steuerreform

Auf diese Steuerreform bin ich gespannt

Am 17.März 2015 soll das Ergebnis der Steuerreformverhandlungen der beiden Regierungsparteien vorliegen. Mit Reform verbindet man gedanklich eine fortschrittliche Bearbeitung der Strukturen und nicht ein oberflächliches Ausbügeln jener Unebenheiten, die sich seit der letzten “Reform” gebildet haben.

Wenn es jedoch um die Durchsetzung grundsätzlichen Ordnungsbedarfs, um die Beseitigung von Systemwidrigkeiten und um Fälle geht, da das Steuersystem die Lebenswirklichkeit des Steuerzahlers nicht mehr abbildet, muss wohl die Reform greifen.

2 Beispiele aus der Berufswelt der Handelsagenten kann ich anführen.

1) Das Verbot des Vorsteuerabzugs das das Gremium der Handelsagenten unverändert seit Jahrzehnten bis hinauf zu den Höchstgerichten erfolglos bekämpft, ist systemwidrig und speziell für Kleinstunternehmen eine Ungerechtigkeit ersten Ranges. Handelsagenten können nichts dafür, dass in den allermeisten Fällen das steuerlich verfolgte, aber eben unentbehrliche Auto die größte Investition und den größten Daueraufwand darstellt. Für ihn ist das so etwas wie für die Versicherung der Bau und Betrieb des neuen Verwaltungsgebäudes oder für das Industrieunternehmen die Neuanschaffung des Maschinenparks. Würde man diesen dabei den Vorsteuerabzug versagen, da wäre aber Feuer am Dach!

Und man komme mir nicht mit der existierenden Liste der Vorsteuer-Pkws. Mit dieser ist man nicht den Steuerzahlern entgegengekommen, sondern es ist eine Verbeugung vor den Autokonzernen. Außerdem ist z.B. auch der Bäckermeister nicht gezwungen seinen neuen Backofen aus einer staatlich genehmigten Liste auszuwählen (!), nur weil er die Vorsteuer abzieht. Von dem Umstand, dass der steuerliche Anschaffungswert eines Firmen-PKWs zum Unterschied von jenem eines Backofens limitiert ist, gar nicht zu sprechen.

2) Im Fall der Vertragskündigung durch das vertretene Unternehmen sieht das Handelsagentenrecht die Bezahlung eines Ausgleichs vor. Er ersetzt den Entfall der Provisionen in den nächsten 5 Jahren, in denen der Geschäftsherr noch Nutzen aus den Handelsagentenkunden ziehen kann, der Handelsagent aber nicht mehr. Bei aufrechtem Vertragsverhältnis wären diese Provisionen aufgeteilt auf 5 Jahre zu versteuern gewesen. Der Ausgleich wird aber in e i n e r Summe fällig und muss zusammen mit dem Jahreseinkommen jenes Jahres versteuert werden, in dem das Geld hereinkommt. Die Folgen sind für den Steuerzahler unnötig kostspielig und man kann ja wohl in diesem Zusammenhang von Steuergerechtigkeit , die alle so gern im Munde führen, nicht sprechen. Die Behebung im Zuge der Reform hätte in einer halben Druckzeile Platz.

Auf jeden Fall wird der 17. März zeigen, ob wir es eher mit Anpassern oder Reformern zu tun haben.

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schweizer schoko

Schweizer Franken geht durch die Decke – Risiken und Nebenwirkungen

Von Dr. Ernst Scheibl

Das Abgehen der Schweizer Nationalbank vom Mindestkurs des Franken gegenüber dem Euro würde man vulgärmedizinisch wohl als Rosskur bezeichnen. Wie in der Medizin, gilt auch hier: Was dem Gesamtorganismus wieder auf die Sprünge hilft, ist nicht für alle Teile segensreich.

Risiken und Nebenwirkungen

„Über Risiken und Nebenwirkungen informieren…“ Betroffen ist auf jeden Fall, wer in Euro denkt und in Franken zahlen muss. Das sind einmal die 150.000 Häuselbauer, die in sich in Fremdwährung verschuldet haben. An denen hängen natürlich die Banken dran, die letztlich die Frankenverpflichtung von 24,9 Mrd. Franken erfüllen müssen. Das ist aber noch ein Klacks gegenüber den Frankenschulden der Kommunen. Hierüber gibt es keine Statistik. Aber allein schon Wien steht da mit 1,66 Mrd. Euro in der Kreide.

Schweizer Geschäftsbeziehungen

Wie schaut es für die Realwirtschaft aus? Geschätzte knapp 2.000 Unternehmen stehen mit Schweizer Firmen in Geschäftsbeziehungen. 2013 betrugen die Erlöse aus Exportgeschäften 6,34 Mrd. Euro, was ein Plus von 1,7 % gegenüber 2012 bedeutet. Der Anteil am Gesamtexport beträgt 5,1 %, damit nimmt die Schweiz den 4 Rang unter den Abnehmerländern ein.

Bei den Einfuhren liegt die Schweiz mit einem Volumen von 6,81 Mrd. Euro und einem Anteil von 5,2 % am Gesamtimport an dritter Stelle. Was nicht in die Statistik eingeht, das sind die Umsätze im kleinen Grenzverkehr über die den Handel in Vorarlberg derzeit ordentlich beflügeln. Die österreichische Tourismusbranche hingegen profitiert indirekt von einem hohen Frankenkurs, weil einfach mehr Urlauber der billigeren Destination den Vorzug geben.

Für Importeure gibt es nur einen geringen Trost. Kurzfristige Zahlungsziele möglichst ausnützen. In ein paar Wochen wird Normalität einkehren. Dann erwarten Experten wieder einen Kurs zwischen 1,10 bis 1,13 Franken je Euro. An der Kaufkraftparität gemessen liegt der Kurs derzeit sogar bei 1,28. Langfristig Business as usual und bei großen Beträgen Wechselkursabsicherung.

schweizer schoko

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Gerichtsstand außerhalb der EU vorsehen. Die Rechtsdurchsetzung für EU-Handelsagenten soll dadurch erleichtert werden

Gerichtsstandsvereinbarungen im Vertretungsvertrag

Die europäischen Schutzstandards für Handelsagenten werden von den Gerichten immer mehr ausgebaut. Nach neuesten Entscheidungen sind davon auch Klauseln betroffen, die einen Gerichtsstand außerhalb der EU vorsehen. Die Rechtsdurchsetzung für EU-Handelsagenten soll dadurch erleichtert werden.

Wird im Agenturvertrag der Gerichtsstand innerhalb der EU festgelegt und das Recht eines EU-Landes als anzuwendend fixiert, dann gilt das und daran kann der Handelsagent auch nicht rütteln. Der Gerichtsstand auch im EU-Ausland bedeutet meist lange Verfahrensdauer, oftmals Kultur- und Sprachbarrieren und nicht zuletzt erheblich höhere Kosten. Ohne derartige Festlegungen kann die Klage in Österreich, nach österr. Recht eingebracht werden.

Falls der Handelsagent für einen Nicht-EU-Geschäftsherrn tätig ist und er auswärtiges Recht bzw. einen auswärtigen Gerichtsstand vereinbart hat, ist dennoch nicht alles verloren. Denn nach der deutschen Rechtsprechung sind solche Klauseln unter Umständen unwirksam.

Gerichtsstand außerhalb der EU vorsehen. Die Rechtsdurchsetzung für EU-Handelsagenten soll dadurch erleichtert werden
Bernd Sterzl / pixelio.de

Muss ein Handelsagent z.B. einen Prinzipal außerhalb der EU auf Zahlung des Ausgleichs klagen und das dort gültige Recht sieht keinen oder einen geringeren Ausgleichsanspruch vor als in Österreich, dann wird dies als Umgehung des zwingenden Ausgleichsanspruchs angesehen. Das erklärt sich daraus, dass der Europäische Gerichtshof den Regelungen der EU-Richtlinie in der berühmten Ingmar-Entscheidung quasi international-zwingenden Charakter zugemessen hat – was sich in der Weiterentwicklung durch die deutschen Gerichte auch auf Gerichtsstandsklauseln auswirkt.

Mit anderen Worten: der Handelsagent, der in Österreich (oder von Österreich aus innerhalb der EU) für einen Nicht-EU-Prinzipal tätig ist, kann in Österreich nach österreichischem Recht klagen, falls das (an sich vereinbarte) auswärtige Recht keinen oder nur einen geringeren Ausgleichsanspruch vorsieht. Das gilt aber nur, wenn eine gesonderte Grundlage besteht, wie für die Schweiz, Norwegen und demnächst Island. Andere Länder betreffend (z.B. USA, Brasilien, China etc.) ist die Klagsmöglichkeit in Österreich auch noch daran gebunden (und sinnvoll), dass der Geschäftsherr Vermögen in Österreich hat, z.B. in Form von Patenten oder sonstigen Schutzrechten, Anteilen an inländischen Gesellschaften und vor allem auch in Form von Kundenforderungen.

All dies gilt für den österreichischen Rechtsbereich aber nur, falls österreichische Gerichte der genannten Linie der deutschen Judikatur folgen. Allerdings spricht einiges dafür, dass sie dies tun werden. Dessen ungeachtet erscheint es angeraten auch aus diesem Grund eine Vorsorge durch Abschluss einer Rechtsschutzversicherung, die sich auf ganz Europa (im geografischen Sinn) erstreckt, wie das bei der Spezialrechtsschutzversicherung des Gremiums der Handelsagenten der Fall ist. Für Mitglieder des Wiener Gremiums gibt es dafür bekanntlich eine großzügige Förderung. Die Zuziehung eines spezialisierten fachkundigen Rechtsbeistandes ist auf jeden Fall dringend zu empfehlen.

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SenexNexus / pixelio.de SPAREN, SCHULDEN, GELDVERNICHTUNG

Sparen, Schulden, Geldvernichtung – ein Plädoyer für die Vernunft im Staat

LIEBE KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN, IHRE MEINUNG IST GEFRAGT!

Na schön, es wird also auch bei der neuen Regierung keinen lauwarmen Geldregen geben, der –  den Wahlplakaten zufolge –  über verschiedene Teile der Bevölkerung hätte niedergehen sollen.  Ganz im Gegenteil, böse Zungen sprechen von Sparpaketen.

Als zumeist kleine Selbständige erwarten wir uns, dass so wie wir unsere Firmen mit größtem Einsatz und häufig unter schwierigsten finanziellen Bedingungen führen müssen, auch der Staat seine Rolle neu definiert und verantwortungsvoll und mit Vernunft wahrnimmt.

 

SenexNexus / pixelio.de SPAREN, SCHULDEN, GELDVERNICHTUNG
SenexNexus / pixelio.de

Hier ein paar Mindestanforderungen (unvollständige Aufzählung):

Bund und Länder müssen sich von allen Aufgaben trennen und aus allen Bereichen verabschieden, in denen sie nichts zu suchen haben. Das spart in der Verwaltung und  senkt die Budgetbelastung.

Erkannte Zweigleisigkeiten innerhalb eines halben Jahres abstellen.

Nicht alles, was der allgemeinen Ansicht nach positiv zu bewerten ist, nicht alles, dessen Bestand in Gefahr ist, nicht jeder, der  seit erdenklichen Zeiten einen traditionellen Förderanspruch zu haben glaubt, muss gefördert werden. Damit werden verschiedene „Projekte“  und Fördermittelempfänger von der Bildfläche verschwinden, denen niemand, ausgenommen ein paar unmittelbare Nutznießer, eine Träne nachweint. Die Gleichung „Je näher einer Partei, desto förderungswürdiger“   können wir uns beim besten Willen nicht länger leisten. Auch marode Fußballvereine müssen sich dann neue Geldquellen suchen.

Je knapper das Geld wird, desto vernünftiger versucht man es einzusetzen. So halten wir Normalbürger es zumindest in unseren Familien und Firmen. Niemand kürzt alle Ausgaben quer Beet, sondern es wird zuerst dort gespart, wo keine unbedingte Notwendigkeit für die Ausgabe existiert und das vorhandene Geld fließt vernünftiger Weise dorthin, wo der größte Nutzen entsteht.

