und hoffentlich auch immer erhalten, wie die „sichtbaren“ Handelsagentinnen.

Liebe Leserinnen, die Sie (noch) nicht Mitglied unseres Gremiums sind, glauben Sie mir, dass Sie uns herzlich willkommen sind. Der Beruf ist kein Honigschlecken, aber er kann Ihnen viel Freude und Befriedigung verschaffen und das ist doch wohl das Wichtigste – für Männer und für Frauen.

Share
BGO Robert M. Hieger zu Besuch in Wien

Quickstart des neuen Bundesobmannes R.M. Hieger

Kaum gewählt, nimmt Robert M. Hieger, der neue Bundesgremialobmann der österreichischen Handelsagenten, bereits seine neuen Aufgaben in Angriff (seit 2 Jahren übt er schon sehr erfolgreich die Funktion des Obmanns des Landesgremiums Tirol aus).

BGO Robert M. Hieger zu Besuch in Wien
BGO Robert M. Hieger (li.) zu Besuch in Wien

Sein erster Besuch galt dem Landesgremium Wien, um sich mit Komm. Rat Walter Krammer über die anstehenden Aufgaben des Bundesgremiums auszutauschen.

Es ist das Credo des 43jährigen Handelsagenten, der seit 1999 selbständig ist, mit Unternehmensschwerpunkt Agenturtätigkeit und Großhandel, spezialisiert auf Holzböden, Gartenmöbel, Holz im Garten und Öle für Holzoberflächen, die österreichischen Gremialmitglieder „als seine wichtigsten Kunden“ anzusehen.

Natürlich ist ihm klar, dass all jene seit langer Zeit offenen Punkte wie z. B. Gewinnung des Vorsteuerabzugs oder die Reduzierung der 8jährigen Abschreibungsdauer für betriebliche PKW nicht im Handstreich zu erledigen sein werden. Aber er ist sicher, durch enge Zusammenarbeit mit den Landesgremien und seinen Stellvertretern Renate Kratochwil und Axel Sturmberger für den Berufstand einiges weiter bringen zu können.

Mit der loyalen Unterstützung des Wiener Gremiums kann Hieger auf jeden Fall rechnen.

 

Share

“Meidling liebt Handelsagenten” – und andere Branchen-News

Der nachstehende Beitrag ist ein Abdruck des Interviews, das Monika Kouba mit LGO Walter Krammer für die Februarnummer 2012 der Zeitschrift WOHNINSIDER geführt hat.

wohninsider: Provokant gefragt – wozu braucht man in Zeiten von Internet noch Handelsagenten?

KommR Walter Krammer: Die Handelsagenten sind für Produzenten, Importeure und Exporteure die effizienteste Variante, wenn es darum geht, rasch ein Vertriebsnetz aufzubauen. Handelsagenten sind eigenständige Unternehmer, die Herstellern keine Fixkosten, Soziallasten oder Betriebskosten verursachen, Provision nur im Erfolgsfall erhalten und einen raschen Eintritt in neue Märkte für das vertretene Unternehmen garantieren.

wohninsider: Wie viele üben den Beruf aus und in welchen Branchen sind sie vorwiegend tätig?

W. Krammer: In Wien gibt es rund 2.000, in ganz Österreich in etwa 9.400 Handelsagenten. Prozentuell die größten Anteile haben dabei die Branchen Bekleidung, Möbel und Innenausstattung, gefolgt von Maschinen, Elektrotechnik und Elektronik sowie Lebensmittel.

wohninsider: Wie stehen heute die Erfolgschancen für den Handelsagenten?

W. Krammer: Der persönliche Einsatz ist der wichtigste Faktor. Es wird jedoch jeder verstehen, dass die Erfolgschance eines Handelsagenten auch wesentlich von der Entwicklung seiner Branche abhängt. Wie allen anderen Wirtschaftstreibenden hat die Internationalisierung auch unserem Beruf zusätzliche Chancen, aber auch beträchtliche Risken gebracht. Am härtesten treffen uns sicher die Konzentrationstendenzen sowohl im Bereich der Hersteller als auch bei den Abnehmern, die in manchen Märkten zu monopolähnlichen Verhältnissen führen und damit die Absatzchancen des Handelsagenten verringern.

wohninsider: Was können Sie als Gremialobmann für Ihre Mitglieder tun?

W. Krammer: Wir können für unsere Mitglieder nicht Geld verdienen und ihm/ihr auch nicht das unternehmerische Risiko abnehmen. Aber für rund 7 Euro Mitgliedsbeitrag pro Monat hat der Handelsagent das Recht, alle Dienstleistungen und Top-Beratungen der Wiener Wirtschaftskammer in Anspruch zu nehmen. Der Bogen spannt sich somit von der Gründungsberatung, die man unbedingt nützen sollte, bis hin zur Pensionierung und Betriebsübergabe an die Kinder oder an interessierte Nachfolger.

wohninsider: Können Sie uns die Serviceleistungen aufzählen?

W. Krammer: Über alle bemerkenswerten Angebote für unsere Mitglieder zu reden, würde den Rahmen sprengen. Aber hier doch ein paar Beispiele: jährlich etwa 250 berufsspezifische Seminarplätze – zu 90% vom Gremium gefördert – sind jeweils in kürzester Zeit ausgebucht. Des weiteren gibt es eine kostenlose Steuer- und Rechtsberatung, die kostenlose Jobbörse und ein zu 70% gefördertes Coaching für unsere Kleinbetriebsinhaber. Wir bemühen uns auch um die gerechtere Besteuerung der Ausgleichszahlungen und ein unbedingtes Klagsrecht unserer Handelsagenten im Inland auch gegenüber ausländischen Geschäftsherren und vieles mehr.

wohninsider: Wie wollen Sie die Hersteller auf den Handelsagenten aufmerksam machen?

Handelsagenten_schaffen_UmsatzW. Krammer: Ein Teil unserer Öffentlichkeitsarbeit ist die Werbung in Richtung Hersteller. Viele kleine und      mittlere Produzenten überzeugen wir mit “HANDELSAGENTEN SCHAFFEN UMSATZ” von der nützlichen Zusammenarbeit mit Handelsagenten. Das gleiche Ziel verfolgt die Intensivierung der Zusammenarbeit mit Messeveranstaltern.

wohninsider: Was gab den Anstoß, sich als Gremium mit dem Themenbereich Social Media zu beschäftigen?

W. Krammer: Es kann einem gefallen oder nicht, aber das physische Zusammentreffen im privaten wie auch im geschäftlichen Bereich wird zunehmend durch digitale Marktplätze ergänzt oder sogar ersetzt. Wie schon erwähnt, wird die Arbeitsweise des Handelsagenten von den Erfordernissen seiner Branche bestimmt. Und in einigen ist die Nutzung von Social Media-Plattformen im Vormarsch.

wohninsider: Wie kam es zu dem Handelsagentenblog?

W. Krammer: Das Gremium muss danach trachten, sich über essentielle Themen sowohl mit den Mitgliedern als auch mit relevanten Öffentlichkeiten einfach und rasch austauschen zu können. Wir haben uns mit Experten alle Möglichkeiten angesehen und uns für den Blog als geeignetes Mittel entschieden.

wohninsider: Wie wird der Blog angenommen?

W. Krammer: Wenn ich sage, wir stehen erst am Anfang, dann denken Ihre Leser, “er mauert”. Aber zwei Monate sind für ein solches Projekt sehr kurz. Und eine Berufsgruppe kann nicht jede Woche ein anderes Schwein durchs Dorf treiben, nur um Leute anzulocken. Der Blog ist interessant und wichtig – und er braucht seine Zeit. Für mich steht fest, dass die Resonanz bis jetzt weitaus größer und positiver ist, als ich es erwartet hätte.

wohninsider: Wollen Sie weitere Plattformen der Social Media-Welt als Wiener Fachgruppe der Handelskammer nutzen, wie zum Beispiel Facebook?

W. Krammer: Facebook nein, Xing vielleicht einmal.                                                                                          Zufahrtschild

wohninsider: Nun zum Emotionsthema Berufsverkehr.  Massive Ausweitung der Wiener Kurzparkzonen und fast Verdoppelung der Parkgebühren. Was bedeutet dies für die Handelsagenten?

W. Krammer: Es wird niemanden erstaunen, wenn ich sage, dass alles, was unsere Arbeit teurer macht, für uns schlecht ist. Und es muss an dieser Stelle deutlich gemacht werden: Zum Unterschied von anderen Gewerbebetrieben können wir zusätzliche Belastungen nicht weiterwälzen.

wohninsider: Sind es nur die zusätzlichen Kosten, die Sie verärgern?

W. Krammer: Noch schlimmer als zusätzliche Kosten ist es, wenn wir unseren Kunden mit dem Auto gar nicht mehr in die Nähe kommen können. Berufsverkehr muss unbehindert möglich sein! Sonst schneidet sich doch die jeweilige Kommune selbst die wirtschaftlichen Blutbahnen ab. Wie kann denn die Verwaltung irgendeiner Gemeinde in Österreich erwarten, dass ein kleiner oder mittlerer Betrieb Arbeitsplätze schafft, wenn Zulieferung, Auslieferung, Zufahrt für Einkauf (z.B. bei Handelsagenten), technischer Servicedienst, Montageleistung, etc. gar nicht oder nur mehr mit gravierenden Einschränkungen auf öffentlichen Straßen abgewickelt werden kann?

Parktafel-2012-2013
Diese Karte ermächtigt Handelsagenten zum Parken in einer Fußgängerzone in den vorgeschriebenen Zeiten, wenn die Zusatztafeln bezüglich der Handelsagenten bei den Einfahrten montiert sind. Erhältlich für Handelsagenten bei ihren Landesgremien.

wohninsider: Für Handelsagenten gibt es Parktafeln für den Bereich der Fußgängerzonen. Worauf muss man dabei generell achten?