Also keine sinnlose Sparwut, aber auch keine Steuerhöhungen und  keine Schuldenorgien,  sondern mit innovativem Elan die vorhandenen Mittel endlich mit Hausverstand einsetzen.

Bundes- und Landesparlamenten  wird man beibringen müssen, dass jedem Gesetzesbeschluss eine Berechnung beizulegen ist, in welchem Umfang der öffentliche Haushalt dadurch in Anspruch genommen werden wird. Ein permanenter Unterausschuss ist zu installieren, der bis ins Detail die Durchsetzung der Rationalisierungsvorschläge des Rechnungshofs (so an die 600) oder womöglich sogar Vorschläge von den Abgeordneten (Wettbewerb !!) überwacht und regelmäßig dem Plenum berichtet.

Dazu gehört auch eine  Arbeitsgruppe zur Auffindung sinnloser und daher obsolet gewordener Gesetze. Und dann weg mit dem alten Plunder, der mehr behindert als er regelt.

Wahrscheinlich gibt es noch viele gute Ratschläge für die Verantwortlichen, die mir gar nicht eingefallen sind.

Liebe Kollegenschaft, schicken Sie mir doch Ihre „Comments“ zu diesem Thema (wenn geht, ohne parteipolitische Gehässigkeiten). Wenn was G’scheites zusammenkommt, werde ich es gerne an die Zuständigen weiterreichen.

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Petra Bork / pixelio.de Handelsagent, Vertrag, Provision

Provisionsverzichtsklausel – Schädlich und sittenwidrig

Handelsagenten –  und Versicherungsagentenverträge  sind wesensgleich, weil die Berufe nicht unähnlich sind.  So verwundert es nicht, dass auch in beiden Varianten immer wieder unschöne Versuche auftauchen,  die Agenten bei  guter Gelegenheit um ihre berechtigten Ansprüche bringen sollen.

Ein Beispiel gefällig? Das Unternehmen, das Sie vertreten wollen, legt Ihnen einen Vertrag zur Unterschrift vor, der diesen schlichten Satz enthält: „ Mit der Beendigung dieses Vertrags erlischt jeder weitere Provisions- oder sonstige  Anspruch gegen die Gesellschaft“. Das ist schon ein Schmankerl. Unabhängig davon, ob der Agent von sich aus bzw. der Geschäftsherr  (Versicherer) kündigt, oder die Trennung einvernehmlich erfolgt, soll der Agent aus den von ihm akquirierten Geschäften keine Provisionen mehr erhalten.

Petra Bork  / pixelio.de  Handelsagent, Vertrag, Provision
Petra Bork / pixelio.de

Die Verzichtsklausel bedeutet für einen Handelsagenten, dass alle Geschäfte, die er während der Vertragszeit abgeschlossen hat, die aber zwar bestätigt, aber noch nicht durchgeführt wurden, keine Provisionen fließen. Dasselbe gilt z.B. auch für abgeschlossene, aber  in der Zukunft liegende Jahresabnahmeverträge.

In einem anhängigen Musterverfahren eines Versicherungsagenten gegen den Versicherer  Allianz hat nun das Handelsgericht Wien eine solche Provisionsverzichtsklausel als grob benachteiligend zu Lasten des Agenten erachtet, erschwerend wirkt die Einschränkung der Kündigungsmöglichkeiten des Agenten, der sich ja dadurch selbst um möglicherweise beträchtliche Provisionen brächte.

Letztlich würde es der Willkür Tür und Tor öffnen, da  sich der Geschäftsherr durch überfallsartige Kündigung zur rechten Zeit „Provisionseinsparungen“ bescheren könnte. Eine Berufung ist anhängig, man wird sehen, ob das Urteil hält.

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Harald Schottner / pixelio.de

Fahren wir zu wenig Auto?

Die österreichische Autobranche ist verstimmt. Die letzten Verkaufszahlen aus dem September sind ja nicht gerade erfreulich, wer hat schon gern ein Minus von 7%?

Das ist deshalb keine Größe, die man vernachlässigen kann, weil die Herren bei ihrer Pressekonferenz 43 Milliarden Umsatz, 450.000 Beschäftigte (wenn man alle Zulieferer und sonstwie Betroffenen dazurechnet) und ein Gesamtsteueraufkommen von allem, was mit dem Auto zu tun hat, von sage und schreibe 15 Milliarden pro Jahr ins Treffen führten.

Unter den gewünschten Maßnahmen, die der Branche wieder auf die Räder helfen könnten, fand sich auch der bedingungslose Vorsteuerabzug für PKWs im Betriebsvermögen. Eine seit Jahrzehnten gebetsmühlenartig, aber erfolglos, vorgebrachte Forderung der Handelsagenten.

Harald Schottner  / pixelio.de
Harald Schottner / pixelio.de

Die Bevölkerungszahl wächst zwar, die Autos werden (wahrscheinlich nicht) weniger, aber sicher sinkt die Kilometerleistung pro Jahr, wodurch der Nachbeschaffungsdruck erheblich nachlässt. Über den Gebrauchtwagenverkauf klagen die Chefautomobilisten allerdings nicht. Das heißt, wir drehen uns gegenseitig den alten Schrott an, mit dem wir länger gefahren sind, kaufen aber nicht genug Neues.

Schnell und mit Absicht Autos auf die Straße zu bringen, die auf dem letzten technischen Stand sind,  wäre jedoch ein dringendes Umweltanliegen. Zurzeit argumentiert das Gremium der Handelsagenten nachdrücklich dafür, dass man vor allem kleineren PKWs, die hohe Umweltanforderungen erfüllen, den Vorsteuerabzug gewährt. Betriebsbedingte Autofahrten wird es immer geben müssen. Die Unternehmen und Staatsbürger, die vom Autogebrauch abhängig sind, mit  Stadtsperren  zu quälen wird’s nicht bringen. Den vernünftigen Gebrauch noch mehr mit dem Umweltschutz zu verbinden, wird eine lohnende Aufgabe für die neue Regierung darstellen

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Handelsagenten stärken die Realwirtschaft

Realwirtschaft bedeutet Menschen in fachlicher Ausbildung und Arbeit, Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Produktions- und Handelsstufen, Investitionen auf lange Sicht, die angemessene Verteilung von Anstrengung und Nutzen auf mehrere Generationen. Die Realwirtschaft ist die wichtigste Stütze der sozialen Komponente eines Staates, weil sie der Mehrzahl der Menschen einen Anteil am Wohlstand und damit persönliche Freiheit bringt.

In dieser Welt ist der Handelsagent zu Hause. Er ist das Bindeglied zwischen denen, die Produkte erfinden, entwickeln, produzieren und auf eigenes Risiko auf den Markt bringen und jenen, die sie (gewerblich) anwenden oder verbrauchen wollen und können.

Der Handelsagent ist die professionelle Vertrauenseinrichtung zwischen Wirtschaftsteilnehmern unterschiedlichster Größe.

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Geld

SIE KRIEGEN IHR GELD NICHT !

Wenn Handelsagenten ihre Provisionen nicht bekommen und ihnen dann auch noch der  Ausgleich verwehrt wird, können sie zusperren. Haben Sie sich schon überlegt, was Sie tun werden, wenn Sie davon betroffen sind? Zahlt die Rechtsschutzversicherung, die Sie haben, auch wenn es um Handelsagentenrecht geht ? Oder haben Sie womöglich gar keine?

Für den Ernstfall sollte jede Handelsagentur rechtsschutzversichert sein. Natürlich besonders in allen Fragen des Handelsagentenrechts. Das ist immens wichtig, aber leider nicht immer der Fall. Miet- und Handelsagentenrecht sind z.B. im Kleingedruckten häufig ausgenommen. Die Konditionen der unter Einschaltung des Bundesgremiums der Handelsagenten im Jahr 2007 ins Leben gerufenen Versicherung der Zürich Versicherung AG werden offenbar derzeit überprüft. Die bestehenden Bedingungen sollten noch rasch genützt werden …

Auf jeden Fall ist diese Versicherung passgenau auf die Bedürfnisse von Handelsagenten zugeschnitten (Ausgleichsanspruch, offene Provisionsansprüche, Anspruch auf Buchauszug, Anspruch auf Schadenersatz etc.)

Geld
Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Mir sind in meiner zwölfjährigen Praxis im Vertriebsrecht Fälle untergekommen, in denen etwa das Gericht in einer der ersten Verhandlungen einen Sachverständigen bestellen wollte, was in der Regel mit einem enormen Kostenaufwand verbunden ist. Kein Wunder, dass dann die Handelsagenten rasch einen nicht immer günstigen Vergleich schlossen. Mit der „Rückendeckung“ für den Ernstfall ohne Kostendruck ein Gerichtsverfahren beginnen und durchstehen zu können, sieht die Sache erheblich anders aus – oft zur Überraschung des  Geschäftsherrn.

Ebenso ist es bei Insolvenz des Geschäftsherrn während des Verfahrens. Der Handelsagent mag  durchaus auf einem guten Weg sein seine Ansprüche durchzusetzen. Das nützt aber letztlich aufgrund zwischenzeitlich eingetretener Insolvenz des Gegners gar nichts. Es gibt keinen Sieg im Prozess, wohl aber die ganze Latte der Verfahrenskosten. Völlig unnötig, wenn man rechtzeitig einen Rechtsschutz abschließt.

Viele Handelsagenten sind übrigens rechtsschutzversichert, aber nicht ausreichend, weil die meisten Rechtsschutzversicherer Handelsagentenrecht in ihren Bedingungen ausschließen. Eine Prüfung dieses Punktes ist dringend anzuraten. Der vom Gremium empfohlene Rechtsschutz ab einer Jahresprämie von Euro 460 (!!) bietet europaweite Deckung, d.h. dass auch Verfahren, die etwa in Deutschland, Frankreich, Schweiz etc. geführt werden müssten, ebenso umfasst sind.

Aus meinen Beratungsgesprächen im Gremium weiß ich, dass den meisten Mitgliedern die Notwendigkeit einer rechtlichen Vorsorge  wenig bewusst ist,  umso größer ist die Zahl derer, die genau aus diesem Grund auf ihre Ansprüche teilweise oder sogar vollständig verzichten (müssen).

Mein Ratschlag: denken Sie in Ruhe darüber nach, wie es sich bei Ihnen im Fall der Fälle abspielen würde und dann entscheiden Sie, ob es nicht doch klüger ist eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen. Sinnvoller Weise tun Sie es bevor die Zürich die Konditionen ändert, denn besser werden sie wohl nicht werden. Die Details zum Produkt können Sie unter www.handelsagenten.at in der Rubrik Service/Versicherungen einsehen bzw. können Sie sich auch direkt an mich wenden.

 

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Rechtliches Praxishandbuch für Handelsagenten

HANDELSAGENTENRECHT AUF DEM NACHTKASTL

Als Handelsagent muss man nicht gelernter Jurist  sein, aber über das rechtliche Umfeld des Berufs Bescheid zu wissen bringt immer geldwerte Vorteile. So sollte das  „Praxisbuch Handelsagentenrecht“ stets griffbereit sein.

Rechtliches Praxishandbuch für HandelsagentenIn unserem Beruf, speziell im Umgang mit den vertretenen Firmen, gibt es nicht wenige rechtliche Fragen, die geklärt sein sollten, ehe man Veranlassungen trifft, die man hinterher bereut. Das Falsche zu tun kostet nämlich häufig eine Stange Geld. In gravierenden Fällen sollte unbedingt der Vertrauensanwalt unseres Gremiums, Dr. G. Breiter, zu Rate gezogen werden.

Müssen Sie sich bei Ihrem Geschäftsherren krank melden? Ist eine Ewigkeitsklausel in Ihrem Handelsagentenvertrag für Sie günstig oder ungünstig? Wie steht’s mit Ihrem Ausgleichsanspruch, wenn Sie in Pension gehen wollen oder müssen? Kann man diese Fragen ignorieren, weil sie einem unbedeutend erscheinen? Und wie weiß man, was schwerwiegend ist und damit auch gefährlich (teuer) wird?

Aus gutem Grund war die Neuauflage der zusammenfassenden Rechtsfibel eine der ersten Maßnahmen, die der neu gewählte Bundesgremialobmann KoR Robert M. Hieger gesetzt hat. Wie schon bei der letzten Auflage ist der Verfasser wieder der exzellente Experte  Rechtsanwalt Dr. Gustav Breiter. Zusätzlich haben die Vertrauensanwälte anderer Landesgremien, wie z.B. Dr. Denkmair, Dr. Schobesberger, Dr. Schwarz und Dr. Todor-Kostic Fachartikel beigesteuert.

In einem bunten Frage- und Antworttext werden die wesentlichen Punkte des Handelsagentenrechts behandelt und zwar so, dass auch der laienhafte Leser  sich ein Bild machen kann. Da aber meistens die individuellen Gegebenheiten eine entscheidende Rolle spielen, ist im Ernstfall ein persönlicher Kontakt mit Dr. Breiter auf jeden Fall anzuraten. Das ist im Wiener Gremium der Handelsagenten  kein großes Problem, da ein erstes Beratungsgespräch bei uns zum kostenlosen Service für unsere Mitglieder gehört. Eine vorherige Anmeldung dafür ist immer erforderlich. Die 100-Seiten-Broschüre erhalten Sie ebenfalls bei uns:

Landesgremium Wien der Handelsagenten, Schwarzenbergplatz 14, 1041 Wien g.schmidt@wkw.at  

T 01/51450 3254

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Christa El Kashef / pixelio.de

WIRD JETZT ALT UND KRANK SEIN SCHÖNER?

Soeben erfolgte der Startschuss zur Urbefragung, dem „Wünsch-Dir-was-Projekt“ der Soz.Versicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft. Wie man ihn kennt, wird Präs. Leitl seine Idee nicht  zu einer Alibi-Aktion verkommen lassen.

Niemand wünscht sich krank und siech zu sein, eh klar. Wenn es doch passiert, kommt man mit den Ärzten, häufig auch mit  der Krankenkasse in Berührung. Ab einem gewissen Alter auch mit der Pensionsversicherung. Beide Institutionen geben, soweit bekannt, nicht übermäßig Anlass zum Unmut der Versicherten. Aber weil man alles besser machen kann und Dienstleistungsanbieter (und das sind die Sozialversicherungen nun einmal) ihr Geschäft nicht nur aus der eigenen Befindlichkeit heraus betrachten dürfen, stellt Leitl „unsere“ Sozialversicherungsanstalt auf den Prüfstand.

Christa El Kashef  / pixelio.de
Foto: Christa El Kashef / pixelio.de

Ein Fragebogen (1 Seite, leicht verständ-lich, mit helfenden Erklärungen unter www.svagw.at), gibt der beitragszahlenden Klientel die Möglichkeit unkompliziert mitzu-teilen, woran ihr Herz  hängt. In einem Land, dem es an obrigkeits-staatlichen Modellen nicht gerade mangelt, eine absolut sensationelle und bis jetzt einmalige Vorgangsweise. Umso mehr, als so manches, worüber der mit 38° Grad im Bett schwitzende Versicherte Zeit hat zu räsonieren, seine Ursache beim Gesetzgeber hat und nicht bei der Sozialversicherung selbst. Siehe z.B. Mehrfachversicherungen. Das heißt, die Beschwerdeabteilung der Anstalt büßt nicht selten für fremde Fehler.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, frisch ans Werk! Ich habe mich nicht länger als  3 Minuten damit aufhalten müssen, weil ich auf der oben genannten website meinen Fragebogen gleich online ausgefüllt habe. Wir werden unsere SVA noch lieben lernen!

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GESPERRTE_RINGSTRASSE in Wien

EINSAMKEIT AUF DER GESPERRTEN RINGSTRASSE

Herr Polizeipräsident, schaffen Sie Ordnung!

Immer wieder lassen Sie die Sperrung der Ringstraße zu –  wenn es sein muss auch 12 Stunden lang. Am Samstag 12.5. zum Beispiel für 20 Zelte und 80 Frauen. Wegen dieses marginalen Privattreffens wurde auch gleich die Straßenbahn umgeleitet. Nichtwiener können nicht wissen, dass das keine Seltenheit ist. Es hat sich tatsächlich eingebürgert Kleingruppen verschiedenster Provenienz, politischer Ausrichtung oder als Vertreter noch so verquerer Anliegen mit Duldung der Behörde und manchmal mit Unterstützung hochrangiger Politiker die Brennpunkte des Wiener Verkehrsgeschehens blockieren zu lassen. Über die „Zeltstadt der 20.000 Frauen“ – so die in keiner Weise erfüllte Ankündigung – hielt dieses Mal die Frauenministerin ihre schützende Hand. Der Polizeipräsident lässt sie gewähren und beruft sich auf das Demonstrationsrecht.

GESPERRTE_RINGSTRASSE in Wien
"Foto ©2012 Hans Hochstöger"

Ein solches wird ja nicht bestritten. Steuerunwillige geben meistens vor dem Finanzministerium, Studenten vor/ in der Uni bzw. vor dem Bildungsministerium und Krötenschützer wahrscheinlich an der Alten Donau  ihrem Unmut Ausdruck, wenn sie das wollen. Das ist in Ordnung und ihr gutes Recht.

Die Demonstrationen neuer Prägung allerdings sind durch minimale Teilnehmerzahlen gekennzeichnet und wichtig ist nicht mehr die Vertretung des Anliegens in der Öffentlichkeit, sondern die Störung der Ordnung. Denn erst eine solche schafft die Aufmerksamkeit, die der Gegenstand selbst ganz offensichtlich nicht findet. Zu Recht bestehende Interessen der durch die Blockade Betroffenen werden von der Wiener Wirtschaftskammer immer wieder ins Treffen geführt, aber leider ohne Erfolg. Die Geschäftsleute in der Mariahilferstraße und in der Innenstadt können davon  ein Lied singen. Die Kosten für die Vorkehrungen der Polizei und der Wiener Linien darf der Steuerzahler übernehmen. Eine grundsätzliche Änderung der Haltung der Stadt Wien und des Polizeipräsidiums ist jetzt wirklich unabdingbar.

Als Handelsagenten, die es mit der Zufahrt zu ihren Kunden ohnehin schon schwer genug haben, fordern wir von der Behörde, dass sie wenigstens die Verkehrsflächen frei hält für das, wozu sie da sind: für den Berufsverkehr,  den öffentlichen und den individuellen Verkehr.

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576986_web_R_K_by_I. Rasche_pixelio.de

Versicherungsgebäude steuerlich mit 5 Stockwerken gedeckelt?

„Die Geschoße darüber werden ab 2013 steuerlich nicht anerkannt. Das gilt ebenso für Bauwerke von Banken und Konzernen. Unleugbar hat die Maßnahme starke Ähnlichkeit mit der steuerlichen Beschränkung des Anschaffungspreises von Firmen-Pkws auf EURO 40.000.- (Angemessenheit der Aufwendungen).

Grund für das scharfe Durchgreifen des Finanzministeriums ist der Umstand, dass die generösen Arbeitsbedingungen und Annehmlichkeiten des Führungspersonals in den oberen Stockwerken mit jenen der großen Masse von Mitarbeitern darunter nicht mehr in Einklang zu bringen sind. Die Abschreibbarkeit der LUXUSstockwerke führt regelmäßig zu Steuerausfällen und damit werden diese de facto vom Steuerzahler erheblich mitfinanziert.“ (red.)

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I. Rasche / pixelio.de

Das ist eine Falschmeldung

Ja, lieber Leser, geneigte Leserin – Sie haben es schon geahnt, dass es sich bei diesem Akt der “Steuergerechtigkeit” um einen verspäteten Aprilscherz handelt. Überrascht es Sie aber jetzt nicht doch, dass wenigstens ein  T e i l  der Meldung richtig ist?

Sie werden es vielleicht für möglich halten, dass die Finanzbehörde der Versicherungsgesellschaft mitteilt, dass fünf ihrer zehn Stockwerke nicht der „Angemessenheit der Aufwendungen“  entspreche (z.B. mit der Begründung  Chefetage mit “Penthousecharakter”, großzügige Werksküche mit “Feinschmeckerattitude”, Fit- und Wellnessetage, Repräsentationsetage etc).

Ganz sicher werden Sie aber n i c h t glauben können, dass die Steuer darüber entscheidet, welches Auto ein Klein- oder Mittelbetrieb kaufen und was es kosten darf.

Ich bedaure – heute haben Sie nicht Ihren besten Tag! Es ist nämlich gerade umgekehrt!

Der Bauherr kann natürlich – und das ist ja auch in Ordnung –  den ganzen Bau steuerlich absetzen und klarer Weise die Vorsteuer bis zum letzten Nagel abziehen.

Na also, jetzt haben Sie es erfasst: es ist der H a n d e l s a g e n t, dem  mit seinen beruflichen 50.000, 80.000 Jahreskilometern die Finanz vorschreibt, wann sein Luxus beginnt und welches Auto bis zu welcher Anschaffungsgrenze steuerlich erlaubt ist. Und nur so nebenbei  – die an sich systemkonforme Abziehbarkeit der Vorsteuer kann der Kollege/ die Kollegin selbstverständlich auch vergessen.

A b s u r d i s t a n !

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handelsagenten register

Handelsagentensuche punktgenau

Welche Funktion der Handelsagentenbetrieb in allen denkbaren Branchen erfüllt, das ist bei näherem Hinsehen nicht schwer zu verstehen. Auch, dass diese Profession besonders für kleine und mittlere Erzeugungsbetriebe eine gewinnbringende Vertriebsvariante ist, ist schnell heraus. Das wirkliche Problem ist einen Handelsagenten zu finden, der genau zum Erzeuger passt, der das richtige Vertretungsgebiet und die richtige Kundenkategorie (z.B. Handel, Gewerbe, öffentliche Hand …….etc) bearbeitet und dessen Verkaufspalette gerade diese neue mögliche Vertretung überhaupt zulässt.

Ich will nicht näher darauf eingehen wie viele Kontaktmöglichkeiten es gibt, angefangen von den wichtigen Messen, auf denen sowohl Handelsagenten als auch Erzeuger unterwegs sind, oder Spediteure, die die erfolgreichen Agenten in den jeweiligen Branchen kennen usw.

Heute will ich besonders auf die internationale Datenbank der IUCAB (International Union of Commercial Agents and Brokers) verweisen > COME-INTO-CONTACT

handelsagenten register
http://register.handelsagenten.at/index.html

Dieser Dachverband von Handelsagentenorganisationen, der zur Zeit 18 Mitgliedsverbände in ganz Europa und Nordamerika umfasst, hat eine Datenbank auf die Beine gestellt, die es ermöglicht in mehreren europäischen Ländern – natürlich auch in Österreich – Handelsagenten zu finden, die bereit sind neue Vertretungen zu übernehmen.

Um geringes Geld kann der Erzeuger eine „Anzeige“ schalten, die sofort den Agenten der jeweiligen Branche zugemittelt wird. Punktgenauer geht es nicht mehr.

Ich rate also interessierten Erzeugern und den Inhabern eines Gewerbescheins als Handelagent sich das einmal anzusehen, für beide ist etwas drin.

Gehen Sie auf register.handelsagenten.at und informieren Sie sich. Wenn etwas nicht klar ist, wenden Sie sich an das Österreichische Bundesgremium, Frau Gangl oder Hr. Mag. Rebernig.

Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
T  +43 (0)5 90 900 – 3200 DW
F  +43 (0)5 90 900 – 287
E  handel5@wko.at

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Obmann KoR W. Krammer

„Der Handelsagent ist Prüfungsstoff“

Ein brennendes Verlangen von 16-jährigen ist es nicht etwas über das Leben und Treiben von Handelsagenten zu erfahren. Aber der Handelsagent und seine Bedeutung im Vertrieb ist Teil der Betriebswirtschaftslehre, die in den 6 Schulen (www.vbs.ac.at) unterrichtet wird, welche der Fonds der Wiener Kaufmannschaft unterhält.

Obmann KoR W. Krammer
Obmann KoR W. Krammer

Also haben wir uns nach Kräften bemüht es den 70 jungen Damen und Herren so angenehm und interessant wie möglich zu machen, die letzte Woche auf Initiative und unter Führung von Frau Prof. Mag. C. Amberger von der HAK/HASCH Hamerlingplatz unsere Gäste im Wiener Gremium der Handelsagenten waren. Von ihr stammt auch das Zitat im Beitragstitel.

Prof. Amberger, Prof. Brenner, KoR Plaichinger
Prof. Amberger, Prof. Brenner, KoR Plaichinger

Nach einer kurzen Stärkung mit Snacks und Getränken brach in Gestalt des Obmannes KoR Krammer über die Besucher die theoretische Information herein über das Verkaufen einmal erzeugter Güter und die Notwendigkeit diese Erzeugnisse an die Kunden zu bringen. Und dass die Spezialisten Handelsagenten besonders für kleine und mittlere Betriebe eine bestens geeignete Vertriebsschiene darstellen. Obmann KoR W. Krammer

Den praktischen Teil übernahm KoR Plaichinger, der über die langjährigen Erfahrungen berichtete, die er in seinem Metier, der Textilbranche, angesammelt hat.Obmann KoR W. Krammer

Jedem Anwesenden war natürlich klar, dass Handelsagent nicht ein Beruf ist, den man, ob Frau oder Mann, mit 19 Jahren ergreift, weil es ein Erfahrungsberuf ist. Aber es schaffen solche Veranstaltungen (es war ja nicht die Erste) mehr Aufmerksamkeit für unseren Beruf in den Schulen und vielleicht packt in 20 Jahren den einen oder anderen doch die Lust sich als Selbständiger im Vertrieb zu verwirklichen.

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johnnyb / pixelio.de

Auf „Pendlerpauschale“ habe ich gewartet

Von Zeit zu Zeit liegt im Zentrum der öffentlichen Diskussion ein großer heißer Haufen. Der „heiße Brei“ um den alle politisch Involvierten herumschleichen. In diesem Fall ist es der nach oben geschossene, vielleicht noch weiter raketengleich sich entwickelnde Spritpreis.

Zuerst kommen die immer gleichen Vorwürfe und Verdächtigungen gegenüber der Erdölwirtschaft. Ob sie wahr sind oder nicht kann kein Durchschnittsösterreicher beurteilen und die, die es kraft ihres Amtes oder ihres Informationsvorsprungs beurteilen können, behalten ihre Erkenntnis wohlweislich für sich. Die Erdölheinis putzen sich ab.

Die Grünen können ihre Begeisterung kaum verbergen, viele wollen es auch nicht, denn sie haben eine solche Entwicklung ja vorausgesagt. Ihr Wunsch vor 2 Jahrzehnten, der Benzinpreis solle doch am besten bei 20 Schilling liegen, ist in etwa Wirklichkeit geworden.

johnnyb  / pixelio.de
johnnyb / pixelio.de

Die Finanzministerin freut sich still, weil die, die ohne Auto nicht auskommen können, füllen bei einem Sechziglitertank den Staatssäckel mit rund 50 EURO (die, die „grundlos“ auf das Auto nicht verzichten wollen, tun das natürlich auch).

Also, so wird einige Zeit geschlichen, bis jemand das Wort Pendlerpauschale in den Ring wirft. Dieses Mal war es der Wirtschaftsminister, der sich mit seiner schnoddrigen Bemerkung, dass er den Spritpreis ganz sicher nicht regulieren werde, nicht gerade in zügelloser Weise Freunde gemacht hat. Daraufhin hat er offenbar viele unschöne Anrufe und e-mails gekriegt und erkannt, dass Leute, die früh und spät den Weg zur und von der Arbeit bewältigen müssen und dafür nicht eine Stunde länger brauchen wollen als nötig (weil Öffis ja auch nur fahren, wann sie wollen), Wähler sind.

Zum Unterschied von anderen Menschen in diesem Land – sagen wir EPUs – sind aber die Pendler auch Liebkinder der Arbeiterkammer. Na dann gibt’s gleich viel mehr Verständnis von allen Seiten. Pendler müssen ja fahren, die können gar nicht anders und die armen Hunde haben es bei Schnee und Kälte auch noch weit, die kriegen doch jedes Jahr erheblich mehr Fahrkilometer aufgebrummt als der Durchschnittsautofahrer. Und Kinder haben sie womöglich auch noch und eine Frau ……

Und jedes Mal, wenn das mit der Pendlerpauschale wieder losgeht, frage ich mich, ob all die kleinen Unternehmen, wie z.B. Handelsagenten, die nicht zum Spaß pro Jahr 40-, 50-, 80-tausend Kilometer fahren  m ü s s e n, die Idioten dieses Landes sind? Denen seit Jahrzehnten in systemwidriger Weise die Vorsteuer für ihren Betriebs-PKW vorenthalten wird. Die genau so, wie der Pendler, mit ihrem Geld und dem Mitteleinsatz für die kleine Firma rechnen müssen. Die zum Unterschied vom Pendler selbst für ihren Arbeitplatz sorgen, mit dem ganzen Risiko, das damit verbunden ist.

Es beneidet doch niemand den Mechaniker, der um ½ 5 in der Früh aufstehen muss, um vom Waldviertel rechtzeitig in Floridsdorf in der Schicht zu sein. Tut doch keiner! Aber ist es so schwer als Politiker (und da meine ich jeder Couleur) das Arbeitsumfeld auch selbständiger kleiner Unternehmer in seine Überlegungen mit einzubeziehen?

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Recht

Rechtspraxis – Der Ausgleich ist nicht der ganze Erfolg

Eine Klientin war mehrere Jahre für einen deutschen Zulieferbetrieb für Baumärkte tätig. Ein schriftlicher Vertrag wurde nicht abgeschlossen. In der Jobbeschreibung war nur von einer „Außendienstmitarbeiterin“ bzw einer „freien Mitarbeiterin“ die Rede. Im Oktober 2011 kündigte der deutsche Lieferant die Zusammenarbeit per Ende November.

Für die vertragsrechtliche Beurteilung ist, wie allgemein in der Rechtsordnung, nicht die Bezeichnung des Vertrags maßgeblich. Meine Klientin besuchte regelmäßig Baumärkte für den deutschen Lieferanten, der Satellitenanlagen und Zubehör sowie sonstige Waren im Audio-/Videobereich lieferte. Sie konnte einige Neukunden gewinnen, wobei Bestellungen (auch) direkt vor Ort erfolgten. Weiter war sie für Regalpflege und Umbauten zuständig.

Recht
Gerd Altmann / pixelio.de

Wer beauftragt ist, regelmäßig und selbstständig Kunden zu akquirieren, ist Handelsagent. Zusatzleistungen wie Regalbetreuung ändern daran nichts. Wir haben also einen Ausgleichsanspruch für den aufgebauten Kundenstock im Maximalbetrag einer Jahresprovision geltend gemacht, weiter Schadenersatz für die nicht vollständig eingehaltene Kündigungsfrist, Provisionen für nicht ausgelieferte Ware sowie einen Buchauszug (also einen vollständigen Überblick über die Kette Bestellungen – Auftragsbestätigungen – Lieferungen – Rechnungen – eingegangene Zahlungen – nicht ausgelieferte Waren – Betreibungsmaßnahmen – Storni).

Der Geschäftsherr hat geantwortet, dass keine Handelsagententätigkeit vorliegen würde. Meine Klientin hätte lediglich als freie „Disponentin“ die Servicebetreuung übernommen, Mitarbeiter am Regal geschult, eine Artikelliste geführt etc. Die Verkaufsgespräche seien mit allen zentral geführten Baumärkten von dem deutschen Lieferanten selbst geführt worden. Insofern sei die Kündigungsfrist korrekt und es stünde auch kein Ausgleichsanspruch zu.

Tatsächlich hatte unsere Mandantin aber sehr wohl neue Kunden akquiriert und auch direkt vor Ort verkauft. Dies war auch nach der seinerzeit vom deutschen Lieferanten übermittelten Bewerbungsunterlage eine ihrer Aufgaben. Dass diesbezüglich keine bestimmte Intensität vorgegeben war bzw erreicht wurde, schadet nicht. Der Prinzipal hatte zwar bei bestimmten Baumärkten zentrale Listungsgespräche geführt und dabei auch die Zuteilung zu den einzelnen Häusern vorbereitet. Das änderte aber nichts daran, dass zumindest 15 % des Umsatzes direkt auf die Verkaufsgespräche meiner Mandantin zurückgingen. Aufgrund der Berechnung des sogenannten Rohausgleichs ergab sich ein Ausgleichsanspruch von rund € 10.000.

Aufgrund der Stellung als Handelsagentin stand meiner Klientin auch der Schadenersatz für die nicht eingehaltene Kündigungsfrist über weitere rund € 10.000 zu sowie jedenfalls auch ein Anspruch auf Buchauszug bzw Rechnungslegung.

Von Vorteil war, dass kein schriftlicher Vertrag vorlag und damit weder eine Rechtswahl noch ein Gerichtsstand zugunsten des Geschäftsherrn vereinbart worden war. Ein Rechtsstreit hätte also vor dem Arbeits- und Sozialgericht Wien stattgefunden. Verständlich, dass die Gegenseite dies vermeiden wollte.

Ein zusätzlicher Anreiz für die Gegenseite bestand in der sozialversicherungsrechtlichen Einordnung. Denn in der schriftlichen Bewerbungsunterlage war (ungeschickterweise) die Verpflichtung meiner Klientin enthalten, Vorgaben des deutschen Lieferanten einzuhalten. Ebenso war ein Besuchsrhythmus vorgegeben sowie wöchentliche Berichte. Tatsache war freilich auch, dass meine Klientin keine eigenen wesentlichen Betriebsmittel hatte. Eingangs dieser Unterlage war festgehalten, dass „derzeit“ eine feste Anstellung nicht möglich sei und alternativ die „freie Mitarbeit“ angeboten wurde. Eine sozialversicherungsrechtliche Einordnung als echter Dienstnehmer hätte unangenehme Folgen für den deutschen Lieferanten gehabt.

Die Gegenseite hat also relativ rasch eingelenkt. Mitte Februar 2012 wurde ein außergerichtlicher Vergleich dahingehend erzielt, dass die Gegenseite € 22.500 bezahlt hat. Meine Klientin hatte während der aufrechten Vertragsdauer im Monatsschnitt ca. € 2.000 verdient. Der erreichte Vergleichsbetrag entsprach daher nahezu einer Jahresprovision.

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frauentag

Handelsagentinnen ohne Frauentag

Während dieser Beitrag geschrieben wird, laufen im österreichischen Fernsehen die Abendnachrichten mit den Kummernachrichten über die Benachteiligung der Frauen in Österreich und auf der ganzen Welt.

In diesem Licht ist es für mich als Obmann besonders erfreulich, dass ich behaupten kann, dass es in unserem Gremium keine Quotenfrauen gibt.

Etwa 15% unserer Mitglieder (Aktive mit Gewerbeschein) sind Frauen. Ich kann mich nicht erinnern, dass dieser Prozentsatz  in den letzten 30 Jahren jemals ein Thema gewesen wäre. Er wäre es auch nicht gewesen, hätte er  die 50-Prozentmarke überschritten.

Ebenso wenig  hat es irgendwann eine Debatte darüber gegeben, wer die besseren und professionelleren Personen in diesem Beruf sind – Frauen oder Männer?