W. Krammer: Die STVO sieht vor, dass eine Gemeinde Handelsagenten die Zufahrt und das Parken in Fußgängerzonen gestatten kann, sofern das Auto mit der Parkkarte des Bundesgremiums gekennzeichnet ist. Diese Maßnahme der Gemeinde muss durch Zusatztafeln bei den Einfahrtsmöglichkeiten in die Fußgängerzone angezeigt werden.

wohninsider: Gibt es in Wien schon solche Tafeln?

Meidlinger Hauptstrasse
Fußgängerzone Meidlinger Hauptstraße: LGO Walter Krammer und BVST Gabriele Votava haben es Handelsagenten wie z.B. Monika Kouba (v.l.n.r.) möglich gemacht, dass sie während der Zonenzeiten zufahren können.

W. Krammer: Ja. Die Magistratsabteilung 46 und        die    Bezirksvorsteherin des 12. Bezirks, Gabriele Votava, haben sich nach unserem Vorstoß getraut, eine realitätsnahe Entscheidung zu treffen und dafür gebührt ihnen Dank und Anerkennung. Handelsagenten dürfen nun in den offiziellen Zufahrtszeiten mit ihren Autos in die Meidlinger Hauptstraße einfahren, parken und ihre Geschäftskunden besuchen. Erwartungsgemäß ist die Einkaufsstraße seither nicht täglich von tausenden Handelsagentenautos überschwemmt.

wohninsider: Wo würden Sie es sich noch wünschen?

W. Krammer: Genauso wäre es auch in der Favoritenstraße und im 1. Bezirk möglich. Vielleicht will man hier noch die Erfahrungen in Meidling abwarten. Ich bin überzeugt, dass es hervorragend für alle Beteiligten funktionieren wird – und dann gibt es keine Ausreden mehr.

Monika Kouba ist seit 1998 Unternehmerin im Einrichtungsfachhandel, hat 2007 mit der Gründung ihrer Handelsagentur „fatto-in-italia” – Schwerpunkt ist italienisches Design – ihr Tätigkeitsfeld erweitert. Sie ist Obmann-Stellvertreterin im Wiener Gremium des Möbelhandels.
Download: Wohninsider Zeitschrift – pdf

Fotos von David Bohmann

Share

Wann muss ich eine Gewerbeberechtigung beantragen?

Eine Gewerbeberechtigung für die Tätigkeit als selbständiger Handelsagent benötigen Sie, wenn Sie Ihre Tätigkeit selbständig, regelmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht ausüben. Selbständig ist sie, wenn sie auf eigene Rechnung und Gefahr handeln. Regelmäßig sind Sie tätig, wenn Sie wiederholend oder längere Zeit tätig werden. Ertragsabsicht liegt vor, wenn Sie sich einen wirtschaftlichen Vorteil erwarten – unabhängig von Umsatzhöhe oder Gewinn.
Selbst geringe Einkommen erfordern daher von Anfang an eine Gewerbeberechtigung!

WIRTSCHAFTSKAMMER ALS ERSTER ANSPRECHPARTNER!

Wenn Sie in Wien ein Unternehmen gründen wollen, wird Ihnen die Anmeldung des Gewerbes wesentlich vereinfacht. Im FIRST-START-SHOP wird die Anmeldung für Sie auf elektronischem Wege erledigt.  SCHNELL. UNBÜROKRATISCH. KOMPETENT.

Handelsagenten_schaffen_Umsatz

Darüber hinaus erhalten Sie die erforderlichen Formulare und Anträge für Sozialversicherung und Finanzamt.

Eine Neugründung ist von Gebühren und Abgaben befreit (Neugründungs-Förderungsgesetz).

Sollten Sie zum ersten Mal in Ihrem geplanten Geschäftsfeld als Unternehmer tätig werden, wird Ihnen die Gründung auch finanziell erleichtert, so entfallen z.B. die Gebühren für die Gewerbeanmeldung sowie die Firmenbucheintragung. Das (gesetzlich vorgeschriebene) Beratungsgespräch und die Formulare erhalten Sie ebenfalls im Zuge der Anmeldung im First-Start-Shop.

WELCHE UNTERLAGEN BRAUCHT MAN FÜR DIE „ELEKTRONISCHE GEWERBEANMELDUNG“?

Für die Tätigkeit als Handelsagent meldet man das freie Gewerbe „Handelsgewerbe und Handelsagent“ an.

Folgende Unterlagen sind für die Anmeldung mitzunehmen: Reisepass oder Geburtsurkunde gemeinsam mit Staatsbürgerschaftsnachweis (oder Gleichstellung und Aufenthaltsbewilligung) und die Sozialversicherungskarte.
Nach etwa einer Woche wird ein Auszug über die Eintragung im Gewerberegister zugestellt.

FIRST-START-SHOP

Schwarzenbergplatz 14 | 1041 Wien

T 514 50 > DW 3247, 3417, 3440, 3443

Parterre rechts, Zimmer 8

 

Share