Richtig, weil eine solche Diskussion eine an Dummheit grenzende Sinnlosigkeit darstellt. Wie jeder andere Beruf erfordert auch der des Unternehmers/der Unternehmerin  im Verkauf oder Außendienst bestimmte, manchmal angeborene Fähigkeiten, ein hingebungsvolles Engagement, das Feuer erfolgreich sein zu wollen, die Bereitschaft die Kunden und ihre Mitarbeiter mit allen ihren Problemen, Schwächen und Unzulänglichkeiten genau so zu mögen, wie sie für den Umstand hoch zu schätzen, dass es genau diese Kunden sind, die einem zum erhofften Erfolg verhelfen können.

Es ist mir auch noch nie zu Ohren gekommen, dass eine von einer Frau geführte Handelsagentur mit einem geringeren Provisionsprozentsatz zufrieden gewesen wäre als eine Agentur mit einem Mann als Chef.

frauentag
Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Männer und Frauen in diesem Beruf begegnen einander als Profis, weil jeder, unabhängig von seinem Geschlecht, weiß wie schwer und herausfordernd er ist.

In einem Beruf, in dem dauerhaftes Bestehen nur mit Einsatz und Leistungswillen, Können und Wissen erreicht werden kann, lächelt niemand abfällig über einen Menschen deswegen, weil sie eine Frau ist. Die Begegnung auf Augenhöhe ist eine Selbstverständlichkeit.

Und wenn wir schon dabei sind, dann soll hier auch klar gesagt werden, dass alle jene Frauen, die nicht den Gewerbeschein gelöst haben (wozu sollte man in einer Familie zwei Mal denselben Schein haben) und daher nicht in unserer Statistik aufscheinen, die aber im Tandem mit ihrem Partner um nichts weniger leisten als er, die gleiche Anerkennung verdienen und hoffentlich auch immer erhalten, wie die „sichtbaren“ Handelsagentinnen.

Liebe Leserinnen, die Sie (noch) nicht Mitglied unseres Gremiums sind, glauben Sie mir, dass Sie uns herzlich willkommen sind. Der Beruf ist kein Honigschlecken, aber er kann Ihnen viel Freude und Befriedigung verschaffen und das ist doch wohl das Wichtigste – für Männer und für Frauen.

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Coaching – der gute Geist an deiner Seite

Zu viele Wiener Handelsagenten lassen sich nicht helfen! Überlegen Sie sich das großzügige Angebot des Wiener Gremiums. Auch bei einem sehr guten Verkäufer reicht es manchmal nicht einmal zu einem mittelmäßigen Handelsagenten. Der Unternehmer mit dem Handelsagentengewerbeschein braucht Kenntnisse und Fähigkeiten, die weiter reichen.

Die meisten Kolleginnen und Kollegen waren vorher einschlägig im  Angestelltenverhältnis tätig. Der Reiz des Außendienstes hat mit respektablen Einkommenschancen zu tun und mit gewissen Freiheiten in der Gestaltung des täglichen Berufslebens. Und die Freiheit spielt nicht nur für einen Verkäufer, sondern auch für einen Unternehmer eine bedeutende Rolle.

DI Goldmann
Unser Coach DI Peter Goldmann

 Diejenigen, die den Gang in die Selbständigkeit wagen, wissen häufig nicht, was da auf sie wirklich zukommt. Aber Wagemut ist eine wichtige Voraussetzung für den Selbständigen, ohne ihn macht die unternehmerische Existenz mehr Angst als Freude.

Selten ist der Jungunternehmer der perfekte Kaufmann. Wenn man’s ist, dann hilft’s. Wenn nicht, folgt häufig der Zwang zur Improvisation. Improvisieren kostet aber Zeit, Geld, Nerven…… – wie das eben so ist bei „learning by doing“.

Allerdings kann man sich’s leichter machen: indem man sich von einem Außenstehenden mit Ausbildung und vor allem Erfahrung in d e n Fragen helfen lässt, in denen die eigenen Defizite am größten sind. Neusprachlich heißt das COACHING – den guten Geist an der Seite zu haben, der auf Wunsch erscheint und dann wieder auf einige Zeit verschwindet.

Unser Gremium bietet es zu sensationellen Konditionen.

Der Coach ist DI Peter Goldmann (Profil siehe am Ende des Beitrags). Ein gestandener Manager, der auf seine Klienten nicht hinunterschaut. Einer der mit Einfühlungsvermögen hilft.

Das Gremium fördert die ersten 20 Stunden pro Jahr mit 70% des Stundensatzes von DI Goldmann.

Es ist ein tolles, den Bedürfnissen der meisten Mitglieder entsprechendes Angebot und gilt ausschließlich für Mitglieder des Wiener Gremiums der Handelsagenten und nur für Einzelfirmen.

Details erfahren Sie bei

Andreas GURGHIANU, Gremialgeschäftsführer der Wiener Handelsagenten, Wirtschaftskammer Wien – Sparte Handel, Schwarzenbergplatz 14 | 1041 Wien T 01 51450-3251 | F 01 505 26 47 E andreas.gurghianu@wkw.at

Profil  DI  Peter Goldmann

Studium Nachrichtentechnik/TU Wien, Gruppen-, Entwicklungs-, Logistikleiter und Direktor bei PHILIPS AUSTRIA.

Diverse Patente. 25 Jahre international tätig. Aufbau der Projektbüros für Audio/Video, TV/VCR innerhalb der Business Units, interner EFQM-Assessor. Seit acht Jahren selbständiger Unternehmensberater, Moderator, Trainer und Coach, Begleiter bei Veränderungen für EPU und KMU.

Lektor an der Fachhochschule Technikum-Wien für Projekt-, Prozess-, Qualitätsmanagement, Betriebswirtschaftslehre.

Vorgangsweise

  1. Statusanalyse des Betriebes. Wie steht das Unternehmen da?
  2. Bewertung der bestehenden Vertretungen bzw. Produktgruppen. Ist-Zustand und vorhandene Potentiale.
  3. Gibt es Verbesserungsmöglichkeiten im Betriebsablauf? – Schwachstellenanalyse. Das Wichtige zuerst.
  4. Analyse der tatsächlichen und möglichen Kundenkreise.
  5.  Kunden gezielt finden und behalten, bestehende Kunden ausbauen.
  6. Kritisch neue Blickwinkel aufzeigen.
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BGO Robert M. Hieger zu Besuch in Wien

Quickstart des neuen Bundesobmannes R.M. Hieger

Kaum gewählt, nimmt Robert M. Hieger, der neue Bundesgremialobmann der österreichischen Handelsagenten, bereits seine neuen Aufgaben in Angriff (seit 2 Jahren übt er schon sehr erfolgreich die Funktion des Obmanns des Landesgremiums Tirol aus).

BGO Robert M. Hieger zu Besuch in Wien
BGO Robert M. Hieger (li.) zu Besuch in Wien

Sein erster Besuch galt dem Landesgremium Wien, um sich mit Komm. Rat Walter Krammer über die anstehenden Aufgaben des Bundesgremiums auszutauschen.

Es ist das Credo des 43jährigen Handelsagenten, der seit 1999 selbständig ist, mit Unternehmensschwerpunkt Agenturtätigkeit und Großhandel, spezialisiert auf Holzböden, Gartenmöbel, Holz im Garten und Öle für Holzoberflächen, die österreichischen Gremialmitglieder „als seine wichtigsten Kunden“ anzusehen.

Natürlich ist ihm klar, dass all jene seit langer Zeit offenen Punkte wie z. B. Gewinnung des Vorsteuerabzugs oder die Reduzierung der 8jährigen Abschreibungsdauer für betriebliche PKW nicht im Handstreich zu erledigen sein werden. Aber er ist sicher, durch enge Zusammenarbeit mit den Landesgremien und seinen Stellvertretern Renate Kratochwil und Axel Sturmberger für den Berufstand einiges weiter bringen zu können.

Mit der loyalen Unterstützung des Wiener Gremiums kann Hieger auf jeden Fall rechnen.

 

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“Meidling liebt Handelsagenten” – und andere Branchen-News

Der nachstehende Beitrag ist ein Abdruck des Interviews, das Monika Kouba mit LGO Walter Krammer für die Februarnummer 2012 der Zeitschrift WOHNINSIDER geführt hat.

wohninsider: Provokant gefragt – wozu braucht man in Zeiten von Internet noch Handelsagenten?

KommR Walter Krammer: Die Handelsagenten sind für Produzenten, Importeure und Exporteure die effizienteste Variante, wenn es darum geht, rasch ein Vertriebsnetz aufzubauen. Handelsagenten sind eigenständige Unternehmer, die Herstellern keine Fixkosten, Soziallasten oder Betriebskosten verursachen, Provision nur im Erfolgsfall erhalten und einen raschen Eintritt in neue Märkte für das vertretene Unternehmen garantieren.

wohninsider: Wie viele üben den Beruf aus und in welchen Branchen sind sie vorwiegend tätig?

W. Krammer: In Wien gibt es rund 2.000, in ganz Österreich in etwa 9.400 Handelsagenten. Prozentuell die größten Anteile haben dabei die Branchen Bekleidung, Möbel und Innenausstattung, gefolgt von Maschinen, Elektrotechnik und Elektronik sowie Lebensmittel.

wohninsider: Wie stehen heute die Erfolgschancen für den Handelsagenten?

W. Krammer: Der persönliche Einsatz ist der wichtigste Faktor. Es wird jedoch jeder verstehen, dass die Erfolgschance eines Handelsagenten auch wesentlich von der Entwicklung seiner Branche abhängt. Wie allen anderen Wirtschaftstreibenden hat die Internationalisierung auch unserem Beruf zusätzliche Chancen, aber auch beträchtliche Risken gebracht. Am härtesten treffen uns sicher die Konzentrationstendenzen sowohl im Bereich der Hersteller als auch bei den Abnehmern, die in manchen Märkten zu monopolähnlichen Verhältnissen führen und damit die Absatzchancen des Handelsagenten verringern.

wohninsider: Was können Sie als Gremialobmann für Ihre Mitglieder tun?

W. Krammer: Wir können für unsere Mitglieder nicht Geld verdienen und ihm/ihr auch nicht das unternehmerische Risiko abnehmen. Aber für rund 7 Euro Mitgliedsbeitrag pro Monat hat der Handelsagent das Recht, alle Dienstleistungen und Top-Beratungen der Wiener Wirtschaftskammer in Anspruch zu nehmen. Der Bogen spannt sich somit von der Gründungsberatung, die man unbedingt nützen sollte, bis hin zur Pensionierung und Betriebsübergabe an die Kinder oder an interessierte Nachfolger.

wohninsider: Können Sie uns die Serviceleistungen aufzählen?

W. Krammer: Über alle bemerkenswerten Angebote für unsere Mitglieder zu reden, würde den Rahmen sprengen. Aber hier doch ein paar Beispiele: jährlich etwa 250 berufsspezifische Seminarplätze – zu 90% vom Gremium gefördert – sind jeweils in kürzester Zeit ausgebucht. Des weiteren gibt es eine kostenlose Steuer- und Rechtsberatung, die kostenlose Jobbörse und ein zu 70% gefördertes Coaching für unsere Kleinbetriebsinhaber. Wir bemühen uns auch um die gerechtere Besteuerung der Ausgleichszahlungen und ein unbedingtes Klagsrecht unserer Handelsagenten im Inland auch gegenüber ausländischen Geschäftsherren und vieles mehr.

wohninsider: Wie wollen Sie die Hersteller auf den Handelsagenten aufmerksam machen?

Handelsagenten_schaffen_UmsatzW. Krammer: Ein Teil unserer Öffentlichkeitsarbeit ist die Werbung in Richtung Hersteller. Viele kleine und      mittlere Produzenten überzeugen wir mit “HANDELSAGENTEN SCHAFFEN UMSATZ” von der nützlichen Zusammenarbeit mit Handelsagenten. Das gleiche Ziel verfolgt die Intensivierung der Zusammenarbeit mit Messeveranstaltern.

wohninsider: Was gab den Anstoß, sich als Gremium mit dem Themenbereich Social Media zu beschäftigen?

W. Krammer: Es kann einem gefallen oder nicht, aber das physische Zusammentreffen im privaten wie auch im geschäftlichen Bereich wird zunehmend durch digitale Marktplätze ergänzt oder sogar ersetzt. Wie schon erwähnt, wird die Arbeitsweise des Handelsagenten von den Erfordernissen seiner Branche bestimmt. Und in einigen ist die Nutzung von Social Media-Plattformen im Vormarsch.

wohninsider: Wie kam es zu dem Handelsagentenblog?

W. Krammer: Das Gremium muss danach trachten, sich über essentielle Themen sowohl mit den Mitgliedern als auch mit relevanten Öffentlichkeiten einfach und rasch austauschen zu können. Wir haben uns mit Experten alle Möglichkeiten angesehen und uns für den Blog als geeignetes Mittel entschieden.

wohninsider: Wie wird der Blog angenommen?

W. Krammer: Wenn ich sage, wir stehen erst am Anfang, dann denken Ihre Leser, “er mauert”. Aber zwei Monate sind für ein solches Projekt sehr kurz. Und eine Berufsgruppe kann nicht jede Woche ein anderes Schwein durchs Dorf treiben, nur um Leute anzulocken. Der Blog ist interessant und wichtig – und er braucht seine Zeit. Für mich steht fest, dass die Resonanz bis jetzt weitaus größer und positiver ist, als ich es erwartet hätte.

wohninsider: Wollen Sie weitere Plattformen der Social Media-Welt als Wiener Fachgruppe der Handelskammer nutzen, wie zum Beispiel Facebook?

W. Krammer: Facebook nein, Xing vielleicht einmal.                                                                                          Zufahrtschild

wohninsider: Nun zum Emotionsthema Berufsverkehr.  Massive Ausweitung der Wiener Kurzparkzonen und fast Verdoppelung der Parkgebühren. Was bedeutet dies für die Handelsagenten?

W. Krammer: Es wird niemanden erstaunen, wenn ich sage, dass alles, was unsere Arbeit teurer macht, für uns schlecht ist. Und es muss an dieser Stelle deutlich gemacht werden: Zum Unterschied von anderen Gewerbebetrieben können wir zusätzliche Belastungen nicht weiterwälzen.

wohninsider: Sind es nur die zusätzlichen Kosten, die Sie verärgern?

W. Krammer: Noch schlimmer als zusätzliche Kosten ist es, wenn wir unseren Kunden mit dem Auto gar nicht mehr in die Nähe kommen können. Berufsverkehr muss unbehindert möglich sein! Sonst schneidet sich doch die jeweilige Kommune selbst die wirtschaftlichen Blutbahnen ab. Wie kann denn die Verwaltung irgendeiner Gemeinde in Österreich erwarten, dass ein kleiner oder mittlerer Betrieb Arbeitsplätze schafft, wenn Zulieferung, Auslieferung, Zufahrt für Einkauf (z.B. bei Handelsagenten), technischer Servicedienst, Montageleistung, etc. gar nicht oder nur mehr mit gravierenden Einschränkungen auf öffentlichen Straßen abgewickelt werden kann?

Parktafel-2012-2013
Diese Karte ermächtigt Handelsagenten zum Parken in einer Fußgängerzone in den vorgeschriebenen Zeiten, wenn die Zusatztafeln bezüglich der Handelsagenten bei den Einfahrten montiert sind. Erhältlich für Handelsagenten bei ihren Landesgremien.

wohninsider: Für Handelsagenten gibt es Parktafeln für den Bereich der Fußgängerzonen. Worauf muss man dabei generell achten?

W. Krammer: Die STVO sieht vor, dass eine Gemeinde Handelsagenten die Zufahrt und das Parken in Fußgängerzonen gestatten kann, sofern das Auto mit der Parkkarte des Bundesgremiums gekennzeichnet ist. Diese Maßnahme der Gemeinde muss durch Zusatztafeln bei den Einfahrtsmöglichkeiten in die Fußgängerzone angezeigt werden.

wohninsider: Gibt es in Wien schon solche Tafeln?

Meidlinger Hauptstrasse
Fußgängerzone Meidlinger Hauptstraße: LGO Walter Krammer und BVST Gabriele Votava haben es Handelsagenten wie z.B. Monika Kouba (v.l.n.r.) möglich gemacht, dass sie während der Zonenzeiten zufahren können.

W. Krammer: Ja. Die Magistratsabteilung 46 und        die    Bezirksvorsteherin des 12. Bezirks, Gabriele Votava, haben sich nach unserem Vorstoß getraut, eine realitätsnahe Entscheidung zu treffen und dafür gebührt ihnen Dank und Anerkennung. Handelsagenten dürfen nun in den offiziellen Zufahrtszeiten mit ihren Autos in die Meidlinger Hauptstraße einfahren, parken und ihre Geschäftskunden besuchen. Erwartungsgemäß ist die Einkaufsstraße seither nicht täglich von tausenden Handelsagentenautos überschwemmt.

wohninsider: Wo würden Sie es sich noch wünschen?

W. Krammer: Genauso wäre es auch in der Favoritenstraße und im 1. Bezirk möglich. Vielleicht will man hier noch die Erfahrungen in Meidling abwarten. Ich bin überzeugt, dass es hervorragend für alle Beteiligten funktionieren wird – und dann gibt es keine Ausreden mehr.

Monika Kouba ist seit 1998 Unternehmerin im Einrichtungsfachhandel, hat 2007 mit der Gründung ihrer Handelsagentur „fatto-in-italia” – Schwerpunkt ist italienisches Design – ihr Tätigkeitsfeld erweitert. Sie ist Obmann-Stellvertreterin im Wiener Gremium des Möbelhandels.
Download: Wohninsider Zeitschrift – pdf

Fotos von David Bohmann

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Rechtspraxis – Handelsagentin gegen Konzern

Eine Handelsagentin war mehrere Jahrzehnte für verschiedene Gesellschaften eines Konzerns tätig. Angesichts eines anstehenden Unternehmensverkaufs beendete der Prinzipal die Zusammenarbeit. Wie sich die Diskussion rund um den Ausgleichsanspruch entwickelte, erstaunte nicht nur die Handelsagentin, sondern auch mich selbst, der ich ja immerhin schon seit 12 Jahren auf dem Gebiet des Vertriebsrechts tätig bin und Dutzende solcher Fälle sowohl vor Gericht als auch außergerichtlich abwickeln durfte.

Die Ausgangssituation war durchaus einfach. Die Handelsagentin hatte zahlreiche Stammkunden aufgebaut, die grundsätzlich bei Beendigung durch den Geschäftsherrn ausgleichspflichtig sind. Die Kündigung erfolgte frist- bzw terminwidrig, dh die vertraglichen Fristen wurden nur teilweise eingehalten.

Wir machten also € 80.000 als Schadenersatz für die fristwidrige Kündigung und weitere € 200.000 als Ausgleichsanspruch geltend.

Recht
berlin-pics / pixelio.de

In einer ersten Reaktion teilte der Geschäftsherr mit, dass man das alles überhaupt nicht einsehe, die Kündigungsfrist korrekt eingehalten worden sei und als Abschlagszahlung insgesamt ein Betrag von € 75.000 angeboten werde. Zu diesem Zeitpunkt trat noch der in den USA sitzende Leiter der Konzernrechtsabteilung auf, der offenkundig mit dem Ausgleichsanspruch nach österreichischem Recht, zurückgehend auf die EU-Richtlinie zum Schutz der Handelsagenten, nicht vertraut war. Erst danach beauftragte der Konzern eine internationale Großkanzlei.

Auffällig war, dass die Gegenseite massiv auf Zeit spielte und sich für die sehr knappen Stellungnahmen bis zu 6 Wochen Zeit nahm. Es bedurfte mehrerer Anläufe, bis die Gegenseite bereit war, auf € 135.000 nachzubessern, da der Ausgleichsanspruch „möglicherweise doch höher“ sei.

Dass die Kündigungsfrist nicht eingehalten wurde, wurde immer noch vehement bestritten. Gerade damit hatten wir aber gerechnet, da ja für den Fall, dass die Verträge unrichtig gekündigt worden wären, jemand die interne Verantwortung im Konzern hätte übernehmen müssen.

In einem nächsten Schritt haben wir den Ausgleichsanspruch ganz konkret anhand von Kundenlisten dargelegt und den sogenannten Rohausgleich berechnet. Dabei hat sich gezeigt, dass doch einige Kunden, die im Zuge von Umstrukturierungen neu entstanden waren, vom Geschäftsherrn und nicht von meiner Klientin akquiriert wurden. Wir haben den Ausgleich neu berechnet, kamen allerdings immer noch auf einen Betrag von rd € 194.000. Nach einigen Telefonaten, Faxen, Emails etc konnte dann, ohne ein Gerichtsverfahren anstrengen zu müssen, eine außergerichtliche Einigung über pauschal € 170.000 erreicht werden. Der Betrag ist sofort nach dem Abschluss des Vergleichs bezahlt worden. Das gesamte Prozedere hat rund ein halbes Jahr gedauert, damit waren wir aber immer noch schneller als ein Gerichtsverfahren gedauert hätte. Die Handelsagentin war deshalb so geduldig, weil sie aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit (und ohne Rechtsschutzversicherung) nicht unbedingt vor Gericht gehen wollte.

Der Geschäftsherr hatte übrigens den Provisionssatz in den letzten 2 Jahren der Zusammenarbeit (letztlich im Einvernehmen mit der Handelsagentin) reduziert, sodass die Agentin im letzten Jahr rund € 130.000 verdient hatte. Der Leser erkennt an dieser Stelle, dass aufgrund der Rohausgleichsberechnung ein höherer Ausgleichsbetrag erreicht werden kann, auch wenn in letzter Zeit der Zusammenarbeit nicht mehr so viel verdient wurde. Gerade das störte offenbar den Geschäftsherrn, der die Provisionssätze gerade vor dem Hintergrund einer späteren Ablösezahlung hinunterverhandelt hatte. Deshalb war die Einigung etwas schwierig.

Insgesamt ein anschauliches Beispiel für eine erfolgreiche außergerichtliche Rechtsdurchsetzung gegen einen Konzern, der seine Zahlungsverpflichtung zunächst nicht wahrhaben will. Dieses Beispiel zeigt aber auch, dass Abstriche gemacht werden mussten, da die Klientin (ohne Zürich-Rechtsschutzversicherung und angesichts der langjährigen Zusammenarbeit) nicht klagen wollte.

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Die optimale Rechtsformwahl aus steuerlicher Sicht

Gerade in der Gründungsphase eines Unternehmens steht die Wahl der Rechtsform im Vordergrund und entscheidet in der weiteren Folge oft über das Fortbestehen eines Unternehmens. Die gängigsten Rechtsformen sind hierbei Einzelunternehmen, Personengesellschaften (OG, KG), Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) sowie Mischformen (GmbH &Co KG).

Der steuerliche Aspekt stellt hierbei nur ein Kriterium von vielen dar und soll im Folgenden erläutert werden. Andere wichtige Kriterien, welche die Rechtsformwahl beeinflussen sind beispielsweise Haftung, Sozialversicherung, die Kosten der Rechtsform, das aufzubringende Mindestkapital sowie rechtliche Aspekte bei der Vererbung oder Übertragung. Es sollten daher immer alle Aspekte einer detaillierten Analyse unterzogen werden, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

Aus steuerlicher Sicht ist die Höhe des voraussichtlichen Jahresgewinns der wichtigste Faktor zur Entscheidung über die richtige Rechtsform. Andere wichtige Faktoren sind die Lebenszyklusphase, in der sich ein Unternehmen befindet, die Ausschüttungspolitik, die Entlohnung der Gesellschafter, sowie die Möglichkeit der Aufteilung der Einkünfte unter Familienangehörigen sowie einige mehr.

Rechtsformwahl in der Gründungsphase

Besonders in der Gründungsphase eines Unternehmens sind oftmals Verluste vorprogrammiert, welche bei einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft mit anderen Einkünften ausgeglichen werden können und somit steuerlich sofort verwertet bzw. vorgetragen werden können. Verluste können hingegen in der GmbH aufgrund des Trennungsprinzips zwischen Gesellschaft und Gesellschafter nicht mit positiven Einkünften der Gesellschafter ausgeglichen werden. Somit zahlt der Gesellschafter trotz des GmbH-Verlustes Steuern für seine anderen positiven Einkünfte. In der GmbH fällt Mindestkörperschaftsteuer an, welche allerdings mit nachfolgenden Gewinnen der GmbH verrechnet werden kann.

Rechtsformwahl aufgrund der Ausschüttungspolitik

Ist eine Ausschüttung der Gewinne nicht gewünscht (Gewinnthesaurierung), ergibt sich bei einer Kapitalgesellschaft ein konstanter (Durchschnitt)Steuersatz von 25%. Bei Einzelunternehmern/Personengesellschaftern errechnet sich die Steuer nach dem progressiven Tarif, wobei im Gegensatz zur Kapitalgesellschaft ein Gewinnfreibetrag von 13% abgezogen werden kann. Bei Gewinnen über 30.000 € müssen dazu begünstigte Investitionen getätigt werden. Für Einzelunternehmen oder Personengesellschaften (keine Kapitalgesellschaften) ergibt sich demnach – je nachdem, ob Investitionen getätigt werden oder nicht – bei folgenden „Break-Even-Gewinnen“ ebenfalls ein (Durchschnitt)Steuersatz von 25%. (siehe Tabelle Zeile 1) Bei der Kapitalgesellschaft beträgt die Steuerbelastung auf Ebene der Gesellschaft – der Gewinnfreibetrag ist nicht anwendbar – immer 25%. Ab einem Gewinn von 45.200 € ist trotz Ausnützung des Gewinnfreibetrags bei maximaler Investition die Besteuerung nur auf Ebene der Kapitalgesellschaft vorteilhafter.

Werden keine Investitionen getätigt und daher nur der Grundfreibetrag (3.900 €) in Anspruch genommen, ist die Kapitalgesellschaft bereits ab einem Gewinn von 40.512 € vorteilhafter.

Bei einer unterstellten Vollausschüttung ergibt sich bei der Kapitalgesellschaft durch die zusätzliche Besteuerung auf der Gesellschafterebene mit der 25%igen KESt ein Steuersatz von 43,75%. Ab diesen Grenzwerten sind bei Vollthesaurierung bzw. Vollausschüttung somit die rechnerischen Grenzen gefunden, bei denen eine GmbH-Gründung von diesem Aspekt betrachtet sinnvoll erscheint. Der konstante Steuersatz von 25% bei der GmbH ist demnach ab 187.440 € Gewinn vorteilhaft, wenn nur der Grundfreibetrag in Anspruch genommen wird. Werden maximale Investitionen getätigt, so verschiebt sich die Vorteilhaftigkeit der Kapitalgesellschaft auf ab einen Gewinn in Höhe von 956.240 €.

Rechtsformwahl aufgrund anderer Faktoren

Ein Dienstverhältnis der Gesellschafter mit den Gesellschaftern, das dem Lohnsteuerabzug unterliegt und somit den begünstigten Steuersatz von 6% für das 13. u. 14. Monatsgehalt vorsieht, ist nur bei einer maximalen 25%igen Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft möglich. Hierbei ergeben sich Spielräume bei der Frage nach der Höhe des Geschäftsführerbezugs auf der einen Seite bzw. nach der Höhe der Gewinnausschüttung auf der anderen Seite. Freilich ist der Fremdvergleichsgrundsatz bei der Höhe des Geschäftsführergehalts zu beachten, um nicht eine verdeckte Gewinnausschüttung auszulösen. Hingegen kann bei Personengesellschaften die Aufteilung des Gewinns auf Angehörige zu Steuerersparnissen führen, da die niedrigeren steuerlichen Tarifstufen öfter ausgenützt werden.

Quelle: Genehmigter auszugsweiser Abdruck Management-Info, KLIER, KRENN & PARTNER KG, (www.klienten-info.at)

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Wann muss ich eine Gewerbeberechtigung beantragen?

Eine Gewerbeberechtigung für die Tätigkeit als selbständiger Handelsagent benötigen Sie, wenn Sie Ihre Tätigkeit selbständig, regelmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht ausüben. Selbständig ist sie, wenn sie auf eigene Rechnung und Gefahr handeln. Regelmäßig sind Sie tätig, wenn Sie wiederholend oder längere Zeit tätig werden. Ertragsabsicht liegt vor, wenn Sie sich einen wirtschaftlichen Vorteil erwarten – unabhängig von Umsatzhöhe oder Gewinn.
Selbst geringe Einkommen erfordern daher von Anfang an eine Gewerbeberechtigung!

WIRTSCHAFTSKAMMER ALS ERSTER ANSPRECHPARTNER!

Wenn Sie in Wien ein Unternehmen gründen wollen, wird Ihnen die Anmeldung des Gewerbes wesentlich vereinfacht. Im FIRST-START-SHOP wird die Anmeldung für Sie auf elektronischem Wege erledigt.  SCHNELL. UNBÜROKRATISCH. KOMPETENT.

Handelsagenten_schaffen_Umsatz

Darüber hinaus erhalten Sie die erforderlichen Formulare und Anträge für Sozialversicherung und Finanzamt.

Eine Neugründung ist von Gebühren und Abgaben befreit (Neugründungs-Förderungsgesetz).

Sollten Sie zum ersten Mal in Ihrem geplanten Geschäftsfeld als Unternehmer tätig werden, wird Ihnen die Gründung auch finanziell erleichtert, so entfallen z.B. die Gebühren für die Gewerbeanmeldung sowie die Firmenbucheintragung. Das (gesetzlich vorgeschriebene) Beratungsgespräch und die Formulare erhalten Sie ebenfalls im Zuge der Anmeldung im First-Start-Shop.

WELCHE UNTERLAGEN BRAUCHT MAN FÜR DIE „ELEKTRONISCHE GEWERBEANMELDUNG“?

Für die Tätigkeit als Handelsagent meldet man das freie Gewerbe „Handelsgewerbe und Handelsagent“ an.

Folgende Unterlagen sind für die Anmeldung mitzunehmen: Reisepass oder Geburtsurkunde gemeinsam mit Staatsbürgerschaftsnachweis (oder Gleichstellung und Aufenthaltsbewilligung) und die Sozialversicherungskarte.
Nach etwa einer Woche wird ein Auszug über die Eintragung im Gewerberegister zugestellt.

FIRST-START-SHOP

Schwarzenbergplatz 14 | 1041 Wien

T 514 50 > DW 3247, 3417, 3440, 3443

Parterre rechts, Zimmer 8

 

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Handelsagenten polieren Wissen auf

Mit mehr als 600 vergebenen Förderplätzen innerhalb von nur 3 Jahren zählt das Wiener Gremium der Handelsagenten im Bereich Weiterbildung zweifellos zu den führenden Fachgruppen Österreichs. Und auch international lässt sich diese Zahl sehen. Unser Konzept den Mitgliedern vergessenes und neues Wissen für ihre unternehmerische Tätigkeit in Kleingruppen – Tagesseminaren zu unschlagbaren Preisen anzubieten, hat voll eingeschlagen.

Seminare_für_Handelsagenten
Nach einigen Misserfolgen  startete 2009 das Gremium mit einem neuen Anlauf seinen Mitgliedern leistbare Weiterbildung „in kleinen Dosen“ zu offerieren. Der Beruf, der  Frauen und Männer zwingt fast ständig auf Achse zu sein (ein schlagender Beweis sind die durchschnittlichen Kilometerleistungen von rund 40.000 KM p.a.) macht es schwer, regelmäßig weiterbildende Kurse zu besuchen. Die Antwort auf diese Schwierigkeit sind gezielte 1 bis 2–Tage-Seminare, die sich speziell mit Themen beschäftigen, die zum täglichen Brot des meist als Kleinbetrieb organisierten Handelsagenten gehören. So waren im ersten Jahr die über 9 Monate verteilten 20 Seminare innerhalb von 3 Wochen ausgebucht, manche Interessenten mussten abgewiesen werden. 2010 waren wir wegen zahlreicher Überbuchungen gezwungen 4 Seminare als Wiederholung einzuschieben. Auch heuer – das Schuljahr hat erst vor Kurzem begonnen – sind nur mehr wenige Plätze zu haben.
Die zur Zeit noch buchbaren Seminare sind:
 
1×1 der Wertpapiere          13.12.2011   1-tägig

 

 

Zeit- und Selbstmanagement –
wie Sie die Zeit beherrschen und nicht umgekehrt      09.02.2012   2-tägig

 

 

Einnahmen / Ausgabenrechnung      13.03.2012   1-tägig

 

Die Seminare Durch Schlagfertigkeit glänzen und MS Excel – alle Möglichkeiten effizient nutzen werden wir wegen des außerordentlichen Interesses noch in diesem Schuljahr wiederholen. Die Seminare sind Mitgliedern des Wiener und des Burgenländischen Gremiums der Handelsagenten gefördert zugänglich.

Über die einzelnen Seminare und die Anmeldungsmöglichkeit informieren Sie sich bitte unter www.handelsagenten.at/Wien DIE NEUEN SEMINARE SIND DA.

Anmeldung

www.handelsagenten.at/Wien

 

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Kurzparkzonengebühr in Wien um 65% (!) erhöht

Vor vielen Jahren war die Welt noch lustig. Madeleine Petrovic , damals Bundessprecherin der Grünen, forderte die Handelsagenten auf ihren Job mit der Straßenbahn zu erledigen. Wenn heute die Wiener Verkehrsstadträtin auch den Wirtschaftsverkehr – und dazu zählen eben auch die Handelsagenten – in der einzigen Millionenstadt Österreichs zum Verschwinden bringen will, hört sich der G’spaß auf.

 Wasch mir den Pelz …..

Die Erde ist eine Scheibe und die Wirtschaft kommt auch ohne Wirtschaftsverkehr aus – man kann alles behaupten und es finden sich immer noch welche, die es glauben.

Die österreichischen Handelsagenten gehören nun einmal zu den Berufen, die auf eine individuelle Mobilität nicht verzichten können. Und sie sind mit diesem Bedürfnis nicht die einzigen Unternehmer. Der von ihnen erwirtschaftete jährliche Gesamtumsatz von über 22 Milliarden EURO hat schon eine gewisse Relevanz und lässt den Schluss zu, dass er nicht durch hetzhalber betriebenes, sinnloses Herumkurven auf Österreichs, insbesondere Wiens, Straßen entsteht.

 Ein guter Teil dieser Summe fließt wieder in Löhne und Investitionen. Aber da wir uns ohnedies der Grundsicherung für alle Staatsbürger rapide nähern, muss man sich um solche Nebensächlichkeiten wie Arbeitsplätze und Kaufkraft nicht kümmern.

 Die Verkehrspolitik als Oberlehrer und die Kommune als Preistreiber

Genau so wenig belastet eine Gebührenerhöhung von 2/3 für Wiener Kurzparkzonen das Gemüt von manchen Politikern. Wer nicht auf das gute Zureden der Frau Stadtrat hören will, der wird das finanzielle Rohrstaberl halt spüren müssen.

 Einen von seinen Kunden abhängigen Unternehmer, der mir nichts dir nichts seine Preise von heute auf morgen um 65% erhöht und dies ohne dafür auch nur ein Jota mehr zu bieten, den möchte ich gerne sehen. Für Handelsagenten, die auf dem Wiener Platz tätig sind, bedeutet das Mehrausgaben von 300 – 500 Euro pro Jahr.

 Woher er das Geld nehmen soll? Das ist sein Problem. Muss er halt fleißiger sein und öfter zu Kunden fahren!

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Hallo Newcomer!

Die meisten unserer Mitglieder starten im Alter zwischen 30 und 40 mit Zuversicht ihre Handelsagentenkarriere. Bei anderen lösen äußere Umstände den Weg in die Selbständigkeit aus. Untersuchungen weisen immer wieder auf die gute Ausbildung der Handelsagenten hin, dennoch stehen am Anfang oft Zweifel. Hier lesen Sie ein paar Hinweise, die Ihnen helfen sollen.

Das Umsteigen vom Angestelltendasein in das eigenverantwortliche Berufsleben des Handelsagenten fast ohne Netz will schon aus psychologischen Gründen gut überlegt sein. Ein stabiles Lebensumfeld, vielleicht mit einem Partner, auf den man sich verlassen kann, ist eine wichtige Voraussetzung. Ein gut fundiertes Selbstbewusstsein und eine optimistische Lebenseinstellung wirkt wie der natürliche Auftrieb im Salzwasser. Auf jeden Fall sollte man sich ein Bild davon machen, was man sich selbst und – wenn vorhanden – seiner Familie zutrauen und zumuten kann. Wenn möglich bespricht man sich auch mit guten Freunden, die von Wirtschaft etwas mehr als eine Ahnung haben.

Nachstehend eine sehr persönliche Zusammenstellung einiger Faktoren, die in ihrer Gesamtheit eine Vorstellung davon ergeben, was von Ihnen erwartet werden wird und was Sie vermeiden sollten (wenn Sie zu dieser Liste Ergänzungen haben, bin ich erfreut, wenn Sie mir schreiben):

Wichtigste Bedingungen für die Selbstständigkeit als Handelagent

  • Freude an selbstständiger Arbeit
  • Kein übertriebenes Sicherheitsdenken
  • Positive Lebenseinstellung und Freude an Kommunikation
  • Leistungsbereitschaft
  • Fachliches Wissen
  • Kaufmännisches Wissen
  • Verkäuferische Erfahrung
  • Sprachkenntnisse

Materielle Voraussetzungen

Vorteil für „Jungunternehmer als Handelsagent“ ist der geringe Kapitalbedarf und der Wegfall des Befähigungsnachweises

Materielle Anfangserfordernisse

  • Fahrzeug, Computer, Internetzugang, Fax, Handy
  • Lebensunterhalt für 1 Jahr sollte gesichert sein
  • Büro nicht unbedingt notwendig, aber empfehlenswert

Ideelles Kapital

  • Branchenerfahrung
  • Gute Verbindung zu Hersteller (n) und/oder
  • Gute Verbindung zu Abnehmern

Attraktivität des Berufes für „Neulinge“

  • Kommunikationsberuf
  • Beruf mit grosser Freiheit (Achtung, das ist auch eine Gefahr)
  • Standortungebundenheit
  • Kein Warenrisiko
  • Möglichkeit in verwandte Berufe hineinzuwachsen
  • Flexibilität der Betriebsgrösse, keine Schwierigkeit
  • Vertretungs- sogar Branchenwechsel bedeutet nicht Wechsel der eigenen Existenz
  • Möglichkeit einer Internationalen beruflichen Tätigkeit
  • Einblick in Produktion, Produktdesign, und – Entwicklung, Marketing
  • Einflussnahme auf grössere Betriebe

Häufigste Fehler

  • Zu wenig oder zu teure Kapitalausstattung
  • Mangel an tragfähigen Vertretungen
  • Schlechte Verträge
  • Falsche Einschätzung der Markt- und Verdienstmöglichkeiten
  • Falsche Kosteneinschätzung
  • Vorstellung Umsatz = Gewinn
  • Vernachlässigung unternehmerischer Aufgaben
  • Nichtinanspruchnahme aller Informationsmöglichkeiten
  • Fehlendes Weiterbildungsbewußtsein
  • Nicht aus den Erfahrungen anderer lernen wollen

Schwerster Fehler

Sich wegen mangelnder Betriebsgröße nicht als Unternehmer zu empfinden.

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Recht haben und Recht kriegen – der ewige Kampf um den Ausgleich

Aus der Schulzeit wissen wir noch allzu gut, wie es ist, wenn wir zwar im Recht sind, aber der Lehrer diesen Umstand ignoriert. Wenn Mitschüler einem etwas antun und man sich nicht wehren kann. So etwa geht es einem Handelsagenten, dessen Anwalt ihm mitteilt, dass hinsichtlich des Ausgleichs nur mehr die Klage im Herkunftsland des Herstellers möglich ist.

Leidige Gerichtsstandproblematik

Heißt das, klagen kann ich nur in Valencia (Lieber Leser, Sie können jeden beliebigen Ort der Welt dafür einsetzen)?

Ja, Herr/Frau Handelsagent, Sie haben ja einen Vertrag unterschrieben mit dem Gerichtsstand Valencia, oder etwa nicht?

Formal ist das ein stichhaltiges Argument und die Debatte ist beendet. Es ist damit nicht selten gleich der ganze Ausgleichsanspruch zu Grabe getragen, besonders dann, wenn der Anwalt einem vorrechnet, dass im günstigsten Fall die vorhersehbaren Gerichts- und Anwaltskosten in Spanien knapp unter dem geforderten Ausgleichsbetrag liegen.

Sich nach langem Verfahren zu vergleichen oder den Prozess gar zu verlieren ist daher gefährlich, ja manchmal ruinös. Doppelt blöd ist es, wenn man nur eine Rechtsschutzversicherung hat, die sich nicht für Auseinandersetzungen im Handelsagentenrecht zuständig fühlt (die meisten tun das nicht!).

Warum, Herr/Frau Handelsagent, haben Sie denn einen so unmöglichen Gerichtsstandort akzeptiert? Weil ich sonst diese wirklich gute, lukrative Vertretung nicht bekommen hätte!

Die merkwürdige Logik der Gesetzgebung

In Österreich hat der Gesetzgeber immer den Ausgleichsanspruch des Handelsagenten expressis verbis geschützt. Dieser Anspruch konnte und kann vom Geschäftsherren unter keinen Umständen wegverhandelt werden, selbst wenn es keinen schriftlichen Vertrag gibt, steht der Ausgleichsanspruch eisern da. Ganz genau so ist es in allen EU-Mitgliedsländern, weil diese die gleichlautende EU-Richtlinie in nationales Recht übernehmen mussten.

Wir glauben: wenn der Gesetzgeber dem Ausgleichsanspruch eine so außerordentliche Bedeutung gibt, dass nichts und niemand ihn außer Kraft setzen kann, dann steckt doch wohl der Wille dahinter, dass der Handelsagent diesen Ausgleich auf jeden Fall – komme was da wolle – erhalten soll!

Die Krux an der Sache ist allerdings, dass der kleine unscheinbare Vertragspunkt „Gerichtsstandort“ diesen Willen des Gesetzgebers nicht in der Theorie, aber sehr wohl in der Praxis ordentlich torpedieren kann. Wieder formal betrachtet, ist  alles in Ordnung. Den Ausgleichsanspruch kann der Hersteller nicht beseitigen, aber den Gerichtsstandort kann er bei den Vertragsverhandlungen in 95% der Fälle durchdrücken. Der Österreicher muss halt dann seine Ansprüche vor Gericht in Valencia, Hamburg, Oslo, Lahti, Athen, Marseille oder Budapest etc, etc…. durchsetzen. Soll er halt, wenn er will!

Dem Recht zum Durchbruch verhelfen

Rechtsanwälte erklären mir nach meinen diesbezüglichen Vorstößen immer, an diesen Umständen könne man r e c h t l i c h nichts ändern. Das wird schon so sein, es geht hier um zivilrechtliche Vereinbarungen. Allerdings ist die Bemühung dem Handelsagenten auf jeden Fall zur Durchsetzung seines Ausgleichsanspruchs zu verhelfen keine rechtliche, sondern eine p o l i t i s c h e Angelegenheit. Wollen wir, dass der vornehmlich Kleinunternehmer Handelsagent mit Hilfe des Gerichtsstandorts ausgebremst werden kann oder wollen wir den Willen des Gesetzgebers durchsetzen?

Ich habe damit das Bundesgremium und IUCAB, die Dachorganisation der Handelsagentenverbände Europas und Nordamerikas, bereits befasst und werde es solange wieder tun, bis in dieser Sache etwas weitergeht.

Der Handelsagent muss, unter bestimmten noch genau zu definierenden Umständen, jedenfalls das Recht haben in Fragen des Ausgleichsanspruchs an seinem eigenen Standort zu klagen.

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Ausgleich wird ungerecht besteuert

Wenn der Geschäftsherr den Vertrag kündigt, sichert dem Handelsagenten das österreichische Handelsvertretergesetz einen Ausgleichsanspruch zu. Die Idee dahinter besagt, dass der Handelsagent für den Verlust von Provisionen der nächsten 5 Jahre entschädigt werden muss. Es wäre also recht und billig, dass sich auch die Versteuerung der Ausgleichszahlung auf mehrere Jahre verteilt.

Bevorzugter Steuersatz für Ausgleichszahlungen ist nicht möglich.

Seit vielen Jahren versuchen das Wiener Landesgremium und das Bundesgremium die Versteuerung der Ausgleichszahlung besser zu regeln, allerdings ohne Erfolg.

Der gesetzliche Ausgleichsanspruch für den Handelsagenten fußt auf der Überlegung, dass der Handelsagent durch die Vertragskündigung daran gehindert wird in den Folgejahren den vollen Nutzen aus den von ihm gewonnenen Kunden zu ziehen, wohingegen der Geschäftsherr weiter in den Genuss dieser Kundengruppe kommt.

Eine in Deutschland entwickelte Berechnungsmethode, die heute auch von österreichischen Gerichten anerkannt wird, ermittelt die zahlenmäßige Höhe des Anspruchs. Natürlich steht es dem Richter frei zusätzlich verschiedene Umstände zu berücksichtigen, die dieses Ergebnis verändern. Auf jeden Fall muss heute der Eingang der Ausgleichszahlung wie ein normaler Provisionserlös versteuert werden

Viele betroffene Kollegen fordern einen begünstigten Steuersatz für die Ausgleichszahlung. Der vom Wiener Gremium der Handelsagenten beauftragte, höchst kompetente Steuerrechtsexperte, Mag. Gottfried Schellmann, untersuchte von welcher Seite das Problem zu packen wäre. Das Ergebnis ist ziemlich desillusionierend.

Teilbetriebsveräußerungen können mit einem günstigeren Steuersatz rechnen, sich auf den Begriff eines Teilbetriebs zu stützen scheitert allerdings daran, dass eine Vertretung nicht einen Teilbetrieb des Handelsagentenunternehmens darstellt. Auch alle Sonderbestimmungen im Zusammenhang mit der kompletten Auflösung des Handelsagentenbetriebes nützen in dieser Frage wenig, weil wir eine Lösung suchen, die für alle Handelsagenten anwendbar sein muss.

Versteuerung auf mehrere Jahre verteilen

Schellmann kommt zu dem Schluss, dass aus der geltenden Rechtslage heraus eine begünstigte Versteuerung nicht konstruierbar ist. Dennoch bleibt das Unverständnis dafür auf unserer Seite, dass die Finanzverwaltung durch den Kumulierungseffekt der Ausgleichszahlung innerhalb eines Steuerjahres (obwohl die Ausgleichssumme durch die Berücksichtigung eines Zeitraums von 5 Jahren zustande gekommen ist) unter bestimmten Umständen ein „Körberlgeld“ einfährt, das ihr objektiv betrachtet eigentlich nicht zusteht. Das Gremium wird also weiterhin versuchen das Finanzministerium zu überzeugen, auch wenn erst jüngst ein aktuelles Gespräch über diese Materie abgelehnt wurde.

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